Marilynne Robinson

 3,9 Sterne bei 61 Bewertungen
Autorin von Lila, Gilead und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Bedeutende Weltliteratur für alle: Marilynne Robinson ist 1943 in Idaho geboren. Sie studierte zunächst am Pembroke College und promovierte 1977 in Anglistik an der University of Washington. Durch ihre Arbeit als Schriftstellerin gelangte Robinson zu großem weltweiten Ansehen. Besonders ihre Romane werden in der Literatur als zeitgenössische Klassiker gehandelt: Den Anfang machte 1980 "Housekeeping", das auf Deutsch als "Das Auge des Sees" bzw. in seiner neuen Übersetzung als "Haus ohne Halt" erscheint. Noch erfolgreicher ist Robinsons Gilead-Trilogie, bestehend aus "Gilead" (2004), "Home" (2008) und "Lila" (2014). Robinson ist für ihre Arbeit mit mehreren wichtigen Preisen ausgezeichnet worden, darunter der angesehene Pulitzer Prize for Fiction für "Gilead". 2015 lernte sie den damaligen US-Präsidenten Barack Obama bei einem Besuch persönlich kennen. Neben dem Schreiben hatte Robinson mehrere Gastprofessuren an verschiedenen Hochschulen inne und unterrichtete zwischen 1991 und 2016 im Iowa Writers' Workshop. Noch heute lebt sie in Iowa City.

Alle Bücher von Marilynne Robinson

Cover des Buches Lila (ISBN: 9783596521340)

Lila

 (22)
Erschienen am 22.06.2017
Cover des Buches Gilead (ISBN: 9783596034468)

Gilead

 (12)
Erschienen am 24.10.2018
Cover des Buches Haus ohne Halt (ISBN: 9783942374576)

Haus ohne Halt

 (8)
Erschienen am 23.08.2014
Cover des Buches Zuhause (ISBN: 9783100024589)

Zuhause

 (5)
Erschienen am 24.10.2018
Cover des Buches Jack (ISBN: 9783103971071)

Jack

 (3)
Erschienen am 30.11.2022
Cover des Buches Gilead (ISBN: 9783839815151)

Gilead

 (1)
Erschienen am 22.09.2016
Cover des Buches Housekeeping (ISBN: 9781250060655)

Housekeeping

 (6)
Erschienen am 02.06.2015
Cover des Buches Gilead (ISBN: B002TXZR4U)

Gilead

 (4)
Erschienen am 07.05.2009

Videos

Neue Rezensionen zu Marilynne Robinson

Cover des Buches Jack (ISBN: 9783103971071)
Constanze_Pachners avatar

Rezension zu "Jack" von Marilynne Robinson

Ein Koffer voller Gande
Constanze_Pachnervor einem Jahr

"Jack ist der verlorene Sohn einer weißen Familie. Sein Vater ist Priester, er selbst ein obdachloser Herumtreiber und charmanter Vortänzer in schäbigen Dancehalls. Eine zärtlich tragische Liebe bindet ihn an Della, eine schwarze Lehrerin - ein Tabubruch in den USA der fünfziger Jahre, der ihr Leben aus den Angeln hebt." KLAPPENTEXT

Der Roman 'Jack' ist auf einer ganz banalen Ebene eine Geschichte von einer Frau, die einen Mann, einen Taugenichts, in neue Gefüge erheben möchte - eine nicht selten gewählte Rahmenhandlung. Die Autorin Marilynne Robinson packt in diesen rahmenschenkenden Koffer eine ansteckend lodernde Liebesgeschichte, die in ihrer Unmöglichkeit einen dezenten Spannungsbogen aufbaut, der mit der Kraft der Liebe und hoffnungsvollem Zutrauen den Weg einer zeitlos moralischen Gnade sucht. Hier bleibt nichts an der Oberfläche haften - in schamlosen, behutsam vor sich hinschleichenden Dialogen gräbt sich eine zierlich erhabene Sprache in die Seelen der Protagonist*innen.

Eine schier unmögliche Liebe, die auf zweierlei Pfaden das Mitfiebern anregt. Zum einen ist da die erwartete Unmöglichkeit eines nach außen gelebten Liebespaares mit den ungleichen Hautfarben von 'schwarz und weiß' in den 50ern in Amerika: ein Rassismus, der hier gleichberechtigt von beiden Seiten in seiner brutalen Selbstverständlichkeit geschildert wird - weder im öffentlichen Raum noch in den jeweiligen Familien darf das Paar zusammen nebeneinander Platz nehmen. Zum anderen scheinbar unmöglich auf Grund der so weit auseinander liegenden sozialen Einbettungen und charakterlichen Ausprägungen der Liebenden. Della ist eine angesehene Lehrerin, gebildet, schön, klug und fest in ihrem Glauben, während Jack ein Lügner, Betrüger, ein Gefallener, frei durch die Welt Schwebender und am Glauben zweifelnder ist.
Doch gemeinsam tragen sie mutig in sich hineinblickend den Koffer voller Gnade und suchen einen Weg!

Cover des Buches Jack (ISBN: 9783103971071)
M

Rezension zu "Jack" von Marilynne Robinson

Pfarrers Kinder, Müllers Vieh……
M.Lehmann-Papevor einem Jahr

Pfarrers Kinder, Müllers Vieh……

 

….geraten selten oder nie.

 

Und das trifft in besonderem Maße auf Jack zu, der in den 1950er Jahren sich deutlich mehr schlecht statt recht durch sein Leben schlägt. Abseits der Metropolen im kleinen Ort Gilead in Amerika.

Wo, selbstverständlich, sein Ruf denkbar schlecht ist. Einer, der schon im Gefängnis saß, das ist ein schwieriges Kennzeichen in einer engen Gesellschaft.

Was ihn natürlich nicht hindert, oder das Leben spielt einfach so, sich zu verlieben. Und, ein  Wunder eher, eine Erwiderung seiner Liebe zu finden. Später. Denn zunächst geht er es auf seine ihm gewohnte, dreiste Weise an und geht, wie so oft, zu weit und zu falsch.

Und das gegenüber einer Frau, die ebenfalls „geistlicher Herkunft“ ist, aber einen ganz anderen, erfolgreichen Weg als Tochter eines Geistlichen eingeschlagen hat.

 

„Haben Sie sich etwa gerade selbst eingeladen? Es gibt nichts zu erörtern. Gehen Sie heim oder wohin Sie auch gehen. Ich habe genug, was immer das hier ist. Sie bringen nur Ärger“.

„Das habe ich nie bestritten. Oder nur selten“.

 

Was allerdings dann, als es zusammen kommt, wenig Probleme löst, sondern eher starke neue hinzufügt. Denn Jack ist weiß und seine Liebe Della ist schwarz. Was, nicht nur in jenen Jahren, in der engen Lebenshaltung gerade der Provinz ein „No Go“ ist. Und bleibt.

Wobei Robinson viel all des Geschehens in Dialoge verpackt, den Leser damit mitten hineinnimmt in das „sich freireden“, sich „festreden“ der Hauptpersonen und so eine dichte, enge Atmosphäre erzeugt, die den Leser und die Leserin nicht unberührt lässt in einem emotionalen Schwanken zwischen Verständnis und Empörung was diesen Jack, sein Handeln, seine Haltungen, sein sich „heraus-„ und „herein Reden“ angeht.

 

Womit im Roman einige existenzielle Themen verarbeitet und in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Kraft, aber auch die Begrenzungen der Liebe. Ein Gesellschaftsbild aus dem vorigen Jahrhundert, dass am Ende immer noch nicht wirklich und ganz überwunden ist und ein Blick auf ein „sich durchschlagen im Leben“, das mit vielen Wirrungen und Dreistigkeiten einhergeht. Und dennoch soll die Liebe einen Weg finden durch all dies hindurch.

 

Ob es gelingt? Wie sich das hin- und hergerissen Sein der Beiden entfaltet und auflösen wird, all das ist die Lektüre dieses auch sprachlich gut verfassten und übersetzten Romans durchaus wert. In dem Grundlagen des christlichen Glaubens immer wieder im Hintergrund zu spüären sind und sich dabei bestens mit den beiden Hauptfiguren und deren Prägung in priesterlichen Elternhäusern verbinden.

Cover des Buches Gilead (ISBN: 9783596034468)
Sikals avatar

Rezension zu "Gilead" von Marilynne Robinson

Erinnerungen
Sikalvor 5 Jahren


„Gilead“ ist der erste Teil einer Trilogie und in den USA bereits vor Jahren erschienen. Erzählt wird die Geschichte des 70-jährigen Priesters John Ames, der weiß, dass er bald sterben muss und als Vermächtnis einen Brief an seinen siebenjährigen Sohn schreibt. Der Kleine ist sein ein und alles und John kämpft mit sich, dass er seinen Sohn nicht mehr aufwachsen sehen wird. Daher schreibt er täglich an diesem Brief – oft muss er alle seine Kräfte sammeln, doch er hat noch so viel zu sagen.

 

John Ames schreibt von seinem Leben, von dem harten Leben seiner Vorfahren, von seiner ersten Frau, die bei der Geburt des Kindes gemeinsam mit dem Kind verstorben ist. Wie nach fünfzig Jahren Lila in sein Leben trat und diese ihn mit einem Sohn beschenkte. Diese tief empfundene Liebe und Dankbarkeit versucht er in Worte zu fassen. Im Vordergrund steht die Familiengeschichte, doch John schweift immer wieder ab, driftet tief in die Geschichte Amerikas hinein, erzählt von Hungersnöten, vom Kampf um die Unabhängigkeit, erzählt auch banale Alltagsgeschichten und seine Ängste und Sorgen.

 

Die Autorin Marilynne Robinson lässt John seinen Gedanken und Gefühlen nachhängen, dies mit einer derart schönen Sprache, dass man sich gerne diesen anschließt. Sehr poetisch, zum Teil melancholisch, dann wieder von Humor durchzogen, folgt man den Erinnerungen eines alten Mannes. Auch von Zweifeln am Glauben liest man, was mich sehr beeindruckt hat.

 

Die beiden Romane „Lila“ und „Zuhause“ werde ich natürlich auch noch lesen, um das Bild zu vervollständigen, welches Robinson von „Gilead“ zeichnet. 4 Sterne

Gespräche aus der Community

Dies ist eine Leserunde der Gruppe SuB-Aufbau mit Niveau die wiederum aus der Roman Challenge von Aba entstanden ist. Es wird kein Buch verlost, nur gemeinsam gelesen und zwar das Buch Lila von Marilynne Robinson.
Die Seiten in den Leseabschnitten beziehen sich auf die deutsche Taschenbuchausgabe.
Jeder kann mitmachen!
30 Beiträge
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
Oh mich würde freuen, wenn Du erzählst wie die anderen Beiden sind! Vielen lieben Dank an die Leserunde, auch wenn ich furchtbar lang gebraucht habe..

Zusätzliche Informationen

Marilynne Robinson wurde am 26. November 1943 in Sandpoint, Idaho (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Community-Statistik

in 136 Bibliotheken

auf 28 Merkzettel

von 1 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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