Marina Piranomonte

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Rezension zu "Guida alle terme di Caracalla. Ediz. tedesca" von Marina Piranomonte

Empfehlenswertes Begleitbuch
Igelmanu66vor 2 Jahren

»Die Caracalla-Thermen gehören zu den größten und besterhaltenen Thermalanlagen der Antike. Die Ruinen der Thermen, die an zahlreichen Stellen noch die bemerkenswerte Höhe von über dreißig Metern haben, vermitteln uns heute nur noch eine Ahnung von der Großartigkeit des ganzen Komplexes … aber die Ausmaße des Bauwerks und die Monumentalität der Räume, die in zwei über- und zwei unterirdischen Geschossen erhalten sind, erlauben uns eine Vorstellung von seiner Pracht.«

 

Ein Tourist in Rom besucht in der Regel das Forum Romanum und das Colosseum. Große Menschenmassen, die man dort an jedem Tag sehen kann, zeugen davon. Deutlich weniger Andrang herrscht in den unweit gelegenen Caracalla-Thermen. Für mich stellte die Besichtigung der Anlage eins meiner Rom-Highlights dar.

 

Die römische Kultur war die hygienebewussteste der gesamten Antike, tägliches, gründliches Waschen für den Römer (und die Römerin) eine Selbstverständlichkeit. Aber nur wenige sehr Reiche hatten in ihren Häusern so etwas wie Badezimmer, daher begab man sich – in der Regel nach dem Mittagessen – in eine der großen, öffentlichen Thermen. Diese waren Begegnungsstätten, in denen man sich nicht nur wusch, sondern soziale Kontakte pflegen und seine Freizeit verbringen konnte. Die Therme wirkte wie eine kleine Stadt, mit Sportplätzen, Bibliotheken und Gartenanlagen – und natürlich mit dem, was man heute den Wellness-Bereich nennen würde: Bäder, Saunen und Massagen.

 

Dieser Führer bietet einen sehr guten Überblick über die beeindruckende Therme, die 216 n. Chr. von Kaiser Marcus Aurelius Antoninus Bassianus (genannt Caracalla) eröffnet wurde. Durch das kompakte Format kann man ihn problemlos beim Besuch der Anlage mitführen.

In sechs Kapiteln erhält der Leser gut gegliedert Infos über die Geschichte der Anlage, technische Bauaspekte und die Architektur, die unterirdischen Räume, Ausschmückung und Kunstwerke, über Kaiser Caracalla selbst und ganz allgemein das Leben in den Thermen. Das Ganze ist reich bebildert, sowohl mit Fotos als auch mit Karten. Das Kapitel „Kunstwerke“ zeigt auch einige besondere Werke, die in der Anlage gefunden und dann in ein Museum gebracht wurden, einschließlich der Angabe, um welches Museum es sich handelt.

 

Was das Buch nicht bietet ist das, was man meist unter dem Begriff „Besucherinfos“ findet: Anschrift/Anfahrt, Öffnungszeiten und Preise. Was außerdem fehlt, ist die Erklärung diverser verwendeter Fachbegriffe. Ich kannte sie, weil ich mich schon früher mit dem Alten Rom beschäftigt hatte. Ich finde aber, dass in ein solches Buch ein (im Idealfall) Glossar gehört, das in wenigen Worten bzw. Sätzen erklärt, was unter Kaldarium, Laconicum, Apodyterium, Mythräum usw. zu verstehen ist.

 

Fazit: Empfehlenswertes Begleitbuch für den Besuch dieser wirklich beeindruckenden Anlage. Wer aber noch neu im Thema ist, wird immer wieder Begriffe „nachgooglen“ müssen.

 

P.S. Der angezeigte italienische Titel irritiert vielleicht ein wenig. Auf dem Cover steht „Die Caracalla-Thermen Führer“ und das Buch ist komplett in Deutsch geschrieben.

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