Marina Stepnowa

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Die Frauen des Lazarus, Italienische Stunden und weiteren Büchern.

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Die Frauen des Lazarus

Die Frauen des Lazarus

 (4)
Erschienen am 09.01.2017
Die Frauen des Lazarus: Roman

Die Frauen des Lazarus: Roman

 (0)
Erschienen am 16.03.2015
Italienische Stunden

Italienische Stunden

 (0)
Erschienen am 08.07.2019

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Rezension zu "Die Frauen des Lazarus" von Marina Stepnowa

Russische Familiensaga
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Als ich dieses Buch aufschlug, fiel mir zunächst das farblich zweigeteilte Vorblatt auf. Dank Dostojewski und Gonscharow sind russische Autoren kein unbeschriebenes Blatt für mich, vorallem nicht, wenn es um russische Geschichte geht. Marina Stepnowa sollte mich mit ihrem Roman dennoch überraschen und mir einen anderen Blick auf ein Jahrhundert russischer Geschichte geben.

Die Frauen des Lazarus erzählt die Geschichte des Genies und Wunderkinds Lazar Lindt und der drei Frauen, die sein Leben prägen. Lindt ist Jude und bereits mit 18 Jahren überaus intelligent, allerdings eigenbrötlerisch und wunderlich. Lediglich seine Ziehmutter Marusja gewinnt sein Herz. Sie ist die einzige Frau, die er bis zu seinem Tod liebt. Nach mehreren Liebschaften wird die wunderschöne Galina Petrowna Lindts Ehefrau, obwohl sie zu der Zeit ganze 41 Jahre jünger ist als er. Die Ehe mit dem genialen Professor bringt die junge Frau davor, sich vor ihm und dem bald geborenen Sohn zu ekeln. Erst später arrangiert sie sich mit der für sie vorgesehenen Rolle. Die dritte Frau ist Lindts Enkeltochter Lidotschka, die Lindts Namen trägt und aufgrund eines Badeunfalls ihrer Eltern am Schwarzen Meer von Galina großgezogen wird.

Stepnowa zeichnet nicht nur ein scharfes Bild der Wirren beider Weltkriege, sondern auch ihrer Figuren. Sie schildert nahezu im Vorbeigehen den herrschenden Hunger und das Elend, aber auch die Momente der Hoffnung. Gefühle von Zuneigung, Liebe, Hass und Ekel sind in den Charakteren deutlich, aber immer wieder verschieden ausgearbeitet, sodass keine der Frauen ein Abziehbild der anderen ist. Lindt selbst ist zwar die titelgebende Figur des Buches, spielt jedoch im Hinblick auf die Schicksale der drei Frauen eine untergeordnete Rolle. Marusja ist erfüllt von Herzenswärme und nimmt wohlwollend Lindt bei sich auf. Sie weiß, dass sie kein Leben in die Welt setzen kann und so wird der damals 18-jährige ihr Kind, das sie nie gebähren wird. Auch im weiteren Verlauf ihrer Geschichte zeigt sich, dass Kinder ihre Bestimmung sind. Galina Petrowna wiederum ist eine junge unglückliche Frau, die durch ihre Eltern in eine berufliche Bahn gelenkt wird, die ihr missfällt. Mit 19 wird sie schwanger, jedoch nicht von dem Mann, den sie liebt. Galina ist eine sehr interessante Figur, anpassungsfähig, doch ihre weitere Geschichte ist geprägt von Selbstsucht, Dekadenz und dem Benehmen einer Diva, die ihre Launen und ihren Frust zunehmend an den Menschen um sie herum auslässt. Auch an der kleinen Lidotschka. Gesegnet und gleichzeitig verflucht mit dem Talent zu einer Primaballerina, ist sie ein zurückhaltendes Mädchen, dass früh mit dem körperlichen und psychischen Schmerz in Berührung kommt. Erst am Ende erkennt sie, dass das Leben einen noch schmerzhafteren Umweg nehmen muss, um die Liebe und das Zuhause zu erkennen.

Marina Stepnowa hat eine zeitgenössische russische Familiengeschichte geschrieben, die aufgrund des komplexen Satzbaus nicht ganz leicht zugänglich ist. Eingestreute Zitate von Goethes Faust und russischen Dichtern untermalen die Komplexität des Textes. Das Buch beginnt mit der Enkelin Lindts und schließt den Kreis mit dem gefundenen Glück und dem Zuhause des entwurzelten Mädchens. Alles in allem bietet dieser Roman einen Querschnitt der Sorgen einer russischen Gesellschaft innerhalb eines ganzen Jahrhunderts.

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Rezension zu "Die Frauen des Lazarus" von Marina Stepnowa

Das Streben nach Glück von drei Frauen – im Schatten eines großen und einzigartigen Mannes
tinationvor 3 Jahren

Das Buch: Lazarus Lindt ist ein eigensinniger und genialer Wissenschaftler in Russland. Und er beeinflusst das Leben von drei Frauen: Marusja, seine Stiefmutter. Galina, die Ehefrau. Und Lidotschka, seine Enkelin. Dieses Buch erzählt über die Schicksale dieser drei Frauen, die einen gemeinsamen Nenner haben: Lazarus.

Fazit: Vornweg: dieses Buch ist doch eher ein Schicksalsroman über verschiedene Frauen in Russland. Doch trotz all der Tragik ist dieses Werk keine Schmonzette. Lazarus, der Titelgeber wird immer nur Abschnittsweise und aus der Ferne erzählt. Denn im Mittelpunkt stehen ganz klar die Frauen. Und das sind drei starke Wesen mit unterschiedlichen Leben. Und doch verbindet sie der Lazarus. Denn nur durch ihn sind sie geprägt und müssen oft Leid ertragen – auf der Suche nach dem wahren Glück und Zufriedenheit.

Vor dem Hintergrund der russischen Geschichte werden nicht nur die drei Frauen detailiert erzählt. Auch Lazarus erscheint am Ende des Buches für den Leser als eine detailreiche Figur. Trotzdem bleibt Lazarus Lindt im Vergleich zu den drei Frauen sehr blass zurück und kann sich nicht mit dem Titelnamen messen. Auch die drei Frauen erscheinen unterschiedlich groß in diesem Buch. Während Marusja noch sehr kurz und auf einem kurzen Lebensabschnitt begleitet wird, geht das Buch sehr auf die Ehe zwischen Lazarus und Galina ein. Das hat durchaus seine Berechtigung, erscheint im Ganzen doch ein wenig zu wuchtig. Und Lidotschka ist zum Schluss die Leidtragende der Geschichte, die in dem zu großen Schatten des Lazarus steht.

Zum Ende hin rutscht dieses Buch doch ein wenig in den Kitsch ab. Ein paar Seiten kurz vor Schluss passen überhaupt nicht zu dem Rest des Buches und laufen Gefahr, das ganze Werk in ein schlechtes Licht zu rücken. Das Ende ist jedoch wieder schlüssig und schließt doch die Schicksale der Frauen gut ab. Ich blicke also gerade noch so darüber hinweg und schwelge lieber in den Leben der drei Damen.

Textlich ist dieses Buch sehr gut geschrieben. Alleinstellungsmerkmal sind die wenigen wörtlichen Reden. Es scheint, als würde die Autorin lieber erzählen als die Figuren sprechen zu lassen. Das kann für einige ungewöhnlich erscheinen, doch es trifft hier den Ton. Und dieser ist rau und kalt - harte russische Winter.

Zusammenfassend ist es ein tolles Buch über drei Schicksale in der russischen Geschichte ab 1900. Wenn man über das Intermezzo kurz vor Schluss hinwegsehen kann, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen. Wer auf einen etwas anderen Familienroman in Russland steht, wird hier definitiv nicht enttäuscht werden.

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Rezension zu "Die Frauen des Lazarus" von Marina Stepnowa

Auf der Suche nach dem Glück
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Als ich dieses Buch aufschlug, fiel mir zunächst das farblich zweigeteilte Vorblatt auf. Dank Dostojewski und Gonscharow sind russische Autoren kein unbeschriebenes Blatt für mich, vorallem nicht, wenn es um russische Geschichte geht. Marina Stepnowa sollte mich mit ihrem Roman dennoch überraschen und mir einen anderen Blick auf ein Jahrhundert russischer Geschichte geben.

Die Frauen des Lazarus erzählt die Geschichte des Genies und Wunderkinds Lazar Lindt und der drei Frauen, die sein Leben prägen. Lindt ist Jude und bereits mit 18 Jahren überaus intelligent, allerdings eigenbrötlerisch und wunderlich. Lediglich seine Ziehmutter Marusja gewinnt sein Herz. Sie ist die einzige Frau, die er bis zu seinem Tod liebt. Nach mehreren Liebschaften wird die wunderschöne Galina Petrowna Lindts Ehefrau, obwohl sie zu der Zeit ganze 41 Jahre jünger ist als er. Die Ehe mit dem genialen Professor bringt die junge Frau davor, sich vor ihm und dem bald geborenen Sohn zu ekeln. Erst später arrangiert sie sich mit der für sie vorgesehenen Rolle. Die dritte Frau ist Lindts Enkeltochter Lidotschka, die Lindts Namen trägt und aufgrund eines Badeunfalls ihrer Eltern am Schwarzen Meer von Galina großgezogen wird.

Stepnowa zeichnet nicht nur ein scharfes BIld der Wirren beider Weltkriege, sondern auch ihrer Figuren. Sie schildert nahezu im Vorbeigehen den herrschenden Hunger und das Elend, aber auch die Momente der Hoffnung. Gefühle von Zuneigung, Liebe, Hass und Ekel sind in den Charakteren deutlich, aber immer wieder verschieden ausgearbeitet, sodass keine der Frauen ein Abziehbild der anderen ist. Lindt selbst ist zwar die titelgebende Figur des Buches, spielt jedoch im Hinblick auf die Schicksale der drei Frauen eine untergeordnete Rolle. Marusja ist erfüllt von Herzenswärme und nimmt wohlwollend Lindt bei sich auf. Sie weiß, dass sie kein Leben in die Welt setzen kann und so wird der damals 18-jährige ihr Kind, das sie nie gebähren wird. Auch im weiteren Verlauf ihrer Geschichte zeigt sich, dass Kinder ihre Bestimmung sind. Galina Petrowna wiederum ist eine junge unglückliche Frau, die durch ihre Eltern in eine berufliche Bahn gelenkt wird, die ihr missfällt. Mit 19 wird sie schwanger, jedoch nicht von dem Mann, den sie liebt. Galina ist eine sehr interessante Figur, anpassungsfähig, doch ihre weitere Geschichte ist geprägt von Selbstsucht, Dekadenz und dem Benehmen einer Diva, die ihre Launen und ihren Frust zunehmend an den Menschen um sie herum auslässt. Auch an der kleinen Lidotschka. Gesegnet und gleichzeitig verflucht mit dem Talent zu einer Primaballerina, ist sie ein zurückhaltendes Mädchen, dass früh mit dem körperlichen und psychischen Schmerz in Berührung kommt. Erst am Ende erkennt sie, dass das Leben einen noch schmerzhafteren Umweg nehmen muss, um die Liebe und das Zuhause zu erkennen.

Marina Stepnowa hat eine zeitgenössische russische Familiengeschichte geschrieben, die aufgrund des komplexen Satzbaus nicht ganz leicht zugänglich ist. Eingestreute Zitate von Goethes Faust und russischen Dichtern untermalen die Komplexität des Textes. Das Buch beginnt mit der Enkelin Lindts und schließt den Kreis mit dem gefundenen Glück und dem Zuhause des entwurzelten Mädchens. Alles in allem bietet dieser Roman einen Querschnitt der Sorgen einer russischen Gesellschaft innerhalb eines ganzen Jahrhunderts.

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