Marijn Backer

 2.9 Sterne bei 10 Bewertungen

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Das Jahr der Lügen

Das Jahr der Lügen

 (10)
Erschienen am 01.03.2014

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Rezension zu "Das Jahr der Lügen" von Marijn Backer

lesenswert
abuelitavor 2 Jahren


Seitdem ihr Vater die Familie verlassen hat, lebt die 14-jährige Antonia mit ihren älteren Geschwistern Iris und Max und der Mutter allein. Das alles ist sehr schlimm für die sensible Jugendliche, zumal ihre Geschwister und auch die Mutter mit der Zeit mit der Situation gut zurecht zu kommen.

Als ihr Vater seine Kinder einlädt, ihn auf Kreta zu besuchen, fahren nur Antonia und Iris hin. Das löst etwas in Antonia aus, die zunehmend schlechter zurechtkommt, nicht mehr in die Schule geht, sich in Traumwelten verliert und immer mehr und mehr lügt. Bzw. sich in einem Gespinst verstrickt, aus dem sie nicht mehr herauskommt, als Bruder Max sie auch noch für seine Zwecke einspannt…

Ein sehr gefühlvolles Jugendbuch, und die Szenen sind auch gut vorstellbar. Auch und gerade die, in denen Antonia nur in ihren Traumwelten lebt, weil sie wohl nur noch so "leben" kann. 

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Rezension zu "Das Jahr der Lügen" von Marijn Backer

Nicht mein Fall...
Chimikovor 3 Jahren

Ich muss sagen, dass ich mich anfangs (und eigentlich das gesamte Buch über) mit dem Stil ziemlich schwer getan habe. Er ist sehr rau, ruppig und für mich gab es irgendwie keinen richtigen Lesefluss. Allgemein fand ich diese kurzen, abrupten Sätze nicht als besonderen Stil, sondern als störend. Mir ist bewusst, dass dadurch Antonias inneres Wesen, ihre Gefühle, betont werden soll, doch für mich wird, zumindest im Deutschen, dies nicht erreicht. Diese Umsetzung hat mir nicht gefallen.

Ansonsten wird eigentlich sehr schön diese Achterbahnfahrt der Gefühle, die Antonia hier durchfährt, dargestellt. Und ihr noch sehr junges Leben hat doch schon viele Höhen und noch mehr Tiefen, die durchlebt werden. Einiges erschien mir etwas zu übertrieben dargestellt: Ein Beispiel hier wäre die Sache mit Antonias Onkel. Ihr Bruder Max redet ihr etwas auf, was eigentlich gar nicht geschehen ist und sie lässt es geschehen, fängt mit der Zeit sogar fast an, es selbst zu glauben. Es werden sogar immer mehr Lügen, in die sie sich verstrickt. Ab da wird es mir etwas zu sehr Drama, Drama, Drama, Baby! Dann kommt auch noch ein imaginärer Freund und eine seltsame Welt hinzu und eine eigentlich schöne Geschichte über ein Mädchen, das sich mit der Trennung der Eltern auseinandersetzen muss, gleitet ins Seltsame ab.

Die Charaktere sind auch... eher mittelprächtig für mich: Die Geschwister lügen gerne, besonders Max, Antonia ist zwar erst 14, aber manchmal doch etwas sehr unreif (ich sage nur imaginärer Freund), Iris konnte mich auch nicht für sich überzeugen und Vater und Mutter benehmen sich teilweise auch nicht viel reifer als Toni. Zwar mochte ich Toni eben doch, zumindest anfangs, als ich ihre Handlungen und Gefühle noch nachvollziehen konnte, doch ehrlich... die Charakterentwicklung ist dann doch nicht das, was ich mir bei dem Buch und dem Thema erhofft habe.

Fazit

Die Grundidee gefällt mir ziemlich gut, doch die Richtung, in die sich die Geschichte entwickelt, konnte mich nicht überzeugen. Auch wenn der Titel ja schon aussagt, dass es einige Lügen gibt, wird mir das Gebilde zu komplex und übertrieben. Das Buch konnte mich absolut nicht packen.

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Rezension zu "Das Jahr der Lügen" von Marijn Backer

Leider überhaupt nicht überzeugend.
tuesdayblindvor 4 Jahren

» Was passiert
Seitdem ihr Vater Paul die Familie verlassen hast, lebt die 14-jährige Antonia alleine mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Iris und Max in Utrecht. Am Anfang war es für alle schwer, mit der Trennung umzugehen, doch ganz langsam normalisiert sich die Situation, wenn auch Toni immer noch sehr damit zu kämpfen hat.
Nach einem Jahr Funkstille meldet sich der Vater nun wieder und lädt seine Kinder nach Kreta ein, wo er mittlerweile mit seiner neuen Frau lebt. Max verabscheut Paul inzwischen abgrundtief, weshalb seine Schwestern alleine nach Griechenland fliegen. Während dieses Urlaubs schließt auch Iris endgültig mit ihrem Vater ab, was Toni nicht schafft. Wieder zurück in der Heimat verliert sie den Boden unter den Füßen und gerät in eine Depression. Was für den Bruder eine gute Gelegenheit ist, ihren Zustand zu nutzen, um gegen seinen Onkel (Bruder der Mutter) vorzugehen, der seit dem Verschwinden des Vaters öfter zu Besuch ist und immer mehr die Rolle des Vaters einzunehmen scheint.


» Was ich denke

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll, denn leider habe ich auch nicht sonderlich viel Positives zu diesem Buch zu sagen. Ich habe mich auf dieses Buch bei “Blogg dein Buch” beworben, weil ich fand, dass die Inhaltsgabe des Verlages wirklich gut klang. Ich dachte an ein richtig schönes Jugenddrama mit Spannung (wie versucht der Bruder, den Onkel loszuwerden, wenn er keine Mittel scheut?) und interessanten Plots (Lügen, Traumwelten, klingt doch super!)… tja, leider wurde davon nichts erfüllt.

Aber fangen wir am Anfang an: dem Schreibstil. Alleine der hat mich nämlich schon sehr abgeschreckt. Die Sätze sind allesamt sehr kurz gehalten, man stolpert förmlich von Satz zu Satz und fällt dabei auch gerne einmal hin. Ich schätze mal, dass der Autor damit die wirren Gedanken bzw. die generelle Verwirrung von Toni rüber bringen möchte, aber mir persönlich ist es einfach alles zu abgehackt und unflüssig. Auch finde ich, dass die Art, wie er schreibt, irgendwie ‘kunstvoll’ wirkt, alleine bei den Dialogen der Figuren dachte ich eigentlich durchgehend: so redet kein Mensch! Das machte das Lesen doch etwas anstrengend.

Aber darüber kann man ja zumindest teilweise hinweg sehen, wenn wenigstens die Story gut wäre! Was sie aber nicht ist. Okay, so kann man das vielleicht auch nicht sagen, aber auf jeden Fall entspricht sie in keinem Fall dem, was man nach der Beschreibung erwartet.
Tatsächlich gibt es eine Traumwelt, in die Toni sich gerne flüchtet – Nangijala. Schon als Kinder haben sie und ihre Schwester Iris sich Geschichten darüber erzählt und so träumt Toni heute noch von dem Land und vor allem von Karl, einem jungen Mann, der sie liebt und versteht. Allerdings empfand ich ihre Träumereien nicht wirklich Realitätsflucht, viel mehr als Ablenkung vom Leben. Und das erwähnte “Konstrukt der Lügen” taucht in meinen Augen auch nicht auf. Genau genommen ist es nur eine einzige Lüge und die setzt sie nicht selber in die Welt, sondern Max. Toni macht sich (nur) schuldig, in dem sie nicht sofort aufklärt, aber in diesem Moment ist sie dermaßen von der Zuneigung ihrer Geschwister, die ihr daraufhin entgegen gebracht wird, geflasht, dass sie es einfach nicht anders kann. Und so muss sie mit ihr leben und als sie sich dazu entschließt, alles aufzuklären, glaubt ihr niemand.

Schlussendlich findet sie dann aber doch ihren Weg, löst das große Drama auf und fühlt sich wie neu. Natürlich. Immerhin ist es ein Jugendbuch und am Ende muss alles ein Happy End haben. So verträgt sie sich nicht nur mit ihrer Familie, nein, auf einmal taucht auch noch ein Typ auf, der angeblich schon total lange auf sie steht und – badabumm – hat sie auch einen Freund. Ich finde, dass die letzten Seiten irgendwie zu gewollt klingen… schnell alles ins Lot bringen und dem Mädchen, das sich selbst hässlich findet, einen Jungen an die Hand geben. Tada! Alle glücklich, alle froh.



So spannend die Idee des Buches auch klingen mag, ich konnte leider weder der Story noch dem Schreibstil etwas abgewinnen. Das Buch ist jetzt nicht so grottenschlecht, dass ich mich komplett durchkämpfen musste, auch wenn ich zwischendurch daran gedacht habe, es einfach abzubrechen, aber ich war doch froh, als ich endlich die letzte Seite gelesen hatte. Ich kann Das Jahr der Lügen leider nicht weiter empfehlen, schade!

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