Marina Lewycka Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere

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Inhaltsangabe zu „Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere“ von Marina Lewycka

Flower Power meets BörsencrashSerge und Clara haben kaum Gemeinsamkeiten. Doch die zusammen durchlittene Kindheit in einer Hippiekommune hat sie für immer zusammengeschweißt. Die Nachricht ihrer Eltern, nach 35 Jahren wilder Ehe doch noch heiraten zu wollen, ist eine echte Überraschung. Doch es gibt Schlimmeres. Vor allem Serge steckt in der Klemme: Statt zu promovieren, dient er als Investmentbanker schon längst dem elterlichen Feindbild schlechthin: dem Kapitalismus. Er will das ganz große Geld machen, im Zweifelsfall mit illegaler Zockerei. Dumm nur, dass 2008 die Finanzwelt in ihre größte Krise stürzt – und mit ihr Serge …

Kritischer Satireroman über gealterte Hippie-Eltern und ihre Kinder. Mir fehlte es an Bissigkeit, um wirklich witzig zu sein. Trotzdem 3/5

— BuchstabeK
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  • Rezension: Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere

    Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere
    MrsFine

    MrsFine

    Serge, Clara und Doro leben, obwohl sie verwandt sind, in drei ganz unterschiedlichen Welten. Doro versucht verzweifelt sich an den Idealen ihrer Hippie-Kommunen-Vergangenheit zu orientieren, während sie der Alltag und das Alter einholen. Ihre Tochter Clara versucht ihre chaotische Familie, die Kinder an der Schule an welcher sie unterrichtet, sowie einige Hamster zu managen. Dabei kommt ihr Liebesleben leider zu kurz. Und ihr Bruder Serge benimmt sich noch merkwürdiger als sonst. Wenn Clara und der Rest der Familie nur wüssten womit sich Serge herumschlagen muss; der führt nämlich ein Doppelleben. Während seine idealistische Familie denkt er studiere, arbeitet er seit geraumer Zeit an der Börse. Persönliche Meinung Ich habe dieses Buch geliebt. Lewycka stellt die Absurdität des Lebens, und die Diskrepanzen zwischen den Weltanschauungen der Menschen wunderbar dar. Die Mischung aus Ernst und Humor macht die Geschichten der ProtagonistInnen menschlich und nachvollziehbar. Es gibt viele Passagen zum Lachen, aber genauso viele zum Nachdenken. Dies war der erste Roman, welchen ich von dieser Autorin gelesen habe. Aber ich werde nach dieser wunderbaren Lektüre bestimmt auch noch Weitere von ihr lesen. Fazit Wer kritische aber humorvolle Literatur schätzt, liegt hier goldrichtig!

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2015

    Lesesommer
    Daniliesing

    Daniliesing

    Im letzten Jahr hat uns der Lesesommer mit euch so viel Spaß gemacht, dass wir auch 2015 passend zu den Sommerferien wieder durchstarten. Die sommerlichen Temperaturen sind schon da, deshalb wollen wir nun auch schnell mit unserem LovelyBooks Lesesommer beginnen. Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben & zusätzliche Specials freuen. Auf unserer Aktionsseite stellen wir euch außerdem tolle Lesetipps für den Sommer vor und ihr findet dort zusätzlich jede Woche eine Verlosung, bei der ihr weitere Punkte sammeln könnt. Selbstverständlich sind auch all jene herzlich willkommen, die im letzten Jahr noch nicht dabei waren. Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 13. September in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln - bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Zusätzlich zu diesen Aufgaben, gibt es jede Woche ein Verlosungsspecial, an dem ihr eine Woche lang teilnehmen und so weitere Punkte sammeln könnt. Schaut dazu am besten immer am Montag auf unserer Aktionsseite zum Lesesommer vorbei, wenn dort das neue Special vorgestellt wird. Bitte beachtet, dass ihr hier immer nur eine Woche lang - von Montag bis Sonntag - teilnehmen & so Punkte sammeln könnt! Wer bis zum Ende des Lesesommers am 13. September die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Lissabon (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück). Außerdem gibt es für die Plätze 2-5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete, egal wie viele Punkte man sammeln konnte. Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen! Wenn ihr über Twitter, Instagram und/oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet! Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden - egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon - und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher! P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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  • Soziale Gemeinschaft vs. Macht des Geldes

    Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere
    Wortwelten

    Wortwelten

    11. July 2014 um 18:49

    Serge arbeitet seit einiger Zeit als erfolgreicher Trader in einem Londoner Investmentunternehmen, anstatt, wie seine Familie glaubt, in Cambridge seine Mathematik-Promotion weiterzuverfolgen, und himmelt seine überirdisch attraktive und von Geld und Algorithmen besessene ukrainische Kollegin Maroushka an. Seine Eltern dürfen auf keinen Fall von seinem Job erfahren, sind sie doch 68er-sozialisiert und träumen immer noch von ihren Jahren in einer Hippiekommune mit vegetarischen Bohnengerichten, halbnackten Mitbewohnern und geteilter Kindererziehung. Besonders seine Mutter Doro mit ihren schrillen Second-Hand-Klamotten und ihrem ehrenamtlichen Engagement verachtet den Handel mit Geld und setzt sich lieber für den Erhalt ihrer Schrebergartenkolonie ein. Serges Schwester Clara hingegen engagiert sich als Lehrerin in Doncaster, einer ärmlichen Arbeiterstadt, und hat irgendwie kein Glück mit Männern, ist aber dafür der Liebling ihrer Schüler und ihrer Adoptivschwester Oolie-Anna, die mit Down-Syndrom geboren wurde und die nun um ihre Unabhängigkeit kämpft. Als Kind glaubt man, dass die Welt, in der man lebt, die einzige Welt ist; man versteht nicht, wie vergänglich, wie provisorisch alles ist. Wie schnell sich alles ändern kann. Sie wünschte, sie könnte Jason Taylor zur Seite nehmen und es ihm erklären. »Keine Angst«, möchte sie ihm sagen, »du schaffst es hier raus. […] Irgendwann bist du erwachsen, und dann kannst du dir dein Leben selbst aussuchen.« Aber sie weiß nicht genau, ob das wirklich stimmt. (S. 25) Abwechselnd aus Serges, Claras und Doros Perspektive werden gegensätzliche Werte- und Lebenssysteme aufgefächert. Doro erinnert sich mal wehmütig, mal glücklich, mal wütend, mal auch angewidert an die Zeit ihres Kommunenlebens mit ihrem Lebensgefährten Marcus, das immer irgendwie chaotisch war und durchdrungen von sozialistischen Idealen, die in Worten gut klingen, die aber häufig an der Realität scheitern oder sich zumindest an ihr reiben, sich verändern, manchmal auch verblassen. Dort hineingeboren wurden Clara, Serge und später Oolie-Anna, sie wuchsen auf in einer Gemeinschaft, in der alle Erwachsenen irgendwie für sie zuständig waren, aber niemand so richtig. Clara nimmt viele dieser Werte an und hofft, wenigstens manchmal etwas Bildung in den Köpfen ihrer aus sozial schwachen Familien stammenden Schüler zurückzulassen, und häufig nimmt sie deren Schicksal mehr mit, als es sollte. Serge hingegen unterliegt den Verlockungen des Geldes, die viel realer sind als seine Promotion über Fibonacci-Zahlen, und eine extrem hohe Restaurantrechnung und ein Kindheitsfreund aus Kommunentagen, der seiner finanziellen Hilfe bedarf, verleiten ihn dazu, sein Insiderwissen illegalerweise für eigene Investments zu nutzen. Wir schreiben das Jahr 2008. Das Jahr der Wirtschaftskrise. Sie sieht auf, und im selben Moment schießt eine raketenförmige Karotte durch die Luft. Am anderen Ende des Saals ertönt ein spitzer Schrei von Mrs. Salmon, die ins Taumeln gerät und in den Kaffeestand fällt. Kochendheißer Kaffee schwappt über die dicht gedrängte Menge. Das kollektive Zurückzucken breitet sich aus wie eine Schockwelle. Schultern schieben, Hinterteile drängen, Ellbogen und Köpfe knallen aneinander – peng! Da fällt das Geschichtsplakat! Von Miss Hippo ist ein leises historisches Wimmern zu vernehmen. (S. 97) Marina Lewycka führt ihre Figuren durchaus beschwingt durch ihre Geschichte. Manchmal schwirrt einem der Kopf von all den Bankerbegriffen, und manchmal denkt man sich, dass so ein Kommunenleben durchaus lustig gewesen sein kann, auch wenn man auf einige Aspekte sicher verzichten könnte. Beide Extreme werden hierbei deutlich überzeichnet, die Figuren stolpern in teilweise rasch und aberwitzig erzählte Situationen, und mitunter sammelt sich etwas zu viel Zufall in einem Moment. An einigen Stellen wirkt der Roman auch etwas langatmig. Doch die Kritik an unserer heutigen Gesellschaft, die stärker von fiktivem Geld dominiert wird als von Mitmenschlichkeit, ist humorvoll und absolut unüberheblich verpackt. Ein wenig mehr Tiefe wäre vielleicht möglich gewesen, alles in allem bietet der Roman jedoch beste, durchaus gedankenanregende Unterhaltung.

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  • Unterhaltsame Gesellschaftssatire

    Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere
    Bibliophil

    Bibliophil

    17. June 2013 um 14:38

    Sie sorgt sich um ihre erwachsene Kinder wie jede andere Mutter auch. Und doch ist Doro ganz anders als andere Mütter: Sie ist ein Hippie, ein Freak, und hat ihre drei Kinder zusammen mit ihrem Lebensgefährten Marcus in einer Kommune grossgezogen. Für ihre Kinder war das Aufwachsen in dieser Wohngemeinschaft nicht immer ganz einfach, und ihre Tochter Clara und ihr Sohn Serge, ihre zwei leiblichen Kindern, sind schon ein wenig traumatisiert von diesem chaotischen Zusammenleben. Clara geniesst jedenfalls ihre eigene Wohnung, in der sie ganz alleine lebt und das Badezimmer ganz für sich hat. Und Serge, das Mathegenie, hat sein Studium geschmissen und arbeitet in einer Investmentfirma, wo er viel Geld verdient. Aber das weiss niemand, ausser einem Kollegen, und Serge tut alles damit seine Eltern nicht erfahren, dass er jetzt dem Kapitalismus dient. Und das ist noch Oolie-Anna, ihre erwachsene jüngste, adoptierte Tochter mit Down-Syndrom. Oolie arbeitet in einem Kaffee, wenn sie nicht in der Schule ist, und ihr Job macht ihr grossen Spass. Sie möchte unbedingt von zu Hause ausziehen, ihre eigene Wohnung haben. Dabei wird sie von ihrem Sozialarbeiter vehement unterstützt, sehr zum Ärger von Doro. Sie ist dagegen das Oolie von zu Hause auszieht. Ein Roman der mich sehr amüsiert hat, satirisch, manchmal auch sarkastisch, der die 68er-Generation und die Finanzkrise kritisch unter die Lupe nimmt. Die Autorin erzählt die Geschichte kapitelweise aus der Sicht von Doro, Serge und Clara. Während mir Doros Erinnerungen an die Kommunezeit am besten gefielen, hatte ich mit Serges Passagen einige Mühe. So viele Fremdwörter aus der Finanzwelt störten beim Lesevergnügen, aber diese Welt ist für mich auch fremd. Und trotz diesem Fachchinesisch erkannte ich den Wahnsinn dieses Buisness. Vom Ende dieses Buches bin ich enttäuscht. Der Schluss kam für mich, trotz 416 Seiten, etwas abrupt, als hätte die Autorin genug vom Schreiben dieser Geschichte und wollte sie schnellst möglich beenden.

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  • Tierische Buchverlosung zu "Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere"

    Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Hamster, Hedgefonds und die Weltrevolution!  Niemand würde Serge und Clara ohne weiteres für Geschwister halten. Sie haben kaum Gemeinsamkeiten, doch die zusammen durchlittene Kindheit in einer Hippiekommune im Norden Englands - Batiktücher, Gemüseanbau, freie Liebe - hat sie für immer zusammengeschweißt. Jetzt kommen ihre Eltern, Marcus und Doro, auf den glorreichen Gedanken, nach Jahrzehnten des unehelichen Zusammenlebens nun doch noch zu heiraten. Nicht zuletzt wegen Oolie-Anna, der jüngsten Tochter mit Down-Syndrom. Ein Wirbel skurriler Ereignisse ist die Folge. Und Serge hat ein Geheimnis, das die weltverbessernde Familie nie erfahren darf: Er hat seine Promotion in Cambridge geschmissen und will in London als Investmentbanker das ganz große Geld machen. Doch die Welt der Banken gerät ins Wanken ... (Leseprobe) Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, lebt in Sheffield und unterrichtet an der Sheffield Hallam University. Ihr erster Roman ›Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch‹ wurde zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, eroberte die internationalen Bestsellerlisten, wurde in 33 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Autorenwebsite Ich liebe skurrile Bücher, verrückte Geschichten, die so wild vom Leben erzählen, dass man es kaum glauben darf und sie deswegen umso realistischer sind. So eine Geschichte wird von Marina Lewycka in "Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere" erzählt und sie trifft den Leser damit mitten ins Herz. Passend zum Roman starten wir mit dem dtv eine verrückt-tierische Buchverlosung: Wir vergeben 10 Bücher unter allen, die hier bis einschliesslich 10. Februar 2013 ein Bild eines "Kleintiers" bzw. gern auch "diverser Kleintiere" inkl. Buchcover posten - die Definition von "Kleintier" überlassen wir Euch. Ein Beispiel findet Ihr angehängt - mein eigenes "Kleintier" samt Cover. Die zehn kreativsten Teilnehmer erhalten den Roman! Bitte schreibt dazu, falls wir das Bild nicht weiterverwenden dürfen und verwendet nur Bilder, die Ihr auch selbst gemacht habt. Wir wünschen Euch viel Spaß bei der Aktion! :-)

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  • Rezension zu "Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere" von Marina Lewycka

    Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. March 2013 um 13:29

    Es sich passend machen In drei Erzählsträngen legt Marina Lewycka ihren neuen Familienroman vor, in dem durchaus der ein oder andere Hamster und das ein oder andere Kaninchen eine zwar nicht tragende, doch ebenso auch nicht unwichtige Rolle spielen werden. Eine Rolle zumindest, an der Lewycke das Verhalten und die Werte ihrer Protagonisten durchaus zu spiegeln versteht. Es ist kein Zufall , dass die stets „verantwortliche“ die schon als Kind „erwachsene“ Clara bei ihr anvertrauten „Kleintieren“ da kein gutes Händchen besitzt. Serge, Bruder Claras, Sohn von Doro und Marcus demgegenüber ist eigentlich Mathematikstudent und mit seiner Promotion beschäftigt gewesen, als ihn diese Tradinggesellschaft an Bord holte. Das liegt Serge, sogar überaus erfolgreich ist er. Vor allem aber liegt ihm Maroushka, Kollegin, der er sich auf diversen Pfaden versucht, zu nähern. Und dennoch wird ihm im Lauf der Zeit unmissverständlich und auf die harte Tour klar werden, dass diese Welt korrumpiert. Alles zunächst kein großes Problem, wenn da nicht Serges Mutter wäre. Doro. Damals mit hineingerutscht in die wilde Zeit Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Hippieleben. Liebe zu Marcus, mit dem sie bis heute noch zusammen ist. Und wenn beide sich nun nicht in den Kopf gesetzt hätten, zu heiraten. Bürgerlicher Kram, jahrzehntelang verpönt, doch das dritte Kind der beiden, mit einem Down Syndrom geboren, daher braucht es eine Heirat, um jene Oulie absichern zu können. Diese familiären Umtriebe stehen leider nicht im Mittelpunkt des Romans, die in einem regen Aufeinandertreffen gelegenen Spannungsmöglichkeiten werden im Buch wenig thematisiert. Jeder der drei Personen (Doro, Clara, Serge) folgt die Autorin auf ihren je eigenen Pfaden mit gelegentlichen „Nebenblicken“ und eher oberflächlichen Zusammentreffen. So liegt letztendlich ein Roman über verschiedene Figuren mit einer ganz eigenen Prägung und Ausrichtung Ihres aktuellen Lebens vor, die in ihren Werdegängen und ihrem aktuellen Erleben geschildert werden. Spannend gelingt dies im Blick auf Serge. Der den Kopf mit Maroushka voll hat, seinem engsten Freund helfen muss und eine offene Restaurantrechnung im 5stelligen Bereich vor sich liegen hat. Und daher beschließt, ein wenig (aber nur ein wenig), in die eigene Tasche zu wirtschaften. In einer treffend im Buch auf den Punkt gebrachten „Finanzatmosphäre“. Bleibt wohl doch wieder alles an Arbeit mit der Hochzeit an Clara hängen, Lehrerin mit Anspruch und Idealen. Vermeintlich. Eine, die sich immer zu kümmern hatte, schon damals in der Kommune. Bis heute empfindet sie dies so und sieht doch (klug und hintergründig dargestellt) nicht, dass in ihr eigentlich anderes brodelt und all ihre Vorhaltungen an Serge, die Kollegen und die Welt doch auch ein Spiegel ihrer eigenen Unzufriedenheiten sind. Während Doro, die Mutter mehr und mehr in Erinnerungen versinkt und die damalige Zeit wieder auferstehen lässt. Nicht als begeisterte Reminiszenz, eher als durchaus kritische Abrechnung steht dieser erinnernde Erzählstrang im Buch. Ein umfassendes Bild einzelner, familiärer Personen. Ein überaus interessanter und in Teilen auch spannender Erzählstrang über die Atmosphäre, die Persönlichkeiten und den Weg des Serge in der „Haifisch“ Finanzwelt nachzeichnet. Jene Seiten des Romans, die sich mit Clara beschäftigen, fallen dagegen ein stückweit ab. Mehr als ein leicht dumpfer Provinzialismus in Leben, in weiten Teilen aber auch im Denken Claras, verbleibt von dieser Seite der Geschichte her kaum. Auch (oder gerade) weil jene Clara ist es, die letztlich „das ganz normale“, „kleine“ Leben abbildet. Alles in allem ein gut zu lesender, in manchen Teilen sehr anregender Roman, der zwar einige Längen und die ein oder andere nicht mitreißende „Lebensbeschreibung“ bietet, dennoch aber seine Reiz im Aufeinandertreffen von „68er“ Werten und moderner Egomanie auszuspielen vermag.

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