Drei Meter unter Null

von Marina Heib 
4,1 Sterne bei49 Bewertungen
Drei Meter unter Null
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Positiv (38):
kekse4evers avatar

Langsamer Anfang, genial ab dem Wendepunkt und toller Schreibstil der Autorin.

Kritisch (5):
Ashimauss avatar

Ein grauenvoller Schreibstil mit schlechter Umsetzung und tollem Ende...

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Inhaltsangabe zu "Drei Meter unter Null"

Ich suche. Ich finde. Ich töte.

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453439283
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.03.2017 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    kekse4evers avatar
    kekse4evervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Langsamer Anfang, genial ab dem Wendepunkt und toller Schreibstil der Autorin.
    Toller Schreibstil und geniales Ende

    Zu Beginn geht das Buch nur schleppend voran. Zwischenzeitlich kam nur wenig Spannung auf und die Handlung zieht sich eher in einem langsamen Tempo, das an einigen Stellen zwar erhöht wird, aber nicht wirklich etwas zur Spannung beiträgt. Dennoch bemerkt man recht schnell eine Besonderheit, die dieses Buch von anderen Thrillern abhebt: Es wird nicht ermittelt. Die Geschichte an sich ist aus der Sicht einer jungen Frau geschrieben, von der der Leser nicht einmal den Namen erfährt. Dabei fällt sehr deutlich auf, dass der Schreibstil und die Sprache an den Gefühlszustand der Protagonistin angepasst ist. Ist sie ausgeglichen und in schönen Erinnerungen versunken, ist die Sprache sehr detailliert und ausschweifend, sodass man ein klares Bild vor Augen hat und sich die Situation bildlich vorstellen kann. Bei den eher negativen Ereignissen, die größtenteils in der Gegenwart spielen, ist die Sprache kurz und abgehackt. Sie wirkt fast schon emotionslos. Hinzu kommen viele Metaphern und die Frage, die auch im Bezug auf die Gesellschaft gestellt wurde, was eigentlich „normal“ ist. Dies steht im Kontrast zu den Dingen, die im Laufe der Handlung passieren, wirkt aber nicht fehl am Platz. Ganz im Gegenteil. Es ist schön eingearbeitet, zieht sich durch die Geschichte und zeigt das Können der Autorin. Die Protagonistin des Buches hält den Leser sehr auf Abstand und wirkt unerreichbar. Die Tatsache, dass ihr Name nicht genannt wird, verstärkt dies nur. Durch ihre Handlungen, die bis zum Wendepunkt des Buches nicht nachvollziehbar sind, bekommt sie von dem Leser keine Verständnis, da nichts bekannt ist, was sie zu ihren Plänen antreiben könnte. Erst ab dem Wendepunkt, der mit einer ziemlich überraschenden Offenbarung beginnt, wird die Geschichte der Protagonistin klarer. Als Leser fängt man an, zu verstehen, warum die Protagonistin so handelt und warum sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, einige von ihr ausgewählte Personen zu töten. Das erstaunliche hierbei ist, dass plötzlich Tempo in der Geschichte aufkommt und die Spannungskurve immer mehr zunimmt, bis ein weiterer Punkt kommt, den man nicht erwartet hat und die Geschichte schließlich mit einem zufrieden stellenden und nachvollziehbaren Ende abgeschlossen wird. Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um einen recht ungewöhnlichen Thriller handelt, der mit dem großartigen Schreibstil der Autorin Punkten kann. Obwohl die Geschichte am Anfang recht langatmig ist, lohnt es sich auf jeden Fall, bis zum Wendepunkt dranzubleiben und dieses Buch zu Ende zu lesen.

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnliche Protagonistin und ein Plot der mich nicht mehr losgelassen hat ...
    Die Spur der Wölfe

    Kurz zur Geschichte
    (lt. Amazon.de)
    Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

    Meine Meinung
    Die erste Begebenheit an die man sich gewöhnen muss ist, das die Hauptprotagonistin niemals namentlich erwähnt wird.Der Plot wird zwar aus ihrer Sicht erzählt, aber sie bleibt immer namenlos. Das tut der Tatsache, das man ihr und ihren Gedanken ziemlich nah kommt, keinen Abbruch. Marina Heib hat eine besondere Ausdrucksweise, die diese Geschichte zu einem kleinen Erlebnis werden lässt. Der Beginn ist zwar etwas wirr, aber so nach und nach dröselt sich das Ganze auf und mit den Rückblicken in die Kindheit und Teenagerzeit von ihr, kommt man dem großen, dunklen Geheimnis des Buches auf die Spur. Zuerst dachte ich noch, ohje, wieder so eine vollkommen zerstörte und irre Hauptperson, aber dann wendet sich das Blatt und man weiß, warum sie so handelt. Dieser Grund ist schwer vorstellbar und so widerlich, das ich irgendwann mit ihr sympathisierte und ihre Beweggründe verstanden habe. Zum Ende haut die Autorin noch einmal richtig auf den Putz und bringt eine Wendung ein, die ihresgleichen sucht.
    Fazit
    Ein düsterer und ungewöhnlicher Thriller, dessen Plot einen Lese-Sog entstehen lässt, dem man nicht entkommen kann.

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    schaclas avatar
    schaclavor 8 Monaten
    Ein Psychothriller der besonderen Art, jedoch nichts für mich

    Inhalt: Tagelang beobachtet sie ihre Opfer und plant ihre Morde. Sie darf nichts dem Zufall überlassen. Doch wer meint sie tötet grundlos irrt, den sie geht diesen Weg nicht ohne Grund.

    Schon ihr ganzes Leben lang versucht sie einfach nur normal zu sein. Doch tief in ihr drin, schlummert eine tiefe Verzweiflung, die sie versucht zu verstecken. Bis zu jenem Donnerstag im November, der Tag an dem sie sich entscheidet, eine Mörderin zu werden. Auf der Suche nach Rache, ohne Mitleid. Sie sollen leiden, genauso wie sie es musste.

     

    Meine Meinung: Es tut mir echt leid aber mit dieser Geschichte konnte ich leider nichts Anfange. Der Schreibstil hat mir zwar sehr gefallen. In der Geschichte wechselt es immer von der Vergangenheit zur Gegenwart und wieder zurück. Dies ist zwar am Anfang bisschen gewöhnungsbedürftig, da diese Schreibart für mich jetzt nicht alltäglich ist, aber sie hilft einem sehr die Protagonistin zu verstehen und allgemein der Werdegang der ganzen Geschichte. Trotzdem mochte ich dieses Buch nicht. Ich fand die Protagonistin so unsympathisch und auch wenn man gegen Ende der Geschichte versteht warum sie so ist wie sie ist. Konnte ich kein Verständnis und Sympathie zu dieser Frau aufbauen. Auch die einzelnen anderen Darsteller in der Geschichte waren für mich irgendwie nicht nah, ich mochte einfach keinen. Zu dem Inhalt der Geschichte selber. Ich fand die Thematik sehr interessant und zu gleich auch sehr dramatisch, doch ich finde es dauert extrem lange bis man nachvollziehen kann, was genau passiert ist. Daher fragte ich mich sehr lange, was stimmt mit dieser Frau nicht. Zumal auch gegen Ende es nicht besser wird. Man weiss zwar gegen Ende warum sie so handelt wie sie handelt, doch irgendwie denkt man sich, warum, was bringt dir dieser Weg. Allgemein fand ich diese Geschichte überhaupt nicht spannend sondern eher leicht Verstörend. Das Ende des Buches werden sicher viele überrascht sein, ich persönlich hatte schon ein bisschen das Gefühl das es so rauskommt. Wie gesagt allgemein konnte mich dieses Buch leider nicht überzeugen.


    Mein Fazit: Mich konnte dieses Buch nicht überzeugen und ich würde es auch nicht noch einmal lesen. Ich kann mir jedoch vorstellen das es vielleicht wenige Leute gibt, die gerne diese spezielle Art von Psychothriller lesen.

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Auf der Suche nach Normalität, wo es keine gibt. Poetische Sprache trifft psychische Abgründe - absolut lesenswert.
    Ein Abstieg in die dunkelste Tiefen

    Dieses Buch ist mein erstes Lesehighlight 2018 und hat mich vor allem sprachlich sehr beeindruckt. Allein die Erzählperspektive hält zu jeder Zeit die Spannung hoch. Kurze, stakkatoartig aneinandergereihte Absätze wechseln sich mit längeren Passagen ab, wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Was gleich bleibt, ist die Perspektive der Ich-Erzählerin, die auf der verzweifelten Suche nach Normalität an ihren eigenen Dämonen scheitert. Denn sie ist auf einem Rachefeldzug und wird mehrere Menschen ermorden, das ist gleich zu Beginn klar. Warum sie dies tut, schält sich nach und nach aus der Handlung heraus, wie bei einer Zwiebel wird ein Häutchen nach dem anderen abgetragen, um am Ende vor einer absolut zerstörerischen Wahrheit zu stehen. Dabei bekommt der Leser tiefe Einblicke in die Psyche der Erzählerin und erfährt: „Wie ich war, was ich nicht war, bevor ich wurde, was ich bin.“

     

    Neben der furchtbaren Handlung steht die Sprache, die mich absolut in ihren Bann gezogen hat. Sie ist metaphorisch, synästhetisch, schonungslos offen und seziert damit nicht nur kunstvoll unsere Protagonistin, sondern immer wieder auch gesellschaftliche Konventionen und die Frage danach, was „normal“ ist. Damit steht sie gleichsam in merkwürdigem Kontrast zu den Dingen, die geschehen, und zeugt vom großen Können der Autorin.

     

    Fazit: Ich bin begeistert, schockiert, gefesselt. Ein Psychothriller, der aus der breiten breiigen Masse wie ein kleines Juwel hervorsticht. Kurz und präzise. Eine absolute Leseempfehlung meinerseits, ich werde Frau Heib im Auge behalten.

    Kommentare: 4
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    Aydas avatar
    Aydavor einem Jahr
    Harte Kost und hat mich sehr berührt...

    Lesehighlight 2017 4,5 Sterne
    Als ist das Buch vor einiger Zeit gesehen habe,haben mich zuerst Titel und das Cover angesprochen,welche sehr passend zur Geschichte sind. Ein Cover,das für eine düsterer und dunkle Atmosphäre spricht. Auch der Klappentext klingt wahsinnig spannend und ich kann sagen, das Buch ist megaspannend!
    In der Handlung lernen wir ein junge Frau kennen,deren Namen wir nicht erfahren. Sie erzählt uns ihre Geschichte und wir erleben alles aus einer Ich-Perspektive,die alles noch intensiver und authentischer erscheinen lässt. Sie sieht sich nicht als normal an und will Rache an den Menschen nehmen, die für das was sie getan haben bestraft werden müssen. Sie macht sich auf die Suche,um zu töten. Dabei wirkt sie sehr empathielos und gefühlskalt aber in ihrem inneren lebt die Sehnsucht. Ich kam sehr gut in die Handlung und ich wußte auch überhaupt nicht wohin die Geschichte, mit nur knapp 250 Seiten, mich hinführt. Ich dachte am Anfang, wir haben hier eine gestörte Frau,die Morden möchte,weil sie den Drang nach Bösartigkeit hat.
    Ab einem bestimmten Punkt, nämlich da wo es "drei Meter unter Null" geht, habe ich die Wendung in der Geschichte gesehen und ich muss sagen, es ist keine leichte Kost. Der Schreibstil ist super zu lesen und sehr krass in der Formulierung der Gedanken und Gefühle, also da wird nicht lange um den heißen Brei geredet,sondern das Böse und die Abgründe werden klar beschrieben. Wir bekomme auch immer wieder Rückblenden aus der Vergangenheit,was damals passiert ist und warum die Protagonostin so handelt. Im Laufe der Geschichte habe ich mich gefragt,wie nah und fern ich mich der Protagonistin fühle! Sie hat beides geschafft.
    Insgesamt ein eher bedrückendes Buch,das mich sehr mitgenommen hat und keine leichte Lektüre ist. Eine klare Leseempfehlung!!!

    Autorin:
    Marina Heib wurde in St. Ingbert im Saarland geboren. Nach ihrem Studium der Orientalistik und Philosophie ging sie 1988 nach Hamburg, wo sie als Journalistin für mehrere Publikumszeitschriften tätig war. Seit 1998 arbeitet sie als Drehbuchautorin fürs Fernsehen. Von Marina Heib sind bislang fünf Kriminalromane, ein Thriller sowie diverse Kurzgeschichten erschienen.
    (Quelle. www.randomhouse.de)

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    himbeerbels avatar
    himbeerbelvor einem Jahr
    Ein spannender Psychothriller, der unter die Haut geht


    Geschrieben ist „Drei Meter unter Null“ aus der Ich-Perspektive einer 34jährigen selbstbewussten unabhängigen Frau, die nach ihrem Einser-Abi und dem abgeschlossenen Informatik Studium einen guten Job hat und in Berlin-Mitte eine schicke Eigentumswohnung bewohnt. Und doch brodelt es unter der scheinbar so perfekten Fassade, wie dem Leser schnell deutlich wird. Ab der ersten Seite spürt man ihre Aggressionen und ahnt, dass sie von großen seelischen Problemen getrieben wird. Kein sympathischer, sondern ein von Besessenheit getriebener Charakter, dem man in diesem Buch folgt.


    2 Monate lang nimmt die Frau sieben Stunden pro Tag unerbittlichen Unterricht in Kampfsport. Alles ist erlaubt, es gibt keine Regeln. Und während man als Leser gleich von der bildhaften und teilweise poetischen Sprache  mitgerissen wird, erfährt man, dass die junge Frau in wohlbehüteten Verhältnissen aufgewachsen ist und dennoch ein aggressives verhaltensauffälliges Kind war, das sich gern in Phantasiewelten flüchtete. Ihr Berufswunsch war Pippi Langstrumpf, Tarzan oder Winnetou zu werden. Als Kind dachte sie noch, dass man sich aussuchen kann, was man werden möchte.


    „Jetzt stelle ich mich meinem Schicksal und meiner Bestimmung. Mein neues Ziel ist weniger Beruf als Berufung. Ich werde Mörderin.“


    Fürchtete ich bei dieser Aussage einem naiven Thriller aufgesessen zu sein, in dem ab diesem Zeitpunkt ein wildes sinnloses morden folgt, wurde ich glücklicherweise eines besseren belehrt.


    Die Frau wählt den Weg der Gewalt nicht grundlos, wie man nach und nach in Form von Rückblicken erfährt. Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen, nimmt in ihrer Firma ein Sabbatical und eröffnet ihre ganz persönliche Jagdsaison:


    „Heute prügele und schubse ich nicht mehr. Ich töte. Aber ich töte weder Menschenschafe noch Opferlämmer, ich töte Wölfe. Wölfe, die Lämmer zur Schlachtbank führen.“ (S.71)


    Und sie tötet brutal. Auch hier liegt der Fokus auf dem, was in der Frau vor sich geht und weniger auf blutrünstigen Tötungsakten. Allerdings ist die Phantasie beim Lesen ausreichend genug stimuliert, so dass dies auch gar nicht notwendig ist. Schließlich erfährt der Thriller noch eine Wendung, die für mich in der Art nicht vorhersehbar war und zu einem Ende führt, das nachvollziehbar ist, aufgrund der Geschehnisse aber niemals befriedigend sein kann, egal für welchen Ausgang der Geschichte sich die Autorin entschieden hätte – die Thematik geht einfach zu nah.


    „Drei Meter unter Null“ ist ein spannender psychologischer Thriller, der unter die Haut geht und durch seine besondere Schreibweise besticht. Empfehlenswert!

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    AnjaScs avatar
    AnjaScvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Blick in den Abgrund der menschlichen Seele. Beeindruckend, beklemmend und erschreckend. Klare Leseempfehlung
    Blick in den Abgrund der menschlichen Seele

    Inhalt:

    Wir begleiten die namenlose Hauptprotagonistin in diesem Buch und erleben wie sie sich von Kindesbein an bis heute entwickelt.
    Die Protagonistin übernimmt in dem Thriller die Erzählperspektive, so dass wir immer aus ihrer Sicht alles erleben und erfahren.
    Als Leser ist einem schnell klar, dass sie mordet, aber es ist lange nicht klar warum. Dieses Rätsel wird ab Seite 150 gelöst und der Bezug zum Titel ist plötzlich da und zutiefst schockierend, aber damit ist das Buch nicht zu Ende. Das wirklich perfide "Highlight" kommt erst viel später zum Vorschein und da hat sich mir definitv einmal der Magen gedreht.
    Das Buch lebt von der Entwicklung der Protagonistin und dem was sie erlebt oder getan hat und der Form der Schilderung von Ihr."Einst wollte sie Pippi Langstrumpf werden, dann doch lieber Winnetou, als sie älter wurde, konnte ihre Mutter sie überzeugen etwas "Vernünftiges" zu lernen. Doch schon immer fühlte sie, etwas ist anders mit ihr, denn sie war schon immer anders als andere Kinder. Nun ist sie auf der Jagd, sie ist ein Wolf, doch sie jagd andere Wölfe."

    Fazit:

    Durch den etwas ungewöhnlichen Schreibstil schafft Marina Heib es eine veschrobene und vielleicht etwas verrückte Protagonistin für uns aufzuzeigen, die in dieser Form seinesgleichen sucht.

    Während des Lesens, habe ich mich immer wieder gefragt:

    Was mag ihr Schlimmes passiert sein?
    Welches Drama hat sich abgespielt, dass sie sich bewusst entscheidet zur Mörderin zu werden?
    Was würde ich in dieser Situation tun?
    Wie würde ich mit dem Wissen umgehen?
    Würde ich für mich diesen Ausgang der Geschichte wählen?

    Ein Buch, das sicherlich nicht für jeden geeignet ist, aber einen wundervollen Blick in den Abgrund der menschlichen Psyche erlaubt.
    Ich hatte während des Buches immer ein beklemmendes Gefühl, da die Autorin uns immer mehr in eine Richtung steuert, die mir nicht angenehm war. Bis zum Ende hat die Protagonistin keinen aktuellen Namen, was bei mir die Stimmung maßgeblich beeinflusst hat. Es wirkte so trostlos, so verloren...

    Von mir erhält es 5 von 5 möglichen Punkten und eine Leseempfehlung für alle, die gerne einen Sprung die Abgründe der menschlichen Seele und Perversitäten dieser Welt wagen wollen.

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    Meteorits avatar
    Meteoritvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein spannender Thriller mit einer gehobenen Sprache geschrieben. Besonders.
    Toller Schreibstil, philosophische Metaphern, spannende Story.

    Rezension zu ,,Drei Meter unter Null" von Marina Heib


    Das Buch ,,Drei Meter unter Null" von Marina Heib ist am 06. März 2017 im Heyne Encore Verlag erschienen.

    Inhalt:

    Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie. (Klappentext)

    Cover:

    Das Cover passt zum Buch, es verbirgt etwas. Man hat eigentlich keine Ahnung, was diese dunklen Treppen aussagen sollen. Doch dieses Rätsel löst sich und dann versteht man auch, was es mit dem Titel ,,Drei Meter unter Null" auf sich hat.

    Charaktere:

    Die Protagonistin ist die wohl undurchsichtigste Person in diesem Buch. Am Anfang denkt man bei ihren Taten noch an Zufallsopfer, doch immer mehr kristallisiert sich heraus, was diese Frau für eine Vergangenheit an und inwiefern sie die Opfer kennt..

    Ehrlich gesagt baut man keine große Beziehung zur Protagonistin auf, denn durch ihr Morden erscheint sie zuerst nicht gerade als Sympathieträger. Man versteht aber ihr Leiden, und auch ihre Sorgen, denn ihr Leben verläuft nicht gerade gradlinig. In der Kindheit hegt sie noch ihren großen Traum ,,Pippi Langstrumpf" zu werden, und wird später zur Mörderin ..

    Meine Meinung:

    Am Anfang des Buches fiel mir direkt die gehobene Sprache auf, die in vielen Thrillern unüblich ist. Durch die Vermischung eines solchen Schreibstils mit der Spannung, die im Buch aufkommt, entsteht etwas Besonderes. Man liest gerne weiter, und wenn ich ehrlich bin war es auch dieser Schreibstil, der mich am Buch fesselte.
    Ich muss nämlich sagen, dass die Spannung sich im Buch erst ein mal entwickeln muss. Am Anfang noch recht ,,normal" entwickelt sich das Buch aber schnell zu einem spannenden Thriller.

    ,,Denn wenn sich an einem Ort mehrere Wölfe zusammenrotten, riechen die Schafe irgendwann die Gefahr und fangen an zu böken. Von wegen Schweigen der Lämmer." S.118

    Mysteriös ist natürlich, warum die Protagonistin mordet und man denkt wirklich am Anfang, dass hinter den Taten nichts als reine Mordlust steht. Die Aufklärung darüber erfährt man nach und nach, was mir sehr gut gefiel. So hielt der Spannungsbogen.

    ,,Ich rieche wie ein wildes Tier. Ich bin ein wildes Tier. Wenn die Polizei mich mit Hunden sucht, werden die Hunde die Wölfin riechen und Angst bekommen." S. 135

    Die Taten der Frau sind abstoßend und vielmals eklig, doch passen sie zu einem Thriller. Doch auch die Taten der ,,Täter", wie ich sie nennen möchte, um nichts zu verraten, sind schrecklich und man kann mitfühlen, wieso die Protagonistin solche Mordgelüste entwickelt.
    Das Ende ist wirklich gelungen, und ist zudem auch richtig überraschend.

    Fazit:
    Ein lesenswerter Thriller, der durch seine tolle Sprache überzeugt. Mir kam die Spannung am Anfang ein wenig zu kurz, weswegen ich 4 Sterne geben möchte.



    Kommentare: 6
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    Federfees avatar
    Federfeevor einem Jahr
    Abstoßende Szenen in gehobener Sprache

    Als Kind wollte sie Pippi Langstrumpf werden oder Winnetou und musste sich dafür auslachen lassen; später beschloss sie, Mörderin zu werden. Eine etwas abstruse Idee und man fragt sich, warum will eine gut aussehende, junge, beruflich erfolgreiche Frau Menschen töten? Diese Frage macht natürlich einen Teil der Spannung aus.


    Die zukünftige Mörderin geht ganz planmäßig vor und bereitet sich mental und körperlich perfekt vor. In Rückblenden erfährt der Leser von ihrer Kindheit und Jugend und es wird immer klarer, was sie dazu gebracht hat, vier Menschen umbringen zu wollen, aber nicht irgendwelche, sondern vier bestimmte.


    Wie es zu all dem kam, wird nach und nach ersichtlich. Die Idee fand ich gut, die Rachegedanken verständlich, aber wegen einiger abstoßender Szenen hätte ich das Buch fast abgebrochen. Lediglich 'Ich will wissen, wer was warum gemacht hat' hielt mich bei der Stange.


    Das Ende hält eine Überraschung bereit und läuft dann sehr unglaubwürdig aus. Inhaltlich würde ich das Buch mit zwei Sternen bewerten, wenn da nicht die Sprache wäre. Sie bewegt sich auf gehobenem Niveau und gibt einen guten Einblick in die Gemütslage der Mörderin.

    Kommentare: 2
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    Zeilentraumfaengers avatar
    Zeilentraumfaengervor einem Jahr
    Enttäuschend und übertrieben

    Ich hatte das Buch durch zwei ganz liebe Mädels auf Instagram gefunden und fand, dass es total interessant aussah. Die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht und durch die ganzen positiven Rezensionen dazu, wollte ich es dann unbedingt lesen. Leider hat es mich sehr enttäuscht.
    Das Cover und der Klappentext sind perfekt aufeinander abgestimmt. Beides vermittelt eine düstere Stimmung und passt somit super zum Buch. Leider gefällt es mir überhaupt nicht, dass das Cover so schnell dreckig aussieht.. Man sieht jeden Fingerabdruck und jeder noch so kleine Fleck gänzt gleich total. Auch der Klappentext wirkt nach dem Lesen nicht mehr so interessant, sondern eher wie eine Warnung, die ich durch meine Neugier nicht verstanden habe.
    Ich hatte mit einem interessanten Buch gerechnet. Die Geschichte einer Frau, die ihr ganzes Leben lang irgendwie gequält wurde und jetzt Rache will - Bis hierhin hat das Buch genau das geliefert. Die Protagonistin war leider aber so unsympathisch, dass man überhaupt keine Lust hatte, sich ihre Geschichte durchzulesen. Außerdem war das meiste in meinen Augen ziemlich übertrieben und zu konstruiert.
    Die Szenen aus der Gegenwart, in denen sie mordet, haben mir leider auch nicht gefallen. Es war einfach krank. Nicht auf eine interessante, faszinierende Art, sondern absurd und widerlich.
    Auch der Schreibstil der Autorin hat mir absolut nicht gefallen, gerade am Anfang. Es war alles viel zu ausgeschmückt. Es las sich wie das Tagebuch, das ich mit 14 geschrieben habe. Dramatisch und pseudophilosophisch.
    Nicht nur einmal bin ich mit den Gedanken abgeschweift, um dann nach drei Seiten zu merken, dass ich eh nichts verpasst habe.
    Dann wurden zwischendurch so viele Fremdwörter eingeworfen, was alles noch komischer gemacht hatte. Der Schreibstil war, bis auf die vielen unnötigen Gedankengänge, eher einfach gehalten und die Fremdwörter, die ich zum Teil noch nie gehört habe, haben einfach deplatziert gewirkt.
    Zwischendurch hatte ich oft das Gefühl, dass die Autorin im Kopf viel weiter war, als auf dem Papier. Als Leser kann man nicht automatisch den Gedankengängen eines Autors folgen und das verstehen einige Autoren vielleicht gar nicht. Das hat sich zum Beispiel dadurch gezeigt, dass ich zwischendurch gar nicht mehr gecheckt habe, wann wir in der Vergangenheit und wann in der Gegenwart waren.
    Außerdem kam die 'Aufklärung' wirklich relativ spät. Bis dahin fand ich die Protagonistin einfach nur bescheuert und vielleicht hätte es ganz gut getan, schon vorher zu wissen, warum sie tut, was sie tut. Dann wäre man vielleicht nicht direkt so abgeneigt in das alles reingegangen.


    (SPOILERWARNUNG)
    Die letzten Seiten gefielen mir vom Stil her besser, als der Rest, aber wirklich gut fand ich sie trotzdem nicht.
    Dass plötzlich ihr Vater in der ganzen Sache mit drin hing war wirklich interessant und somit hat die Story wenigstens eine gute Wendung hervor gebracht, wenn der Rest schon so komisch war.
    Leider gefiel mir das Ende an sich dann aber überhaupt nicht. Sie ist ihr ganzes Leben lang so komisch und ganz plötzlich, als wäre das alles nicht passiert, soll alles gut werden.. Irgendwie kann ich mir das absolut nicht vorstellen.
    Da ich mich in dem Buch aber in absolut keinen Charakter hineinversetzen konnte und alles einfach absurd fand, passt das Ende perfekt. 

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