fischer baumler

Marieke Nijkamp 54 Minuten

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „54 Minuten“ von Marieke Nijkamp

Nr. 1 »New York Times«-Bestseller Marieke Nijkamps packender Roman, der zum Riesenüberraschungserfolg in den USA wurde, behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule. 54 Minuten, die alles zerstören. Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede zum neuen Schulhalbjahr. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Schulhalbjahr. Währenddessen sind zwei Schüler in das Büro der Schulleitung geschlichen, um Akten zu lesen. Draußen auf dem Sportgelände trainieren fünf Schüler und ihr Coach auf der Laufbahn für die neue Leichtathletiksaison. Wie immer ist die Rede der Direktorin exakt um zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders. Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm Unrecht getan haben. Aus der Sicht von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.

Kurze Lesezeit mit viel Stoff zum Nachdenken. Ein packendes Buch für alle mit einem dicken Fell ab 14 Jahren.

— BuechersuechtigesHerz

Man spürt die Angst einzelner und die Furcht davor, dass man vielleicht als nächstes eine Kugel abbekommen könnte

— LESETANTE_CARO

Das war das tollste, schönste, traurigste und ergreifenste Buch das ich je gelesen habe. ❤ Es verdient mehr als nur 5 Sterne 🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟

— alexandralovesbooks

Geht unter die Haut und lässt sich nicht aus der Hand legen, bevor es ausgelesen ist.

— Fantasie_und_Träumerei

Hart, realitätsnah und schonungslos.

— Cassia-chan

Sehr spannend und gut geschrieben. Tolles Buch!

— melcherroy

Ein fesselndes Buch zu einem sehr ernsten Thema.

— MaritLucia

Ein schonungsloser, schockierender Roman, der mir den Atem raubte und mich tief ergriffen hat.

— Bookjulie97

Nichts für schwache Nerven! Nijkamp schafft es eine solche Tragödie emotional einzufangen. Wer Morton Rhue mag, wird 54 Minuten mögen.

— AliceCullen96

54 Minuten und sicher mehr Minuten voller spannenden Lesespaß. Ein brutaler realer Amoklauf - erzählt aus vier Sichtweisen.

— TchelinaShiver

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  • Themen
  • Terror/ Amok in der Schule – hätte noch emotionaler sein können!

    54 Minuten

    Normal-ist-langweilig

    16. November 2017 um 19:02

    Meine Meinung: Bücher, die von Amokläufen an Schulen handeln, muss ich immer lesen. Das ist als Lehrer das Schreckensszenario überhaupt. Ich hatte euch vor kurzem das Hörbuch „Was wir dachten, was wir taten“ vorgestellt, das mich sehr fasziniert und mitgerissen hat! Hier war ich emotional mit dabei und habe teilweise fassungslos vor dem CD-Player gesessen. Das Buch „54 Minuten“ wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser einen Rundumblick bekommt. Das fand ich einerseits gut, andererseits wurde ich jedes Mal wieder aus meinem Lesefluss gerissen, musste mich wieder an die „erzählende“ Person gewöhnen und in die Person hineinversetzen. Manches Mal fiel mir das schwer, traten die Wechsel doch sehr schnell hinter einander auf. Die Geschichte selbst ist erschreckend und fürchterlich. Sie macht traurig und auch fassungslos. Sie konnte mich jedoch nicht so erreichen, wie ich mir das gewünscht und vorgestellt habe. Das lag vor allem auch daran, dass keiner der Charaktere mich vollends überzeugen konnte. Jeden der Jugendlichen lernen wir ein wenig besser kennen, vor allem, um die Hintergründe zu verstehen. Nicht immer konnte ich die Handlungen verstehen und die des Täters schon gar nicht. Aber das ist wohl immer so. ****************** Fazit: Ein wichtiges, erschreckendes und leider aktuelles Thema, das hier in einer teils packenden Geschichte verarbeitet wurde. Mir war die Erzählweise leider nicht emotional genug, wenn auch das Ende sehr traurig war. Anmerkung zum Titel: Den Originaltitel „This is where it ends“ finde ich deutlich eindrucksvoller und passender als den deutschen Titel!

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  • Ein beeindruckendes Buch

    54 Minuten

    WinfriedStanzick

    15. November 2017 um 13:42

    Hier ist ein Buch anzuzeigen, das in den USA aus nachvollziehbaren Gründen ein großer Erfolg war. Es geht um das in den USA häufige Thema Amok in der Schule.Das Buch beginnt am ersten Schultag des neuen Halbjahres an der Opportunity High School in Alabama. Während die Direktorin Mrs. Trenton ihre übliche Begrüßungsrede in der mit Schülern gefüllten Aula hält, haben sich zwei Schüler ins Schulbüro geschlichen, um in ihren Akten zu lesen. Draußen auf dem Sportgelände trainieren fünf Schüler und ihr Coach auf der Laufbahn für die neue Leichtathletiksaison. Wie immer ist die Rede der Direktorin exakt um zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders.Denn als die Versammlung zu Ende ist, sind die Türen der Aula verschlossen. Es gibt kein Entkommen. Der Schüler Tyler hat die gesamte High School in seine Gewalt gebracht. Es beginnt ein nervenaufreibendes Spiel zwischen dem Amokläufer und einigen Schülern, und es gibt Opfer. Denn Tyler schießt blindwütig um sich und trifft besonders diejenigen, mit denen  er eine Rechnung offen hat, Schüler, von denen er glaubt, dass sie ihm Unrecht getan habenDie Autorin beschreibt die Geschichte dieses 54 lange Minuten dauernden Dramas aus der Sicht von Sylv, Tomas, Autumn und Claire. Alle vier haben oder hatten auf die eine oder andere Weise Kontakt zu dem Attentäter Tyler. Autumn  ist seine Schwester, Sylv wurde von Tyler bedroht, Tomas hat Tyler über lange Zeit fertig gemacht und Claire war eine Zeitlang mit ihm zusammen.In wechselnden Abschnitten, die jeweils einen Zeitraum von nur wenigen Minuten umfassen, was die Spannung ungemein steigert, zeigt Marieke Nijkamp die unterschiedlichen Sichtweisen der vier Jugendlichen auf Tyler. In vielen Rückblenden wird nach und nach deutlich, wie es über eine lange Zeit zu einer Entwicklung gekommen ist, die an diesem Vormittag in der Aula der Opportunity High ihr grausames Ende nimmt. Beeindruckend ist, wie sich mehrere Schüler verzweifelt gegen die Entwicklung stellen und versuchen so viele Kinder wie möglich zu retten, auch indem sie ihr eigenes Leben auf das Spiel setzen. Dieser Mut sich vielleicht mit seiner letzten Lebenstat gegen den Täter zu stellen macht Mut und Hoffnung und ist , so ist man am Ende einer atemlosen Lektüre überzeugt, der Grundstein dafür, dass die Beteiligten dieses Drama in ihrem weiteren Leben auf die eine oder andere Weise überwinden werden und wieder zum Leben finden werden.

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  • Kurze Lesezeit mit viel Stoff zum Nachdenken. Ein packendes Buch für alle mit einem dicken Fell!

    54 Minuten

    BuechersuechtigesHerz

    13. November 2017 um 11:18

    INHALT:Es sollte ein ganz normaler Schultag  an der Opportunity High im Bundesstaat Alabama werden. Als nach der Begrüßungsrede zum neuen Halbjahr der Direktorin die Türen der Aula sich nicht öffnen lassen, wird in diesem Jahr alles anders, als es je zuvor gewesen ist.MEINUNG:Das Cover ist passend zu dem ernsten Thema vorwiegend schwarz gehalten und nur die bunte Kreide, welche durch einen Schuss aus einer Waffe bricht, bringt hier den farblichen Kontrast. Der Einstieg in die Geschichte ist sehr einfach.  Dem Leser wird aus vier Perspektiven der Aufenthalt in der Schule beschrieben. Dabei lernt man gleich die vier Hauptpersonen Claire, Autumn, Tomas und Sylv kennen. Die Perspektive ändert sich in einem stetigen Wechsel, so dass man gleich vier Mal Spannung hat. Dann gibt es allerdings auch noch Hauptperson Nummer fünf Ty, dem hier als Amokläufer die eigentliche Hauptrolle zu Teil wird. Er taucht in allen Perspektiven sowohl aktiv als auch passiv, in Form von Erinnerungen und Rückblicken, auf.Der Schreibstil ist leicht und verständlich, sowie durch kurze Sätze gekennzeichnet. Das Buch liest sich so sehr schnell von der Hand.Der Amoklauf an sich nimmt meiner Meinung nach keinen großen Teil der Story ein. Es sind viel mehr die Erinnerungen und Hintergründe der Charaktere, welche immer wieder durch die aktuelle Situation, dem Amoklauf, unterbrochen werden. Wenn man den Amoklauf an sich betrachtet, wird man einfach in die Geschichte reingeworfen und weiß gar nicht so richtig, wieso das alles hier geschieht. Die Hintergründe erfährt man erst im Verlauf des Buches. Das hat mir nicht so gut gefallen. Natürlich ist die Spannung immer präsent, aber  als unwissender Leser macht es dann nicht ganz so viel Spaß der Story zu folgen, da einem ständig die Frage nach dem „Warum?“ im Kopf herumschwirrt. Immerhin ändert sich dies im Laufe der Geschichte, da man immer mehr und mehr Informationen erhält.Das Ende ist dann relativ unspektakulär und wird für meinen Geschmack dann doch zu schnell abgehandelt.Für mich war es das erste Buch mit einer solchen ernsthaften Thematik und ich war dann doch sehr ergriffen, besonders vor dem Hintergrund , dass solche Taten bereits des öfteren Realität waren und nicht nur Worte auf Seiten gedruckt.FAZIT:Kurze Lesezeit mit viel Stoff zum Nachdenken. Ein packendes Buch für alle mit einem dicken Fell ab 14 Jahren.Rockt sein Herz mit 3 von 5 Punkten!

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2017: 30 Buchpakete zu gewinnen!

    LovelyBooks Spezial

    Daniliesing

    Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2017 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 30. November feststehen wird, gar nicht erwarten! Aktuell könnt ihr hier eure Favoriten nominieren! Unsere große Verlosung für euch!Nicht nur eure Lieblingsbücher haben die Chance, den Leserpreis 2017 zu gewinnen, auch auf euch warten ganz großartige Buchgewinne. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen und zusätzlich 25 weitere Buchpakete mit je 10 Neuerscheinungen verlosen. Ein wahrer Traum für jeden Buchliebhaber, oder?Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:1. Schreibt einen Blogbeitrag mit Link zum Leserpreis auf LovelyBooks. Ladet eure Leser darin ein, ebenfalls ihre Lieblingsbücher 2017 zu nominieren.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2. Ladet auf euren Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram zum Nominieren beim Leserpeis ein und verlinkt darauf. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt. Verwendet dabei den Hashtag #Leserpreis.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Bitte klickt für alle 3 Varianten zunächst auf den "Jetzt bewerben"-Button und füllt das Formular komplett aus. Gebt bei den Varianten 1 und 2 bitte den direkten Link zum Blogbeitrag oder zum Social Media Posting an und verlinkt nicht nur aufs Profil. Selbstverständlich haben wir Grafikmaterial vorbereitet, das wir euch gern zur Verwendung zur Verfügung stellen.Ihr dürft natürlich auch mehrere der Punkte erfüllen und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 3. Dezember möglich!Wir wünschen euch ganz viel Spaß!PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 752
    • 05. December 2017 um 23:59
  • Spannend, beklemmend und realistisch

    54 Minuten

    LESETANTE_CARO

    06. November 2017 um 12:52

    Marieke Nijkamps „54 Minuten“ ist das zweite Buch, welches das Thema Amoklauf be- & verarbeitet, und welches ich gelesen habe. Die Geschichte wurde mir bereits auf der Leipziger Buchmesse schmackhaft gemacht und ich war äußerst gespannt, wie die Autorin es schafft, so ein ernstes Thema literarisch umzusetzen ohne in eine Art Sensationsgier zu verfallen. Jedoch ist es Niejkamp gelungen, mich von Beginn an zu fesseln. Die Handlung beginnt am 1. Schultag des zweiten Halbjahres an der  Opportunity High School. Die Direktorin Mrs. Trenton hält ihre gewohnte Ansprache. Doch als die Versammlung zu Ende ist, sind die Türen der Aula verschlossen. Es gibt kein Entkommen, den der Schüler Tyler hat die gesamte High School in seine Gewalt gebracht. Es beginnt ein nervenaufreibendes Spiel zwischen dem Amokläufer und einigen Schülern, und es gibt Opfer. Viele Opfer! Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Sylv, Tomás, Autumn und Claire. Alle hatten schon irgendwie Kontakt mit Tyler. Autumn ist seine Schwester, Sylv wurde von ihm bedroht, Tomás hat Tyler gerne fertig gemacht & Claire war eine zeitlang mit Tyler zusammen. Jede Person zeigt eine andere Sicht auf den Amoklauf und den Amokläufer. Sein zwiespältiger Charakter erklärt sich in gedanklichen Rückblenden der einzelnen Protagonisten. Was mir gefehlt hat, ist die Sicht Tylers. Gerne hätte ich seine Gedanken, mögen sie auch noch so böse sein erlebt. Aber kann man aus der Sicht eines Amokläufers schreiben? Der Autorin ist es gelungen, eine spannende, beklemmende aber auch realistische Handlung aufzubauen. Man spürt die Angst einzelner und die Furcht davor, dass man vielleicht als nächstes eine Kugel abbekommen könnte. Das erzeugt eine bedrückende Stimmung, die sich durch das gesamte Buch trägt. Aber man spürt auch die Hoffnung und die Liebe, die von einzelnen Charakteren ausgeht. Und der Mut sich gegen den Täter zu stellen, auch wenn es vielleicht das Letzte ist, was man tut. Letztendlich spricht vieles für das Buch. Der Schreibstil ist klasse und bringt einen nah ans Geschehen. Ständig kommt die Frage: Wer überlebt? Wer nicht? Muss man sich von einigen Charakteren verabschieden? Bekommt Tyler seine gerechte Strafe? Besonders gut gefiel mir, der minutiöse Aufbau der Handlung. Er macht die Geschichte spannend und fesselt so sehr, dass man das Buch schnell durch hat. Der einzige Kritikpunkt ist, dass ich gerne auch Tylers Gedanken erfahren hätte. Ich glaube nämlich, dass dies der Handlung noch ein wenig an Spannung und Tiefe gegeben hätte. Dennoch kann ich für „54 Minuten“ meine klare Leseempfehlung aussprechen und hoffe, dass ich viele Menschen dieses Buch schmackhaft machen konnte.

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  • 54 Minuten

    54 Minuten

    Fantasie_und_Träumerei

    27. October 2017 um 11:26

    54 Minuten. Gehen schnell vorbei. 54 Minuten. Keine volle Stunde. 54 Minuten. Mancherorts nicht mal eine volle Schulstunde. 54 Minuten. Können unendlich lang sein.Dann, wenn ein Mensch dein Leben bedroht. Wenn er Menschen erschießt. In eine Menschenmenge hineinschießt und du unter diesen Menschen bist. Wie sollst du handeln? Wie, wenn du weißt, dass er es genau auf dich abgesehen hat? Und wie, wenn du einer von denen bist, die wahllos zum Opfer werden könnten? Wie kannst du helfen? Wie kannst du dein Leben retten?Alleine das Thema Amoklauf ist so bedrückend, dass ich beim Rückblick auf den Roman sofort wieder einen dicken Kloß in den Hals bekomme. Marieke Nijkamp hat diesen angstbehafteten Inhalt so gut aufs Papier gebracht, dass ich ihre Version eines Amoklaufs noch lange im Gedächtnis behalten werde.Erzählt wird auf verschiedenen Ebenen, in Kapiteln, die in wenige Minuten eingeteilt sind. Der Zeitraum der Handlung ist auf die im Titel beschriebenen 54 Minuten angelegt. Erzähler sind junge Menschen, die in irgendeiner Verbindung zum Täter stehen. In welcher erfahren wir nach und nach, wodurch Nijkamp eine straffe Spannungskurve zieht. Am Anfang ist der Täter schwammig. Er ist nicht greifbar, sein Motiv schwammig, was ihn noch gefährlicher wirken lässt. Häppchenweise bekommen wir einen Einblick in sein Leben und das der erzählenden Personen. Wie eine Spirale schließen sich vergangene Handlungen die sein Leben auf verschiedene Arten tangieren, um den Täter. Eine Spirale, die mich so sehr mitgerissen hat, dass ich das Buch erst wieder aus der Hand legen konnte, als ich es beendet hatte. Mit ganz viel Gänsehaut habe ich es gelesen. Deshalb, weil der Täter unheimlich bedrohlich wirkte und weil Nijkamp schonungslos ist. Ich wusste zu keinem Zeitpunkt wer überleben wird und wer einer der 39 Toten.Nijkamp legt es nicht offensichtlich darauf an, sich in den Täter hineinzuversetzen. Sie liefert keine direkt Erklärung für sein handeln, bietet aber viel Spielraum für eigene Gedanken. Zeigt wie viele unbeeinflussbare Handlungen, Worte, Beziehungen und Beziehungsabbrüche dazu führen, um die Psyche eines Menschen zu zerstören oder eben auch nicht. Welche Taten lassen eine Person zu einem Menschen voller Wut werden, während andere sie immer wieder schlucken und trotzdem ihren Weg gehen? Was lässt einen zum Held werden? Was zum Mörder?Nijkamp hat ein extrem fesselndes Buch geschrieben, das voller Emotionen steckt. Nicht nur innerhalb der eigentlichen Geschichte des Amoklaufs, sondern auch in den Nebenhandlungen. "54 Minuten" ist eine harte Reise. Dennoch eine, die sich lohnt.

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  • Ein interessantes Thema mit zu großer Distanz

    54 Minuten

    ZauberhafteBuecherwelt

    16. October 2017 um 19:48

    Als angehende Lehrkraft, wenn auch für die Grundschule, interessiert mich das Thema Amokläufe und die psychologischen Hintergründe sehr. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, bei der Vorableserunde zu Marieke Nijkamps Roman "54 Minuten" dabei sein zu dürfen. Es war auch das erste Mal, dass ich ein solches Buch gelesen habe und auch wenn es mich emotional nicht komplett abgeholt hat, war es dennoch eine Bereicherung. Der Roman ist aus der Sicht von vier Schülern der Opportunity High geschrieben. Claire und ihr bester Freund befinden sich während der alljährlichen Begrüßungsrede der Direktorin außerhalb der Schule auf der Laufbahn, um zu trainieren. Auch Tomás und sein bester Freund sind zu dem Zeitpunkt des Amoklaufes nicht in der Aula, sondern verbotenerweise im Büro der Direktorin. Nur Sylv und Autumn nehmen an der Begrüßungsrede teil, die heute ganz anders endet, als es sich jemals jemand hätte vorstellen können. Denn plötzlich ertönen Schüsse und alle Fluchtwege sind verschlossen... Die Protagonisten stehen alle miteinander in Verbindung, vor allem aber in irgendeiner Art und Weise in Verbindung mit dem Amokläufer selbst. Hierbei ist es vor allem interessant, wie die verschiedenen Meinungen und Empfindungen über ihn auseinander gehen.  So ist Claire die Exfreundin von Tyler, dem Amokläufer und hat ein eher positives Bild von ihm. Auch seine Schwester, Autumn, teilt diese Gefühle. Einzig und allein Tomás weiß, welche panische Angst seine Schwester Sylv vor Tyler hat. Jeder der Protagonisten hat sein eigenes Päckchen zu tragen und geht anders mit der ganzen Sache um. Auch die häuslichen Umstände und eigene, persönliche Herangehensweisen spielen eine große Rolle und lassen nur erahnen, was Tyler dazu bewegt hat, diesen Amoklauf umzusetzen. Der Schreibstil der Autorin hat mir gefallen, war aber leider sehr distanziert. Viele sahen genau dies als positiv an, allerdings hatte ich dadurch große Probleme mich mit den einzelnen Protagonisten zu identifizieren und mit ihnen mitzufühlen. Aufkommende Furcht und Panik kamen in keinster Weise bei mir an und auch das Blutbad hat mich kalt gelassen. Vielleicht auch, da ich mich mit einigen der Protagonisten einfach nicht anfreunden konnte.  So ein Erlebnis wünscht man allerdings keinem und eigentlich müsste einem als Leser selbst der unsympathischste Charakter leid tun. Da der Fokus des Buches aber voll und ganz auf den Protagonisten und nicht auf dem Amoklauf selbst lag, blieb der gewünschte Effekt leider aus.Der Roman spiegelt die 54 Minuten wieder, die der Amoklauf andauert. 54 Minuten, in denen alles und nichts passiert. 54 Minuten die so kurz sind und doch so elendig lang erscheinen. Als Leser fand ich dies sehr spannend und ich musste mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass ja nur eine Minute vergangen ist. In den einzelnen Zeitabschnitten kommen mal alle, mal nur einige der vier Protagonisten zu Wort. Außerdem sind am Kapitelende oft Twitternachrichten abgedruckt. Hier sieht man, welche Auswirkungen Social Media hat und wie schnell sich das ganze wie ein Lauffeuer verbreitet. Gegen Ende nahm das Buch endlich an Fahrt auf. Besonders auf den letzten Seiten kam alles zusammen und ich habe doch noch einige Tränen verdrückt. Leider wertet dies nicht die anderen Seiten auf. Das Buch war ein Erlebnis, keine Frage. Dennoch wurde ich emotional nicht dort abgeholt, wo es hätte sein sollen und ich bin mit der vorhandenen Distanz einfach nicht klar gekommen. Ein sehr interessantes Thema, bei der es meiner Meinung nach etwas an der Umsetzung haperte.

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  • 54 Minuten

    54 Minuten

    MaritLucia

    09. October 2017 um 00:07

    Klappentext   "Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer zum neuen Halbjahr hält die Direktorin in der Aula der High School ihre Begrüßungsrede. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Halbjahr, und wie immer ist sie um exakt zehn Uhr zu Ende. Aber heue ist alles anders.   Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm Unrecht getan haben.   Aus der Perspektive von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist."     Inhalt Opportunity ist ein ruhiges Örtchen irgendwo auf dem Land. Dort passiert für gewöhnlich nichts. Man lebte sein Leben, versuchte irgendwie durch zu kommen oder es zu verbessern. Nicht selten wollten die Schüler der Opportunity High ihre Chancen woanders wahr nehmen. Claire, Tomás, Autuum und Sylv haben es nicht mehr lange, bis sie ihrer Zukunft folgen können und diesen verschlafenen Ort hinter sich lassen können. Das vermeintlich bessere Leben, das Erwachsen sein, scheint greifbar nah zu sein. Bis zu jenem Morgen im Winter, als die Routine der Schule gewaltsam durchbrochen wurde. Schüler wie Lehrer sehen sich einer Gefahr entgegen gestellt, der sie nichts entgegen bringen können. Eine einzelne Person entscheidet gnadenlos über Leben und Tod. Tyler hat an dieser Schule bereits eine etwas ausgeprägtere Geschichte und nun ist er gekommen, um abzurechnen.   Eindruck Wo fängt man an, dieses Buch zu beschreiben? Angesprochen hatte mich das Buch mit seinem Cover. Vier unterschiedlich farbende Kreiden, die ganz offensichtlich mit Gewalt gebrochen wurde. Ich denke, dass dieses Bild die Geschichte im Buch ziemlich gut beschreibt. Es ist ein gut gewähltes und sehr ausdruckstarkes Bild. Wenn der Titel nicht derart eindeutig wäre, wüsste man spätestens bei dem Bild, worum es geht.   Der Schreibstil des Buches ist klar, einfach und gefühlvoll beschrieben. Die Emotionen und Gedanken der einzelnen Charaktere werden ausführlich thematisiert und ich finde, dass auch die Angst deutlich herüber kommt. Ich musste das Buch immer mal wieder für den einen oder anderen Tag beiseitelegen, weil das Geschriebene mich packte. Mit dem ersten Schuss war ich auf Habachtstellung und hoffte mit jedem neuen Abschnitt, dass nicht wieder jemand stirbt, dass nichts neues schockierendes enthüllt wird.   Am Anfang stolperte ich über die Menge der Charaktere und über die Verbindungen, für die ich mir Notizen machte, um sie richtig zu erfassen, allerdings hat man die Verbindungen gut im Kopf, sobald das Geschehen ernster wird. Die Charaktere sind so, wie sie beschrieben wurden, authentisch und leben ein gewöhnliches Teenagerleben in Amerika, von Schicksalsschlägen abgesehen. Lediglich die Beziehungen in Autumns Familie ist mir in dieser Form nicht ganz schlüssig. Ich würde in ihrer Situation gerade ein anderes Verhältnis pflegen.   Positiv finde ich, dass die Feinheiten, die zu dem Vorfall führten, thematisiert wurden. Es war nicht nur irgendein Junge, der sich eine Waffe nahm und schoss. Es gab Gründe, ob wir sie nun verstehen oder nicht. Ob man etwas hätte unternehmen können, bevor es so ausartet, oder nicht. Ob wir auch nur eine einzelne Handlung nachvollziehen - nicht verstehen - können.   Abschließend finde ich, dass das Buch keine leichte Kost ist und man sich dem Thema nur stellen sollte, wenn man auch wirklich dafür bereit ist. Der Schreibstil unterstützt die Vorstellungskraft und man ist mental direkt bei den Charakteren und bangt mit ihnen mit. Wenn man mit dem Thema arbeiten und darüber nachdenken kann, würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. 

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  • schonungslose, schockierende 54 Minuten

    54 Minuten

    Bookjulie97

    08. October 2017 um 21:56

    In 54 Minuten geht es um einen Amoklauf an einer Schule. Ein sehr schwieriges Thema. Und doch ist es so wichtig, dass darüber geredet und geschrieben wird. Leider passiert es viel zu häufig, dass ein Raum, der für Schüler Sicherheit bedeuten soll, ein Raum, der zum Lernen gedacht ist für so eine Gewalttat erhalten muss. Wobei man auch nicht außer Acht lassen darf, dass die meisten Ursachen dafür ebenfalls in der Schule stattfinden, was so eine Tat aber keinesfalls gerechtfertigt oder entschuldigt.Am Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, weil man vier verschiedene Personen während dieser schweren 54 Minuten begleitet. Abwechselnd berichten sie darüber, wie sie den Amoklauf erleben. Das fand ich auch sehr gut gemacht, denn so bekommt man vier verschiedene Einblicke. Besonders, weil sich nicht alle vier in der Aula befanden. So erlebt man auch die Ungewissheit der Personen, die sich im Rest des Schulgebäudes aufhalten. Die Ungewissheit und die Angst, was dort vor sich geht und die Angst um Freunde und Familie. Der Sichtwechsel sorgte aber dafür, dass man direkt mit vielen verschiedenen Namen und Geschichten konfrontiert wurde, die man erst einmal einordnen musste. Aber mit der Zeit lernt man die Protagonisten immer besser kennen und konnte sie gut auseinanderhalten. Ab da konnte ich mich auch sehr gut in sie hineinversetzen, was bei mir eine anhaltende Anspannung auslöste, als wäre ich direkt bei dem Amoklauf dabei. Der Schreibstil war einfach so packend und ergreifend und hat mich in einen Sog gezogen. Selbst ich, zu Hause in Sicherheit, habe mit den Protagonisten gelitten und die gleiche Angst wie sie verspürt. Deswegen war es auch nicht verwunderlich, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bis ich die letzte Seite umgeblättert habe, bis der letzte Schuss gemacht wurde. Die Geschichte hinterließ ein dumpfes Gefühl bei mir, eine Zeit lang saß ich einfach da, starrte in die Leere und die Tränen hörten einfach nicht auf zu fließen. Nach jedem Kapitel gab es eine Seite, auf der Nachrichten von Sozialen Medien gezeigt wurden. Diese waren hauptsächlich von Personen, die sich nicht in der Schule aufhielten. Somit bekam man wieder neue Einblicke, was ich wirklich sehr interessant fand. Vor allem, weil es heutzutage wirklich so ist, dass auf Facebook, Twitter und Co alles festgehalten und kommentiert wird. Man bekam mit, wie sich die Nachricht des Amoklaufs zuerst als Gerücht verbreitet und dann irgendwann zur erschreckenden Wahrheit wurde. Es ging aber auch darum, wie Schüler aus der Aula versuchten mit der Außenwelt zu kommunizieren. Besonders diese Nachrichten gingen mir ans Herz, denn man spürte einfach die Angst um das eigene Leben. Der Abschluss der Geschichte, mit einem kleinen Prolog, war wirklich schön gestaltet. So bekam man auch als Leser mehr oder weniger die Chance, damit abzuschließen. Was aber natürlich trotzdem nicht möglich war. Das Thema und die Geschichten von Claire, Autumn, Tomás und Sylv nimmt einen einfach so sehr mit und lässt einen nicht mehr los.Zitat„Denn wovor sollte man noch Angst haben, wenn die schlimmsten Albträume bereits wahr geworden sind?“ – Seite 115Fazit54 Minuten ist ein schockierender Roman, der mich tief ergriffen und gepackt hat. Schonungslos beschrieb Marieke Nijkamp die 54 Minuten, die die Leben einer ganzen Schule veränderten.

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  • Leserunde zu "54 Minuten" von Marieke Nijkamp

    54 Minuten

    Marina_Nordbreze

    Die Zeit läuft ... 54 Minuten entscheiden über Leben und Tod Von einer Minute auf die nächste bricht Chaos in der Schule aus – ein Schuss fällt in der Aula. Einer der Schüler läuft Amok und will sich an all denen rächen, die ihm Unrecht getan haben. Die Ausgangssituation von "54 Minuten" von Marieke Nijkamp ist keine leichte Kost. Und doch müssen wir uns dem Thema stellen. Gemeinsam mit euch und der Autorin möchten wir über Gründe und Konsequenzen von Amokläufen an Schulen diskutieren und uns in der Leserunde intensiv mit der Lektüre von "54 Minuten" auseinander setzen. Über das Buch     Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer zum neuen Halbjahr hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Halbjahr, und wie immer ist sie um exakt zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders. Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm unrecht getan haben. Aus der Perspektive von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.>> Mehr erfahrt ihr in der LeseprobeÜber Marieke Nijkamp      Marieke Nijkamp spricht ungefähr ein Dutzend Sprachen und hat Philosophie und Geschichte studiert. Seit ihrer Studienzeit schreibt sie auf Englisch. So kam sie auf die Idee, in den USA zu publizieren, wo ihr Roman 2016 ein Riesenerfolg wurde. Die Autorin lebt in den Niederlanden.Gemeinsam mit FISCHER FJB vergeben wir in unserer Leserunde 35 Exemplare von "54 Minuten". Was du tun musst, um dabei zu sein? Bewirb dich bis einschließlich 27.08. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte folgende Frage:   Warum möchtest du bei dieser Leserunde mitmachen? Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen.         Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.

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    • 837
  • Amoklauf ohne Aussage

    54 Minuten

    homealwaysfeelssofaraway

    05. October 2017 um 22:14

    Inhalt:Ein neues Schuljahr in Opportunity beginnt. Die Direktorin hält ihre jährliche Begrüßungsrede in der Aula. Als um 10 Uhr alle Schüler wieder zurück in ihre Klassenzimmer möchten, merken sie, dass die Türen verriegelt sind und es keinen Weg nach draußen gibt. Ehe sie über ein "Warum" nachdenken können, fällt der erste Schuss. Tyler ist zurückgekehrt. Der Außenseiter erscheint nach einer Schulpause in der Aula und scheint sich rächen zu wollen.Vier Jugendliche erzählen uns in Echtzeit, wie sie den Amoklauf erleben und teilweise auch versuchen, zu überleben. In diesem Buch erfahren wir ihre persönliche Geschichte über 54 Minuten in Angst und Schrecken.Allgemeines:Zu Anfang lernen wir sehr viele Charaktere kennen. Wenn man sich nicht notiert, wer zu wem gehört und wer denn das nochmal mit diesem und jenem Hobby war, verliert man leider den Überblick. Dies hat mir persönlich den Lesespaß sehr gemindert. Zwischen den Kapiteln sind Social Media Nachrichten dargestellt, also Tweets und Facebook Nachrichten der Schüler, die betroffen oder auch nicht betroffen sind. Mir persönlich hat sich der Sinn daraus nicht erschlossen. Natürlich leben wir im 21. Jahrhundert und die Kommunikation läuft hauptsächlich online ab - in einer Situation, in der ich mich allerdings in Lebensgefahr befinde, würde ich doch eher versuchen die Polizei und/oder Angehörige zu informieren, statt einen Post auf Facebook zu verfassen. Da mir auch die Tweets der Außenstehenden keinen Mehrwert brachten, habe ich sie nur noch überflogen. Thema Polizei: Diese hat sagenhafte 20 Minuten gebraucht, um an der Schule einzutreffen. Selbst dann hatten sie es noch nicht eilig, in die Schule vorzudringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rettungskräfte bei einem Notruf dieser Art derartig lange bis zum Ort des Geschehens brauchen. Außerdem wirkt das Buch sehr eindimensional, weil uns die Sicht des Attentäters verborgen bleibt. Wir lernen ihn nur durch die 4 erzählenden Personen, Autumn, Sylv, Tomás und Claire, kennen. Ein Motiv wird dabei angedeutet, dieses erschließt sich mir allerdings nicht so ganz, da Tyler in seinen Gedanken sehr sprunghaft zu sein scheint. Ob Mobbing, seine Familie oder eine Persönlichkeitsstörung der entscheidende Auslöser für seine Tat war bleibt ungeklärt. Durch das Fehlen des endgültigen Motivs kann ich nur mutmaßen, warum Tyler so reagiert. Ein Roman mit dieser Thematik sollte meiner Meinung nach aufklären, warum Menschen zu so etwas fähig sind und wie man sich selbst reflektieren kann, also selbst an seinem Verhalten etwas ändern kann, dass so etwas in Zukunft verhindert wird. Dieser Aspekt hat mir leider komplett gefehlt. Außerdem befinden wir uns selten am Ort des Geschehens und bekommen kaum etwas vom Amoklauf mit, weil die Charaktere immer wieder in die Vergangenheit abschweifen und Geschichten von früher erzählen. Das ist zwar mal ganz nett um die Zusammenhänge zu verstehen, aber in diesem Buch sollte es ja hauptsächlich um die 54 Minuten gehen, wie der Titel verrät und nicht um die 10 Jahre davor.Schreibstil:Ich weiß nicht, ob ich eine unkorrigierte Fassung hatte, diese war nämlich mit einigen Rechtschreibfehlern versehen und einmal wurde auch die Perspektive falsch markiert. Da ich nicht weiß, ob das in der "richtigen" Ausgabe auch so ist, möchte ich das aus der Bewertung lassen. Mich persönlich hat es in meinem Lesefluss aber sehr gestört. Durch die vielen Perspektivwechsel liest sich das Buch anfangs etwas holprig, zum Schluss hin wird es aber deutlich besser, wenn man die Charaktere erst einmal kennengelernt hat. Der Schreibstil generell ist einem Jugendbuch entsprechend.Charaktere:Ein paar weniger Perspektiven oder Zusammenhänge hätten es auch getan. Es wimmelt hier nur von vertrackten (Ex-) Liebesgeschichten, Geschwisterbeziehungen und Freundschaften. Die grau dargestellten Kreise markieren Personen, die in dem Buch zwar vorkommen und wichtig für die Handlung sind, deren Perspektive allerdings nicht erzählt wird. Auch Tylers Perspektive bleibt leider verborgen. Zum Zeitpunkt des Attentats befinden sich nicht alle Schüler in der Aula (lediglich Autumn, Sylv und Matt), was die Geschichte lebendiger wirken lässt, dadurch, dass wir das Geschehen aus verschiedenen Schauplätzen betrachten. Allerdings handeln die Charaktere in diesem Buch oft unsinnig, vor allem Tomas und Fareed. Warum genau, kann ich natürlich nicht verraten, allerdings planen sie eine Rettungsaktion, die meiner Meinung nach, so wie sie in dem Buch dargestellt wird, überhaupt nicht funktionieren kann.Natürlich wollen sich die pubertierenden Männer als heldenhafte Retter beweisen - aber unbewaffnet gegen einen Jungen mit einer Waffe? Dazu braucht man wirklich nicht viel Grips um zu realisieren, dass das eine Kamikaze-Aktion ist. Leider fiel es mir schwer, in dem Buch eine persönliche Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Gegen Ende wurde dies aber besser und die Gedenkfeier, die sich die Schüler für die Opfer am Schluss ausgedacht haben, fand ich sehr würdevoll und hat als friedlicher Abschluss gut gepasst.Fazit:In der Inhaltsangabe steht:"Nr. 1 >>New York Times<< Bestseller Marieke Nijkamps packender Roman [...] behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule"(Quelle: https://www.fischerverlage.de/buch/54_minuten/9783841440167)Und mehr ist es auch nicht. Ein Echo. Aber wir wissen doch, was tagtäglich passiert. Daran müssen wir denke ich nicht mehr erinnert werden. Wichtiger ist doch, uns die Frage zu stellen, WARUM es passiert und WIE wir es verhindern können. Ein Roman, der so viel hätte mitgeben können - aber leider die Message eines Bergdoktor-Romans aus dem Supermarkt vermittelt. Mich hat dieses Buch in eine tiefe Leseflaute gestürzt, weil ich mich permanent über Charaktere ohne Sinn und Verstand geärgert habe, zu denen ich noch nicht mal eine Beziehung aufbauen konnte. Leider keine Leseempfehlung von mir.

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  • 54 Minuten, die zu Tränen rühren

    54 Minuten

    TchelinaShiver

    04. October 2017 um 22:59

    Das Buch ist aus vier verschiedenen Sichtweisen erzählt, die den Amoklauf ganz unterschiedlich erleben. Sylv, Autumn, Tomas und Claire.  Es beginnt kurz vorher und baut durch die schrecklichen 54 Minuten hindurch Charaktere mit Hintergrund, Geschichte und einen nahezu realistischen Ablauf. Hier werden die Charaktere so gut gezeichnet, dass man am Ende mit Sicherheit ein paar Tränen verdrücken wird.  Leider wird dieses Thema in der Gesellschaft immer wieder vernachlässigt, dabei ist es auch in der heutigen Zeit des Terrors und der Anschläge wichtig. Wir dürfen nicht vergessen, was wichtig ist und was es zu vermeiden gilt.  Die Autorin hat hier ein absolut durchdachtes Werk abgeliefert mit ein paar Schwächen. Anfangs ist es etwas verworren, dies legt sich aber nach ein paar Kapiteln. Danach wird man mitgenommen in eine schrecklich realistische Welt in einen durchdachten Plan des Täters, der nicht abgeschreckt ist diesen durchzuführen. Er hält stand bis zur allerletzten 54. Minute. Gleichzeitig schafft Frau Nijkamp sowohl eine Liebesgeschichte mit einzubinden, wie auch weitere Werte einer guten Gesellschaft hervorzuheben. Hier wird einem vor Augen geführt, dass es eben manchmal die kleineren Momente sind, die einen Menschen zerstören können.Wer auf der Suche nach einen realistischen, emotionsvollen und spannenden Buch ist, sollte hier zugreifen.Absolute Weiterempfehlung! L

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  • 54 Minuten Wahnsinn... wenn Sekunden zu Stunden werden

    54 Minuten

    Vucha

    04. October 2017 um 15:53

    Zum Inhalt:Im beschaulichen Ort Opportunity in Alabama passiert selten viel Erstaunliches oder Bewegendes. Die Schüler der Opportunity High kennen die Begrüßungsrede der Direktorin mittlerweile auswendig und auch sonst ist der Alltag von wenigen Überraschungen geprägt.Doch dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hätte und das das Leben aller Beteiligten fortan wohl für immer prägen wird:Kaum hat die Direktorin ihre Rede beendet, marschiert Tyler mit einer Waffe in die Aula und  beginnt seinen persönlichen Rachefeldzug. Die Aula ist abgesperrt und es scheint kein Entkommen zu geben...Meine Meinung:Marieke Nijkamp greift in ihrem Jugendroman ein sehr brisantes Thema auf. Sie erzählt den Amoklauf aus der Geschichte von vier Schülern der Opportunity High: Autumn, Sylv, Claire und Tomas. Jedes Kapitel ist in vier Abschnitte unterteilt, in dem jeweils einer der vier Protagonisten zu Wort kommt. Alle vier stehen auf irgendeine Weise mit dem Amokläufer in Bezug . Diese Verbindungen offenbaren sich dem Leser allerdings erst nach und nach, so dass die Spannung gewahrt wird und man als Leser auch ständig zum Mitdenken und Hinterfragen angehalten wird. Auch die wechselnden Perspektiven sind Garant dafür, dass keine Langweile aufkommt.Zudem beleuchtet die Autorin das Geschehen nicht nur aus der Sicht von vier verschiedenen Jugendlichen. Vielmehr lässt sie ihre Protagonisten den Amoklauf auch an verschiedenen Orten erleben und erweitert den Plot so sehr geschickt. Während Autumn und Sylv das Geschehen in der Aula miterleben, befindet sich Claire zum Zeitpunkt als der erste Schuss fällt, auf dem Trainigsfeld und Tomas durchwühlt mit seinem Schulkameraden Fareed den Aktenschrank im Büro der Direktorin. Sowohl Claire und ihre Trainingskameraden als auch Tomas und Fareed versuchen jeweils auf ihre Art und Weise zu helfen und dem Amoklauf ein Ende zu setzen.Ein weiteres Stilmittel, das Marieke Nijkamp sehr geschickt einsetzt, sind die eingeschobenen SMS, Tweets und Facebooknachrichten am Ende jedes Kapitels. DIes mag zu Beginn befremdlich wirken, da die Inhalte der jeweiligen Nachrichten oftmals noch nicht wirklich verständlich sind. Auch dies löst sich jedoch im Laufe der Handlung nach und nach auf und die Nachrichten machen das Ausmaß der Katastrophe klar, beziehungsweise erweitern es um sehr persönliche Aspekte.Spricht die Autorin mit diesen Einschüben aus den sozialen Medien eindeutig die Sprache der heutigen Jugend, so zeigt sich das auch in ihrem Schreibstil im Allgemeinen. Dies mag anfangs ungewohnt sein, allerdings wirkte es auf mich auch sehr authentisch.Wie bereits erwähnt, tragen die unterschiedlichen Erzählperspektiven dazu bei, dass die Spannung erhalten bleibt und man unbedingt weiterlesen möchte. Allerdings sind diese wechselnden Perspektiven auch der Ansatzpunkt für die "größte" Kritik, die ich an diesem Buch habe: Die Sichtweise des Täters fehlt komplett! Diese Tatsache lässt das Buch an Tiefgründigket vermissen, da der Amoklauf doch sehr einseitig beschrieben wird und die Beweggründe des Täters nur aus der Sicht der Opfer angedeutet werden. Ganz sicher sollte ein Amokläufer nicht "in Schutz genommen" werden, aber dennoch steckt auch hierhinter ein Mensch, der irgendetwas erlebt hat, das ihn zum Täter gemacht hat. Ein Buch wie dieses soll zum Nachdenken und Diskutieren, aber auch zum Handeln anregen. Es sollte uns die Möglichkeit geben, über solche Geschehen zu reflektieren und ähnliche Gräueltaten vielleicht in Zukunft vermeiden zu können. Dazu fehlt dem Buch jedoch eine sehr entscheidende Komponente, weshalb ich auch nicht mit Bestimmtheit sagen kann, dass ich das Buch für den Deutschunterricht empfehlen würde, weil es meiner Ansicht nach Bücher gibt, die diese Thematik objektiver behandeln.Ein weiterer kleiner Kritikpunkt meinerseits betrifft den Schluss... es mag wohl stimmen, dass Menschen in Extremsituationen extrem reagieren, aber das Ende des Romans wirkte mir dann doch zu sehr konstruiert.Trotz dieser beiden Kritikpunkte möchte ich das Buch dennoch wärmstens empfehlen: es behandelt ein Thema, das leider immer noch sehr aktuell ist und vor dem wir die Augen nicht verschließen dürfen.

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  • Spannend und herzzerreißend

    54 Minuten

    Fuchskind

    03. October 2017 um 08:21

    Inhalt: In dem verschlafenen Opportunity passiert ja nicht wirklich viel. Doch dieses mal, als die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Rede hält, ist alles anders. Die Türen der Aula lassen sich nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen. Tyler ist wieder da!"Ein Schritt nach dem nächsten, nach dem nächsten. Solange ich mich vorwärts bewegen kann, ist mir gleich, was vor mir liegt." (S.8) Meinung: Es ist ein sehr spannendes und emotional geladenes Buch. Die vier Protagonisten kommen ein während der Kapitel immer näher und man fühlt sehr mit ihnen mit. Bei jedem Schuss der fällt, zieht sich der Magen zusammen. Man hofft, dass es keinen Schüler getroffen hat. Der Schriftstil der Autorin ist fesselnd und lässt einen nicht mehr los. Die Lektüre hat viele unvorhersehbare Wendungen und reißen einen damit tiefer in den Abgrund. Trotzdem hofft man bis zum Ende, dass es gut ausgeht."...aber das Leben ergibt für mich den meisten Sinn, wenn ich es nicht ernst nehmen muss, ich aus jedem Augenblick das meiste herausholen muss." (S.199)Fazit: Ein sehr gelungenes Buch, was von mir  wohl verdiente 5 Sterne bekommt! Es ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen, und jeder sollte es gelesen haben! 

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  • Gleichzeitig faszinierend und erschütternd

    54 Minuten

    hannah-bookmark

    02. October 2017 um 23:35

    Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, da der Leser bereits auf den ersten Seiten ein wenig mit den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erschlagen wird, denn diese wechseln mindestens alle 5-10 Seiten.Dennoch hatte ich nach ein paar Kapiteln raus wer wer ist und wie wer mit wem im Zusammenhang steht. Dieses "selbst Schlüsse ziehen" fand ich teilweise sogar noch spannender, als wenn man mir anhand eines Glossars direkt auf die Nase gebunden worden wäre, wie wer zu wem steht.Die gesamte Handlung spielt sich innerhalb von 54 Minuten ab. Innerhalb dieser Zeit verfolgen wir verschiedene Situationen des Amoklaufs aus dem Blickwinkel von 6 unterschiedlichen Charakteren.Jeder der Charakter ist von Prinzip her eine ganz andere Figur, jedoch hat meiner Meinung nach der Schreibstil im Wechsel der Erzählungen nicht ganz so viel variiert, sodass man häufiger auch mal Charaktere verwechselt hat.Ein paar der Handlungsstränge, wie zum Beispiel die spontane und irgendwie unnötige Mini-Lovestory, haben mir nicht ganz so gut gefallen. Dafür gleichen dann aber auch andere "tolle" Szenen aus, wie zum Beispiel endlich einmal eine realistische Darstellung des Selbsterhaltungstriebs, der eben nicht nonexistent ist, wie alle Superhelden Filme in denen der Held sich für das Allgemeinwohl opfert, uns das weis machen wollen.An sich hat mir der Schreibstil allerdings sehr gut gefallen. Er ist nämlich ziemlich flott und ich habe mich als Leser ziemlich mitgerissen gefühlt, besonders weil die Perspektive häufig dann wechselt, wenn es gerade spannend wurde. Ein sehr einfaches und doch so wirkungsvolles taktisches Mittel!Innerhalb eines Tages habe ich das Buch verschlungen und war gleichzeitig fasziniert und entsetzt von der Realitätsnähe dieser Situation. Die Autorin schafft es tatsächlich dem Leser ein sehr beklemmendes Gefühl zu geben und obwohl der Ausgang doch klar zu sein scheint, wendet sich das Blatt doch immer mal wieder so, dass doch nicht mehr alles so eindeutig scheint. FAZITEin Buch mit Sog Wirkung, das um das gleiche Maß faszinierend wie erschütternd ist.Das Thema Amoklauf wird unglaublich realistisch thematisiert und hinterlässt einen mit einem leicht beklemmenden, nachdenklichen Gefühl.Ein Buch, das ich jedem mit etwas Interesse für das Thema unbedingt weiterempfehlen möchte!

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