Mein erster Gedanke beim Durchblättern des Buches war: Ist das etwa wieder so ein „Macher-Buch“, dass zuhauf die Ladentische von Buchhandlungen besetzt und die Lösung fast aller Probleme verspricht?“ Doch beim Einlesen merkte ich schnell, dass ich mich, im Sinne des Buches, mit dieser Frage im (ungeeigneten) „Kritikermodus“ befand. Beim Weiterlesen fand ich auch gleich, fast intuitiv, da das Buch das eigenständige Denken geradezu provoziert, zu der Frage, die eher dem Lernmodus angemessen ist: Wie kann ich das Buch für meine Arbeit, für mein Privatleben, für das Leben ganz allgemein nutzen? Oder ganz allgemein: Was kann ich durch dieses Buch lernen?
Dabei macht es einem das Buch sehr leicht, den Hintergründen dieser beiden Modi zu folgen und den daraus resultierenden Fragen nachzugehen und dabei auf Dinge zu stoßen, die für die Zusammenarbeit im Job, für das Zusammenleben aber auch für die eigene Orientierung elementar sind. Ein Komplex dieser Schlüsselfragen lautet zum Beispiel: „Wovon gehe ich aus? Wie kann ich anders darüber denken? Was denkt, fühlt und will der andere?“ Der Zugang zum Thema dieses Buches wird auch dadurch erleichtert, dass dieses in eine zugänglich geschriebene Geschichte verpackt wurde – und die Autorin ist eine verdammt gute Geschichtenerzählerin, da man kaum merkt, wie sie ihre Protagonisten geschickt, im Sinne des Themas, agieren lässt, es so aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und sich damit der Lernerfolg, zumindest der Verstehenserfolg, gleichsam automatisch einstellt. In der Geschichte selbst gibt eine Geschäftsführerin, die schon im QT- Modus unterwegs ist (sinnigerweise bei der Firma QTec), einen Abteilungs-/Teamleiter, der sich im Verzweiflungsmodus befindet (beruflich und privat), sowie einen Coach für Führungskräfte, der den Hadernden an die Hand nimmt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um mit Hilfe der Methoden des Question Thinkings neue berufliche und private Entwicklungen zu ermöglichen.
Das Buch ist äußerst klar strukturiert, da den zwölf Kapiteln über Einstieg und Umsetzung (mit Phasen des Haderns, die es als wertvolle Rückmeldungen zu nutzen gilt) genauso viele Übungskapitel folgen. Der Umfang des Buches ist allerdings auch ein Indiz dafür, dass es schon eine gewisse Zeit braucht, damit sich die Umstellung vom Kritiker- in den Lernmodus soweit im Gehirn verfestigen kann, dass, sich die damit verbundene Haltungsänderung mehr oder weniger intuitiv einstellen kann. Dabei geht es nicht um eine 100 Prozent-Lösung, sondern um ein ständiges Wechselspiel der beiden Modi, jetzt aber mit der bewussten Möglichkeit, über sogenannte Umschaltfragen zurück in den Lernmodus zu kommen.
Kurz zusammengefasst: Das Buch macht schon beim Lesen Lust darauf, die hier dargestellten Optionen, bei sich selbst (in einem inneren Frage- und Antwortprozess) und bei bzw. zusammen mit anderen auszuprobieren.
(6.11.2017)


