Marina Weisband setzt sich mit diesem Buch für die Demokratie ein und fordert uns alle auf, sich an und in ihr zu beteiligen. Wie es ganz konkret gehen könnte, zeigt sie an dem von ihr entwickelten Schülerbeteiligungsprojekt "aula" auf und macht dafür mit einem Gutteil ordentlich Werbung. Das könnte man ihr und diesem Buch ankreiden, ja, wenn man ganz böse sein will, könnte man ihr wichtiggtuerische Selbstverliebtheit vorwerfen, aber nur wenn man selbst nicht an Demokratie interessiert oder einem diese völlig egal ist.
Warum soll "aula" die Demokratie fördern? Weil eben alles in der Schule beginnt, so Weisbands These und meiner Ansicht nach hat sie damit auch Recht. Wer einmal in jungen Jahren erfahren hat, dass er sich in das umgebende System einbringen und dieses sogar verändern kann, wird sich auch später für seine Umgebung zumindest stark interessieren und vielleeicht sogar gestaltend auf sie einwirken. Der geht dann auch nicht Parteien auf den Leim, die die anderen nur fertigmachen wollen und dabei Hass und Wut schüren, sondern will Lösungen hören und wird diese dann auch nach deren Wirksamkeit für sich und die anderen beurteilen.
Ja, "aula" nimmt in diesem Buch viel Platz ein, aber Frau Weisband hat mit ihrem Team damit eben ein ganz besonderes Instrument für Beteiligung geschaffen und als jemand, der selbst solche Beteiligungsprozesse auf kommunaler Ebene organisiert, weiß ich, wie wichtig solche geordneten, dabei aber auch kreativen Verfahren sind. Eine Gruppe, die kreativ Neues angehen und am Ende auch umsetzen will, braucht einen Rahmen und dann moderierte Ordnung. Und Frau Weisband zeigt dann eben auch wie demokratische Beteiligung täglich gelebt werden kann, ruft Kommunen auf, mehr über solche Beteiligung nachzudenken, sie zu initiieren und zu ermöglichen und uns Leser wirklich mitzumachen.
Das Schreiben über ihr Projekt lässt die Autorin viel über die Demokratie und unser Leben an sich nachdenken. Auch wenn wir alle unterschiedliche Typen sind und natürlich oft gerne nur den eigenen Willen durchsetzen wollen, wissen wir doch, dass wir die anderen brauchen, ohne sie gar nicht leben könnten und uns nur in Gemeinschaft gut fühlen: der Mensch ist ein soziales Wesen, ein Rudeltier und kein Einzelgänger. Niemand ist eine Insel! Dieses Zusammenleben muss aber eben auch gut organisiert werden, damit es für alle erträglich, nein mehr, zufriedenstellend und glücklichmachend erlebt werden kann.
Ein starkes Plädoyer! Ein Mutmach-Buch, das in diesen Zeiten, in welchen sich viele doch fragen, wohin diese noch führen können, Hoffnung macht, die allerdings die eigene Beteiligung voraussetzt!
















