Marina Heib

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Interview mit Marina Heib

Marina Heib im Interview mit LovelyBooks / Juli 2011

1) Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie hat sich deine Arbeit als Schriftstellerin mit der Zeit verändert?

Ich habe als Kind schon gerne geschrieben und mit etwa sieben meinen ersten Roman begonnen. Immerhin bin ich drei Seiten weit gekommen. Von Beruf wollte ich damals allerdings Tarzan werden. Oder Winnetou. Dass das Schreiben vom Hobby zum Beruf wurde, war kein Masterplan. Es hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Und ich bin sehr froh damit. Ich hoffe natürlich, dass ich mich als Schriftstellerin entwickele und versuche dabei immer mehr auf Stil, eine klare Struktur und die Ausarbeitung der Spannungsböden zu achten. „Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ (Samuel Beckett)

2) Welche Vorteile bietet für dich das Internet und wie nutzt du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de?

Das Internet ist für mich nicht mehr wegzudenken, allein schon aus Recherchegründen. Es erspart immens Zeit, eben NICHT in eine Bibliothek zu müssen! Den Kontakt zum Lesen nutze ich über diese Wege leider noch viel zu wenig. Deswegen danke ich herzlich für diese Anfrage, die mich auf lovelybooks aufmerksam gemacht hat. Sobald ich ein wenig Zeit habe, werde ich mir alles genau ansehen und Mitglied der community werden.

3) Welche Bücher/Autoren liest du selbst gern und wo findest bzw. suchst du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese recht viele Krimis (gerne Nesboe, Hayder, Steinfest, Haas, Vargas, ...), aber auch andere Romane. Zurzeit freue ich mich auf das neu erschienene Buch von Carlos Ruiz Zafon, das ich mir nicht nur wegen des Titels („Marina“) gekauft habe. Empfehlungen nehme ich gerne von Freunden entgegen, aber auch aus dem Internet.

4) Von welchem Autor würdest du dir mal ein Vorwort für eines deiner Bücher wünschen und warum?

Von Jo Nesboe. Weil ich es beeindruckend finde, wie er mich fesseln kann. Ein freundliches Wort von ihm käme einer Art Ritterschlag gleich.

5) Man wird als Schriftstellerin schnell in Schubladen gesteckt. Würdest du gerne mal das Genre wechseln und deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?

Oh ja! Ich bin grundsätzlich ein sehr fröhlicher Mensch, was man meinen Krimis vermutlich wenig anmerkt. Sehr gerne würde ich einmal etwas Komisches schreiben, was ich bislang nur in Kurzgeschichten versucht habe.

6) Wo holst du dir die Ideen und Inspiration für deine Bücher?

Alles kann inspirieren. Eine Kurzmeldung in der Zeitung, ein Film, Musik, ein Gespräch, eine verstörende Beobachtung... einfach alles.

7) Wie und wann schreibst du normalerweise, kannst du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich versuche, möglichst diszipliniert zu arbeiten, was wohl an meinem beruflichen Hintergrund als Journalistin liegt. Morgens nach dem ersten Kaffee (koffeinfrei) beginne ich am liebsten. Dann schreibe ich, solange ich ein gutes Gefühl dabei habe – das ist ganz unterschiedlich, je nach Tagesform. Falls mich jedoch nachts einmal – was gelegentlich vorkommt - die Muse küsst, dieses unberechenbare Wesen, dann spielt Schlaf keine Rolle mehr.

8) Gibt es eine lustige Anekdote aus deinem Schriftstellerinnendasein, die du uns erzählen möchtest?

Das Schreiben selbst geht leider ohne viele Anekdoten vonstatten, es ist ein einsamer, fast autistischer Job. Aber es gibt ja auch ein Leben neben dem Schreiben...

9) Welche Wünsche hast du im Bezug auf deine Bücher und deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Wie erwähnt: „Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ Und mal was Komisches schreiben.

10) Was gefällt dir besonders daran Thriller zu schreiben und fürchtest du dich manchmal eigentlich selbst vor deinen Büchern, wenn du sie z.B. selbst noch mal liest?

Krimis und Thriller schreibe ich sehr gerne, weil es darin um menschliche Extremsituationen geht, anhand derer man Charaktere gut heraus schälen kann. Zudem bietet das Genre außerordentlich viel Raum und Freiheit, alle möglichen Themen auf alle möglichen Arten und Weisen anzupacken. Allerdings fürchte ich mich nicht, wenn ich in meine Bücher hinein lese. Das liegt hoffentlich nur daran, dass ich weiß, wie es ausgeht!