Marie NDiaye Ein Tag zu lang

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Inhaltsangabe zu „Ein Tag zu lang“ von Marie NDiaye

Als der Lehrer Herman am letzten Tag des Urlaubs aufwacht, sind Frau und Kind verschwunden. Zugleich beherrscht statt des sonnigen Wetters dichter Nebel die Landschaft, macht alles unsichtbar. Herman macht sich in den nahe gelegenen Ort auf, um eine Verlustmeldung zu erstatten – und irrt lange Zeit durch diesen Ort: als der Fremde schlechthin. Einen Tag zu lang blieb Herman im Ferienidyll – und schon ist ihm alles entrückt und unkenntlich. Die große, sprachmächtige Erzählerin Marie NDiaye schildert »mit ihrer unverstellten und melodiösen Stimme« (Iris Radisch) die melancholische Verlassenheit eines Menschen, dem alles fremd geworden ist: Mitmenschen, Umwelt, Familie. Auf sich selbst zurückgeworfen, erfindet Herman sich und die Welt neu: Ausgang offen.

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    Ein Tag zu lang
    Duffy

    Duffy

    02. June 2017 um 17:48

    Herman bleibt mit seiner Familie immer in seinem Ferienhaus in der Provinz. Bis zum 31. August. Doch dieses Mal beschließt man, einen Tag länger zu bleiben. Mit fatalen Folgen, denn mit dem Sommer verschwinden auch schlagartig Frau und Kind. Auf der Suche nach den beiden begibt sich Herman ins nahegelegene Dorf, um die Vermissten zu melden. Doch niemand nimmt Notiz davon. Dafür ist der Ferienort an diesem einen Tag das genaue Gegenteil von dem geworden, was er im Sommer war: kalt und grau, mit scheinbar immerwährendem Regen. Die Fassade des Ferienortes fließt buchstäblich dahin und zeigt ihren wahren Charakter.NDiaye ist eine gewandte und sehr gute Erzählerin. Auch als Beschreiberin kann sie überzeugen, kurz und auf das Wesentliche konzentriert transportiert sie eindrucksvolle Bilder. Der Stil erinnert ganz entfernt an Hartmut Lange, analytisch bisweilen, etwas penibel, aber immer hilfreich. Zudem schafft sie es, die Spannung in ihrem psychologisch eingefärbten Roman immer wieder ein wenig anzuheben. Umso enttäuschender der Schluss, der natürlich als "Open-end" immer vertretbar, aber hier total fehl am Platze ist. Die Forderung an den Leser nach Phantasie greift nicht in einem Buch, das so angelegt ist, dass ein Schluss unbedingt notwendig wäre, wie immer der auch aussehen würde. Hier ist die Autorin weit über das Ziel, Eigeninitiative beim Finden einer Schlusssequenz zu entwickeln, hinausgeschossen. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern auch schade, denn so bringt sich NDiaye um die Früchte ihrer Arbeit, die bis dahin wirklich sehr gut ist.

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