Marie Malcovati Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

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Inhaltsangabe zu „Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte“ von Marie Malcovati

Zwei sitzen auf einer Bank, beobachtet von einem Dritten. Das ist der Kern, aus dem Marie Malcovati in ihrem Debütroman ganze Lebensgeschichten erwachsen lässt. Simon, drittgeborener Sohn einer Schweizer Zahnpastafabrikantendynastie, dem alles in die Wiege gelegt scheint, findet nicht so recht seinen Platz in dieser Welt. Von seinem letzten Arbeitsplatz gefeuert, strandet er im römischen Legionärskostüm am Basler Bahnhof. Er setzt sich zufällig auf eine Bank neben Lucy. Die betont kühle, erfolgreiche Dolmetscherin verschreckt ihre Umgebung durch ihren völligen Mangel an Zukunftsbereitschaft, als wüsste sie, dass nichts von Dauer sein kann. Warum aber bleibt die elegante, gut gekleidete Frau stundenlang neben dem verschwitzten, verkaterten Simon sitzen? Die beiden ziehen die misstrauische Aufmerksamkeit Marottis auf sich. Der wegen einer Verletzung krankgeschriebene Polizist hat darum gebeten, wenigstens an den Monitoren der Überwachungskameras Dienst tun zu dürfen. Schließlich gab es eine Terrorwarnung am Bahnhof, und zu Hause fällt ihm die Decke auf den Kopf. Mehr und mehr glaubt er, die beiden auf der Bank nicht nur zu beobachten, sondern fernsteuern zu können … Unter dem gewaltigen Alpengemälde in der Schalterhalle entfaltet sich ein Wechselspiel voller unerwarteter Wendungen, mit verspielter Lakonie erzählt.

Fing schleppend an aber wurde dann noch besser

— Grossstadtkind

Lesen!

— Schmitzorek

ich bin begeistert! Toll!

— photovivie

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  • Ein sehr kurzer, guter Episodenroman, der meistens Spaß macht.

    Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

    jahfaby

    19. September 2016 um 14:59

    Marie Malcovati erzählt einen Episodenroman mit drei Hauptpersonen. Da ist Marotti, der Polizist, der sich den Fuß verletzt hat und der deshalb vor den schwarzweißen Monitoren sitzt und Menschen beobachtet. Da ist Lucy, die Synchronübersetzerin, die gerade ihre Großmutter verloren hat und auf einer Bank in der Schalterhalle gestrandet ist. Und da ist Simon, der Milliardärssohn, der nichts mit seinem Leben anfangen kann und neben Lucy auf der Bank landet, wo Moretti sie beobachtet.Es ist schwer, die Geschichte knapp zusammenzufassen, denn in der erzählten Zeit passiert gar nicht so viel. Zwei Personen sitzen auf einer Bank und werden von einer weiteren Person beobachtet. Und wir können die Gedanken und Erinnerungen der drei Personen lesen. Im Wortsinn. Und das macht Spaß.Jeder der Figuren hat seinen Charakter. Manche mag ich, andere kann ich verstehen. Es ist schön, Gedanken zu lesen, dich ich selbst auch mal hatte. Schön, zu sehen, welche Kapriolen das Leben schlägt.Marie Malcovati hat Drehbuch studiert und das liest man dem Buch an. Nicht nur sieht einer der drei Charaktere alles nur über Bildschirme, sondern auch wie die Szenen geschrieben sind und wie das Licht und das Setting beschrieben werden, alles ist sehr visuell.Andererseits setzt sie auch Techniken aus dem Film- und Serienbereich ein, die mich eher abschrecken, Cliffhanger der ganz plumpen Art. So enden manche Szenen mit Sätzen wie „Und was er sah, änderte sein Leben.“ Marie Malcovati schreibt gut genug, sie hat solche Clickbaitsätze nicht nötig. Ich hätte auch so weitergelesen. Weil er aber da steht, hinterlässt er einen schalen Beigeschmack.Eine andere Sache, dich ich schade fand, irgendwann ist sie nicht mehr ganz konsequent mit den Erzählperspektiven und führt neue Figuren ein. Natürlich, das gibt neue Einblicke, aber die konsequentere Variante hätte mir besser gefallen.Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte ist ein sehr kurzer, guter Episodenroman, der meistens Spaß macht. Ich bin gespannt, was noch von Marie Malcovati kommt.

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  • Nach allem...

    Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

    Schmitzorek

    17. August 2016 um 18:33

    Hinter den flackernden Überwachungsbildschirmen am Basler Bahnhof sitzt Polizist , als plötzlich ein römischen Legionär in seinem Bild auftaucht. Erst denkt er, dass gleich wieder diese nervigen Demonstranten den Bahnhof überrennen wollen, doch dann bemerkt er eine Frau, die sich neben diesen Legionär auf die Bank setzt. Die beiden scheinen keine Demonstranten zu sein. Die Frau sieht müde, abgekämpft und irgendwie abwesend aus. Der Legionär einfach nur völlig fertig. Dann beginnen die beiden miteinander zu sprechen, immer einzelne kurze Worte und Sätze. Was da wohl los ist? Marotti fühlt sich, als könne er in die Leben der beiden eingreifen – wie in einem Videospiel. Ein 24-Stunden-Dreiecks-Roman. Aus drei verschiedenen Perspektiven strickt sich Marie Malcovatis Debütroman zusammen. Drei ganz unterschiedliche Menschen, die sich aber alle drei irgendwie verloren fühlen und darin ihre Gemeinsamkeit finden. Sprachlich pointiert und raffiniert geschrieben, ist das Lesen ein Genuss. Dass Malcovati von Hause aus Filmwissenschaftlerin ist und Drehbücher verfasst merkt man beim Lesen. Ein toller, kurzweiliger Roman über drei unscheinbare Schicksale auf einer Bank mitten im Basler Bahnhof. Unbedingt lesen!

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  • Nach allem was ich beinahe für dich getan hätte

    Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

    photovivie

    12. May 2016 um 07:56

    Marie Malcovati studierte Drehbuch und Filmwissenschaft und arbeitet unter anderem als Übersetzerin. Dies ist ihr Debütroman. Polizist Marotti hat den Auftrag, auf den Überwachungsmonitoren nach verdächtigen Personen im Bahnhof Ausschau zu halten. Er beobachtet einen jungen Mann und eine junge Frau auf einer Bank, die sich gerade begegnen. Beiden scheint es wie ihm zu gehen: Im Leben stehen geblieben, unzufrieden, depressiv. Normalerweise funktionierte die Übertragung in Farbe, aber ausgerechnet heute gab es einen technischen Defekt. Marotti störte es nicht, er fühlte sich schwarz-weiß. Erzählt wird aus allen drei Perspektiven über die Gegenwart und was dazu führte, das sie heute an diesem Bahnhof sind und sich fühlen, wie sie fühlen. Simon und Lucy haben keine Ahnung, das Marotti existiert, während er sich fühlt, als hätte er die Fäden in der Hand und die beiden zum Zentrum seines Universums werden. Was mich so besonders umhaute, sind Malcovatis Erzählstil und Sprache. Das obige Zitat haut einen total um, oder? Mich allerdings erst im Nachhinein, denn das ganze Buch besteht aus so unglaublichen Sätzen, sodass man gerne mal den einen Satz zugunsten des Gesamtwerks überliest. Ich war letztlich so geflasht von diesem Buch, dass ich meine Begeisterung unbedingt teilen musste. Dies geschah dann zufällig in der S-Bahn; und wie das bei mir oft so ist, wenn ich wirklich sehr begeistert bin, wurde ich etwas lauter. Aber dafür bin ich mir ganz sicher, das nach meiner leidenschaftlichen Buchanpreisung dort mindestens ein Fahrgast im Anschluss dieses Buch gekauft hat! Schau gerne für weitere Rezensionen auch auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

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