Marilyn Yalom

 3.7 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Wie die Franzosen die Liebe erfanden, Freundinnen und weiteren Büchern.

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Freundinnen

 (1)
Erscheint am 14.01.2019 als Taschenbuch bei btb.

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Wie die Franzosen die Liebe erfanden

Wie die Franzosen die Liebe erfanden

 (15)
Erschienen am 02.12.2013
Freundinnen

Freundinnen

 (1)
Erschienen am 14.01.2019
History of the Breast

History of the Breast

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Erschienen am 31.03.1998
Women Writers of the West Coast

Women Writers of the West Coast

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Erschienen am 01.08.1988
Blood Sisters

Blood Sisters

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Erschienen am 01.06.1995
A History of the Wife

A History of the Wife

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Erschienen am 01.02.2002

Neue Rezensionen zu Marilyn Yalom

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" von Marilyn Yalom

Liebevolle Literaturgeschichte
Giselle74vor einem Jahr

Mit "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" legt Marilyn Yalom eine liebevoll zusammengetragene Literaturgeschichte der französischen Liebe vor. Von der mittelalterlichen Minne und Frauenlob, über Galanterie, die romantischen Liebe, Homosexualität und, ja tatsächlich, "republikanische" Liebe, zu jeder Spielart hat Yalom den historischen Bezug und die passenden Bücher parat. So erfährt man viel über Klassiker wie "Cyrano de Bergerac", "Die Prinzessin von Cléves" oder "Madame Bovary", über französische Liebespaare wie z.B. Sartre und de Beauvoir, alles in leichtem und amüsantem Plauderton erzählt. Dieses Buch ist ein Schatzkästlein für den an französischer Literatur interessierten Leser. Man könnte sich sozusagen vom Mittelalter bis zur Neuzeit anhand dieses Buches durch die französische Literatur wühlen, die Veränderungen im Liebes - und Lebensstil mit nachvollziehen und hätte danach einen guten Überblick über das literarische Schaffen des Landes.
 Die Idee, die Buchauswahl unter das Thema Liebe zu stellen, finde ich an sich nicht schlecht. Die meisten literaturgeschichtlich relevanten Bücher dürften sich mit diesem Thema befassen. Ob dieses Büchlein aber nun den "Beweis" erbringt, die Franzosen hätten die Liebe erfunden, möge man mit einem Augenzwinkern beantworten... Ein bißchen frankophil sollte der Leser wohl schon sein, um mit der Gestaltung und Umsetzung des Themas glücklich zu werden.

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YukBooks avatar

Rezension zu "Freundinnen" von Marilyn Yalom

Boston Marriage und Sisterhood
YukBookvor 2 Jahren

Obwohl sie zu den wichtigsten Dingen im Leben gehören, macht man sich im Alltag selten Gedanken über die unterschiedliche Bedeutung und Arten von Freundschaften. Für einen besonderen Aspekt, nämlich die kulturgeschichtliche Entwicklung von Frauenfreundschaften interessierten sich die amerikanischen Autorinnen Marilyn Yalow und Theresa Donovan Brown. Das Ergebnis ihrer Recherchen kann man in diesem sehr interessanten Buch nachlesen. Die Autorinnen gehen zurück bis in die Antike, wo Freundschaften in der Öffentlichkeit männlich geprägt waren. Frauenfreundschaften rückten erst etwa im 12. Jahrhundert in die Aufmerksamkeit wie beispielsweise die tragische Liebe und Freundschaft zwischen Hildegard von Bingen und der Nonne Richardis von Stade, die wesentlich jünger und von niedrigerem Rang war. Mit Shakespeare fanden Frauenfreundschaften auch Eingang in die Dichtkunst. Kapitel für Kapitel begleiten wir die Autorinnen in neue Epochen und gesellschaftliche Kreise in Europa und Amerika und erfahren, was sich hinter Begriffen wie Boston Marriage und Sisterhood verbirgt. Die literarischen Zirkel in London und die Salons in Paris boten den idealen Rahmen, in dem sich Freundschaften entwickeln konnten. Zitate aus Briefen von George Sand oder Charlotte Bronté vermitteln dem Leser die Intensität der Gefühle und Beziehungen zwischen den Schriftstellerinnen. Neben romantischen Freundschaften etablierten sich auch starke Bindungen zwischen Frauen, die ein gemeinsames Anliegen teilten wie zum Beispiel das Engagement für die Unabhängigkeit Amerikas. Frauengruppen wurden immer mehr zu Eckpfeilern der amerikanischen Gesellschaft und trieben durch ihre Kameradschaft und gemeinsamen Ziele soziale Projekte wie die Schaffung von Zufluchtsorten für Unterprivilegierte voran. Am Anfang fand ich das Buch etwas trocken, doch mit der Zeit fesselte mich die Tiefe und Vielschichtigkeit der beschriebenen Frauenfreundschaften, ihr Bezug zum Zeitgeschehen und ihre Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklungen immer mehr. Anhand von vielen Beispielen zeigen die Autorinnen, wie Sitcoms, Spielfilme und Romane die Rolle der Freundin und die Mentalitäten der jeweiligen Zeit deutlich widerspiegeln. Auch die sozialen Medien, die es vielbeschäftigten Frauen ermöglicht, Freundschaften zu pflegen und Gleichgesinnte zu finden, werden differenziert betrachtet. Eine Vernetzung führe nicht unbedingt zur Verbundenheit, weshalb neuerdings der Trend, online zu gehen, um sich offline zu treffen, zu beobachten sei. In dem weit gespannten Bogen erfährt man nicht nur viele interessante geschichtliche Details, sondern sieht den Stellenwert der Freundschaft in einem neuen Licht.

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HeikeGs avatar

Rezension zu "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" von Marilyn Yalom

Madame s'amuse à Paris avec nos hommes galants? (Amüsiert sich Madame mit unseren galanten Herren)
HeikeGvor 3 Jahren

"Ohne Liebe bin ich nichts.
Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt,
ja mit Engelszungen reden könnte,
aber ich hätte keine Liebe,
so wären alle meine Worte hohl und leer,
ohne jeden Klang,
wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag."

Die beste "Definitionen" zum Thema Liebe findet sich tatsächlich in der Bibel im 1. Korinther 13. Ansonsten ist dieses psychische Phänomen nicht nur im eigenen Erklären, sondern auch den spezifischen und heute bekannten naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden äußerst schwer zugänglich. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass über die Liebe deshalb nichts Allgemeingültiges ausgesagt werden könnte. Die Trefferquote bei einer Google-Suche liegt im Millionen-Bereich. Jeder hat offensichtlich darüber seine ganz eigene Meinung, die sich aus dem eigene Erleben speist. Erlebnisse lassen sich nun mal sehr schlecht im Labor mit Instrumenten messen. Aber man kann über sie beschreibend berichten. Und das tun wir Menschen schon seit Jahrhunderten. Vor allem in der Literatur nimmt ihre Interpretation einen großen Stellenwert ein. Es gibt kaum einen Autor, der die Liebe nicht zum Sujet seiner Beschreibung herangezogen hat. Doch wie und vor allem wo nahm alles seinen Ursprung?

Marilyn Yalom, Professorin für Französische Literatur an der Stanford University, die bereits vielfältige Beiträge und Bücher zur Kulturgeschichte der Frau, mit besonderem Fokus auf Frauen in Frankreich und in den Vereinigten Staaten, geschrieben hat, nimmt sich in ihrem jüngsten Werk diesem großen Thema an. Dabei stellt sie eine interessante, wenn auch vielleicht nicht ganz ernst zu nehmende These auf: Die Liebe wurde in Frankreich erfunden. Ob nun Wahrheit oder Mythos, eines ist sicher: die anscheinend liebesbegeisterten Französinnen und Franzosen haben es im Laufe von Jahrhunderten geschafft, dass Frankreich als das Land der Liebe schlechthin gilt. "Die Amerikaner meiner Generation hielten die Franzosen für die Stifter der Liebe. Aus ihren Büchern, ihren Chansons, ihren Zeitschriften und Filmen fabrizierten wir uns ein Bild davon, wie aufregend Liebe sein kann - und das war weit entfernt vom aseptischen amerikanischen Modell der Fünfzigerjahre. Die Frage also lautet: Wie sind die Franzosen geworden, wie sie sind? Dieses Buch möchte eine Antwort darauf geben."

Auch wenn man durchaus der Meinung sein könnte, "die Liebe, wie wir sie heute kennen, habe es schon immer gegeben", entstand damals in Frankreich "etwas historisch gesehen Neues, eine kulturelle Explosion, die für Liebende das Recht einforderte, ihre Leidenschaft entgegen allen gesellschaftlichen und religiösen Widerständen auszuleben.", so Yalom. Chronologisch versucht sich in ihrem Werk herauszufinden, wo sich in der französischen Geschichte die Ursprünge finden lassen und zwar am Beispiel ihres Fachgebietes - der Literatur. "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" ist also keineswegs eine trockene wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein höchst amüsantes und für jeden Literaturbegeisterten erhellend zu lesendes Buch über die Liebe in ihrer kulturellen Form.

Marilyn Yalom beginnt im Frankreich des 11./12. Jahrhunderts, als der Ehebruch als literarisches Thema erstmalig in Mode kam. Franzosen erfanden damals die Ideale der Minne und sorgten für deren Verbreitung. Die Dame bekam eine Starrolle in dem Kult der 'fin'amor', die sich schließlich zu einem Modell für alle westlichen Männer und Frauen entwickeln. "Heute sagen wir romantische Liebe dazu." Die amerikanische Autorin beginnt mit dem französischen Pendant zu Romeo und Julia: Abaelard und Heloise, den Schutzheiligen der französischen Liebespaare und Märtyrern der Liebe. Ihnen folgt im 12. Jahrhundert der 'galanterie' (eine Reihe verfeinerter Sitten im Umgang mit dem anderen Geschlecht, die sich zuweilen bis in die Jetztzeit gehalten hat), als herausragendes Beispiel "Die Prinzessin von Cléves" von Madame de La Fayette, einer der ersten "psychologischen" Romane überhaupt. Weiter geht es mit der Komödie und Tragödie im 17. und dem vorrevolutionäres Frankreich des 18. Jahrhundert. Namen wie Molière ("Der Menschenfeind"), Racine ("Phädra") und Prévost mit seiner femme fatale "Manon Lescaut" tauchen genauso auf wie Rousseaus "Julie oder Die neue Héloïse", "Gefährliche Liebschaften" von de Laclos oder die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse.
Yalom betrachtet die republikanische Liebe (Élisabeth Le Bas, Madame Roland), untersucht sozioerotische Variante selbiger bei Constant, Stendhal ("Rot und Schwarz") und Balzac, wo zumeist ein junger Mann in eine ältere Frau verliebt ist oder umgekehrt, schwenkt ein in die Bahn der französischen Romantik und der Belle Époque. "Madame Bovary" von Gustave Flaubert sowie die Heldenkomödie "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Aber auch der gleichgeschlechtlichen Liebe zollt sie ihre Aufmerksamkeit, deren Vertreter Verlaine, Rimbaud, Wilde und Gide sowie Colette, Gertrude Stein und Vilette Leduc ausführlich "untersucht" werden. "Auch hier setzten die Franzosen eine sexuelle Revolution in Gang, die im restlichen Jahrhundert noch mehrfach hohe Wellen schlagen sollte." Natürlich dürfen auch die neurotische Liebe bei Marcel Proust sowie die verliebten Existenzialisten Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre nicht fehlen, die sie während ihrer Studienzeit noch persönlich in Paris erlebte. Letztendlich schwenkt die Autorin auf der Zielgeraden noch bei Marguerite Duras und letztendlich der Liebe im 21. Jahrhundert ein. Auch wenn heute der französische Roman wohl nicht mehr der privilegierte Ort der Liebe ist. Am ehesten hat er sich wohl noch in den stillen, leisen französischen Filmen gehalten.

Marilyn Yaloms sehr persönlich gehaltenes und mit vielen individuellen und eigenen Bonmots aus ihrem großen (französischen) Bekanntenkreis gewürztes Buch, hält eine Fülle an Historischem und natürlich auch literarisch Wissenschaftlichem bereit. Geschrieben in einem lockeren, sehr gut lesbaren Stil, ist ein äußerst amüsantes, aber trotzdem hochinteressantes Buch entstanden, das vor allem dem Literaturliebhaber eine Fülle an neuem Lesestoff bietet. Letztendlich sehen Franzosen, so Yalom, "die Liebe lieber als ein Spiel, bei dem man sich nicht in die Karten schauen lässt". Sie haben "mit ihrer jahrhundertelangen höfischen Kultur ihre Vorstellungen über die Liebe von oben her entwickelt. Könige und Königinnen, adlige Damen und Herren, Minnesänger und Schriftsteller haben Loblieder und Gedichte auf die Liebe ersonnen und diese Liebe in einer Welt von ihresgleichen ausgelebt." Die Tradition des galanten Liebesgeplauders ist in Frankreich jedenfalls nie ausgestorben. Auch wenn sie feststellt, "dass sich die Regeln für das Zusammenleben kontinuierlich ändern. (...) Aber die Liebe ist deshalb keineswegs verschwunden. Wie seit jeher ist sie in Frankreich auf eine geradezu obsessive Art allgegenwärtig." Auch wenn sie in ihrer bezaubernden Tour durch die Jahrhunderte sicherlich ein paar gewagte Verallgemeinerungen anbringt, über die sich trefflich streiten lässt, so stellt man nach der Lektüre eindeutig fest: Wer will schon streiten, wenn es um die Liebe geht. Denn: "Votre passion pour la littérature française nous honore. Et le plaisir?" (Ihre Leidenschaft für die französische Literatur ehrt uns. Und das Vergnügen?)

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