Marina Weisband

 4,3 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor*in von Wir nennen es Politik, Frag uns doch! und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Marina Weisband wurde 1987 in der Ukraine geboren und ist Diplompsychologin sowie Expertin für digitale Partizipation und Bildung. Von 2011 bis 2012 war sie die politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, wo sie für die Meinungsbildung innerhalb der Partei und für die Repräsentation nach außen zuständig war. Heute engagiert sie sich bei den Grünen in den Themenbereichen Digitalisierung und Bildung.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die neue Schule der Demokratie (ISBN: 9783596714087)

Die neue Schule der Demokratie

(2)
Erscheint am 26.08.2026 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Marina Weisband

Cover des Buches Wir nennen es Politik (ISBN: 9783608503197)

Wir nennen es Politik

(6)
Erschienen am 07.03.2013
Cover des Buches Frag uns doch! (ISBN: 9783103974911)

Frag uns doch!

(3)
Erschienen am 13.10.2021
Cover des Buches Was uns durch die Krise trägt (ISBN: 9783806245837)

Was uns durch die Krise trägt

(2)
Erschienen am 10.03.2023
Cover des Buches Die neue Schule der Demokratie (ISBN: 9783596714087)

Die neue Schule der Demokratie

(2)
Erscheint am 26.08.2026

Neue Rezensionen zu Marina Weisband

Cover des Buches Die neue Schule der Demokratie (ISBN: 9783103975925)
porte-bonheurs avatar

Rezension zu "Die neue Schule der Demokratie" von Marina Weisband

porte-bonheur
Die Demokratie bin ich!

Marina Weisband setzt sich mit diesem Buch für die Demokratie ein und fordert uns alle auf, sich an und in ihr zu beteiligen. Wie es ganz konkret gehen könnte, zeigt sie an dem von ihr entwickelten Schülerbeteiligungsprojekt "aula" auf und macht dafür mit einem Gutteil ordentlich Werbung. Das könnte man ihr und diesem Buch ankreiden, ja, wenn man ganz böse sein will, könnte man ihr wichtiggtuerische Selbstverliebtheit vorwerfen, aber nur wenn man selbst nicht an Demokratie interessiert oder einem diese völlig egal ist. 

Warum soll "aula" die Demokratie fördern? Weil eben alles in der Schule beginnt, so Weisbands These und meiner Ansicht nach hat sie damit auch Recht. Wer einmal in jungen Jahren erfahren hat, dass er sich in das umgebende System einbringen und dieses sogar verändern kann, wird sich auch später für seine Umgebung zumindest stark interessieren und vielleeicht sogar gestaltend auf sie einwirken. Der geht dann auch nicht Parteien auf den Leim, die die anderen nur fertigmachen wollen und dabei Hass und Wut schüren, sondern will Lösungen hören und wird diese dann auch nach deren Wirksamkeit für sich und die anderen beurteilen.

Ja, "aula" nimmt in diesem Buch viel Platz ein, aber Frau Weisband hat mit ihrem Team damit eben ein ganz besonderes Instrument für Beteiligung geschaffen und als jemand, der selbst solche Beteiligungsprozesse auf kommunaler Ebene organisiert, weiß ich, wie wichtig solche geordneten, dabei aber auch kreativen Verfahren sind. Eine Gruppe, die kreativ Neues angehen und am Ende auch umsetzen will, braucht einen Rahmen und dann moderierte Ordnung. Und Frau Weisband zeigt dann eben auch wie demokratische Beteiligung täglich gelebt werden kann, ruft Kommunen auf, mehr über solche Beteiligung nachzudenken, sie zu initiieren und zu ermöglichen und uns Leser wirklich mitzumachen.

Das Schreiben über ihr Projekt lässt die Autorin viel über die Demokratie und unser Leben an sich nachdenken. Auch wenn wir alle unterschiedliche Typen sind und natürlich oft gerne nur den eigenen Willen durchsetzen wollen, wissen wir doch, dass wir die anderen brauchen, ohne sie gar nicht leben könnten und uns nur in Gemeinschaft gut fühlen: der Mensch ist ein soziales Wesen, ein Rudeltier und kein Einzelgänger. Niemand ist eine Insel! Dieses Zusammenleben muss aber eben auch gut organisiert werden, damit es für alle erträglich, nein mehr, zufriedenstellend und glücklichmachend erlebt werden kann.

Ein starkes Plädoyer! Ein Mutmach-Buch, das in diesen Zeiten, in welchen sich viele doch fragen, wohin diese noch führen können, Hoffnung macht, die allerdings die eigene Beteiligung voraussetzt!

Cover des Buches Frag uns doch! (ISBN: 9783103974911)
Alaiss avatar

Rezension zu "Frag uns doch!" von Marina Weisband

Alais
Mit Wissen gegen den Hass

Die gläubige, aber nicht religiöse Jüdin Marina Weisband und der modern-orthodoxe Jude Eliyah Havemann, zwei, wie ich finde, sehr spannende Persönlichkeiten mit bewegter Lebensgeschichte, präsentieren in diesem Buch ihre Antworten aus ihren unterschiedlichen persönlichen Blickwinkeln auf verschiedene Fragen rund um das Judentum, die ihnen über Social Media gestellt wurden. Michael Blume hat zu diesem Buch ein lesenswertes Vorwort beigetragen und die Antworten "mit dem Blick eines Wissenschaftlers" (S. 189) gegengelesen.

Dieses Buch entstand anscheinend aus der Social-Media-Aktion #FragEinenJuden, die ich leider völlig verpasst hatte und mehrere kleine Videos umfasste. Dieser "mündliche" Ursprung macht sich positiv im Schreibstil bemerkbar, der in einem Plauderton gehalten ist und sich so angenehm lesen lässt. Dabei gehen die Antworten in die Tiefe und ich war erstaunt über die Fülle von Wissenslücken, die ich durch dieses Buch schließen konnte - obwohl ich einen engagierten evangelischen Religionslehrer hatte, der im Unterricht nicht nur auf das Christentum einging, sondern uns mit viel Respekt und Liebe auch viel über die jüdische Religion und den Islam erzählt hatte. Allgemein hatte ich bei der Lektüre dieses Buches den Eindruck, dass die jüdische Religion facettenreicher ist und intensiver gelebt wird als das Christentum. Der Gedanken daran, dass ich davon bisher trotzdem so wenig mitbekommen habe, und vor allem an die Gründe dafür, macht mich sehr traurig.

Das Buch umfasst eine große Themenvielfalt von grundsätzlichen Fragen über religiöse Aspekte bis hin zur jüdischen Kultur und wird nie langweilig. Besonders hilfreich und leider auch besonders aktuell sind im hinteren Teil die Erläuterungen zu Zionismus, zur Frage, wann Kritik an der israelischen Regierungspolitik die Grenze zum Antisemitismus überschreitet, und vor allem zum Umgang mit Hass und Antisemitismus.

Neben manchmal faszinierenden, manchmal bedrückenden Informationen finden sich Anregungen für mehr Zusammenhalt und einen respektvollen Umgang miteinander und viele kluge Gedanken - eine Lektüre, aus der ich viel gewonnen habe und die einen tiefen Eindruck hinterlässt.

Cover des Buches Die neue Schule der Demokratie (ISBN: 9783103975925)
Brombeeres avatar

Rezension zu "Die neue Schule der Demokratie" von Marina Weisband

Brombeere
nicht das, was ich erwartet habe

Worum geht es?
Sehr viel um das Projekt AULA, das Weisband auf die Beine gestellt hat. Darüber hinaus um Demokratie und junge Menschen.

Worum geht es wirklich?
Gesellschaft, Werte und Engagement

Lesenswert?
Ja, schon. Allerdings hat das Buch einen komplett anderen Schwerpunkt als ich es erwartet hatte.

Ca. 80-90% des Buches geht es um das o.g. Projekt und wie junge Menschen dadurch demokratische Werte ausprobieren und somit quasi erlernen können. Es werden verschiedene Stufen der Projekte und auch potentielle Probleme sowie den Umgang damit dargestellt.

Allerdings wirkt das Buch größtenteils dadurch wie eine Handreichung oder Werbeveranstaltung für das Projekt. An sich klingt es sehr spannend und nach einer super Lösung, die an viel mehr Schulen oder auch in Vereinen etc. benötigt wird. Den Gedanken kann man nur unterstützen.

Die „verschiedenen Projekte“, die im Klappentext erwähnt werden, finden alle mit AULA statt und somit lernt man auch nicht verschiedene Beispiele kennen, wie Menschen Demokratie näher gebracht werden kann, sondern größtenteils eine Option mit verschiedenen Beispielen.

Das Buch ist gut lesbar und es hat mir schon etwas gebracht, über dieses Projekt zu erfahren. Allerdings würde ich mir das auch im Klappentext klarer wünschen.

Spannend ist, dass man nebenbei noch einiges über die Autorin und ihre Werte erfährt und die beispielhaften Projekte durchaus inspirierend sein können.

In den letzten 10-20% des Buchs geht das ganze dann eher in die Richtung, die ich erwartet habe. Es folgen dort konkrete Vorschläge, wie man sich einbringen kann, warum Mitarbeit auf kommunaler Ebene sinnvoll ist und welchen Mehrgewinn das für die Einzelperson und die Gemeinschaft bringt.

Alles in allem eine gute Lektüre, wenn man denn vorher weiß, dass AULA im Mittelpunkt steht.

Dieses Projekt einmal näher kennenzulernen, kann ich dabei auf jeden Fall empfehlen.

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