Marilyn Yalom Wie die Franzosen die Liebe erfanden

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Inhaltsangabe zu „Wie die Franzosen die Liebe erfanden“ von Marilyn Yalom

Neurotisch, leidenschaftlich, höfisch: Die Franzosen kennen fast so viele Spielarten der Liebe wie Käsesorten. Von den Minnesängern bis Dominique Strauss-Kahn: Immer wieder verblüffen sie den Rest der Welt. Wurde die Liebe in Frankreich erfunden? Marilyn Yalom, die große Romanistin und Feministin der ersten Stunde, geht dieser unterhaltsamen Frage anhand berühmter Meisterwerke der Literatur nach – offenherzig, fundiert und mit viel Humor. Nicht umsonst sind Wörter wie Rendezvous, Tête-à-Tête, Ménage-à-trois, Amour fou überall auf der Welt ein Begriff. Von der raffiniert-bösartigen Erotik der Gefährlichen Liebschaften bis zur berechnenden Sinnlichkeit einer Madame Bovary, von der offenen Ehe zwischen Sartre und Beauvoir bis zum exotischen Liebhaber der Marguerite Duras – am Ende steht immer die uralte Frage: Was macht die Liebeaus? Trieb oder Gefühl? Seele oder Intellekt? Für Kenner der Literatur ist dieses Buch ein Fest, bei dem man alte Freunde unter neuen Vorzeichen wiedertrifft. Alle anderen werden große Lust aufs Lesen bekommen.

Ein Spiegelbild durch die Geschichte der Liebe begleitet durch Zeichnungen und etlichen Zitaten und Auszügen aus Liebensbriefen, Filmszenen

— RubyKairo
RubyKairo

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    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    HeikeG

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:44

    "Ohne Liebe bin ich nichts. Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt, ja mit Engelszungen reden könnte, aber ich hätte keine Liebe, so wären alle meine Worte hohl und leer, ohne jeden Klang, wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag." Die beste "Definitionen" zum Thema Liebe findet sich tatsächlich in der Bibel im 1. Korinther 13. Ansonsten ist dieses psychische Phänomen nicht nur im eigenen Erklären, sondern auch den spezifischen und heute bekannten naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden äußerst schwer zugänglich. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass über die Liebe deshalb nichts Allgemeingültiges ausgesagt werden könnte. Die Trefferquote bei einer Google-Suche liegt im Millionen-Bereich. Jeder hat offensichtlich darüber seine ganz eigene Meinung, die sich aus dem eigene Erleben speist. Erlebnisse lassen sich nun mal sehr schlecht im Labor mit Instrumenten messen. Aber man kann über sie beschreibend berichten. Und das tun wir Menschen schon seit Jahrhunderten. Vor allem in der Literatur nimmt ihre Interpretation einen großen Stellenwert ein. Es gibt kaum einen Autor, der die Liebe nicht zum Sujet seiner Beschreibung herangezogen hat. Doch wie und vor allem wo nahm alles seinen Ursprung? Marilyn Yalom, Professorin für Französische Literatur an der Stanford University, die bereits vielfältige Beiträge und Bücher zur Kulturgeschichte der Frau, mit besonderem Fokus auf Frauen in Frankreich und in den Vereinigten Staaten, geschrieben hat, nimmt sich in ihrem jüngsten Werk diesem großen Thema an. Dabei stellt sie eine interessante, wenn auch vielleicht nicht ganz ernst zu nehmende These auf: Die Liebe wurde in Frankreich erfunden. Ob nun Wahrheit oder Mythos, eines ist sicher: die anscheinend liebesbegeisterten Französinnen und Franzosen haben es im Laufe von Jahrhunderten geschafft, dass Frankreich als das Land der Liebe schlechthin gilt. "Die Amerikaner meiner Generation hielten die Franzosen für die Stifter der Liebe. Aus ihren Büchern, ihren Chansons, ihren Zeitschriften und Filmen fabrizierten wir uns ein Bild davon, wie aufregend Liebe sein kann - und das war weit entfernt vom aseptischen amerikanischen Modell der Fünfzigerjahre. Die Frage also lautet: Wie sind die Franzosen geworden, wie sie sind? Dieses Buch möchte eine Antwort darauf geben." Auch wenn man durchaus der Meinung sein könnte, "die Liebe, wie wir sie heute kennen, habe es schon immer gegeben", entstand damals in Frankreich "etwas historisch gesehen Neues, eine kulturelle Explosion, die für Liebende das Recht einforderte, ihre Leidenschaft entgegen allen gesellschaftlichen und religiösen Widerständen auszuleben.", so Yalom. Chronologisch versucht sich in ihrem Werk herauszufinden, wo sich in der französischen Geschichte die Ursprünge finden lassen und zwar am Beispiel ihres Fachgebietes - der Literatur. "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" ist also keineswegs eine trockene wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein höchst amüsantes und für jeden Literaturbegeisterten erhellend zu lesendes Buch über die Liebe in ihrer kulturellen Form. Marilyn Yalom beginnt im Frankreich des 11./12. Jahrhunderts, als der Ehebruch als literarisches Thema erstmalig in Mode kam. Franzosen erfanden damals die Ideale der Minne und sorgten für deren Verbreitung. Die Dame bekam eine Starrolle in dem Kult der 'fin'amor', die sich schließlich zu einem Modell für alle westlichen Männer und Frauen entwickeln. "Heute sagen wir romantische Liebe dazu." Die amerikanische Autorin beginnt mit dem französischen Pendant zu Romeo und Julia: Abaelard und Heloise, den Schutzheiligen der französischen Liebespaare und Märtyrern der Liebe. Ihnen folgt im 12. Jahrhundert der 'galanterie' (eine Reihe verfeinerter Sitten im Umgang mit dem anderen Geschlecht, die sich zuweilen bis in die Jetztzeit gehalten hat), als herausragendes Beispiel "Die Prinzessin von Cléves" von Madame de La Fayette, einer der ersten "psychologischen" Romane überhaupt. Weiter geht es mit der Komödie und Tragödie im 17. und dem vorrevolutionäres Frankreich des 18. Jahrhundert. Namen wie Molière ("Der Menschenfeind"), Racine ("Phädra") und Prévost mit seiner femme fatale "Manon Lescaut" tauchen genauso auf wie Rousseaus "Julie oder Die neue Héloïse", "Gefährliche Liebschaften" von de Laclos oder die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse. Yalom betrachtet die republikanische Liebe (Élisabeth Le Bas, Madame Roland), untersucht sozioerotische Variante selbiger bei Constant, Stendhal ("Rot und Schwarz") und Balzac, wo zumeist ein junger Mann in eine ältere Frau verliebt ist oder umgekehrt, schwenkt ein in die Bahn der französischen Romantik und der Belle Époque. "Madame Bovary" von Gustave Flaubert sowie die Heldenkomödie "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Aber auch der gleichgeschlechtlichen Liebe zollt sie ihre Aufmerksamkeit, deren Vertreter Verlaine, Rimbaud, Wilde und Gide sowie Colette, Gertrude Stein und Vilette Leduc ausführlich "untersucht" werden. "Auch hier setzten die Franzosen eine sexuelle Revolution in Gang, die im restlichen Jahrhundert noch mehrfach hohe Wellen schlagen sollte." Natürlich dürfen auch die neurotische Liebe bei Marcel Proust sowie die verliebten Existenzialisten Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre nicht fehlen, die sie während ihrer Studienzeit noch persönlich in Paris erlebte. Letztendlich schwenkt die Autorin auf der Zielgeraden noch bei Marguerite Duras und letztendlich der Liebe im 21. Jahrhundert ein. Auch wenn heute der französische Roman wohl nicht mehr der privilegierte Ort der Liebe ist. Am ehesten hat er sich wohl noch in den stillen, leisen französischen Filmen gehalten. Marilyn Yaloms sehr persönlich gehaltenes und mit vielen individuellen und eigenen Bonmots aus ihrem großen (französischen) Bekanntenkreis gewürztes Buch, hält eine Fülle an Historischem und natürlich auch literarisch Wissenschaftlichem bereit. Geschrieben in einem lockeren, sehr gut lesbaren Stil, ist ein äußerst amüsantes, aber trotzdem hochinteressantes Buch entstanden, das vor allem dem Literaturliebhaber eine Fülle an neuem Lesestoff bietet. Letztendlich sehen Franzosen, so Yalom, "die Liebe lieber als ein Spiel, bei dem man sich nicht in die Karten schauen lässt". Sie haben "mit ihrer jahrhundertelangen höfischen Kultur ihre Vorstellungen über die Liebe von oben her entwickelt. Könige und Königinnen, adlige Damen und Herren, Minnesänger und Schriftsteller haben Loblieder und Gedichte auf die Liebe ersonnen und diese Liebe in einer Welt von ihresgleichen ausgelebt." Die Tradition des galanten Liebesgeplauders ist in Frankreich jedenfalls nie ausgestorben. Auch wenn sie feststellt, "dass sich die Regeln für das Zusammenleben kontinuierlich ändern. (...) Aber die Liebe ist deshalb keineswegs verschwunden. Wie seit jeher ist sie in Frankreich auf eine geradezu obsessive Art allgegenwärtig." Auch wenn sie in ihrer bezaubernden Tour durch die Jahrhunderte sicherlich ein paar gewagte Verallgemeinerungen anbringt, über die sich trefflich streiten lässt, so stellt man nach der Lektüre eindeutig fest: Wer will schon streiten, wenn es um die Liebe geht. Denn: "Votre passion pour la littérature française nous honore. Et le plaisir?" (Ihre Leidenschaft für die französische Literatur ehrt uns. Und das Vergnügen?)

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  • Liebeswelten - Ein Spiegelbild der Liebe

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    RubyKairo

    RubyKairo

    Neunhundert Jahre französische Liebe in einem Buch. Angefangen im zwölften Jahrhundert bis in die heutige Zeit lesen wir von der innigen Liebe, den vielseitigen und aufwendigen Affairen und natürlich auch von der unglücklichen Liebe. Ob es mit Heloises Worten gesagt wird, oder ob Strauss-Kahn der Vergewaltigung überführt wird, es hat alles mit dem kleinen oder großen Wort Liebe zu tun. Ein Spiegelbild durch die Geschichte der Liebe begleitet durch Zeichnungen und etlichen Zitaten und Auszügen aus Liebensbriefen, Filmszenen und Versen. Wer wirklich alles über die Liebe wissen will: Voila!

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  • Manchmal zu viel

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. February 2014 um 17:05

    Wie die Franzosen, die Liebe erfanden, ein Buch über die verschiedenen Liebesmöglichkeiten und die Liebenden. Das Buch bietet einen umfangreichen Überblick über neunhundert Jahre französische Liebe. Es berichtet u.a. über Heloise und Abaelard, führt ein in die höfische Liebe, berichtet über lesbische und homosexuelle Liebe, neurotische Liebe. ich habe das Buch nicht von vorn nach hinten gelsen, sondern mir immer wieder verschiedenen kapitel zu Gemüte geführt. Maches hat mich mehr interessiert, für anderes hat mir der Bezug und das Interesse gefehlt, dieses habe ich dann nur gestreift, quer gelesen. Ich finde das Wek sehr umfangreich und ausführlich. Manchmal waren es mir einfach zu viele Informationen auf einmal. Die vielen Personen haben mich verwirrt, da sie mir auch zum Teil unbekannt waren. Auch die vielen Literaturwerke kannten ich nicht immer. Dadurch war das Buch etwas schwer zu lesen und zu verstehen. Ich mußte oft zurückschlagen und manche Sätze noch einmal lesen, da mir bei so vielen Informationen der Zusammenhang verloren ging. Entspannend fand ich das Lesen dadurch nicht unbedingt und meine Erwartung auf ein Buch, dass leicht und locker mit einen Schuß Humor über die französische Liebe erzählt, ging dadurch verloren. Dennoch muß ich sagen, dass die Autorin sich sehr umfangreich nachgeforscht hat. Aber man merkt schon, dass sie keine Fransosin ist, der amerikanische Stil ist nich zu überlesen. Besonders habe mir die Kapitel über die lesbische Liebe und über die Liebesbriefe. Ich war schon erstaunt, dass besonders In Bezug zur lesbischen Liebe die Franzosen schon so zeitig (ab 1900) so tolerant waren. Hier merkt man eben, dass die die Franzosen viel offner sind. Für mich kommen die schönsten Liebefilme und -bücher auch oft aus diesen Land. Aber ob, die Liebe dort erfunden wurde, davon hat mich das Buch nicht überzeugt. Fazit: Für mich ist dies ein Buch, was Zeit braucht um es zu lesen, dass ich aber immer wieder mal zur Hand nehmen werde und einzelne Kapitel lese werde, um Neues zu entdecken und Wissen zu vertiefen.

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  • Es ist, was es ist – sagt die Liebe

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. February 2014 um 23:00

    Die Sicht auf die Liebe im Wandel der Zeit. Man staunt, ist amüsiert und fasziniert vom Inhalt dieses Buches, der sich wie ein bunter und wertvoller Fächer ausbreitet und mit all seinen fundiert beschriebenen Facetten besticht und fesselt, ganz, wie die Liebe selbst. Höchst anspruchsvoll und dennoch unterhaltsam nähert sich die Autorin anhand berühmter Meisterwerke aus Kunst und Kultur diesem schier unerschöpflichen Thema und geht dabei sprichwörtlich von Pol zu Pol; die Liebe als zerstörerische Kraft und als Offenbarung, zwischen Ideal und Realität. Was macht die Liebe aus? Trieb oder Gefühl? Seele oder Intellekt? Marilyn Yalom versucht mittels vorangegangener ausgiebiger Geschichts- und Literaturrecherche Antworten darauf zu finden und formuliert dabei mitunter sehr gewagte Thesen. Wir bekommen so die Gelegenheit in unsere bewegende Vergangenheit zu schauen, denn auch die Liebe war und ist gesellschaftlichen und kulturellen Schwankungen unterworfen. Folgt auf eine Abkehr stets eine Wiederkehr? Zwischen Offenheit und Befangenheit wird der Leser seine ganz persönliche Sicht auf die Liebe wiederfinden.

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  • 900 Jahre Liebe - Ein Spiegelbild der Vergangenheit

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    kassandra1010

    kassandra1010

    04. February 2014 um 07:28

    Neunhundert Jahre französische Liebe in einem Buch. Angefangen im zwölften Jahrhundert bis in die heutige Zeit lesen wir von der innigen Liebe, den vielseitigen und aufwendigen Affairen und natürlich auch von der unglücklichen Liebe.   Ob es mit Heloises Worten gesagt wird, oder ob Strauss-Kahn der Vergewaltigung überführt wird, es hat alles mit dem kleinen oder großen Wort Liebe zu tun.   Ein Spiegelbild durch die Geschichte der Liebe begleitet durch Zeichnungen und etlichen Zitaten und Auszügen aus Liebensbriefen, Filmszenen und Versen.   Wer wirklich alles über die Liebe wissen will: Voila!  

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  • Trocken und schwer verdaulich

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    Deengla

    Deengla

    23. January 2014 um 13:01

    Kurzmeinung Eine Reise durch 900 Jahre französischer Literaturgeschichte, die wegen des trockenen, umständlichen Schreibstils, zahlreicher Längen und massiver Eigenwerbung der Autorin für mich leider eine Qual war. Eines von nur zwei Büchern, dessen Lektüre ich im vergangenen Jahr abgebrochen habe. Inhalt Wurde die Liebe in Frankreich erfunden? In 16 Kapiteln stellt die Autorin verschiedene mal mehr, mal weniger bekannte Liebesgeschichten der französischen Literatur vor. Madame Bovary und Cyrano de Bergerac sind ebenso vertreten wie Abaelard und Heloise, die in Frankreich anscheinend fast noch bekannter als Romeo und Julia und die Schutzheiligen französischer Liebespaare sind. Meine ausführlichere Meinung Ich habe zwar schon das ein oder andere französische Buch gelesen, bin jedoch bei weitem keine Expertin. Die Leseprobe sowie der Titel und Klappentext hatten mich angesprochen und ich hatte mir erhofft, hier zwar vielleicht die ein oder andere Leseanregung zu erhalten, aber in erster Linie wollte ich jedoch von dem Buch von Marilyn Yalom selbst unterhalten werden. Dies war leider nicht der Fall und ich habe das Buch nach Kapitel 10 endgültig abgebrochen, nachdem ich es über mehrere Wochen hinweg immer abschnittsweise gelesen hatte. Gut ist, dass die Kapitel voneinander unabhängig lesbar sind, aber selbst innerhalb eines Kapitels bin ich nie in einen Lesefluss gekommen. Der Sprachstil war für mich eine Qual, wenn ich hier auch fairerweise nicht ganz ausschließen kann, dass es im Original eventuell besser zu lesen ist und lediglich die Übersetzung alles sehr umständlich und ausufernd gemacht hat. Zitate hin und wieder sind schön und gut, aber diese Unmenge von Zitaten, die teilweise mehr als eine halbe Seite des Textes annehmen, waren meiner Meinung nach oft nicht in dieser Länge und Fülle wirklich notwendig. Mehr als 10 Seiten Fußnoten im Anhang bestätigen mich in meiner Meinung. Der rote Faden fehlte für mich. Zumindest einen kurzen Abriss der französischen Literaturgeschichte in Form eines Vorwortes oder meinetwegen einer kurzen tabellarischen Auflistung hätte mir schon sehr geholfen. So wurde man immer von Kapitel zu Kapitel in eine Epoche reingeschmissen, und selbst dann wurde Wissen meiner Meinung nach einfach vorausgesetzt. Für französische Literaturkenner ist das Buch sicherlich viel besser zu lesen, ich hätte mir als unwissende Durchschnittsleserin zumindest knapp die wichtigsten Infos zusammengefasst gewünscht. Am schlimmsten fand ich persönlich jedoch die Art und Weise, wie Yalom sich selbst immer wieder in die Geschichte der Liebespaare einbringt. Und damit meine ich noch nicht mal die Stellen, in denen sie immer kleine "Anekdoten" von sich in Frankreich einbringt und ihre Meinung als die unwiderruflich richtige einer DER Frankreichexpertinnen schlechthin darstellt. (Ganz schön ausgeprägtes Selbstbewusstein, kam zumindest bei mir so an.) Obwohl mich diese "Ankedoten" oft schon ein bisschen genervt haben. Ich meine selbst nicht die Stellen, in denen sie andere Leute abrupt und zusammenhangslos in ihre Literaturgeschichte einflicht - wie etwa den Sohn von Bekannten, der in Frankreich groß wurde und sicherlich nur deswegen zum krassen, unwiderstehlichen Frauenabschlepper an der amerikanischen Uni, die er besuchte, wurde. Franzosen verführen besser. Nein, fast jedes Kapitel weist auf mindestens einen von der Autorin veröffentlichten wissenschaftlichen Aufsatz hin. Im Fließtext. (Als Fußnote für mich ja noch akzeptierbar.) Diese penetrante Art der Eigenwerbung bzw. Selbstbeweihräucherung war für mich dann doch etwas zuviel des Guten. Von provokanten Thesen habe ich auch nichts lesen können. Fazit Sehr gut recherchiert, keine Frage; aber meine Erwartungen konnten nicht erfüllt werden.

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  • Die Liebe, die Liebe - immer wieder die Liebe!

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    Grandville

    Grandville

    07. January 2014 um 21:33

    Die Liebe... neben Hass wohl eines der wichtigsten und in jeder Kultur bekannten Gefühle. Marilyn Yalom nimmt in ihrem Buch den Leser an die Hand und begleitet ihn durch 900 Jahre Literaturgeschichte - französische wohlgemerkt. Denn sie ist der Liebe auf der Spur, der so berühmten französischen Liebe, die die Touristen nach Paris lockt, um im leichten Regen Hand in Hand am Eifelturm zu spazieren und danach in einem Café sich verliebt in die Augen zu gucken. Denn das soll sehr Französisch sein... neben vielen anderen Dingen auch. Warum unterscheiden sich die Franzosen in so mancher Einstellung die Ehe, Ehebruch, Familie, Beziehung betreffend - der Liebe an sich, so sehr von anderen Ländern z.B. den Amerikanern und warum sind sie für die Liebe so berühmt (und berüchtigt)? Dies versucht Yalom in ihrem Buch zu ergründen und macht dies, indem sie den Leser mit zurück in die Vergangenheit nimmt. So beginnt ihre Reise mit Abaelard und Heloise und der Leser begegnet u.a. Molieré, George Sand, Marcel Proust, Colette und endet bei Margarite Duras. Anhand der Werke beschreibt Yalom unterhaltsam und gekonnt zum einen die Bedeutung des Werkes und schließt daraus Rückschlüsse auf die damalige Gesellschaft. So wird ein genauer Blick auf die Höfische Gesellschaft und ihre Bedeutung im Hinblick auf die Entwicklung des "gewöhnlichen" Volkes geworfen und so langsam versteht man dann, warum die Franzosen in Liebesdingen so sind, wie sie sind. Frau Yalom ist Professorin für Französische Literatur an der Stanford University und ich finde, man merkt ihr ihre Freude und ihr enormes Hintergrundwissen an. Gerne wäre ich Student bei ihr, wenn ihre Vorlesungen so interessant wären, wie dieses Buch. Was ich mir gewünscht hätte, wäre mehr Bildmaterial von den Autoren, den ganzen Königen und Mätressen, einfach weil man sich als Frankreich-Unwissender bestimmt besser zurechtfinden würden. Es sind zwar am Anfang eines jeden Kapitels Bilder zu finden, allerdings sind diese meist recht klein und die Bildqualität manchmal nicht besonders gut. Noch dazu sind die wenigen Bilder schwarz-weiß - Farbe wäre schöner gewesen. Ein wie ich finde interessante Reise in die Literaturgeschichte. Leider muss ich aber gestehen, dass es sich an einigen Stellen schon ein wenig gezogen hat. Insgesamt hat es mir aber gut gefallen. Aber gewiss ist das Buch wohl eher etwas für Frankreich-Fans und Literaturgeschichtlich interessierte. Insgesamt eine anspruchsvolle, aber unterhaltsam Lektüre. Bitte keinen Schenkelklopfer wegen des "Humors" im Klappentext erwarten. Ein sehr feinsinniger Humor ist im Buch versteckt.

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  • Nicht ganz überzeugend

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    sapadi

    sapadi

    29. December 2013 um 09:47

    Das Sachbuch betrachtet die Geschichte der Liebe in Frankreich und deren Einfluss auf die Kultur im Vergleich zur amerikanischen. Anhand von Beispielen aus der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart erläutert die Autorin ihre Feststellungen. Der Schreibstil ist manchmal ein wenig langatmig und schwer zu lesen, aber es handelt sich um ein Sachbuch und somit ist es durchaus im Rahmen. Ein wenig flüssigerer Schreibstil hätte dem Buch allerdings gut getan. Viele Beispiele aus der Literatur sind mir nicht bekannt gewesen und so musste ich immer wieder recherchieren, was den Lesefluss ebenfalls gemindert hat. Ein Vergleich mit Amerika ist für uns Deutsche leider ein wenig belanglos, hier wäre ein Vergleich mit Deutschen griffiger, zumal die Gegenüberstellungen im ganzen Buch zu kurz kommen, Fazit: Den Beweis warum die Franzosen die Liebe erfunden haben sollen, hat die Autorin nicht erbracht, aber man hat einen Eindruck über die Liebe, vor allem in der französischen Literatur bekommen.

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  • Anregend und bereichernd

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    helena33

    helena33

    23. December 2013 um 18:20

    Ausgehend von der Beobachtung, dass in der us-amerikanischen Kultur und der französischen Kultur ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Liebe, die Leidenschaft und die Ehe bestehen, möchte die Autorin die Liebe als soziales Konstrukt näher erforschen. Und zwar mit dem Blick auf die Entwicklung des französischen Verständnisses von Liebe. Hierzu wendet sie sich, ausgehend vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart, französischen Schriftstellern und ihren Werken zu. Yalom geht von einer wechselseitigen Beeinflussung aus. Die Literatur beeinflusse die Ideen der Menschen und die Menschen selbst beeinflussen die Literatur. In den 16 Kapiteln legt sie den Fokus daher mal mehr auf das Liebesleben der Schriftsteller, wie z.B. bei Beauvoir und Sartre, mal hingegen mehr auf die literarischen Figuren, wie z.B. die Romanfiguren von Proust. Yalom befasst sich mit Rousseau, Gide, La Fayette, Sand, Moliere, Racine, Stendhal, Flaubert, Rimbaud und vielen anderen mehr. Man erhält dabei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die verschiedenen Spielarten der Liebe – die romantisch monogame Liebe, die leidenschaftliche Liebe, die freundschaftliche Liebe, die neurotische Liebe, die inzestöse Liebe, die geheimnisvolle Liebe, die symbiotische Liebe uvm. Zugleich liest man auch über den historischen Kontext, die politische Situation und auch die Rolle der Frau in der jeweiligen Zeit – da natürlich auch dies erheblichen Einfluss auf die Formen der Liebe hat. Hin und wieder nimmt Yalom auch Bezug auf die us- amerikanischen Vorstellungen über die Liebe und die Ehe, was ich noch als zusätzliche Bereicherung werte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe es nicht immer chronologisch gelesen, sondern mir die Kapitel heraus gesucht, die mich gerade interessierten. Auch ließ ich mir immer wieder Pausen, um über das Gelesene in Ruhe nachdenken zu können. Yalom hat eine klare, flüssig und lebendig zu lesende Sprache, es machte mir stets Freude sie bei der Analyse bekannterer und auch unbekannterer Werke und Schriftsteller zu begleiten. Man spürt deutlich, dass ihr die französische Literatur und die Liebe sehr am Herzen liegen. Mich hat es beeindruckt, wie fein sie die jeweiligen Betonungen setzt und wie klar sie ihre literarischen Analysen und Interpretationen formuliert. Sie regte mich sehr zum Nachdenken an. Zudem bereitete die Lektüre mir Lust, einige der besprochenen Werke, die ich noch nicht kannte, zu lesen. Einen Stern möchte ich trotzdem abziehen. Ich empfand es manchmal als störend, dass die Autorin immer mal wieder einzeln beobachtete Szenen aus privaten Beziehungen plaudernd wiedergab. Das passte meines Erachtens nicht so ganz zum Buch. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Freude an französischer Literatur in den verschiedenen Epochen hat und der sich gern literatur- und sozialwissenschaftlich dem Phänomen der Liebe nähern möchte. Ich empfand das Werk als leicht zu lesen, interessant, anregend und bereichernd. Ein Buch, in das man immer mal wieder gern reinschauen kann und möchte.

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  • Tolles Sachbuch!

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    Cellissima

    Cellissima

    22. December 2013 um 21:05

    Wenn man an die Liebe denkt, dann denkt man meist auch schnell, wenn nicht zuerst, an Paris, Frankreich, die Franzosen. Möchte man also alles über die Liebe erfahren, so muss man dieses Land und seine Menschen, seine Geschichte und Kultur, insbesondere auch Literatur, beleuchten. -Doch was, wenn die Person, die sich zu solch einer Entdeckungsreise aufmacht, nicht aus Frankreich stammt? Kann das gutgehen? -Es kann! Das beweist die Amerikanerin Marilyn Yalom vorliegend. Yalom, Professorin für Französische Literatur, hat sich die Frage gestellt, wo die Liebe ihren Ursprung hat. Schnell stieß sie auf die Antwort: Frankreich. Im vorliegenden Buch widmet sie sich ihr auf über 400 Seiten, vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Wir lernen das 1. Liebespaar der Geschichte kennen, lernen, wie berühmte Schriftsteller die Liebe erlebten, wie heutzutage geliebt wird. Ist Liebe bspw. ohne Sex möglich? Oder ist die sexuelle Komponente zumindest für den Großteil der Franzosen essentieller Bestandteil der Liebe? -Yalom beschränkt sich nicht auf die Geschichte, sondern beleuchtet auch unsere moderne Gesellschaft und versucht so, Antworten auf aktuelle Fragen zu finden. Angesprochen und erkundet werden wirklich alle Formen, Facetten und Spielarten der Liebe. Es ist schön aufgemacht und für ein Sachbuch überaus angenehm und flüssig lesbar. Längen oder generell Passagen, bei denen das Interesse und die Aufmerksamkeit des Lesers etwas nachlassen, sind kaum zu finden. Das Buch ist gleich zu Beginn gut gegliedert, die einzelnen Kapitel samt Inhalt sind mit einem Blick zu finden. An Illustrationen und Zitaten wurde nicht gespart, was gerade bei einem Sachbuch sehr wichtig ist für den Lesefluss und die Leichtigkeit. Die Autorin geht strukturiert vor, beginnt folglich mit dem 1. Liebespaar der französischen Geschichte: mit Abaelard und Heloise im Jahre 1115/16 - diese beiden sind für die Franzosen das, was Romeo und Julia für die Amerikaner und Briten bis heute sind. In 15 weiteren Kapiteln arbeitet sie sich bis in unsere Gegenwart vor. Yalom schreibt gut, sodass man die Lektüre ihres Werkes trotz aller Wissenschaftlichkeit und Wissensvermittlung fast immer auch als kurzweilig und unterhaltsam empfindet. Die "großen" Kapitel, bspw. das über Abaelard und Heloise, über die höfische Liebe, aber auch und gerade die, die sich bekannten Persönlichkeiten wie Molière, Racine, George Sand, Flaubert, Proust, Sartre ... widmen, haben mich so sehr gefesselt, dass ich sie ohne Pause gelesen habe. Nur bei den sehr wenigen Kapiteln, die sich unbekannten Persönlichkeiten widmen und bei denen der Inhalt dann teilweise auch etwas hinter dem Rest zurückblieb für mein Empfinden, haben meine Konzentration und mein Interesse etwas nachgelassen. Dennoch waren auch sie gut lesbar, und im Zweifel kann der Leser sie problemlos und ohne spätere Wissenslücken überspringen. Abschließend finden sich u.a. ein Epilog, Anmerkungen, ein Abbildungsregister, ein Personenregister. Fazit: Ein Sachbuch, dessen Lektüre sehr angenehm war, mir Freude bereitete und viel Wissen über die Liebe, die französische Geschichte und Literatur sowie über die Franzosen selbst vermittelte. Ein Buch, das sicher manchen langweilen wird - doch für Leser, die sich für Frankreich, für Literatur, für Geschichte und nicht zuletzt für die Liebe interessieren, ist es absolut empfehlenswert!

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  • Trockenes Sachbuch

    Wie die Franzosen die Liebe erfanden
    cole88

    cole88

    06. December 2013 um 13:08

    Mein Interesse an dem Buch wurde zum einen durch das schöne Cover und zum anderen durch die tolle Kurzschreibung geweckt. Leider kann das Buch an den ersten positiven Eindruck nicht Anschluss halten. In einem trockenen und sachlichen, den Leser nicht mitreißenden Erzählstil berichtet die Autorin über ihre angeblich "provokante Thesen".  Toll fand ich das endlich im Epilog (viel zu spät) die Freude und Leichtigkeit ins Lesen. Mein Fazit: Schade, ich habe mir mehr erhofft.

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