Marie T. Martin Luftpost

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Inhaltsangabe zu „Luftpost“ von Marie T. Martin

Berührend und mit eigenwilliger Poesie erzählt Marie T. Martin von ihren dünnhäutigen Helden, für die ein fremder Wohnungsschlüssel den Eintritt in ein neues Leben verspricht, die all ihre Hoffnungen auf einen spontanen Urlaub mit dem alten Schulfreund oder auf die Antwort ihrer geheimen Luftpost richten, und die manchmal von dieser Hoffnung nicht enttäuscht werden. Zumindest für einen kurzen Moment.

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    Luftpost

    oblomov

    30. September 2013 um 17:15

    "Marie T. Martins Texte zeugen von einem höchst eigenwilligen, phantasievollen, poetischen und stellenweises sehr humorvollen Zugriff auf die Wirklichkeit und bestechen durch Formenreichtum sowie große Sensibilität und Sicherheit im Umgang mit der Sprache. All dies macht Marie T. Matrin zu einer vielversprechenden Stimmer der jungen deutschen Literatur."  Begründung zum Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium Luftpost ist das erzählerische Debüt von Marie T. Martin. Sie fängt in ihren 15 Geschichten die Welt ein, die man leicht übersieht, wenn man laut ist. Mit ihren fragile Charakteren ist man gezwungen leise zu sein und genau hinzuhören.   Man kann keine Geschichten überblicken, in der man nur ein Figur ist, man tut etwas, das man für richtig hält, auch wenn man gerne Sekunden lang nichts tun würde, atmet man doch, schlägt das Herz und pumpt Blut, rauscht es in den Ohren, dieses Meer, rasen die Gedanken, der Affengeist von Ast zu Ast, es ist der Raum zwischen den Naben, der die Speichen trägt, es ist die Stille zwischen den Worten, aus der sie wachsen, es sind die vergangenen Tage, aus denen diese hier entstehen, es sind die übereinander gelegten Schichten von Farbe, die diesen ganz bestimmten Farbton erzeugen, und selten gelingt es doch, dass für den Bruchteil einer Sekunde nichts gedacht wird, und darin wächst der Raum bis in die fremdesten Galaxien. S.24   Die Geschichten sind melancholisch geschrieben. Ähneln Erinnerungen, Es gibt zu viele davon, eigene und die der anderen, ein paar von seinen Erinnerungen kenne ich, dass manche Leute einfach verschwinden und einem ihre Erinnerungen dalassen. S.54   Ihre Geschichten dringen ein, Wort um Wort. Der Vergleich zum Zwiebelprinzip wird öfter herangezogen … ich glaube, es gibt den Kern nicht, nach dem wir suchen, es gibt nur ein Farbe vielleicht, die immer auftaucht, Schicht um Schicht ist alles übereinandergelegt in uns wie eine Lasur, es gibt keinen wahren Grund, denn alle Schichten leuchten zusammen, es gibt nur viele Stimme und keine eigene. Ein Gewirr aus Stimmen, und sie widersprechen sich oft, die eine reißt das ein, was die andere aufgebaut hat. S.18 Die von ihr gebrauchten Vergleiche, sind nicht immer logisch, aber die Nachwirkung zeugen von der Macht ihrer Sprachlichkeit. Wie mein Hibiskus Blüten hervorbringt, die sich dann wieder zusammenrollen und mit einem leisen Tippen auf die Tischplatte fallen, so blühen Gesichter und vergehen wieder. Es gibt Leute, die das sofort bemerken. […] man sieht Leute die man kennt, nicht mehr genau an. Ich habe ein neues Gesicht, denke ich, ich will es ihm zeigen, ich denke, er hat auch eines und verheimlicht es mir. S.54   Fazit: Ich erzähle dir eine Geschichte, damit du nicht denkst, du müsstest Scherben wieder zusammenkleben. S.57 Unbedingt Lesen!

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