Das Buch gefiel mir wieder gut. Die Vorderseite wirkt einfach. Man sieht Bluttropfen, einen angebissenen Macaron, zwei Eiffeltürme, Schnörkel und eine Lupe. Die Lupe zieht den Blick an und zeigt einen vergrößerten Teil eines Stadtplans von Paris. Das alles passt genau zur Geschichte, ohne aufdringlich zu wirken. Der Titel passt sehr gut zum Inhalt und bleibt bis zum Schluss rätselhaft. In dieser Geschichte gibt es drei Madame Blandels. Man bezieht den Titel zu lange auf die falsche Person. Dort ergibt er wenig Sinn. Am Ende des Buches erklärt sich der Titel.
Die Hauptfigur Lucie wirkte sympathisch, doch irgendwann empfand ich starkes Mitleid für sie. Sie arbeitet sehr genau, zeigt sich zuvorkommend, sorgt sich stets um das Wohlbefinden anderer, hilft bereitwillig und bereichert ihr Umfeld. Nachdem sie in diese schwierige Situation gerät, entgleitet ihr die Kontrolle. Die Furcht vor der Polizei treibt sie voran. Ihre täglichen Pflichten belasten sie während ihrer eigenen Nachforschungen stark. Sie setzt ihren guten Ruf, ihre Arbeit, ihre Ehe aufs Spiel - ihr Leben schwebt in Gefahr. Eine mutige, reifere Frau, die man mögen muss.
Die Nebenfiguren stellte die Geschichte sehr gut dar. Alle wichtigen Personen erhielten eine Vorgeschichte. Sie blieben keine bloßen Namen; jede hatte ein eigenes kleines Schicksal in der Erzählung. Man verfolgte diese Schicksale gerne parallel zur Haupthandlung.
Die Grundidee der Erzählung ist zwar nicht neu, wird jedoch sehr gut dargestellt. Der Stil des Schreibens ist angenehm und lässig, wodurch man leicht in das Buch eintauchen kann. Man fliegt förmlich durch die Seiten und kann sich immer wieder über unerwartete Wendungen freuen. Anfangs kann es jedoch für jemanden, der kein Französisch spricht, etwas herausfordernd sein, das Buch zu lesen, da häufig französische Begriffe und Ausdrücke eingeführt werden, die nicht übersetzt sind und bei mir oft für Verwirrung gesorgt haben. Trotzdem verleihen gerade diese Elemente dem Buch einen besonderen Reiz und schaffen eine noch authentischere Atmosphäre von Paris.
Ich kann das Buch definitiv empfehlen, da es eine erfrischende Abwechslung zu den typischen Ermittlergeschichten bietet. Die alte Dame ist einfach liebenswert und hebt sich deutlich von den gewohnten Detektiven und Kommissaren in den gewöhnlichen Krimis ab. Von mir gibt es daher insgesamt












