Marie Hermanson Die Schmetterlingsfrau

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Inhaltsangabe zu „Die Schmetterlingsfrau“ von Marie Hermanson

Anna, Mitte dreißig, unabhängig, beruflich erfolgreich, ist gerade von ihrem Liebhaber verlassen worden. Sie bucht eine Reise nach Borneo, um in der Hitze des Dschungels Roger zu vergessen, und tatsächlich bringt ein Ausflug in den Urwald sie auf andere Gedanken – ein rätselhaftes Zucken, ein unbekanntes Gefühl im linken Bein lenken all ihre Aufmerksamkeit auf sich.Zurück in Schweden, läßt Anna ihr »Reisesouvenir« vom Tropenspezialisten Willof untersuchen. Dieser ist begeistert: Eine seltene Schmetterlingsart hat sich Anna als Wirtstier ausgesucht. Willof überredet die Auserwählte, in sein Schmetterlingshaus zu ziehen und dort die Puppen in ihrem Bein bis zum Schlüpfen zu tragen. Sie quartiert sich im Glashaus ein, wo sich bald ihre Erinnerungen an Vergangenes wie von selbst mit der Gegenwart verweben. Und die vermeintliche Oase? Die entwickelt sich binnen kurzem zu einem Ort merkwürdigster Vorgänge …Ein packender, höchst raffinierter Roman über Liebe, Freundschaft, Einsamkeit und darüber, daß sich im Leben von einem Tag auf den anderen alles ändern kann.

Eine kontrastreiche Geschichte - nüchtern sowie erfüllt von Sehnsucht, gleichzeitig abschreckend und zauberhaft.

— wakinyan
wakinyan

Eine Geschichte, die uns wieder einmal anhält unser eigenes Leben zu hinterfragen.

— dicketilla
dicketilla

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    Die Schmetterlingsfrau
    wakinyan

    wakinyan

    10. April 2017 um 19:13

    Ich widerstand dem Drang, während des Lesens im Internet nach Recentia alba zu recherchieren und bin nun froh darüber. Womöglich hätte es den Zauber und die Spannung dieser seltsamen Geschichte zerstört, die mich von Beginn an gefangen nahm. Ich war neugierig auf diese Frau, welche sich im Dschungel von Borneo Insektenlarven aufgehuckt hatte und nun bereit war, diese auszubrüten. Ein Tropenmediziner hatte sie dazu überedet und sie in seinem Schmetterlingshaus einquartiert. Eine seltene Schmetterlingsart sollte aus den Puppen, welche unter ihrer Haut am Oberschenkel kampierten, schlüpfen. "Es ist mehrere Tage her, dass jemand hier war. Obwohl ich lange nichts gegessen habe, bin ich merkwürdigerweise nicht hungrig. Ich trinke das Honigwasser der Schmetterlinge." (S. 226)Abgeschnitten von der Außenwelt und auf die Versorgung durch Fremde angewiesen, verharrt die Protagonistin fast selbst wie eine Puppe im Glashaus. Sie wartet und rührt sich auch nicht, als das Experiment beendet scheint. Ein feines Psychogramm entspinnt die Autorin Marie Hermanson um die Protagonistin, welche irgendwie gespalten erscheint, gefangen zwischen Sehnsucht und Abneigung, Wunsch und Wirklichkeit, irgendwie zerrissen und doch verbunden. Für mich ein sehr lesenswerter Roman.

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  • Rezension zu "Die Schmetterlingsfrau" von Marie Hermanson

    Die Schmetterlingsfrau
    marialein

    marialein

    Die Handlung der „Schmetterlingsfrau“ erscheint banal und dennoch fast grotesk: eine Frau reist nach der Trennung von ihrem Liebhaber nach Borneo und geht dort bei einem Ausflug kurz verloren. Während sie in einer Schlucht festsitzt, wählt sich eine seltene Schmetterlingsart die Frau als „Wirtstier“ für ihre Nachkommen aus. Bei ihrer Rückkehr in Schweden soll sie im „Schmetterlingshaus“ des Doktors Willof die drei Puppen in ihrem Oberschenkel ausbrüten. Wochenlang sitzt sie im Warmen, wird von dem Arzt und seiner jungen Frau bewirtet, liest, malt, und denkt über die Vergangenheit und das Leben nach. Auf die Autorin bin ich durch ihren aktuellen Roman „Himmelstal“ aufmerksam geworden. „Die Schmetterlingsfrau“ ist ganz anders, aber auf ihre Weise genauso gut. Mir gefällt, wie die Geschichte sich in Überlegungen verliert, bis man gar nicht mehr weiß, ob man von der Handlung eine spannende Wendung erwarten soll, oder dem Gedanken- (und Gefühls-) Gang einfach folgen sollte. Man kann nicht umhin, die beschriebenen Gefühle und Gedanken auf sein eigenes Leben zu übertragen und in den Charakteren Personen aus dem echten Leben zu erkennen. Alles in allem ist der Roman auf eine sehr angenehme Art deprimierend. Die Einsamkeit und die Emotionslosigkeit der Protagonistin wirken sympathisch und verfremdend zugleich. Und das Ende der Geschichte schockiert geradezu durch seine Nüchternheit. Besonders gefällt mir auch der Schreibstil. Ohne viele Ausschmückungen gelingt es der Autorin, sehr starke Bilder zu erzeugen und Charaktere überzeugend zu beschreiben. Die kurzen Sätze – darunter erstaunlich viele Fragen – sind einfach und prägnant, so wie der Roman an sich: nach den gerade mal 242 Seiten hat man den Eindruck, ein ganzes Leben miterlebt zu haben und hängt den Bildern und Gedanken hinterher, die sie heraufbeschworen haben.

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