Mariko Tamaki , Jilian Tamaki Ein Sommer am See

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Inhaltsangabe zu „Ein Sommer am See“ von Mariko Tamaki

Jeden Sommer verbringt Rose mit ihren Eltern die Ferien im selben Haus am See. Dort trifft sie ihre Sommerfreundin Windy. Sie ist für Rose die kleine Schwester, die sie nie hatte. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Roses Eltern hören nicht auf, sich zu streiten, und auch zwischen Rose und Windy hat sich etwas verändert. Rose kann den kindlichen Spielen von früher nicht mehr viel abgewinnen, vielmehr beobachtet sie fasziniert und verstört zugleich die älteren Teenager, die schon erste sexuelle Erfahrungen machen. Eine flirrend leichte Sommergeschichte über die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenwerden voller Geheimnisse, Sorgen und Erwartungen.

Tolle Bilder, in terre sante Handlung

— Wolken_Traum
Wolken_Traum

Meine erste Graphic Novel. Könnte mich daran gewöhnen. Eine leise Geschichte unterlegt mit einfachen Bildern, die dadurch intensiver sind

— Marina_Nordbreze
Marina_Nordbreze

Stimmungsvoll.

— loveisfriendship
loveisfriendship

Ruhige, nachdenkliche Coming-of-Age Geschichte mit unfassbar schönen Bildern und einer berührenden Geschichte!

— Yllin
Yllin

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  • Meine erste Graphic Novel und wie es mir damit ergangen ist

    Ein Sommer am See
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    14. June 2017 um 11:01

    An Graphic Novels habe ich mich bisher noch nicht rangetraut. Warum, kann ich gar nicht wirklich sagen. Mit dem Unterschied zwischen Comics und Graphic Novels habe ich mich auch nie näher beschäftigt. Ich kann berichten, dass ich Flix und "Schöne Töchter" sehr mag. Und durch Herrn Gatsby kenn ich Nicolas Mahler und find den auch recht gut. Das war es dann aber auch schon. Und jetzt also "Ein Sommer am See" von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich mit zwei lieben Bekannten gesprochen und dort wurde mir eben jenes Buch als Einstieg empfohlen. Weil ich den Beiden bei diesem Thema vertraue, habe ich mir eine gedankliche Notiz dazu gemacht. Auf der Messe selber bin ich nicht dazugekommen, das Buch zu kaufen, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wenige Tage später in einer Buchhandlung aufgeschlagen wäre. Schwuppdiwupp und schon lag das kleine Schwergewicht bei mir daheim.Ein kleiner Kritikpunkt zu Beginn. Ich hab "Ein Sommer am See" an einem Abend ausgelesen und als verwöhnter Buchkäufer finde ich 29 Euro dann doch ein bisschen viel. Und mir ist sehr wohl bewusst, dass die Herstellung einer Graphic Novel etwas komplett anderes ist als bei einem Roman. Aber aus diesem Grund werde ich wahrscheinlich nicht beginnen, zahlreiche Graphic Novels zu kaufen. Fürs erste jedenfalls nicht.Doch nun lieber zu den positiven Dingen. Die Geschichte von "Ein Sommer am See" hat mich sehr angesprochen. Wer kennt dieses Feriengefühl nicht, welches man als Kind hat? Diese Schwerelosigkeit, dieses sich treiben lassen in einer anderen Umgebung als sonst. Ich war mit meiner Familie auch öfter am selben Ort im Urlaub, irgendwann stellt sich ein Gefühl des Kennens und Erkennens ein. Und dieses Gefühl vermitteln Mariko Tamaki und Jillian Tamaki (Cousinen! Nicht Schwestern!) hervorragend. Insbesondere die reduzierten Bilder, die doch mit viel Liebe zum Detail gezeichnet wurden. "Knirsch Knirsch Knirsch Knirsch"Auch der Konflikt des Erwachsenwerdens, des Abspalten der kindlichen Welt wurde wunderbar eingefangen. Nicht nur durch die zerbröckelnde Freundschaft zwischen Rose und Windy, sondern auch durch die Schwärmereien für den älteren Dorfjungen, der so unerreichbar scheint. Und dazu – ein See! Mit Geschichten, die am Wasser spielen, kann man mich immer glücklich machen. Deswegen ist "Ein Sommer am See" eigentlich auch ein perfektes Sommerbuch für einen Tag am See. Oder am Fluss. Oder für die richtig coolen Kids am Meer. 

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  • Ein Sommer am See

    Ein Sommer am See
    liberiarium

    liberiarium

    27. December 2016 um 12:07

    PLOTAls in diesem Jahr wieder die Ferien anstehen, hat sich für Rose einiges verändert. Eigentlich hat sie die sommerliche Zeit im Haus am See immer genossen, doch die Streitereien ihrer Eltern machen es ihr nicht gerade leicht, die freien Tage zu genießen. Rose hat eine Ahnung, was zwischen ihren Eltern steht. Auch zu ihrer Freundin Windy scheint sie nicht mehr so einen guten Draht zu haben: während Windy am Strand spielen und herumalbern möchte, wendet sich Rose lieber den älteren Jugendlichen zu. Sie steht zwischen ihrem Dasein als Kind und dem Erwachsenwerden.MEINUNGDas erste Mal bin ich mit dem Comic durch den Max und Moritz-Preis beim diesjährigen Comic-Salon Erlangen in Berührung gekommen. Ein Sommer am See von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki wurde als bester internationaler Comic ausgezeichnet und weckte durch die diverse Thematik direkt mein Interesse. Ich konnte gar nicht anders – in einem Zug habe ich den über 300 Seiten starken Titel gelesen. Das lag nicht nur an den spannenden im Comic angesprochenen Themen, sondern auch an der Aufmachung. Man begegnet vielen beeindruckenden Einzelseiten, die wahnsinnig detailreich gezeichnet sind. Ob es sich dabei nun um Waldkulissen handelt oder um Rose, die auf ihrem Bett lümmelt: Jillian Tamaki begeistert mit großen Aufmachungen. Der Comic ist schwarz-weiß, oder vielmehr blauschwarz-weiß gehalten. Ich empfand die fehlende Farbe jedoch keineswegs als störend, sondern eher als hilfreich, um die Geschichte intensiv zu erzählen. Neben den größeren Einzelseiten besticht der Comic mit einer Schlichtheit an Panels und wirkt daher nie aufdringlich oder überlaufen. Das gilt auch für die Sprechblasen und den allgemeinen Texteinsatz, wodurch die Atmosphäre, die beim Lesen entsteht, unterstützt wird. Mariko Tamaki erzählt eine packende Geschichte rund um das Erwachsenwerden. Es fiel mir von Anfang an leicht, mich mit Rose zu identifizieren. Sie steht für das, was jeder einmal durchmacht, wenn man zwischen den Grenzen der Kindheit und des Erwachsenenlebens steht. Rose ist noch unerfahren und tauscht sich daher mit ihrer – ebenso unerfahrenen – Freundin Windy aus, um dem Erwachsenendasein auf die Sprünge zu kommen. Das zeigt sich vor allem durch ihre Gespräche über Sexualität. Rose und Windy schnappen eine Unterhaltung zwischen älteren Jugendlichen über Oralsex auf und fragen sich sogleich, was das eigentlich bedeutet. Aufklärung ist ein relevanter Aspekt, der immer wieder in der Erzählung auftaucht. So wird durch die Eltern kaum Aufklärung betrieben, sondern findet diese eher im Schulunterricht statt. Eine Heranführung an die Sexualität ist kaum gegeben, sodass sich Windy und Rose ganz natürlich gegenseitig befragen.Auf diese Weise ist auch Schwangerschaft ein wunder Punkt: Ein Sommer am See legt dar, wie es ist, schwanger zu sein und das Kind nicht zu wollen. Auf der anderen Seite wird aber auch behandelt, was in jemandem vorgehen kann, der Kinder kriegen will, jedoch nicht kriegen kann. Dass dadurch nicht nur die Frau betroffen ist, sondern auch ein ganzes Umfeld daran leiden kann, wird stark herausgestellt. Es wird deutlich, dass nicht nur der Körper im zentralen Mittelpunkt der Geschichte steht, sondern auch der Übergang vom Kind zur Frau. Rose und Windy spielen das Mash-Spiel, bei dem schlussendlich nur Merkmale einer Person herausgestellt werden, wie beispielsweise welche Art von Haus oder Wohnung zu in der Zukunft beziehen oder wie viele Kinder sie mit welchem Mann bekommen. Windy kommt das Spiel schlussendlich merkwürdig vor, weil die Frage nach dem zukünftigen Beruf gänzlich ausbleibt. Mir gefiel es gut, dass Windy genau diesen Aspekt hinterfragt, wo der Job doch ein wichtiger Lebensabschnitt darstellt.Rose beobachtet nicht nur viel, sondern auch intensiv die älteren Teenager am See. Sie stellt immer mehr fest, dass sie eigentlich kein Kind mehr ist, allerdings noch nicht zu den Jugendlichen oder gar Erwachsenen gehört. Sie wird von den Älteren ausgeschlossen und versucht sich einen Zugang zu ihrer Welt zu schaffen, indem sie mit ihrer Freundin beispielsweise Horrorfilme ab 18 ausleiht, auch wenn ihr nicht immer wohl dabei ist. Ich war begeistert davon, dass nicht nur die sozialen Probleme von Rose angesprochen werden, sondern auch aufgezeigt wird, wie ihre Eltern an ihren persönlichen Krisen zu knabbern haben. So stehen Eheschwierigkeiten und der Umgang mit Adoption im Fokus. FAZITIch war rundum begeistert von der Geschichte und wurde nicht enttäuscht. Gerade die großen Illustrationen auf einer Doppelseite ließen mich staunen und konnten mich beeindrucken. Mir hat es gut gefallen, dass man sich selbst ein wenig in Rose sehen konnte, die ganz ungeniert und doch mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf schwebend über Sexualität und Erwachsenwerden spricht. Das Tempo und die Erzähldynamik waren durchweg gelungen, sodass ich den Comic in einem Zug verschlungen habe, was immer ein gutes Zeichen ist, dass eine Erzählung begeistert. Ich vergebe daher für Ein Sommer am See von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki fünf von fünf Lesebrillen!

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  • Eine stimmungsvolle Graphic Novel

    Ein Sommer am See
    loveisfriendship

    loveisfriendship

    31. May 2016 um 15:45

    Eine stimmungsvolle Graphic Novel, die auf luftig-schwere Weise die Entfremdung einer Freundschaft und das Ende der sorglosen Kindheit thematisiert. Wie jedes Jahr verbringt Rose mit ihren Eltern den Sommer am See bei ihrer Ferienfreundin Windy. Doch dieser Sommer ist anders als die vorherigen. Hat der Altersunterschied zwischen Rose und Windy vorher keine Rolle gespielt, tritt er nun umso deutlicher zutage. Gleichzeitig scheinen die beiden nicht wahrhaben zu wollen, dass sich etwas für immer verändert hat und die Urlaubswelt nicht so heil ist wie gedacht. Dieser Comicroman ist eine Sammlung an flirrenden Momentaufnahmen, es ist kein klarer Spannungsbogen erkennbar. Die beiden Autorinnen geben mit einer entspannten, ruhigen Erzählweise psychologisch interessante und feinfühlige Einblicke in das Innenleben ihrer Figuren. Rose gehört nirgends mehr zu: zu reif für Windy, zu unreif für die anderen Jugendlichen. Die lila-blau stichigen Tuschezeichnungen mit Blick auf Einzelheiten, Gesten, Gegenstände und Geräuschen erzeugen ein einprägsames Bild der glühend-ungewissen, unwirklich-trägen Stimmung am sommerlichen See. Traumwandlerisch und wie nebenbei werden tiefergehende Themen behandelt in dieser Graphic Novel, die insgesamt einen bitter-beklommenen Nachgeschmack bei mir hinterlassen hat. Fazit: In „Ein Sommer am See“ fangen Jillian Tamaki und Mariko Tamaki auf melancholisch-magische Weise den Moment an der Schwelle vom Kind-sein zum Erwachsenwerden ein. „Leichte Schwere“, diese Worte kommen mir in den Sinn um diese Graphic Novel zu beschreiben. Genau dieses Gefühl der Unsicherheit wird eingefangen, wo man als Heranwachsender nicht weiß, was man eigentlich fühlen soll. Ein Buch zum Identifizieren oder sich-Zurückversetzen.   Auch zu lesen unter: https://jubiwi.wordpress.com/2016/04/07/buchvorstellung-ein-sommer-am-see/

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  • Eine nachdenkliche Geschichte über das Erwachsenwerden

    Ein Sommer am See
    Yllin

    Yllin

    06. December 2015 um 10:43

    Ein Sommer am See Autor: Mariko Tamaki Illustrationen: Jillian Tamaki Kategorie: Graphic NovelGenre: Slice of Life, Coming of AgeErschienen: 16.07.2015 Bände: 1/1Seiten: 320Verlag: ReproduktISBN: 978-3-95640-025-4Preis: 29€ Rating: ♥♥♥♥♥ Inhalt "Jeden Sommer verbringt Rose mit ihren Eltern die Ferien im selben Haus am See. Dort trifft sie ihre Sommerfreundin Windy. Sie ist für Rose die kleine Schwester, die sie nie hatte. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Roses Eltern hören nicht auf, sich zu streiten, und auch zwischen Rose und Windy hat sich etwas verändert. Rose kann den kindlichen Spielen von früher nicht mehr viel abgewinnen, vielmehr beobachtet sie fasziniert und verstört zugleich die älteren Teenager, die schon erste sexuelle Erfahrungen machen. Eine flirrend leichte Sommergeschichte über die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenwerden – voller Geheimnisse, Sorgen und Erwartungen. Bereits “Skim”, das preisgekrönte erste Buch der kanadischen Cousinen Mariko und Jillian Tamaki, erregte 2008 Aufmerksamkeit weit über die Grenzen des Comics hinaus." - Quelle: Verlag Cover ♥♥♥♥♥ Gestoßen bin ich auf Ein Sommer am See auf der diesjährigen Buchmesse in Wien, auf der der Reprodukt-Verlag (unter einigen anderen deutschen Comic- und Graphic Novel Verlagen) ungewöhnlich, aber erfreulich stark vertreten war. Gerade die unscheinbare Aufmachung des Covers fachte bei jedem meiner Besuche immer wieder aufs Neue meine Neugier an, das immerhin 320 Seiten schwere 'Buch' in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen, um herauszufinden, was sich hinter diesem schlichten, aber unglaublich schönen Cover verbirgt. Schon auf den ersten Blick habe ich mich in die blaustichigen, melancholisch-düsteren Zeichnungen verliebt, die sich - angefangen beim Cover - durch die ganze Graphic Novel ziehen. Besonders die verträumte Darstellung der beiden Hauptcharaktere, Windy (nur zur Hälfte) und Rose, die sich, allein in der Abgeschiedenheit des weiten, weißen Himmels, gerade mitten im Sprung befinden, um gleich in das kühle Nass des Sees zu tauchen, spiegelt die Stimmung der Graphic Novel unerwartet gut wieder. Sehr schönes Cover! Charaktere ♥♥♥♥♥ Rose: Rose befindet sich gerade in einer sehr wichtigen Phase ihres Lebens - sie steht an der Schwelle zur Pubertät. Als sie in diesem Jahr mit ihren Eltern zu ihrem alljährlichen Sommerurlaub an den See fährt, trifft sie dort ihre Freundin Windy wieder, von der sie verwundert feststellt, wie kindisch sie sich - in ihren Augen - eigentlich verhält. Beim Lesen musste ich immer wieder bewundernd feststellen, wie stark die einzelnen Stimmungen des jungen, pubertierenden Mädchens (so wie ich es selbst noch in Erinnerung hatte) von Autorin und Illustratorin eingefangen und wiedergespiegelt wurden. Ich fühlte mich immer wieder wie in Rose hineinversetzt und wurde von der jeweiligen Stimmung angesteckt, die sie gerade empfand: war sie melancholisch-verträumt, erwischte ich mich ebenfalls dabei, war sie glücklich und tollte mit Windy herum, zauberte es mir ein Lächeln auf die Lippen. Zwar war ich mit ihren Handlungen nicht immer ganz einverstanden, aber das musste ich auch nicht sein. Rose ist ein authentischer, lebhafter Charakter, der Fehler begeht, tief im Gefühlschaos steckt und dabei Dinge sagt und tut, die wir alle nur allzu gut kennen, auch wenn wir - aus der Sicht unseres jetzigen, viel älteren Ichs - keinen Bezug mehr zu diesen, unseren, früheren Entscheidungen haben. Es ist verrückt, wie die beiden Tamaki-Cousinen einen Charakter schaffen, der genau dieses Gefühl wiederzugeben versteht. Windy: Bei Windy ist es in etwa das Gleiche. Anders als ihre langjährige Freundin Rose, hat sie den letzten Schritt in die Phase der Pubertät noch nicht gemacht und versteht es schon deswegen, ihr Leben leichter und mit kindlichem Irrsinn zu leben. Als Adoptivtochter einer ehemaligen Hippie-Dame mit veganem Lebensstil versteht sie es trotzdem - auf ihre eigene Weise -, was es heißt, ein Rebell zu sein. Sie lacht viel und ausgelassen, spielt gern Streiche, ist witzig und hat ein großes Mundwerk, aber ein dafür viel zu kleines Selbstbewusstsein, wie an manchen Stellen deutlich wird. Auch wenn sie gerne großspurig über 'Erwachsenenkram' redet und so tut, als wüsste sie, wovon sie spricht, und sich mit masochistischem Vergnügen immer wieder Horrorfilme ab 18 anschaut, merkt man doch gerade in solchen Momenten, dass sie für diese Themen noch längst nicht reif genug ist, auch wenn sie es gerne wäre. Gerade deswegen macht es sie rasend, dass sie das Gefühl hat, mit Rose nicht mehr, wie noch im Jahr zuvor, auf einer Wellenlänge zu sein und fühlt sich von deren Gefühls- und Gedankenwelt mehr und mehr ausgeschlossen. Während Rose fasziniert eine Gruppe Jugendlicher beobachtet, zieht sich Windy zusehends davor zurück und möchte eigentlich gar nichts mit ihnen zu tun haben. Auch hier zeigt sich wieder die grandiose Beobachtungsgabe der beiden Autorinnen, die es schaffen, dem Leser die Psyche dieser beiden Mädchen so detailverliebt darzulegen. Windy war mein Highlight! Zeichenstil ♥♥♥♥♥ Die Zeichnerin Jillian Tamaki, die mit ihrer Cousine gemeinsam das Projekt Ein Sommer am Seevollendete, ist Nordamerikanerin mit - wie ihr Nachname sagt - japanischen Wurzeln. Vielleicht habe ich gerade deswegen so beherzt zugegriffen, als ich die Graphic Novel das erste Mal in die Finger bekam, denn mit japanischen Zeichenstilen kenne ich mich aus. Das faszinierende an diesem hier ist, dass Jillian Tamaki eine perfekte Mischung aus amerikanischem und japanischem Stil geschaffen hat, die sich in klaren, dicken Outlines, runden Gesichtern, simplen Artworks und ausdrucksstarken Gesichtern niederschlägt. Die wiedergegebenen Emotionen sind viel tiefer und realistischer, als sie ein Manga je darstellen könnte, dafür hat die japanische, schlichte Schönheit ihren ganz eigenen, faszinierenden Reiz. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich minutenlang ein und das selbe Bild angestarrt habe, um die Stimmung in mich aufzusaugen, die Emotionen herauszufiltern und die Schönheit der Bilder auf mich wirken zu lassen. Besonders gut gefallen mir die natürlichen Körperproportionen der Charaktere, die jedem einzelnen einzigartige Eigenschaften zuordnet: mal groß und dürr, klein und rund, klein und knochig, groß und untersetzt, kurvig, faltig, sportlich, klapprig. Es gab keine Stereotypen, keine unrealistischen, dürren, keine übertrieben schönen Charaktere. Jeder hat seine Fehler, seine Ecken und Kanten, Momente, die sie schön oder hässlich erscheinen lassen. Das, was Jillian Tamaki hier geschaffen hat, ist für mich Kunst. Handlung ♥♥♥♥♥ Wer hier eine aufregende Handlungen voller Plottwists und actiongeladenen Szenen erwartet, der ist ganz falsch. Ein Sommer am See fühlte sich für mich an wie ein Kurzurlaub in die Psyche zweier Mädchen, die noch nicht recht wissen, wie sie dem Leben begegnen sollen - und weg von Bildschirm, Medien und einer Welt voller Lügen und falscher Schönheitsideale. Wir folgen Rose in den Urlaub an den See, sehen, was sie sieht, fühlen, was sie fühlt und finden, mitten in einer Identitätskrise heraus, dass ihre Eltern nicht mehr glücklich miteinander sind. Wir spüren ihre Angst vor einer - nie ausgesprochenen - Scheidung und die Kälte, mit der ihre Mutter ihr und ihrem Vater plötzlich begegnet. Wir beobachten mit ihren Augen fasziniert, angewidert und neugierig zugleich, wie eine Gruppe Jugendlicher in Sex (ohne explizite Szenen), Alkohol und Drogen versinkt und fürchten uns vor dieser, ihrer Zukunftsvision. Der Fokus der Graphic Novel liegt hier nicht auf der Handlung, er liegt auf den Worten, der Stimmung und vor allem: auf der Entwicklung der einzelnen Charaktere und ihrer Beziehung untereinander. Ein unglaublich schönes, verträumtes Werk, dass es wert ist, immer und immer wieder in die Hand genommen zu werden - und wenn es nur ist, um in den wundervollen Zeichnungen zu versinken. Gesamtwertung ♥♥♥♥♥ Ein Sommer am See ist für mich ein absoluter Glückgriff und ein richtiger Schatz. Als ich die Graphic Novel das erste Mal sah, wusste ich nicht, ob ich mich auf ein solches Experiment einlassen wollte - weg von Büchern und klassischen Mangas, wie ich sie sonst lese, und hin zu den in simple Zeichenkunst verpackten, literarischen Geschichten. Ich muss sagen, dass ich einen Kauf noch nie weniger bereut habe als jetzt. Ein Sommer am See ist unglaublich schön und fordert den Leser mit einer unscheinbaren Intelligenz heraus, sich Stimmungen hinzugeben, Kontroversen zu überdenken und sich in die Welt eines anderen hineinzuversetzen, um ihn zu verstehen. Die noch dazu besonders ausdrucksstarken Zeichnungen von schlichter Schönheit haben mich absolut fasziniert und überzeugt, dass sich hinter dem Wort Graphic Novel eine feingliedrige Kunstform verbirgt. Einfach toll!

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