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Kevke08

vor 4 Jahren

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Was ist, wenn der Staatsfeind Nr. 1 plötzlich nicht mehr ganz so gefährlich wirkt, wie noch am Anfang des Prozesses?
Als Days Bruder sich mit der Seuche infiziert, ist ihm klar, dass er so schnell wie Möglich Medizin besorgen muss. Bei einem aufsehenerregendem Einsatz in der Seuchenstation wird Metias, Junes Bruder umgebracht. Natürlich verdächtigt der Staat Day, der sowieso schon der Staatsfeind Nr. 1 ist.
June, die ihre Ausbildung zur Commanderin schon mit 15 abgeschlossen hat, lässt es sich nicht nehmen und sucht selbst nach dem Mörder ihres Bruders.
Doch schon bald muss sie herausfinden, dass der Staat anders spielt als geplant und auch, dass Day nicht das ist, was der Staat von ihm behauptet.

Ein unglaublich spannender utopischer Roman, der im zukünftigen Amerika spielt.

Die Geschichte um Day und June ist wieder mal eine ganz besondere. Es ist erst der erste Band einer Trilogie, hat es jedoch in sich.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Day und June geschildert. Das führt dazu, dass man zu vielen verschiedenen Sachen, eine andere Sicht bekommt. Auch, dass beide aus verschiedenen Gebieten stammen und Day sozusagen von Tag zu Tag lebt und June eher wohlhabend ist, gibt der Geschichte eine wirklich tolle Atmosphäre. Es ist als würde man durch die Schichten dieser Zeit springen. Jedoch kommt es an manchen Stellen der Geschichte vor, dass diese beiden Schichten sich mischen und man somit auch die Sicht von June auf das Armenviertel bekommt.

Die beiden Hauptcharaktere sind wirklich toll gestaltet. Obwohl man weiß, dass Day hier eigentlich der Böse ist, mag man ihn jedoch von der ersten Seite. Er hat etwas ganz liebevolles in sich und man erfährt schon direkt am Anfang des Buches, warum viele ihn für böse halten, es aber nicht ist.
Auch June wird hier auf eine ganz besondere Weise geschildert. Sie ist in der Geschichte auf der Seite des Rechts und versucht natürlich für den Staat zu handeln. Es gibt in der Geschichte jedoch viele Wendepunkte auf Junes Seite, die einen dann doch manchmal etwas zweifeln lassen, ob sie wirklich für die richtige Seite spielt. Zeitweise hat mich ihr Charakter an Katniss Everdeen aus "Die Tribute von Panem" erinnert, da ihr aussehen (langes, dunkles Haar, Pferdeschwanz, sportlich...) mich doch sehr an sie erinnert. Aber die Tatsache, dass die Geschichte völlig anders ist, als "Die Tribute von Panem", macht dies nur nebensächlich.

Die Geschichte spielt im zukünftigen Amerika, das völlig anders ist, als das, was wir heutzutage kennen. Der Staat kämpft wieder gegen Kolonien und hat auch Probleme mit den Patrioten. Die Städte sind teilweise zerstört und leer und sind in Gebiete eingeteilt, die nach Einkommen gestaffelt sind. Somit hat man das Gefühl, als befände man sich in einer ganz anderen Welt, die man heute so nicht kennt. Das stimmt ja auch, jedoch habe ich beim Lesen nie die Stadt Los Angeles, wo die Geschichte spielt, vor Augen gehabt, sondern eher eine Mischung aus einer arabischen Stadt mit Sandhäusern etc. in den Armenvierteln und wieder einmal Panems Kapitol in den Reichenvierteln. Ich weiß nicht, ob dies nur bei mir der Fall war, jedoch fand ich die Beschreibungen zu der Stadt dem viel näher, als der Beschreibung des heutigen Los Angeles.

Von Seite zu Seite wird die Geschichte immer spannender. Es ist aber so, dass schon auf Seite eins die Spannung losgeht und man somit immer schneller liest, da nach hinten hin, gerade in den letzten Kapiteln, die Spannung immer ansteigt. Man hat das Gefühl, als sei man Teil der Geschichte und läuft mit June oder Day durch die Gegend und versucht die Probleme zu lösen. Zeitweise gibt es wieder einige ruhigere Kapitel, die einem mal eine "Verschnaufpause" ermöglichen und man somit nicht mit einem Dauerpuls von 180 die Geschichte liest. Die Spannung in der Geschichte ist auch wirklich sehr toll dargestellt, da man wirklich zeitweise einen Film vor seinen Augen sieht und die Buchstaben komplett verschwinden. Das ist etwas, was meiner Meinung nach ein Autor beherrschen sollte. Marie Lu hat es geschafft, die Geschichte in einen gedruckten Film zu verwandeln und somit den Leser viel besser in die Welt von Day und June eintauchen zu lassen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Utopie mal wieder mit einer ganz großartigen Geschichte und wundervollen Charakteren überzeugt und man wirklich Spaß daran hat, die Geschichte um June und Day zu verfolgen. Man schließt beide sofort in sein Herz und möchte sie am liebsten nicht mehr gehen lassen. Zum Glück erscheinen noch zwei Teile ;)

Auch auf meinem Blog zu finden -> Klick 

Autor: Marie Lu
Buch: Legend – Fallender Himmel

Lainybelle

vor 4 Jahren

@Kevke08

In der Überschrift sollte das aber besser Dystopie heißen ;)

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