Mariela Sartorius

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von Mariela Sartorius

Die hohe Schule der Einsamkeit

Die hohe Schule der Einsamkeit

 (5)
Erschienen am 09.02.2006
Die hohe Kunst der Melancholie

Die hohe Kunst der Melancholie

 (1)
Erschienen am 17.11.2011

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Rezension zu "Die hohe Kunst der Melancholie" von Mariela Sartorius

Rezension zu "Die hohe Kunst der Melancholie" von Mariela Sartorius
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Nachdem sie in ihrem letzten Buch der Einsamkeit und der Kunst des Alleinseins eine Bresche in den gesellschaftlichen Mainstream des Partymachens, Gut-Drauf-Seins und permanenter Onlineverfügbarkeit geschlagen hat, widmet sich Mariela Sartorius in ihrem neuen Werk der hohen „Kunst der Melancholie“.

Oft als Vorstufe der Depression oder als Künstlerkrankheit abgetan und von erfolgreichen und hippen Menschen gemieden wie der Teufel das Weihwasser, ist die Melancholie eine wohlverstandene Lebenskunst und eine Art existentielle Widerstandsform gegen eine Welt, die, immer schneller werdend, aus den Fugen gerät und die Seelen der Menschen in diesen Sog mitreißt.

„Vielleicht ist Melancholie nichts anderes als jede Art von Nachdenklichkeit, die nicht in Frohsinn oder Wissenschaft mündet; die sich nicht ablenken lässt durch logische Argumentation, das pragmatische Gebot der Stunde oder auch nur durch eine Clique, die aufgekratzt ins Zimmer kommt und uns zu einem Zug um die Häuser überreden möchte.“

Mit vielen persönlichen Erfahrungen und Gedichten angereichert, folgt Mariela Sartorius der Melancholie als einem verkannten Gefühl durch die Geschichte und Gegenwart. Immer wieder baut sie Gespräche und persönliche Erlebnisse mit anderen Menschen ein, Künstlernaturen allesamt.

Es ist ein Buch, das den Leser immer wieder anspricht, ihn mitnehmen will auf eine Gedankenreise in die Welt der Melancholie. Sie bleibt ohne Ziel und auch nicht ohne Widersprüche und spricht einen deshalb so sehr an, jedenfalls dann, wenn man selbst mehr oder weniger von dieser Kunst in die Wiege gelegt bekam oder sie später, oft notgedrungen, erwarb:
„Das Bild der Melancholiker ist und bleibt uneindeutig und oft sogar widersprüchlich. So sind sie nun mal. Die Empfindsamen und Gefühlvollen. Sensibel bis in die vibrierenden Fingerspitzen, setzen sie sich bisweilen über den berechenbaren Ablauf ihrer geliebten und eingeübten Emotion hinweg. Sie sind nicht durchgängig traurig, geschweige denn vom Weltschmerz gepeinigt. Manchmal überraschen und verblüffen sie uns.“

Ein stellenweise regelrecht poetisches Buch voller Schönheit.

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vielleichtsagerins avatar

Rezension zu "Die hohe Schule der Einsamkeit" von Mariela Sartorius

Rezension zu "Die hohe Schule der Einsamkeit" von Mariela Sartorius
vielleichtsagerinvor 8 Jahren

„Die hohe Kunst der Einsamkeit“ ist ein zärtliches, kleines Büchlein. Doch anders als es der Titel erwarten lässt keineswegs ein stilles. Deshalb eins vorweg: Dieses Buch bietet keinen Trost. Dieses Buch ist ein kräftiger Tritt in den Hintern. Eine Aufforderung zum Umdenken. Ein hitziges Plädoyer der charmantesten Art. Die Botschaft hinter der teils poetischen, teils wunderbar pointierten Sprache lautet: Einsamkeit tut gut. Als bekennende Einsamkeitsfanatikerin geht Sartorius mit dem Thema dabei so liebevoll, so engagiert um, dass man ihr gerne glauben möchte.

Den Ausgangspunkt aller Überlegungen bilden Sartorius' eigene Einsamkeitserfahrung und die Beobachtungen aus dem Leben Anderer, was dem gesamten Buch einen sehr persönlich Anstrich gibt. Dennoch hat man an keiner Stelle das Gefühl, die Autorin wollte sich da etwas von der Seele schreiben. Ganz im Gegenteil. In selbstbewusster Ich-Form verfasst und mit allerlei Überraschungen gespickt, erklärt das Buch gut gelaunt die reflektierte Einsamkeit zum höchst attraktiven und erstrebenswerten Lebensmodell. Hier und da lässt Sartorius Prominente und Normalsterbliche zu Wort kommen, streut großzügig Zitate großer Dichter und Denker ein, versüßt die Lektüre mit Herz zerreißenden Rilke-Gedichten.

Bleibt nur noch zu klären, an wen sich dieses Buch eigentlich wendet. An Leser, die sich einsam fühlen? An solche, die das Alleinsein fürchten? An überzeugte Einzelgänger? An alle. Wer gerne Zeit mit sich selbst verbringt, wird sich bestätigt fühlen. Wen das Alleinsein schmerzt, wird wirkungsvolle Strategien vorfinden, die den Schmerz lindern und sogar in sein Gegenteil umkehren können: das große Glück.

Fazit: Ein poetisch-witziges Buch, das mit Bedacht angegangen werden möchte. Und der Bereitschaft, notfalls mutige Entscheidungen zu treffen.

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