54 Minuten

von Marieke Nijkamp 
4,1 Sterne bei119 Bewertungen
54 Minuten
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (97):
S

sehr spannend, habe ich in einem zug durchgelesen!

Kritisch (9):
A

Eine gute Idee, leider mies umgesetzt

Alle 119 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "54 Minuten"

Nr. 1 »New York Times«-Bestseller Marieke Nijkamps packender Roman, der zum Riesenüberraschungserfolg in den USA wurde, behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule. 54 Minuten, die alles zerstören. Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede zum neuen Schulhalbjahr. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Schulhalbjahr. Währenddessen sind zwei Schüler in das Büro der Schulleitung geschlichen, um Akten zu lesen. Draußen auf dem Sportgelände trainieren fünf Schüler und ihr Coach auf der Laufbahn für die neue Leichtathletiksaison. Wie immer ist die Rede der Direktorin exakt um zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders. Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm Unrecht getan haben. Aus der Sicht von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783841440167
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:FISCHER FJB
Erscheinungsdatum:21.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne45
  • 4 Sterne52
  • 3 Sterne13
  • 2 Sterne8
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    A
    Alienvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Eine gute Idee, leider mies umgesetzt
    Ich hatte mehr erwartet

    Während der Amoklauf aus 4 verschiedenen Perspektiven erzählt wird, dreht sich die komplette Geschichte um den Amokläufer Tyler. 

    Ich habe erwartet, dass mir eine spannende Story über einen Amoklauf beschrieben wird, allerdings legt die Autorin anscheinend VERDAMMT VIEL Wert darauf auf die Charaktere einzugehen. wir erfahren von jedem Charakter die Verbindung zu Tyler, die komplette Familien Situation der Hauptpersonen und im großen und ganzen dreht sich diese Geschichte um die Hauptcharaktere und nicht zwingend um Tyler. 
    Ich persönlich fand das Buch langweilig, da das Buch sehr auf die Hintergrundgeschichte jedes einzelnen Charakters eingeht, und ich erwartet habe ein Buch zu lesen wo der Amoklauf im Vordergrund steht und nicht das Familienleben der Hauptpersonen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    melanieliests avatar
    melanieliestvor 25 Tagen
    Amoklauf ohne Aussage

    kostenloses Rezensionsexemplar

    Inhalt

    Ein neues Schuljahr in Opportunity beginnt. Die Direktorin hält ihre jährliche Begrüßungsrede in der Aula. Als um 10 Uhr alle Schüler wieder zurück in ihre Klassenzimmer möchten, merken sie, dass die Türen verriegelt sind und es keinen Weg nach draußen gibt. Ehe sie über ein "Warum" nachdenken können, fällt der erste Schuss. Tyler ist zurückgekehrt. Der Außenseiter erscheint nach einer Schulpause in der Aula und scheint sich rächen zu wollen.
    Vier Jugendliche erzählen uns in Echtzeit, wie sie den Amoklauf erleben und teilweise auch versuchen, zu überleben. In diesem Buch erfahren wir ihre persönliche Geschichte über 54 Minuten in Angst und Schrecken.

    Allgemeines

    Wir lernen zu Anfang sehr viele Charaktere kennen. Wenn man sich nicht notiert, wer zu wem gehört und wer denn das nochmal mit diesem und jenem Hobby war, verliert man leider den Überblick. Dies hat mir persönlich den Lesespaß sehr gemindert.

    Zwischen den Kapiteln sind Social Media Nachrichten dargestellt, also Tweets und Facebook Nachrichten der Schüler, die betroffen oder auch nicht betroffen sind. Mir persönlich hat sich der Sinn daraus nicht erschlossen. Natürlich leben wir im 21. Jahrhundert und die Kommunikation läuft hauptsächlich online ab - in einer Situation, in der ich mich allerdings in Lebensgefahr befinde, würde ich doch eher versuchen die Polizei und/oder Angehörige zu informieren, statt einen Post auf Facebook zu verfassen. Da mir auch die Tweets der Außenstehenden keinen Mehrwert brachten, habe ich sie nur noch überflogen.

    Thema Polizei: Diese hat sagenhafte 20 Minuten gebraucht, um an der Schule einzutreffen. Selbst dann hatten sie es noch nicht eilig, in die Schule vorzudringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rettungskräfte bei einem Notruf dieser Art derartig lange bis zum Ort des Geschehens brauchen.

    Außerdem wirkt das Buch sehr eindimensional, weil uns die Sicht des Attentäters verborgen bleibt. Wir lernen ihn nur durch die 4 erzählenden Personen, Autumn, Sylv, Tomás und Claire, kennen. Ein Motiv wird dabei angedeutet, dieses erschließt sich mir allerdings nicht so ganz, da Tyler in seinen Gedanken sehr sprunghaft zu sein scheint. Ob Mobbing, seine Familie oder eine Persönlichkeitsstörung der entscheidende Auslöser für seine Tat war bleibt ungeklärt.

    Durch das Fehlen des endgültigen Motivs kann ich nur mutmaßen, warum Tyler so reagiert. Ein Roman mit dieser Thematik sollte meiner Meinung nach aufklären, warum Menschen zu so etwas fähig sind und wie man sich selbst reflektieren kann, also selbst an seinem Verhalten etwas ändern kann, dass so etwas in Zukunft verhindert wird. Dieser Aspekt hat mir leider komplett gefehlt.

    Außerdem befinden wir uns selten am Ort des Geschehens und bekommen kaum etwas vom Amoklauf mit, weil die Charaktere immer wieder in die Vergangenheit abschweifen und Geschichten von früher erzählen. Das ist zwar mal ganz nett um die Zusammenhänge zu verstehen, aber in diesem Buch sollte es ja hauptsächlich um die 54 Minuten gehen, wie der Titel verrät und nicht um die 10 Jahre davor.

    Schreibstil

    Ich weiß nicht, ob ich eine unkorrigierte Fassung hatte, diese war nämlich mit einigen Rechtschreibfehlern versehen und einmal wurde auch die Perspektive falsch markiert. Da ich nicht weiß, ob das in der "richtigen" Ausgabe auch so ist, möchte ich das aus der Bewertung lassen. Mich persönlich hat es in meinem Lesefluss aber sehr gestört.

    Durch die vielen Perspektivwechsel liest sich das Buch anfangs etwas holprig, zum Schluss hin wird es aber deutlich besser, wenn man die Charaktere erst einmal kennengelernt hat. Der Schreibstil generell ist einem Jugendbuch entsprechend.

    Charaktere

    Ein paar weniger Perspektiven oder Zusammenhänge hätten es auch getan. Es wimmelt hier nur von vertrackten (Ex-) Liebesgeschichten, Geschwisterbeziehungen und Freundschaften. Die grau dargestellten Kreise markieren Personen, die in dem Buch zwar vorkommen und wichtig für die Handlung sind, deren Perspektive allerdings nicht erzählt wird. Auch Tylers Perspektive bleibt leider verborgen.

    Zum Zeitpunkt des Attentats befinden sich nicht alle Schüler in der Aula (lediglich Autumn, Sylv und Matt), was die Geschichte lebendiger wirken lässt, dadurch, dass wir das Geschehen aus verschiedenen Schauplätzen betrachten.

    Allerdings handeln die Charaktere in diesem Buch oft unsinnig, vor allem Tomas und Fareed. Warum genau, kann ich natürlich nicht verraten, allerdings planen sie eine Rettungsaktion, die meiner Meinung nach, so wie sie in dem Buch dargestellt wird, überhaupt nicht funktionieren kann.
    Natürlich wollen sich die pubertierenden Männer als heldenhafte Retter beweisen - aber unbewaffnet gegen einen Jungen mit einer Waffe? Dazu braucht man wirklich nicht viel Grips um zu realisieren, dass das eine Kamikaze-Aktion ist.

    Leider fiel es mir schwer, in dem Buch eine persönliche Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Gegen Ende wurde dies aber besser und die Gedenkfeier, die sich die Schüler für die Opfer am Schluss ausgedacht haben, fand ich sehr würdevoll und hat als friedlicher Abschluss gut gepasst.

    Fazit

    In der Inhaltsangabe steht:
    "Nr. 1 >>New York Times<< Bestseller Marieke Nijkamps packender Roman [...] behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule"(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/54_minuten/9783841440167)
    Und mehr ist es auch nicht. Ein Echo. Aber wir wissen doch, was tagtäglich passiert. Daran müssen wir denke ich nicht mehr erinnert werden. Wichtiger ist doch, uns die Frage zu stellen, WARUM es passiert und WIE wir es verhindern können.

    Ein Roman, der so viel hätte mitgeben können - aber leider die Message eines Bergdoktor-Romans aus dem Supermarkt vermittelt. Mich hat dieses Buch in eine tiefe Leseflaute gestürzt, weil ich mich permanent über Charaktere ohne Sinn und Verstand geärgert habe, zu denen ich noch nicht mal eine Beziehung aufbauen konnte. Leider keine Leseempfehlung von mir.

    Kommentare: 1
    1
    Teilen
    mareike91s avatar
    mareike91vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Amoklauf in einer Schule - Erschütternd und bewegend. Spannend geschrieben aber ein wenig zu viel Vergangenheit der Charaktere
    Wenn ein ganz normaler Schultag zum blutigen Alptraum wird..

    Inhalt:

    Der erste Schultag, in der Aula hält die Direktorin ihre alljährliche Rede. Als anschließend die Schüler in ihre Klassen gehen wollen, sind alle Türen verriegelt. Die Schüler und Lehrer sitzen in der Falle. Und Tyler beginnt um sich zu schießen. Auf der Suche nach Rache und Vergeltung...

    Meine Meinung:
    "54 Minuten" behandelt eine unglaublich wichtige und leider viel zu aktuelle Thematik. Amokläufe an Schulen werden immer häufiger - nicht nur in den USA sondern auch hier in Deutschland... Was zunächst wie ein ganz normaler Schultag zu sein scheint, verwandelt sich innerhalb weniger Sekunden in einen blutiges Alptraum, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint... 

    Die Geschichte wird aus der Sicht vierer Schüler erzählt. Claire, Tylers Ex-Freundin, hatte zur Zeit des Rede Training und alarmiert die Polizei, als sie und ihre Mannschaft die Schüsse hören. Doch ihr kleiner Bruder befindet sich noch in der Aula.. Tylers Schwester Autumn und ihre beste Freundin Sylv sind in der Aula und fassungslos über das, was sich dort abspielt... Sylvs Bruder  Tomàs ist mit einem Freund in das Büro der Direktorin eingebrochen und versucht, die in der Aula gefangenen Schüler zu befreien.. Jeder der vier Charaktere steht in engem Zusammenhang zum Schützen und ermöglichen dem Leser einen Einblick in dessen Vergangenheit und Psyche.

    Das Buch ist spannend und fesselnd geschrieben. Man leidet und fiebert als Leser mit den Schülern mit und wünscht sich, dass sie heile die Schule verlassen werden. Dennoch gibt es viele Erinnerungen etc, die in der Vergangenheit spielen. Diese dienen zwar dazu, dem Täter und auch die 4 Erzähler besser kennenzulernen, dennoch geht dadurch ein Teil der Spannung und Dramatik verloren. Trotzdem ein Buch, dass aufrüttelt und erschüttert. Und noch lange nach dem Lesen nachwirkt... 

    Fazit:
    Ein Amoklauf in einer Schule - ein Ort, an dem. Man sich sicher fühlen sollte, wird zum Schauplatz einer Tragödie, die das Leben der Opfer und ihrer Familien für immer verändern wird... Sehr erschütternd und bewegend! 

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    rainbowlys avatar
    rainbowlyvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wichtige Thematik, für mich aber nicht gut erzählt...
    Wichtige Thematik, leider schlecht erzählt...

    Fakten

    Autor: Marieke Nijkamp

    Verlag: FJB

    Erscheinungsdatum: 21.09.2017

    Genre: Jugendbuch

    Seiten: 336

     

    Inhalt

    Es sollte ein ganz normaler erster Schultag nach den Ferien werden an der Highschool in Opportunity. Die Schüler lassen die übliche Begrüßungsrede der Direktorin über sich ergehen, sinnieren über ihre Zukunft und ihre aktuellen Sorgen und dann bricht das Chaos aus. Die Schüler sind in der Aula eingesperrt und ein Schüler beginnt zu schießen.

     

    Gestaltung

    Eines der wenigen Bücher, bei dem mich nicht das Cover sondern der Titel hat aufhorchen lassen. Trotzdem finde ich das Cover sehr passend gewählt. Die Gestaltung im Inneren des Buches finde ich leider nicht so gelungen. Zwischen die Erzählung sind Social Media Beiträge, SMS und auch sowas wie ein Blogeintrag eingefügt. Leider ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden, was diese Einschübe erzählen sollten. Ich konnte sie keiner der Personen zuordnen, sie lieferten mir keine zusätzlichen Informationen zum Geschehen und brachten leider auch nur selten Emotionen rüber. Für mich waren sie überflüssig, teilweise eher störend und verwirrend.

     

    Sprache

    Die Geschichte wird von vier Jugendlichen erzählt. Claire - die sich wegen ihres Lauftrainings nicht innerhalb des Schulgebäudes befindet, also die Sichtweise von außerhalb beschreibt, Tomás - der ebenfalls nicht in der Aula eingeschlossen wurde und auf eigene Faust versucht seine Schulkollegen zu retten, Sylv und Autumn - die in der Aula eingeschlossen sind und das volle Ausmaß des Schreckens erleben.

    Leider hatte ich zu Anfang wirklich Schwierigkeiten die Personenkonstellationen zu verstehen. Wer ist wessen Bruder? Und über wen spricht der Erzählende gerade? Es wird einfach ein Name genannt ohne zu erklären, wer das ist oder eben nur die Beziehung ohne den Namen zu nennen. Deshalb dauerte es lange, bis ich mich überhaupt auf die Geschichte einlassen konnte. Was passiert da gerade? Wie fühlen sich die Personen?  

    Die Charaktere haben alle ihre eigenen Sorgen, schon bevor das Chaos ausbricht. Und da diese Lebenslagen zu Anfang erstmal erklärt werde mussten, schweifte die Geschichte immer wieder ab - raus aus der Highschool, raus aus der Situation, raus aus dem Geschehen. Das hat mir leider immer wieder die spannungsgeladenen Stimmung genommen, weshalb mich die Geschichte lange nicht recht packen konnte.

     

    Fazit

    Ich war wirklich sehr gespannt auf dieses Buch. Die Thematik ist sehr wichtig und erschreckend zugleich. Leider war für mich die Geschichte einfach nicht gut erzählt - zu viele Hintergrunderzählungen, zu wirre Einführung der Personen. Am Ende nimmt die Geschichte an geladener Stimmung zu und ich konnte besser ins Geschehen eintauchen. Trotzdem eher eine enttäuschende Leseerfahrung. Wen diese Thematik interessiert kann ich "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult empfehlen. Dieses Buch hat mich unmgehauen und sprachlos zurück gelassen!


    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 4 Monaten
    Ein Buch, das den Leser mit Emotionen überrennt- ihn sprachlos zurücklässt- atemlos- schockiert.

    Als Leser wird man hier sozusagen ein wenig hineingeworfen in diesen Alltag einer Schule, der im Buch um 10.01 Uhr beginnt. Über den Kapiteln finden sich immer Zeitangaben auch mit dem jeweiligen Zeitverlauf, der im Kapitel eine Rolle spielt. Nur ich als Leser kenne den vermutlichen Ablauf, die Zukunft, aber wer nicht wissen will, was genau passiert und wer der Täter sein wird, dem empfehle ich den Klappentext vorher nicht zu lesen.
    Da auch der Titel eine Zeitangabe ist, rätselte ich hier anfangs ein wenig, ab wann diese 54 Minuten zählen- oder ob es eigentlich nur um diesen Zeitraum geht.
    Die Kapitel sind kurze Abschnitte in denen jeweils eine Figur erzählt. Es wird immer oben über den Kapitel ein Name erwähnt und den Zeitraum, so dass der Leser eine Art Rundumblick erhält. Sie haben Geheimnisse, Probleme mit den Eltern, machen sich Gedanken um ihre Zukunft. Sie träumen über von ihrem weiteren Leben. Als Leser habe ich eine Anspannung in mir. Ich lese die Gedanken, Träume, Wünsche in diesem Wissen, das etwas passieren wird. Man spürt bei sich selbst eine Anspannung, eine Art atemloses Lesen, das Gefühl etwas tun zu wollen und doch nur ein Beobachter sein zu können.
    Auch die Anspannung- Was wird passieren? Wann- Wer wird es sein- jemand dieser Figuren im Buch?
    Mir hat die Tiefe gefallen, die die Figuren erlangen. Das gegenseitige Beobachten, das Nachdenken über private Dinge, auch der anderen Figuren. Und dass es der erste Tag des letzten Schuljahres ist- bevor das eigentliche erwachsenen Leben beginnt- für sie alle?
    Das Ausmalen des Lebens als Erwachsene, die Gestaltung des Lebens, des Berufes- die Szenen lösen bei mir Gänsehaut aus.
    Im Buch verwoben sind Seiten mit Textnachrichten. Für mich machte das diese Geschichte noch realistischer. Dann endet die Schulversammlung in der Aula- aber die Türen lassen sich nicht öffnen- was nun beginnt ist schon heftig geschrieben. Manchmal zu detailliert. Als Leser stockt einem schon der Atem. Die Gedanken wirbeln im Kreis.
    Wie kann so etwas an dieser Schule passieren- eine ganz normale Schule, wo nie etwas passiert?
    Das Buch schockiert seine Leser- es lässt den Atem stocken, es zeigt die Perspektive deren, die dabei sind-nicht die des Täters. Als Leser beobachtet man das Gesehen durch die Figuren, die erzählen, aber die Autorin schafft es, diese Atmosphäre zu schaffen, dass es ein so realistisches Gefühl gibt.
    Das sind Szenen, die man im Fernsehen, in den Nachrichten sieht. Etwas das nie an der eigenen Schule passieren kann- niemals oder? Es bleibt die Frage warum, wie kann so etwas geschehen?
    Ein Buch, das den Leser mit Emotionen überrennt- ihn sprachlos zurücklässt- atemlos- schockiert.


    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 5 Monaten
    Bin auf dem weg zur Hölle und ich nehm' euch alle mit

    Ein neues Schulhalbjahr beginnt, mit der obligatorischen Rede der Direktorin in der Aula. Doch danach beginnt ein Horrortrip, die Ausgänge sind verriegelt und ein ehemaliger Schüler betritt den Raum mit einer Waffe. Es gibt kein Entkommen. Die sonst ferne Möglichkeit eines Amoklaufs, wird nun zur Realität. Tyler hat genug davon, dass niemand ihm zuhört, nun da er derjenige mit der Waffe in der Hand ist, müssen sie ihm zuhören. Endlich ist seine Stunde gekommen um Rache zu üben. Er weiß nicht, dass nicht alle Schüler in der Aula sind und ein paar sich auf den Weg gemacht haben um Hilfe zu holen um so viele wie möglich zu retten.

     

    Als ich in der Bibliothek stand, das Cover sah und den Text auf der Rückseite las, dachte ich: prima, das ist mein Buch. Doch weit gefehlt. Dem Buch fehlt für die Thematik einfach der nötige Tiefgang. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von vier Jugendlichen der Schule. Claire die Exfreundin, Tomás der erklärte Erzfeind, Sylv dessen Schwester und Autumn die Schwester des Amokläufers. Was für mich dabei fehlt ist die Sicht des Amokläufers, denn nachvollziehen kann man seine Motive nicht. Er hält nicht einmal eine Ansprache und verteidigt sein Handeln, die Autorin personifiziert einfach das Böse in ihm und nichts weiter. Ich denke das wird all denen die Amok gelaufen sind und deren Opfern einfach nicht gerecht. Es gibt eine Historie, eine Psychologie hinter solch extremen Verhalten, die wird hier komplett außen vor gelassen. Es werden der Unfalltod der Mutter und die Gewalttätigkeit des Vaters angeführt, aber das erklärt noch nicht seinen Hass auf die Schule. Was mich zusätzlich irritierte waren die eingestreuten Tweeds aus den sozialen Medien. Die waren so aus dem Zusammenhang, dass ich sie für reine Platzverschwendung hielt. Sie brachten die Story nicht voran, sie spiegelten nicht das Entsetzen der Umwelt oder die Angst der Opfer wider. Die Intention der Autorin sich diesem schwierigen Kapitel der Gegenwart zu widmen mag gut gewesen sein, aber die Umsetzung war schlecht. Wie es richtig gut geht, kann man in Jodie Picoults „19 Minuten“ lesen. Da hatte ich zum Schluss Mitleid mit dem Täter, hier war ich nur froh, dass das Phrasen dreschen und das Bedienen von Klischees endlich vorbei war.

     

    Wer sich wirklich mit dem Thema Amoklauf an Schulen beschäftigen möchte, sollte sich ein anderes Buch suchen, hier wird man nur mit Plattitüden abgefrühstückt.

    Kommentieren0
    26
    Teilen
    JuliaAndMyselfs avatar
    JuliaAndMyselfvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Berührend und aufwühlend. So etwas muss verhindert werden!
    Berührend und aufwühlend

    Das Buch beschreibt 54 Minuten, die das Leben einer ganzen Stadt verändern. An der Oportunity High School in Alabama findet ein Amoklauf statt. Der Täter hält die gesamte Schüler- und Lehrerschaft in der Aula gefangen. Er will Rache. Menschen sterben. Einige Schüler sind nicht in der Aula und versuchen Hilfe zu holen. Durch das ganze Buch zieht sich die Frage nach dem "Warum".
    Die Geschichte ist aus der Perspektive von vier Schülern erzählt. Die Autorin beschreibt sehr detailliert und fesselnd was in den 54 Minuten in der Schule passiert. Durch die Aktualität des Themas macht wühlt es den Leser auf und schockiert. Das Buch ist sehr zu empfehlen.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Loves_Reading_Boxings avatar
    Loves_Reading_Boxingvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr interessant und spannend, Leseempfehlung
    Leseempfehlung

    
Inhalt 54 Minuten, die alles zerstören. Das Gefühl nach Sicherheit, die Freude und zurück bleibt Angst und Schrecken.
Die Direktorin der Opportunity Highschool hält, genauso wie jedes Jahr, dieselbe Ansprache, wie in jedem Halbjahr. Diese Ansprache geht immer bis genau 10 Uhr. Danach verlassen alle die Aula und der Unterricht beginnt wieder. Nur ist es dieses Mal anders. Als alle die Aula verlassen möchten, gehen die Türen nicht mehr auf. Der erste Schuss fällt und der Amoklauf beginnt. Jedoch ist es ein gezielter Amoklauf. Der Schütze schießt auf alle, die ihm (seiner Meinung nach) unrecht getan haben.
Die Geschichte wird in vier Perspektiven erzählt. Jeder der Jugendlichen hat eine bestimmte Verbindung zu dem Amokläufer.
 Claire
 Sie war, zusammen mit ihrem Läuferteam und dem Coach, nicht in der Aula. Sie haben die Schüsse vom Sportplatz aus gehört. Claire behält einen kühlen Kopf und weiß, was zu tun ist. Es muss unbedingt die Polizei eingeschaltet werden. Zwar muss das Team keine Angst haben, dass sie erschossen werden, immerhin sind sie außerhalb der Reichweite, jedoch ist ihr Bruder Matt in der Aula. Schon immer hatte sie Angst um ihn, aber noch nie so sehr wie heute.
Claire kennt den Amokläufer, immerhin waren Tyler und sie lange ein Paar. Sie gibt sich die Schuld an dem Amoklauf, da sie die Zeichen hätte erkennen müssen. >>Seite 100: Ty hat mir erzählt, dass er schon dafür sorgen würde, dass sich die Welt an ihn erinnert. [...] Ich hätte alle davor bewahren können. Ich hätte Matt beschützen müssen. Ich habe nichts dergleichen getan.<<
Jedoch trifft sie keine Schuld, woher sollte sie denn auch ahnen sollen, dass er zu so etwas fähig wäre?
 Tomás
 Er war, genauso wie Claire, nicht in der Aula. Stattdessen war er im Büro der Direktorin und hat die Akten durchschnüffelt. Er hält sich nicht an die Regeln, genauso wenig wie sein Kumpel Fareed. Sie wollten gerade das Büro verlassen, als sie die Schüsse hörten. Fareed hat sofort die Polizei alarmiert. Laut Polizei, sollten sie das Schulgelände sofort verlassen, jedoch taten sie dies nicht. Tomás wollte seine Schwester nicht schon wieder im Stich lassen. Aus diesem Grund versuchen sie einen Weg zu finden, um die Schüler aus der Aula zu holen.
Die Türen der Aula waren von außen verschlossen, mit Ketten und einem Schloss. Perfekt für Fareed und Tomás, denn von dort aus können Sie die Ketten zerstören und somit die Insassen befreien. Ob das aber so gut verläuft, wie sie es sich erhoffen?
Für Tomás ist klar, er muss seine Zwillingsschwester Sylv retten.

 Autumn Sie ist wohl mit die befangenste Person von allen. Denn Tyler ist ihr Bruder. Es wird schnell klar, dass Tyler wollte, dass Autumn diesen Vorfall nicht mitbekommt, denn er hatte am Vortag noch zu ihr gesagt, sie solle daheim bleiben.
Tyler wirft ihre viele Vorwürfe an den Kopf, die sie niemals gedacht hätte. Sie hat behutsam auf ihn eingeredet, er ist trotzdem ihr Bruder, sie liebe ihn etc. Autumn hat versucht, seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, denn somit schießt er auf niemanden, solange wird keiner sterben.
Wird sie es schaffen, dadurch Leben zu retten?
 Sylv 
Sylv hat schreckliche Angst vor Tyler, man könnte gar sagen, sie hat ein Trauma von ihm. Tyler ist der Meinung, dass Sylv ihm seine Schwester Autumn weggenommen hat. Immerhin sind Autumn und Sylv ein Paar. Am Anfang des Amoklaufes stand sie völlig neben der Spur, war starr vor Angst. Sobald sie Hoffnung hatte, dass sie hier lebendig heraus kommen kann, wurde sie wieder lebendig und setzt dabei sogar ihr Leben aufs Spiel.
Wird sie ihren Zwillingsbruder wieder sehen? Gibt es eine Happy End?
 Tyler
 Tyler greift die Schule an und macht alle fertig, die im Unrecht getan haben. Wer steht alles auf seiner Liste? Wird es viele Tote geben? Würde er selbst auf seine eigene Schwester schießen?
 Meinung
 Ich war gefesselt von dem Buch, von der ersten Seite an finde ich es sehr spannend. Der flüssige Schreibstiel spielt hierbei natürlich auch eine Rolle.
Es ist unfassbar, die Geschichte aus mehreren Perspektiven zu erzählen. Es ist schon schlimm, wenn man von einem Amoklauf hört. Aber noch schlimmer, wenn man einen miterlebt. Danach ist alles anders, wenn man so viele Leute sterben gesehen hat. Mich hat die Geschichte sehr berührt und ich kann sie nur weiterempfehlen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    itsmayyliiis avatar
    itsmayyliiivor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Selten hat mich ein Buch so berührt, mir Angst gemacht und wieder Hoffnung gegeben.
    54 Minuten

    "Denn wovor sollte man noch Angst haben, wenn die schlimmsten Albträume bereits wahr geworden sind" (S.115)

    Ich habe hier schon einige Rezensionen gelesen und habe mich dazu entschlossen, dass was viele schon geschrieben haben, nicht noch einmal groß zu erwähnen.

    Das Buch "54 Minuten“ von Marieke Nijkamp ist eines der spannendsten Bücher, welche ich in den letzten Jahren gelesen habe. Dass die Geschichte aus vier Perspektiven erzählt wird, finde ich sehr gelungen, da so oft die Spannung gehalten wird. Ein Kapitel endet oft in einer Situation in welcher man die Charaktere nicht allein lassen möchte, weswegen man dazu verleitet wird weiter zu lesen. Und genau dieser Punkt macht das Buch so außergewöhnlich. Man kann in die Geschichte eintauchen, fühlt mit den Charakteren und ist selber mitten im Geschehen.

    Dass die Autorin die Geschichte in der Gegenwart erzählt, gefällt mir besonders gut. Oft lief mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich gelesen habe was die Figuren denken. Zudem wirkt die gesamte Geschichte so viel realer und näher an einem dran. „54 Minuten“ ist nicht das erste Buch über einen Amoklauf welches ich lese (habe z.B. ebenfalls „Es wird keine Helden geben“ gelesen), aber definitiv das spannendste.

    Die Sicht der vier Personen finde ich sehr gut gewählt. Anfangs war ich ein bisschen verwirrt und musste immer überlegen, welche Vergangenheit zu welcher Figur gehört, doch schon nach ein paar Kapiteln wurden mir die Beziehungen der Figuren untereinander bewusst. Viele andere Leser haben kritisiert, dass es keine Sicht vom Tyler (dem Amokläufer) gibt. Ich hingegen finde diese Tatsache macht es besonders gut! Niemand weiß warum Tyler so handelt und während des Lesens (habe ich zumindest) viele Theorien aufgestellt, die sein Handeln erklären.

    Kurz gefasst
    Ein Buch was man definitiv lesen sollte! Nicht nur wegen der Geschichte an sich sondern auch weil es zum Nachdenken anregt und viele persönliche Fragen aufwirft, wie z.B. die Frage, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Auch noch einmal wird in diesem Buch deutlich, wie verschieden die Menschen sind und wie unterschiedlichste Situationen von Mensch zu Mensch anders aufgenommen werden.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    MoWilliamss avatar
    MoWilliamsvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: an einigen Stellen sehr intensiv und hervorragend geschrieben, konnte aber zu wenig zu mir durchdringen
    This is where it ends

    „This is where it ends“ gefällt mir als Titel um einiges besser als „54 Minuten“ – aber das ist Geschmackssache, wie die meisten Aspekte, die ich in dieser Rezension ansprechen werde.

    Der Roman erzählt von einem Amoklauf in der Opportunity High, einer kleinen Highschool, in einem noch kleineren Ort. Das neue Halbjahr beginnt und nach der Rede der Direktorin in der Aula, kann niemand den Raum verlassen, denn die Türen sind verschlossen. Schließlich stürmt der achtzehnjährige Tyler mit einer Waffe den schüler- und lehrerbesetzten Saal.

    Ich habe bis jetzt zwei Jugendromane gelesen, in denen es ebenfalls um Amokläufe ging (Morton Rhue mit „Ich knall‘ euch ab“ und von Jennifer Brown „Die Hassliste“), auch habe ich mich mit einer Sammlung von Winnenden auseinandergesetzt. Rhue und Brown zeigen einen ähnlichen Zugang – ihre Geschichte spielt nach dem Amoklauf, zwar hat Brown immer wieder Rückblenden, aber ihr Buch füllt sich sehr stark mit dem „Danach“ und mit einer intensiven Kritik an die Presse, während bei Rhue jeder und jede eine Aussage machen kann, während von den Amokläufern „nur“ die Abschiedsbriefe wirklich erhalten bleiben. Gemeinsam haben die zwei Autoren auch, den Amokläufern eine subjektive Geschichte zu schenken und sehr genau hervorzubringen, warum sie zu diese Tat begangen haben.

    Dementsprechend schätze ich es sehr, dass Nijkamp sich traut, den stattfindenden Amoklauf in der Gegenwart zu erzählen, was ihr in meinen Augen nicht immer glückt. Einige Sätze trafen mich tatsächlich ins Herz, ließen mich frösteln und haben mich mit schreckgeweiteten Augen weiterlesen lassen. Auf der anderen Seite steht aber ein oft dumpfer Schreibstil, der sich inhaltlich manchmal wiederholt und somit viel Spannung aus dem Roman herausgenommen hat. Für mich ist der größte Bruch in der Geschichte die Aufspaltung von Opfern und Täter, von Mörder und Helden. Sie scheint durch die Perspektive von Autumn sehr darin bemüht, Tyler etwas Menschliches zu geben – auch Claire könnte hier als Exfreundin einiges dazu beitragen, allerdings scheitert dieser Versuch daran, dass sowohl Claire, als auch Autumn die Schuld bei sich selbst suchen und sehr klare Gegenüberstellung von vergangenen und gegenwärtigen Tyler schaffen, ohne eine Brücke dazwischen zu schlagen. Dass Tyler nach wie vor ein Mensch, ein Jugendlicher ist, geht immer mehr verloren, je länger der Roman dauert. Hier sollen keinesfalls seine Taten gerechtfertigt werden – aber die Sache ist die, auch wenn ich Morden/Töten/Folter als extremst unmenschlich empfinde, ändert es (leider) nichts daran, dass dahinter ein Mensch steckt, der diese Tat verursacht. Ich müsste Rhue und Brown nochmal lesen, um feststellen zu können, wo sie den menschlichen Aspekt eingebracht haben, allerdings meine ich mich zu erinnern, dass ich bei ihnen nie das Gefühl hatte, dass die Amokläufer unmenschliche Monster, sondern Jugendliche mit einem komplexen Charakter und einer menschlichen Geschichte sind (ohne hier etwas vereinfachen zu wollen). Es erreicht für mich seine Spitze, als Tomás Tyler als ein Wesen schildert, welches von Dämonen besessen ist (was in gewisser Weise vielleicht sogar stimmt zum Beispiel besessen von Depression), allerdings treibt mich diese Aussage noch mehr in die Richtung, Tyler als Monster und nicht mehr als Menschen zu sehen. Auch die Vergewaltigung empfand ich eher als weiteren Punkt, Tyler zum Monster zu machen, als hier wirklich mit Sylv leiden oder ihre Gefühle, ihre Angst besser nachempfinden zu können. Tyler entwickelt sich zu einem Klischee – tote Mutter, trinkender, schlagender Vater, Mobbingopfer, Einsamkeit – das nicht aufgebrochen wird, denn genau das scheint es zu sein, was man von einem jugendlichen Amokläufer erwartet, oder?

    Grundsätzlich hat mir die Darstellung der restlichen Charaktere – auch die Wahl der Perspektiven – im Ansatz gut gefallen (hier wäre allerdings, wie auch eine Freundin bereits erwähnte, in Erwägung zu ziehen, ob nicht eine Sichtweise von Tyler brauchbar gewesen wäre). Wie bereits kurz erwähnt hätte Nijkamp aus Autumns Sicht definitiv mehr herausholen können, hier war mir oft die Präsenz zu stark, dass sie selbst ein Opfer ihres Vaters ist (und nicht, dass sie gemeinsam ein Opfer ihres Vaters sind), außerdem hatte ich bei ihr eher das Gefühl, dass sich in ihrem Kopf der Charakter zu Tyler erst bilden muss. In einem Moment unterstützt er ihr Tanzen, dann verpetzt er sie an ihren Vater – was ja „aus Versehen“ war – aber auch hier fehlt mir eine Art Reflexion. Zwar kann ich mir vorstellen, dass damit eine gewisse Zwiespältigkeit in Autumn dargestellt hätte werden sollen, allerdings ist diese für mich viel zu flach ausgefallen. Außerdem finde ich es schade, dass nie eine Parallele zwischen Tomás und Tyler gezogen wird (beide große Brüder, beide bemüht, ihre Schwester zu beschützen). Was mir noch zu wenig war, war die Anspielung auf die Nachrichten. Dies ist vermutlich schwer – da im Gegensatz zu Brown – das Ereignis gerade stattfindet und im Nachhinein viel besser dargestellt werden kann, wie verhetzt und gierig die Presse bei solchen Geschehnissen sein kann. Aber vielleicht hätte man hier eine Reporterin/einen Reporter einbauen können, der sich Claire aufdrängt, zufällig ihr verzweifeltes Telefonat mit Matt belauscht hat und ihr nun tausend unangenehme und unangebrachte Fragen stellen möchte. 

    Mit der Übersetzung bin ich immer zu streng. Ich weiß, ich rede hier definitiv von etwas, wovon ich nur ahnen kann, wie schwierig das tatsächlich ist. Aber „Leviten lesen“ und „nicht mehr des Lebens froh“ sind für mich einerseits zu altmodisch (zumindest für ein Jugendbuch) und „des Lebens froh“ ist für mich zu unkreativ. Der Schreibstil selbst war an manchen Stellen etwas platt, baute sich meist erst am Ende einer Perspektive zu einer dramatischen Spitze auf (allerdings zum Teil mit sehr guten Fragen -> „Was sind wir jetzt? Ein Ereignis in den Nachrichten?“), andererseits gab es einige langatmige Stellen – dies liegt (denke ich) unter anderem daran, dass dieselben Phrasen wiederholt werden, wie zum Beispiel sein Geschwisterteil beschützen zu müssen oder sich verantwortlich zu fühlen, Tyler nicht aufgehalten oder nichts an seinem Verhalten bemerkt zu haben – vor allem hier hätte ich mir gewünscht, dass nachgebohrt wird. Zwar gab es viele Rückblicke – auch einige passende – allerdings überwog für mich der schlagende Vater und die kranke Mutter, in der die Festigung oder das Verantwortungsgefühl gegenüber seinem jeweiligen Geschwisterchen verloren ging.

    Im Endeffekt gab es sehr effiziente Ansätze, allerdings verlaufen die Perspektiven in meinen Augen zu einfach, zu sehr nach schwarz/weiß. Mir persönlich war es in dieser Hinsicht zu wenig komplex, zu einseitig. Ich vermisse hier eine gewisse Tiefe der Charaktere (mehr Reflexionen, mehr Nachbohren, mehr Fragen). Auch der Schreibstil ist an manchen Stellen etwas platt, wobei es hin und wieder spannende Wendungen gibt und zumindest die Gestaltung des Endes wirklich hervorragend gelungen ist. 

    Kommentieren0
    13
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    rainbowlys avatar

    Wir haben beschlossen in der Insider Top-3-Voting-Challenge zusammen "54 Minuten" von Marieke Nijkamp zu lesen. 

    Wir beginnen jetzt und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 1 Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
    Zur Leserunde
    Marina_Nordbrezes avatar

    Die Zeit läuft ... 54 Minuten entscheiden über Leben und Tod

    Von einer Minute auf die nächste bricht Chaos in der Schule aus – ein Schuss fällt in der Aula. Einer der Schüler läuft Amok und will sich an all denen rächen, die ihm Unrecht getan haben. 
    Die Ausgangssituation von "54 Minuten" von Marieke Nijkamp ist keine leichte Kost. Und doch müssen wir uns dem Thema stellen. Gemeinsam mit euch und der Autorin möchten wir über Gründe und Konsequenzen von Amokläufen an Schulen diskutieren und uns in der Leserunde intensiv mit der Lektüre von "54 Minuten" auseinander setzen. 

    Über das Buch     
    Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer zum neuen Halbjahr hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Halbjahr, und wie immer ist sie um exakt zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders. Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm unrecht getan haben. Aus der Perspektive von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.

    >> Mehr erfahrt ihr in der Leseprobe

    Über Marieke Nijkamp
          
    Marieke Nijkamp spricht ungefähr ein Dutzend Sprachen und hat Philosophie und Geschichte studiert. Seit ihrer Studienzeit schreibt sie auf Englisch. So kam sie auf die Idee, in den USA zu publizieren, wo ihr Roman 2016 ein Riesenerfolg wurde. Die Autorin lebt in den Niederlanden.

    Gemeinsam mit FISCHER FJB vergeben wir in unserer Leserunde 35 Exemplare von "54 Minuten"Was du tun musst, um dabei zu sein? Bewirb dich bis einschließlich 27.08. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte folgende Frage:   

    Warum möchtest du bei dieser Leserunde mitmachen? 

    Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen.         

    Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Eine tolle schriftstellerische Leistung von Marieke Nijkamp!

    Ich möchte gerne eine echte Leseempfehlung aussprechen für einen Roman, der sich mitunter wie ein Thriller liest.

    Vielleicht ist es nichts für schwache Nerven, aber ich finde es wichtig, dass es gelesen wird!

    Nerven zerreißende Spannung, ein Buch, das sich fast wie ein Krimi liest, dazu Inhalte mit Tiefgang — bei Marieke Nijkamp erhält man das volle Paket.

    Es ist definitiv mitreißend, spannend und wird lange im Gedächtnis bleiben [.]

    ›54 Minuten‹ ist ein Statement gegen die fehlende Empathie und die Verständnislosigkeit für Menschen, die aus der Balance und der Lebensbahn geworfen werden.

    ›54 Minuten‹ ist ein fesselndes und spannendes Jugendbuch, das mit sympathischen und glaubhaften Protagonisten, einem lebendigen Schreibstil und einem gut gesetzten Tempo aufwarten kann.

    Es gelingt ihr [der Autorin], uns in sicherer Distanz zu belassen und dennoch mitten ins Herz zu treffen.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks