Im Blick

von Marie Luise Lehner 
2,7 Sterne bei9 Bewertungen
Im Blick
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (1):
A

Sprachlich schön, Gefühle, Stimmungen und Situationen gut einfangend. Wichtige Themen. Der Inhalt hinkt der Form allerdings hinterher.

Kritisch (4):
H

Der Inhalt hat Potential, wird jedoch nicht kritisch und reflektiert bearbeitet, sondern mit plakativer Wut und Aggression gegenüber Männern

Alle 9 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Im Blick"

Zwei Mädchen werden gemeinsam erwachsen. Schon früh lernen sie sich zu schminken, ziehen Stöckelschuhe an und vergleichen ihre Brüste. Sie masturbieren und sprechen über ihre Erfahrungen. Sie sind jung und rebellisch, entdecken Alkohol und Drogen, gehen mit fremden Männern nach Hause, feiern Partys und haben Sex. Je älter sie werden, desto eindeutiger werden die Blicke und Berührungen auf der Straße. Doch die jungen Frauen wollen sich nicht einschränken lassen, unternehmen Reisen in ferne Länder und erfahren am eigenen Körper, dass Freiheit nicht für beide Geschlechter das Gleiche bedeutet.
Anhand einer Frauenfreundschaft und einer Liebesbeziehung erzählt Marie Luise Lehner vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. Minutiös zeichnet sie die Momente nach, in denen Frauen in unangenehme, oft gefährliche Situationen geraten, und lässt Wut in ihren Figuren aufkeimen. Eine Wut, die groß genug ist, um gegen Sexismus zu kämpfen.

"Ich spüre deine Wut über die beiden Männer, die mich am Würstelstand kommentieren. Ich mag deine Wut, weil sie mich spüren lässt, dass so etwas nicht normal sein sollte."

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783218011099
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Kremayr & Scheriau
Erscheinungsdatum:16.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
2,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne0
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne4
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    H
    hundeliebhabervor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Der Inhalt hat Potential, wird jedoch nicht kritisch und reflektiert bearbeitet, sondern mit plakativer Wut und Aggression gegenüber Männern
    Wut statt Kritik und Reflexion

    Marie Luise Lehners Roman "Im Blick" verspricht laut Klappentext eine Erzählung "vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. Minutiös zeichnet sie die Momente nach, in denen Frauen in unangenehme, oft gefährliche Situationen geraten, und lässt Wut in ihren Figuren aufkeimen. Eine Wut, die groß genug ist, um gegen Sexismus zu kämpfen."

    Inhaltlich und formal trifft diese Beschreibung zwar, wurde jedoch nur ansatzweise umgesetzt. Die Autorin lässt die Ich-Erzählerin auf zwei Zeitebenen erzählen. Zum einen sind da Rückblenden in die Jugend mit der besten Freundin Anja, wie sie zusammen aufwachsen, in die Pubertät kommen, erste sexuelle Erfahrungen machen und die Protagonistin sich outet. Zeitlich orientieren sich die Rückbleden an Jahren, beginnend bei zehn Jahren bis hoch in die zwanzig. Trotz der groben Einteilung wirken sie assoziativ, unzusammenhängend und beschreiben plakativ einzelne Situationen, oftmals ohne nähre Beleuchtung. Zum anderen erzählt sie von der On-/Off-Beziehung in der Gegenwart, die einvernehmlichen Sex, Zuneigung, Sicherheit und Geborgenheit thematisieren.

    Im ersten Teil des Romans thematisiert die Autorin wichtige Themen, sie beschreibt durch konkrete Situationen, welchen Erwartungen sie und ihre Freundin Anja sich ausgesetzt fühlten, welche Rollen sie einnahmen und einnehmen sollten. Bereits wenn die ersten sexuellen Erfahrungen geschildert werden, fällt auf, dass Sex nicht immer einvernehmlich ist und einige Mädchen überfordert sind. Während die Freundinnen vergewaltigt oder zum Sex gedrängt werden, wählt die Protagonistin, Feministin und links, ihre Sexpartnerinnen selbstbewusst.
    Je älter die beiden Mädchen werden, desto mehr sexuelle Übergriffe werden beschrieben, bis es sich ausschließlich um die Aneinanderreihung derer handelt. Dabei spielen Alkohol, Drogen und das Mitgehen mit Fremden trotz Unwohlsein oftmals eine Rolle. Während die Erzählerin ihr Verhalten als Kampf um ihre Freiheit sieht, setzt sie sich diesen Situationen aus, und entwickelt gleichzeitig eine enorme Wut auf die Männer, die sich übergriffig verhalten.

    Dabei wird leider nicht kritisch oder reflektiert mit sexuellen Übergriffen und Rollenzuschreibungen umgegangen. Vielmehr vermittelt Marie Luise Lehner das Bild, dass Frauen und Mädchen nicht allein draußen sein oder allein mit einem Mann im Aufzug fahren können. Alle ihre Freundinnen, jedes Mädchen, das sie kennt wurde vergewaltigt oder zum Sex gedrängt. Es entsteht eine enorme, plakative Wut, die sich jedoch nicht auflöst in Kritik, Reflexion und einen bewussten Umgang mit und gegen den Sexismus (im Alltag) und Belästigung. Stattdessen bleibt sie bis zum Schluss bestehen.
    Wie zu Beginn angedeutet, scheint die gegenwärtige Liebesbeziehung als Gegenpol zu den Erfahrugen in der Jugend zu stehen, allerdings wird deren Bedeutung an keiner Stelle so dargestellt.

    Während die Autorin Machtstrukturen, Geschlechterkonventionen und Grenzüberschreitungen im Alltag anprangert, prangert sie die Männerwelt als Ganzes an, entwickelt Wut und richtet sie in einem aggressiven Tonfall gegen sie. Leider überzeugt mich diese Denkweise des Feminismus so gar nicht, sondern stumpft mich durch den plakativ aggressiven Tonfall und das fehlende Diskussionsangebot eher ab. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    A
    avevalevor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Sprachlich schön, Gefühle, Stimmungen und Situationen gut einfangend. Wichtige Themen. Der Inhalt hinkt der Form allerdings hinterher.
    Quo vadis, emanzipierte Frau?

    Vorab: Mein Exempar von "Im Blick" von Marie Luise Lehner war ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar. Vielen Dank dafür.

     

    Eine junge namenlose Frau schildert ihre Liebesbeziehung zu einer anderen ebenfalls namenlosen Frau mit allen Aufs und Abs, dem Glück und dem Schmerz. Dies ist eingeflochten in weitere Schilderungen ihres Lebens im Jetzt: Sie ist politisch aktiv, links, oft unterwegs, hat einen großen Bekanntenkreis, nimmt Drogen und ist sehr reflektiert.

    Der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit der Hauptfigur und beschäftigt sich mit ihrer Entwicklung und der Beziehung zu ihrer besten Freundin Anja. Beide stehen sich sehr nah, da sie zusammen aufgewachsen sind und der Leser erhält Stück für Stück Informationen über ihre Kindheit und Jugend, über prägende Ereignisse der beiden.

    Stets im Fokus steht das Verhältnis der Geschlechter zueinander: Das Verhalten von Männern Frauen gegenüber, der männliche Blick auf Frauen, die Übergriffe auf Frauen durch Männer und das zunehmende Bewusstsein dessen der Protagonistin und ihrer weiblichen Umgebung, die zunehmende Wut darüber.

     

    Der Schreibstil der Autorin kommt sehr modern daher: eben episodisch, knapp, Leerstellen offensichtlich einbauend (wen liebt sie, Mann oder Frau?) und natürlich auch die Themenwahl, die Bezüge auf die jüngste Zeit erwecken diesen Eindruck. Dabei sind die Leerstellen vor allem zu Beginn spannend, mit fortschreitender Lektüre nutzt sich dieses Empfinden allerdings etwas ab.

    Eine große Stärke der Autorin ist es, die Gefühle der Protagonistin gegenüber ihrer Geliebten glaubhaft und überaus anrührend zu skizzieren. Skizzierend nicht ausmalend aufgrund der sparsamen Diktion und dabei dem Leser genug seinem eigenen Einfühlungsvermögen zu überlassend:

    Ich verbringe viele und lange Abende mit Freundinnen in Bars.               Ich sehe so schön aus, wie ich kann.                                                                                                              Ich sage mir, meine Erlebnisse sind viel spannender als deine.                                                                                                               Ich weiß, du siehst mir nicht zu. Aber ich sehe mir zu und versuche, daran zu glauben.                                                                                                     Ich beginne mich einsam zu fühlen.                                                                                                                         In einem Traum verliere ich meine Zähne.  ( S. 19-20)

    Warum die Autorin überhaupt die Liebesbeziehung thematisiert, wird nicht explizit klar - schließlich werden ihre Schilderungen und Überlegungen zu Sexismus mehr als deutlich, wenn man die Alltagserfahrungen der jungen Frau liest - man möchte sie aber nicht missen. Zu schön und einnehmend ist Darstellung der Gefühle, verleiht der Figur mehr Tiefe als es eine bloße Fokussierung auf das Geschlechterverhältnis bewirkt hätte.

    Ich wünsche mir Dinge. Du scheinst dir nichts zu wünschen. Manchmal wundere ich mich darüber. Dir ist das meiste, wie es ist, genug. Oft treffe ich dich zufrieden. Ich mag an dir, wie sehr du dich begeistern kannst.   (S. 58)

    Die Unwichtigkeit der Liebesbeziehung für das Anliegen des Romans, die Geschlechterverhältnisse aus weiblicher Perspektive aufzuzeigen und dabei vor allem die Missstände, lässt dem Leser Interpretationsspielraum und man kann hier zu durchaus unterschiedlichen Schlüssen und Bewertung der literarischen Qualität des Romans kommen.                                                         Meines Erachtens ist dies allerdings nicht störend. Vielleicht ist es der Versuch der Autorin, das selbstgewählte Milieu der Hauptfigur vielschichtig zu zeichnen. Vielleicht geht dabei es um die subtile Kritik der gewählten sozialen Umgebung - die unfaire Behandlung durch die Geliebte und die Wölfin, die sich ja wie die Protagonistin in linken, reflektierten Kreisen bewegen, aber dennoch teilweise rücksichtslos agieren: Die richtige politische Haltung macht noch keinen guten Menschen.

    Beispiele dafür sind z. B. S. 57, als die Geliebte sie fragt, ob sie eine Projektionsfläche brauche. Wie schön schrecklich und glaubhaft laienhaft psychologisierend die Geliebte dargestellt wird und wie natürlich und verständlich die Reaktion. Man meint, anwesend zu sein.

    Oder:

    „Die Wölfin und du entscheidet, dass wir einander nicht zu dritt begegnen sollen. Du rufst sie jetzt immer an, bevor wir auf ein Konzert gehen, und fragst sie, ob sie gerade dort ist oder vorhat, hinzugehen.“  (S. 58)

    „Im Blick“ ist ein gutes Buch, das einen angenehm zu lesenden Schreibstil aufweist, zum Nachdenken über ein wichtiges Thema anregt und dessen große Stärke meines Erachtens in der Beschreibung der verzweifelten Intensität der Gefühle der Hauptfigur zur unbekannten Geliebten liegt. Der Verzicht auf eine geschlossene Handlung überrascht nicht, bzw. wird durch den episodisch knappen Stil der Autorin von vornherein nahegelegt. Der Roman liefert keinen Lösungsvorschlag für von Diskriminierung und Sexismus Betroffene, doch das muss Belletristik auch nicht. Dies bleibt Ratgeberliteratur überlassen.                                                     Alles in allem hat das Buch meine Erwartungshaltung ungefähr getroffen, mich also da abgeholt, wo ich stand. Das ist positiv. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn man sich als Leser auch mal getäuscht hätte, daher nur vier von fünf Sternen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    frenx1s avatar
    frenx1vor 17 Tagen
    Keine klare Linie

    Du sitzt vor mir. Ich lege mein glattes Gesicht an und gebe nichts preis, was mich menschlich macht. So lerne ich dich kennen.

    Dieser erste Satz aus Marie Luise Lehners neuem Buch „Im Blick“ hat mich fasziniert. Die Frage der Identität, die hier mitschwingt, die Frage nach dem wer man ist, sein will und wie man von anderen definiert wird, all das hätte Stoff für einen spannenden Roman bieten können. Hätte. Denn das Buch entwickelt keine klare Linie, geschweige denn eine klare Geschichte.

    Die Ich-Erzählerin des Buches lebt in einer Beziehung mit einem ominösen „Du“, einer Frau, ist allerdings deutlich öfter zusammen mit ihrer alten Schulfreundin Anja. Zudem wird die Beziehung der Erzählerin noch bedroht durch die „Wölfin“, die Ex ihrer Freundin. Erzählt wird von diesem Beziehungsreigen fragmentarisch, wobei die Geliebte immer als „Du“ angesprochen wird. Eine Entwicklung in diesen Beziehungen ist nicht erkennbar, alles dümpelt so vor sich hin. Mal sagt die Protagonistin, es sei schwer das „Du“ zu lieben, dann wiederum stellt sie fest, dass sie zu einem „Wir“ werden. An anderer Stelle wiederum bemerkt sie, dass sie eigentlich alle liebt: ihre Geliebte, ihre Freundin Anja und irgendwie auch die „Wölfin“. Love is all around.

    Dazwischen sind immer wieder Gespräche eingeschoben, die Aspekte der Genderdebatte aufgreifen. Kann man einen Mann, der einer Frau an den Po fasst vergleichen mit einer Frau, die einem Mann an den Po fasst? Gibt es einen männlichen Blick (male gaze) auf die Frau im Kino? Muss man sich als schwul outen? Die Diskussion bleibt jedoch meist im Oberflächlichen, es wird mehr angedeutet, angesprochen als diskutiert. Von einem Buch wie Thomas Meineckes „Tomboy„, das einem die feministischen Theorien nur so um die Ohren haut, ist „Im Blick“ meilenweit entfernt.

    Auch in Blick auf die Beziehung der Protagonistin wird vieles nur angedeutet, wenig beleuchtet. So wird Max Frischs Bildnisproblematik aufgegriffen: „Du fragst ich, ob ich eine Projektionsfläche brauche“ – und endet mit der Frage der Ich-Erzählerin, wie ihre Geliebte rauchend Fahrrad fahren kann. Selbst wenn – ganz im Sinne der Postmoderne – auf einen Bildband von Rhys Ernst und Zackary Drucker verwiesen wird, fragt man sich als Leser nur: warum? Will die Ich-Erzählerin auch eine neue Form von Identität, Gender, Sexualität und Queerness? Oder will sie einfach nur ab und zu darüber reden?

    Die Ernsthaftigkeit, die das Buch streckenweise hat, wenn es um Identität geht, um Gewalt gegen Frauen und um die Frage, wo Grenzüberschreitungen beginnen, verliert sich leider in einem Wust an Angesprochenem und einer unerquicklichen Handlung.

    Kommentare: 2
    2
    Teilen
    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Laut diesem Buch scheint jede Frau ständig Opfer sexueller Übergriffe zu sein. Zu krass, zu plakativ, zu undifferenziert, zu wirr.
    Ein gefährlich undifferenziertes Buch

    "Der Club ist ein Männerraum, so wie auch die Straße ein Männerraum ist, so wie die Welt im Augenblick ein Männerraum ist."


    Zwei Mädchen wachsen gemeinsam auf und lernen schon früh, Mädchen zu sein. Sie schminken sich, flirten, gehen feiern, reisen und haben Sex. Anja, die beste Freundin der Ich-Erzählerin, mit Männern, die Erzählerin mit Frauen. Doch vor den Blicken der Männer, vor ihren ungewollten Berührungen und ihren eindeutigen Zurufen sind sie beide nicht sicher. Am eigenen Leib müssen sie erfahren, dass Freiheit nicht für beide Geschlechter das Gleiche bedeutet.

    Der Klappentext hat mich begeistert: Juhu, ein literarischer Beitrag zur MeToo-Debatte! Und wie wurde ich enttäuscht. Marie Luise Lehner präsentiert mit "Im Blick" ein fragmentiertes, wirres Schriftstück, ca. 200 Seiten kurz, bei dem ich bereits 50 Seiten gebraucht habe, um überhaupt die Figurenkonstellation zu verstehen. Die Ich-Erzählerin berichtet nämlich auf zwei Zeitebenen - einmal aus ihrer Jugend mit Anja, einmal aus ihrer aktuellen On-/Off-Liebesbeziehung. Dass es sich beide Male um die gleiche Erzählerin handelt, darauf muss man erstmal kommen. Ein wenig mehr Klarheit wäre mir da lieber gewesen.

    Klarheit ist allerdings generell nicht die Stärke dieses Romans. Ständig fragte ich mich, ob dieses "Du", das die Erzählerin in den Passagen über ihre Liebesbeziehung anspricht, nun männlich oder weiblich ist. Das "Du" trägt Nagellack, wollte mit einer Frau Kinder bekommen, die Erzählerin bezeichnet sie beide als "Passantinnnen", spricht aber gleichzeitig von ihrer heterosexuellen Beziehung. Hä?! Was soll uns dieses Verwirrspiel zeigen? Dass die Grenzen der Identität fließend sind? Im Endeffekt ist es nur nervig .

    Thema Figuren: Mir erscheinen die Personen, die die Autorin in ihrem Buch zum Leben erweckt, wie Schablonen, wie schlecht abgepauste Konturen irgendwelcher vager Realitäten. Da ist beispielsweise die Jugend der beiden Mädchen - zu klischeehaft, zu krass, viel zu wenig individualisiert, um mich zu erreichen. Die Ich-Erzählerin charakterisiert sich am ehesten noch durch ihre Meinungen, ansonsten verkörpert sie eben das stereotype Bild einer linken, lesbischen Feministin. Alle anderen Mädchen, die namentlich genannt werden, werden ausschließlich als Opfer sexueller Gewalt vorgestellt - etwas anderes scheint sie nicht auszumachen. Und dann ist da noch Konstantin, der lustige Schwule, der seine Homosexualität erst leugnet, aber doch immer so schräge Sachen trägt. Haha.

    Insgesamt vermittelt die Autorin die Vorstellung, alle Frauen seien kontinuierlich Opfer sexueller Übergriffe. Wie oft der Erzählerin und ihren Freundinnen an die Brüste, an den Hintern, in den Schritt gegriffen wurde, konnte ich gar nicht mehr zählen. So gut wie alle wurden vergewaltigt. Und gleichzeitg, obwohl sie um die angeprangerte Gewalttätigkeit der Männer wissen, um die Unberechenbarkeit ihrer Handlungen (ganz unabhängig von allen Gender-/Macht-/Rollendebatten: Menschen können anderen Menschen gefährlich werden!), dröhnen sie sich in Gegenwart wildfremder Männer zu, fahren in weit entfernten Ländern mit einsamen Männern per Anhalter, setzen sich jeder erdenklichen Gefahr aus - und postulieren das am Ende als Verteidigung ihrer Freiheit. Nein, liebe Frau Lehner, das ist leider einfach nur Dummheit und ein Mangel an Selbsterhaltungstrieb. Denn man kann auch mit dem Bus ans Schwarze Meer fahren oder zu Drogen einfach mal Nein sagen, wenn man sich unsicher ist. Was gilt es denn in so einer Situation zu beweisen?

    Ja, in diesem Buch kommen tatsächlich auch feministische Gedanken vor, allerdings in solch komprimierter Form, dass sie fast wie ein nachgestelltes Manifest wirken. So hatte ich mir eine literarische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht vorgestellt. Und was sollte dieses Hin und Her mit dem Zwitterwesen, diese Pseudo-Liebesbeziehung, in der die Erzählerin wirkte wie eine andere Person? Sollte uns das zeigen, dass richtiger, einvernehmlicher Sex schön ist? Dass es auch die andere Seite der körperlichen Liebe gibt, nicht nur Übergriffe und Vergewaltigung? Was will uns dieses Buch überhaupt sagen?

    Für mich, bis auf das einigermaßen intelligent formulierte Gedankengut ganz am Ende, ein enttäuschendes Buch, das in keinster Weise meine Erwartungen erfüllt hat. Zu viel Geschwurbel, zu undifferenziert, krass-feministisch und wirr. Außerdem werden absolut falsche Schlussfolgerungen gezogen - sich in Gefahr bringen heißt nicht, Freiheit genießen! Solche Literatur kann gefährlich sein, wenn sie falsch verstanden wird. Leider kein sinnvoller Beitrag zur aktuellen Debatte.

    Kommentare: 1
    7
    Teilen
    jenvo82s avatar
    jenvo82vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Ein kontroverser Roman mit fragwürdigen Inhalten bezüglich der Identität und dem Umgang mit alternativen Lebensforman. Ich bin zwiegespalten
    Sind wir mutig oder naiv?

    „Wir könnten uns in den nächsten Wochen entscheiden, uns wieder voneinander zu entfernen. Wir könnten aber auch zusammen sein und einen Alltag miteinander haben. Ich kann mir beides vorstellen.“


    Inhalt


    Die namenlose Ich-Erzählerin des Buches lässt den Leser teilhaben an ihrem Leben. Zunächst schildert sie eine Freundschaft mit Anja, die genauso alt ist, wie sie selbst und mit der sie sämtliche Erfahrungen ihrer Jugend gemacht hat. Gemeinsam waren sie 11, dann 12, dann 13 Jahre alt…

    Und nun ist ebenjene Frau erwachsen, lebt ganz bewusst homosexuell und schildert einprägsam ihre gegenwärtige On-/Off-Beziehung mit ihren Höhen und Tiefen. Die Erzählstränge laufen parallel, wechseln einander ab und skizzieren einen größeren Lebensabschnitt, sodass man das Buch durchaus als Coming-of-Age Roman bezeichnen kann. Besonderes Augenmerk bekommt jedoch nicht die zwischenmenschliche Seite der Einzelbeziehung, sondern die Außenwirkung, die Erlebnisse und Erfahrungen der Frauen, die in immer neuen fast unzähligen Kleinigkeiten aufgearbeitet werden und dem Leser einen sehr aggressiven Feminismus präsentieren. Die Grenzen zwischen dem Du und dem Ich verwischen immer mehr, scheinen auch vollkommen irrelevant zu werden, stattdessen manifestiert sich eine für mich fragwürdige Gesamtaussage, die vor allem das Feindbild Mann im Fokus hat.


    Meinung


    Die junge österreichische Autorin Marie Luise Lehner schreibt kontroverse, unabhängige Romane, die genau darauf basieren, andere aufzurütteln, ihnen Unglaubliches zu präsentieren und nicht unbedingt Sympathien zu wecken. Ihr Schreibstil wirkt modern, bietet poetische Gedanken und Schimpfwörter in fast einem Atemzug, wirkt flüchtig und intensiv gleichermaßen und scheint ein persönliches Markenzeichen zu sein. Bereits in ihrem Roman „Fliegenpilze aus Kork“ greift die Autorin Begriffe wie Lieben und Geliebtwerden auf, gestaltet sie authentisch, menschlich, manchmal hilflos, dann wieder hoffnungsfroh, doch hier wird dieser Gedankengang nur peripher berührt und zu Gunsten einer radikalen, feministischen Ansicht verdrängt, die im Laufe des Textes immer brisanter wird und mich nach und nach abgeschreckt hat.


     Positiv beurteile ich den Umgang mit den diversen Geschlechterrollen, ein Spiel zwischen männlichen und weiblichen Eigenschaften, die nicht zwangsläufig angeboren, vielmehr anerzogen zu sein scheinen – hier horcht man als Leser in sich hinein, ob genau diese Vorurteile nicht ausschlaggebend sind, ob man nicht selbst in Klischees denkt und Frauen immer in die Opferrolle drängt oder Männer als Macher ansieht. Allerdings verliert auch dieser zweite Ansatz des Buches an Potential. Was bleibt nun auf den wenigen 186 Seiten Lesestoff? Eine holprige, anklagende Schrift gegen die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, ein Aufruf zu mehr Feminismus zwischen den Betroffenen und der Vorschlag sich gegenseitig zu stärken, gegen die schiere Übermacht des männlichen Sexismus.


    Fazit


    Ich kann hier leider nur 2,5 Lesesterne vergeben (aufgerundet 3, denn es waren gute Ansätze erkennbar). Dem provokanten Text, mit seinen vielseitigen Ansätzen und seinen breit gefächerten Ansichten, fehlt es an Kontinuität, an einer echten, erzählenswerten Geschichte. Und alle Emotionen, die anfangs noch gut spürbar sind, werden von Wut und Unverständnis gegenüber anderen überdeckt. Tatsächlich stört mich nicht einmal der Umstand, dass die Personen so blass und unentschlossen wirken, manchmal naiv, dann wieder risikobereit, immer auf der Suche nach dem noch größeren Hype auch in Form von Drogen und Alkohol, immer an der Grenze zum Anderssein. Damit könnte ich leben, das passt zum Buch. Vielmehr stört mich die zerfaserte Geschichte, der ich außer einer für mich nicht relevanten feministischen Sicht nichts weiter entnehmen kann.

    Kommentare: 5
    52
    Teilen
    Aischas avatar
    Aischavor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Jede Menge Drogen und sexuelle Übergriffe, angeprangert werden nur letztere - nicht mein Verständnis von Feminismus
    Ein feministischer Roman, aber leider kein guter ...

    Der Roman hat mich sehr enttäuscht. Mag sein, dass ich von Autorin Marie Luise Lehner als Alpha-Literaturpreisträgerin 2017 sprachlich mehr als Durchschnitt erwartet habe.
    Es mag auch an dem für mich missverständlichen Klappentext liegen, der von der Wut der Protagonistinnen spricht. Einer Wut aufgrund sexueller Übergriffe, die Antrieb zum Kampf gegen Sexismus ist.
    Doch genau diesen Kampf habe ich im Buch vermisst. Ich glaube nicht, dass Wut allein Veränderungen bewirken kann, dazu muss sie konstruktiv genutzt werden, und das kann ich in dieser Erzählung nicht erkennen.

    Die Sprache ist in Ordnung, mit den sich abwechselnden Erzählebenen Kindheit/Jugend und aktuelle Beziehung bin ich klar gekommen, aber eine überdurchschnittliche schriftstellerische Leistung konnte ich darin nicht erkennen. 
    Über den Inhalt habe ich lange nachgedacht, sehr lange. Eigentlich ein gutes Zeichen, wenn mir ein Buch nicht gleich nach der letzten Seite aus dem Sinn gerät. 
    In diesem Fall allerdings bleiben einfach zu viele offene Fragen, allen voran: Was will mir die Autorin sagen? 
    Ja, es gibt zu viele sexuelle Übergriffe, und nein, Frauen und Mädchen (im Übrigen auch Jungen und Männer) sind nicht selbst daran schuld. 
    Aber dennoch heiße ich es nicht gut, wenn sich die Protagonistin derart mit Drogen zudröhnt - und das in der Wohnung mit einem Zufallsbekannten, dessen Namen sie noch nicht einmal weiß - dass sie nicht mehr nach Hause gehen kann und es daher zu nicht einvernehmlichem Sex, sprich: einer Vergewaltigung, kommt. Wo bleibt hier der Kampf gegen Sexismus? In der Schilderung des Vorgefallen?
    Ja, auch ich denke, dass sich Frauen noch viel mehr solidarisieren müssten. Aber hier fehlen mir im Buch außer einem manifestartigen Aufruf am Schluss hilfreiche Vorschläge. Wie muss Erziehung aussehen, damit junge Mädchen selbstbewusst NEIN sagen und Grenzüberschreitungen benennen und gegebenenfalls anzeigen? Wie können wir Zivilcourage stärken? 
    Was ich außerdem vermisse: Wie geht es der Protagonistin damit, Zeugin und Mitwisserin von zahlreichen Übergriffen zu sein, die nicht verfolgt wurden? 
    Für mich ein außergewöhnliches Buch, aber (bis auf die für den Verlag gewohnt hochwertige Gestaltung) leider im negativen Sinn. Der Roman hat mich weder gut unterhalten noch habe ich aus feministischer Sicht dazu gelernt oder Anregungen für ein besseres Miteinander der Geschlechter erhalten. Von mir daher keine Leseempfehlung.

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    Tanja_Radis avatar
    Tanja_Radivor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Das Buch lässt mich ratlos zurück.
    Feministische Literatur?!

    Laut Klappentext geht es um zwei Mädchen, die gemeinsam erwachsen werden und an deren erwachsen werden sollen Gender-Missstände aufgedeckt werden. Tatsächlich nimmt das aber nur die halbe Geschichte ein, in der anderen Hälfte geht es um eine aktuelle Beziehung der Protagonistin. Das ist auch schon ein Teil, der mir nicht gefallen hat. Wie die Beziehung und die Jugend der Mädchen in Zusammenhang stehen, ist mir nicht klar geworden.

    Dazu wird die wichtige feministische Aussage in den Hintergrund gedrängt. Neben der komplizierten Beziehung nehmen Drogen einen wichtigen Part im Roman ein. Es erschien fast so, als sei Drogenkonsum gleichgesetzt mit Feminismus. Ist beides nur ein Lebensabschnitt, eine Modeerscheinung, eine Lebenseinstellung? Für mich nicht!

    In der zweiten Hälfte des Buches wendet sich die Autorin glücklicherweise doch noch relevanten Themen zu. Aber leider gefielen mir die feministischen Aussagen nicht. Oft wirken sie unreflektiert und bleiben ohne Konsequenz. Ob das die Aussage des Buches ist? Ich habe es nicht verstanden. Für mich endet das Buch, wo es hätte losgehen müssen. Ich bleibe ratlos und frustriert zurück.

    Kommentare: 1
    81
    Teilen
    E
    Esther1507vor 24 Tagen
    hinterlässt eine unschlüssige Leserin

    Das Buch erzählt die Geschichte der Protagonistin auf zwei Ebenen. Zum EInen wird ihr Heranwachsen als Rahmenhandlung genutzt, sie erzählt dort von ihren ersten Erfahrungen, die sie im Hinblick auf Reisen und Drogen, aber besonders auf Sexualität macht. Ihre Jugend verbringt sie in großen Teilen mit ihrer Freundin Anja, die ihr stellenweise als Gegenpol zur Seite steht. Im jugendlichen Alter probiert sie sich oft aus, macht Grenzerfahrungen und entdeckt ihre eigene Homosexualität, die sie früh und selbstbewusst öffentlich macht.
    Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt die Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Partner oder Partnerin, denn das Geschlecht und den Namen erfährt der Leser nicht. Vielmehr wird hier die geschlechtslose, bedingungslose Liebe der beiden sehr innig erzählt.
    Mir persönlich gefiel dieser Teil des Buches besser, man war näher dabei und konnte die oft prickelnde Erregtheit spüren, aber auch die oft aufflammende Wut. Mit dem Teil, der von ihrer Jugend und Freundschaft zu Anja erzählt, tat ich mich deutlich schwerer. Erlebnisse wurden in wenigen Sätzen angeschnitten, aber nie auserzählt. Dieser Erzählstil ist zwar spannend, war für mich aber anstrengend, da man (für mein Befinden) weniger Empathie verspürte.
    Als ich das Buch zuklappte, war ich mit ihm irgendwie nicht im Reinen. Es hinterlässt für mich kein klares Statement, ich muss aber auch zugeben, dass ich mit dem Thema "Feminismus" nicht so vertraut bin.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    leseleas avatar
    leseleavor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Nicht mein Feminismus! Leider verliert der Roman den richtigen Ton und steht seiner wichtigen Botschaft somit selbst im Weg.
    Nicht mein Feminismus!

    Der Klappentext von Marie Luise Lehners Roman Im Blick verspricht eine Geschichte „vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt“ und hat mich aus zweierlei Gründen direkt angesprochen: Zum einen lese ich gerne feministische Literatur und halte Belletristik für ein wichtiges Mittel, um Geschlechterrollen und Sexismus zu verhandeln; zum anderen schien mir das Buch ideal in den seit 2017 herrschend #MeToo-Diskurs zu passen und sogar darüber hinauszugehen. Ich erhoffte mir eine Erzählung über Geschlechterkonventionen, daraus entstehende Machstrukturen und Grenzüberschreitungen und subtilen Alltagssexismus. Diese Themen werden zwar auch durchaus verhandelt, jedoch meiner Meinung nicht in einer Weise, die der Sache dienlich ist und meinen persönlichen Lesegeschmack trifft.

    Dies liegt zum einen an der Erzählweise. Marie Luise Lehner erzählt in Im Blick abwechselnd vom Aufwachsen der namenlosen Protagonistin an der Seite ihrer besten Freundin Anja und ihrer Liebesbeziehung mit einer nur skizzenhaft angedeuteten Person in der Gegenwart. Gerade die Erinnerungsfetzen – denn beide Zeitstränge folgen eher einer assoziativen, zusammengewürfelten Erzählweise – zeugen besonders am Anfang von einer starken Beobachtungsgabe der Autorin hinsichtlich des Aufwachsens von Mädchen und jungen Frauen anhand bestimmter Schönheitsideale und Rollenanforderungen. Es sind subtile Szenen, die jahrhundertalte Konventionen offenlegen und zeigen wie schmal der Grat zur sexuellen Belästigung oder Nötigung sein kann. Leider kippt diese Stärke des Romans im Laufe der Lektüre in zweierlei Hinsicht: Zum einen steigern sich die Szenen in eine übertriebene Fülle von sexuellen Übergriffen. Die Welt, in der die Protagonist lebt, ist eine Welt, in der Frauen bei jedem Schritt und Tritt angegriffen, vergewaltigt, genötigt werden. Das rüttelt nicht wach, sondern wirkt plump und plakativ, stumpft die eigentlich zur Identifikation neigende Leserin ab und erzeugt eine Abwehrhaltung, die nicht die Intention des Romans sein kann. Des Weiteren führen strukturelle Schwäche in der Geschichte dazu, dass die Themen und Perspektiven der Rückblenden nicht in der Gegenwart nachhallen: Zwar versucht die unkonventionelle und rollensprengende Liebesbeziehung an die Erfahrungen der jugendlichen Protagonist anzuknüpfen, doch sie schafft es nicht, Kontinuität zu erzeugen. Letztlich stellt sich für mich daher die Frage: Warum musste diese Beziehung – so schön und zart sie mit Worten auch beschrieben und nachempfunden wird – erzählt werden?

    Mein großes Problem mit dem Roman liegt allerdings in der Diskussionsverweigerung der Hauptfigur begründet. Von Seite zur Seite trifft der Roman immer weniger den richtigen Ton in der Geschlechterdebatte, sondern versteift sich bloße Anschuldigungen und nackte Wut. Ja, unsere Gesellschaft ist patriarchalisch geprägt, ja Frauen sind nicht so frei, wie sie sein sollten – aber Männer sind nicht per se unsere Feinde. Im Gegenteil: Mit einem verkehrten Frauenbild geht auch immer ein verkehrtes Männerbild einher. Dies gilt es zu vermitteln, im Feminismus eine Chance für beide Geschlechter zu sehen. Im Blick bietet aber leider in der vorliegenden Ausfertigung kein Angebot zur Diskussion oder zur Verhandlung, sondern eine reine Sackgasse. Aus purer Männerfeindlichkeit wächst nichts, sondern erzeugt nur Gegenhass und Unwille zur Kooperation.

    So sehr mich der erzählerische Ansatz auch angesprochen hat und so sehr ich die Sprache und die installierte Erzählstimme in Im Blick genossen habe, kann ich das Buch leider nicht so positiv bewerten, wie ich es mir aufgrund des Themas wünschen würde. Dies ist nicht mein Feminismus und daher auch in einem zweiten Schritt nicht mein Buch! Enttäuschte 3 Sterne.

    Kommentare: 4
    76
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar
    Autoren oder Titel-Cover"Ich spüre deine Wut über die beiden Männer, die mich am Würstelstand kommentieren. Ich mag deine Wut, weil sie mich spüren lässt, dass so etwas nicht normal sein sollte."


    Worum gehts?

    Zwei Mädchen werden gemeinsam erwachsen. Schon früh lernen sie sich zu schminken, ziehen Stöckelschuhe an und vergleichen ihre Brüste. Sie masturbieren und sprechen über ihre Erfahrungen. Sie sind jung und rebellisch, entdecken Alkohol und Drogen, gehen mit fremden Männern nach Hause, feiern Partys und haben Sex. Je älter sie werden, desto eindeutiger werden die Blicke und Berührungen auf der Straße. Doch die jungen Frauen wollen sich nicht einschränken lassen, unternehmen Reisen in ferne Länder und erfahren am eigenen Körper, dass Freiheit nicht für beide Geschlechter das Gleiche bedeutet.


    Anhand einer Frauenfreundschaft und einer Liebesbeziehung erzählt Marie Luise Lehner vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. Minutiös zeichnet sie die Momente nach, in denen Frauen in unangenehme, oft gefährliche Situationen geraten, und lässt Wut in ihren Figuren aufkeimen. Eine Wut, die groß genug ist, um gegen Sexismus zu kämpfen.


    > Leseprobe
    > Informationen zum Buch


    Marie Luise Lehner,
    geboren 1995, lebt in Wien und Linz. Studium am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst und Drehbuch an der Filmakademie Wien. Schreibt Theaterstücke und Prosa. Sie erhielt mehrere Preise: u.a. Start-Stipendium des BKA, Kolik-Preis, Jugendliteraturwettbewerb „Sprichcode“. Ihre Erzählungen wurden in Anthologien und Literaturzeitschriften (Kolik, Facetten) veröffentlicht. Ihr erster Roman „Fliegenpilze aus Kork“ wurde mit dem Alpha Literaturpreis 2017 ausgezeichnet.

    Bewerbung zur Leserunde:
    Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!

    Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

    Wir freuen uns auf eure Teilnahme! 

    > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at
    > Folgt uns auf Facebook und Instagram und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

    Zur Leserunde

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor 2 Monaten
    Neues aus dem Haus K&S. Ich bin schon vom Cover hypnotisiert!
    Kommentieren

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks