Mario Alberto Zambrano

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Alle Bücher von Mario Alberto Zambrano

Mario Alberto ZambranoSonne, Mond und Sterne
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Sonne, Mond und Sterne
Sonne, Mond und Sterne
 (16)
Erschienen am 21.03.2016
Mario Alberto ZambranoLoteria
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Loteria
Loteria
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Erschienen am 01.07.2014

Neue Rezensionen zu Mario Alberto Zambrano

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Rezension zu "Sonne, Mond und Sterne" von Mario Alberto Zambrano

Bunte Bilder machen keinen Roman!
leseleavor einem Jahr

Man muss dem Autor Mario Alberto Zambrano zugutehalten, dass die Idee für seinen Debütroman Sonne, Mond und Sterne nicht die verkehrteste war:  Anhand von 53 Karten des lateinamerikanischen Glücksspiels Lotería, das ein wenig dem uns bekannten Bingo erinnert, lässt er seine Protagonistin und Icherzählerin Luz, ein 11-jähriges Mädchen, in Amerika geboren, jedoch mit mexikanischen Wurzeln, die Geschichte ihrer Familie erzählen. Gleichzeitig muss man auch dem deutschen Verlag Luchterhand anrechnen, dass er sich auf die Idee seines Autors eingelassen hat und die erzählerische Struktur der Spielkarten auch graphisch im Buch widerspiegelt: Jedem Kapitel ist eine bunt gedruckte Lotería-Karte vorangestellt, generell ist der Roman hochwertig verarbeitet und macht einen ansprechenden Eindruck.

Allein: Das war es auch schon! Denn nach 275 Seiten Lektüre ordne ich den Roman ganz klar der Kategorie „Mehr Schein als Sein“ zu. Klappt man nämlich das liebevoll gestaltete Buch auf und beginnt sich in Luz‘ Welt einzulesen, merkt man schnell, dass es dem Roman jenseits der Gestaltung an Substanz fehlt. Zambrano reiht kurze Kapitel aneinander, in denen Luz – angeregt durch das Motiv der jeweiligen Spielkarte – eine Erinnerung herauskramt und eine Episode aus ihrem Familienleben erzählt. In diesem ist nämlich vor kurzer Zeit eine schlimme, nicht näher beschriebene Tragödie passiert: die Mutter ist verschwunden, der Vater ist im Gefägnis, die Schwester liegt im Krankenhaus und Luz selber wurde in staatliche Obhut gegeben. Angedacht ist wohl, dass sich in der Darstellung der einzelnen Episoden das Bild der Familie zusammensetzt, Spannung erzeugt wird und der Leser durch die Konfrontation mit der Gedankenwelt der 11-Jährigen Nähe zu ihr empfindet – jedoch wird keines dieser Ziele erreicht! Zambrano (oder vielmehr seine Protagonistin) verliert sich nämlich in reinen Andeutung, ohne eine wirkliche Geschichte zu erzählen. Der Roman ist handlungsarm, teilweise ohne roten Faden und – so viel sein verraten – es wird bis zum Schluss nicht deutlich, was eigentlich passiert ist. Das rein assoziative Erzählen lässt zudem kein Eintauchen in das Geschilderte zu: Die Geschichte bleibt ohne Atmosphäre (auch wenn Zambrano durch das willkürliche Einstreuen spanischer Floskeln, die dann mühselig im hinten befindlichen Glossar nachgeschlagen werden müssen, bemüht ist, Authentizität zu erzeugen), die Figuren auf Distanz. Spannung? Emotionen? Fehlanzeige!

Am meisten hat mich neben dem schon erwähnten unhandlichen Glossar, dessen Benutzung einen jedes Mal aus der eh schon zusammenhangslosen Geschichte herauskatapultiert hat, gestört, wie sehr Zambrano es vermeidet, die wichtigen Themen, die in dieser Geschichte vorhanden sind, anzugehen: Eigentlich erzählt er nämlich von einer in die USA eingewanderten lateinamerikanischen Familie, deren Integration mangelhaft ist, die von Geldsorgen und Arbeitslosigkeit geplagt ist und deren „Lösungsversuche“ sich in Alkoholismus, Gewalttätigkeit und Verrohung erschöpfen. Doch statt diese einzelnen Faktoren in ihrem Zusammenhang zu analysieren und darzustellen, sich mit dem amerikanischen Einwanderungssystem zu beschäftigen und hier einen mehr denn je aktuellen Roman zu schaffen, macht er es sich einfach und zieht sich auf die Perspektive des naiven Mädchens zurück. So wird in Sonne, Mond und Sterne letztlich nur Offensichtliches geschildert, aber nicht über diese Schilderung hinausgegangen: Nichts wird eingeordnet, nichts wird motiviert und vor allem wird nichts erklärt. Der Roman bleibt inhaltslos, nutzt seine Chancen nicht und ordnet den Inhalt eindeutig der Struktur unter. Somit taugt Sonne, Mond und Sterne schlussendlich nur als Bilderbuch – zugegebenermaßen jedoch als besonders schönes.

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Aisels avatar

Rezension zu "Sonne, Mond und Sterne" von Mario Alberto Zambrano

Rezension - Sonne, Mond und Sterne
Aiselvor 2 Jahren

Inhalt:

Ein junges Mädchen erzählt die tragische Geschichte ihrer Familie mit Hilfe eines Kartenspiels – des lateinamerikanischen Lotería. Elf Jahre alt ist Luz. Ihre ältere Schwester Estrella liegt auf der Intensivstation, ihr Vater sitzt im Gefängnis, die Mutter hat Mexiko verlassen. Luz, allein auf sich gestellt, zieht sich hinter eine Mauer des Schweigens zurück. »Lass dir von den Karten helfen«, sagt man ihr im Heim. Jedes der bunten Motive – die Meerjungfrau, der Tod, die Sterne – lässt ihre Erinnerung Funken schlagen. Zusammengesetzt wie ein Satz Spielkarten erzählen die Kapitel dieses Romans Luz‘ Leben, sie erzählen von allem Schönen und allem Schrecklichen – berührend und poetisch, lebenssatt und so bunt, wie die vierfarbigen Illustrationen von Lotería-Karten.

Meinung:

"Sonne, Mond und Sterne" von Mario Alberto Zambrano ist ein ganz besonderes Buch, dessen Cover mich darauf aufmerksam gemacht hat. Es ist leider noch sehr unbekannt. Zuerst möchte ich was zu der Aufmachung sagen. Das Buch kostet 22,99 € und das nicht grundlos. Es ist zwar klein, aber ein richtig hochwertiges Hardcover. Finde ich schon erwähnenswert irgendwie, denn es ist wirklich gut gemacht. Auch innen ist die Aufmachung echt toll. Die farbigen Illustrationen sind wunderschön und machen das Buch einzigartig.

Das Buch erzählt die tragische Geschichte des lateinamerikanischen Mädchens Luz und ihrer Familie. Stück für Stück werden einzelne Teile ihrer Vergangenheit mit Hilfe von Spielkarten zusammen gesetzt. Diese Idee finde ich schon mal super und ist mal was anderes. Mich hat das Schicksal des Mädchens sehr berührt, denn sie hat in ihren jungen Jahren schon viele schlimme Dinge erlebt. Im Laufe der Geschichte wächst sie einem richtig ans Herz und man fühlt mit ihr mit, also würde man sie kennen. Auch wenn es nicht nur schlechte Erinnerungen gab, herrschte größtenteils eine bedrückende Stimmung. Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht, weil man sich quasi von Kapitel zu Kapitel vorgearbeitet hat. Das hat das ganze irgendwie spannend gemacht, auch wenn durch den Stil nicht wirklich ein Spannungsbogen aufgebaut werden konnte. Das braucht man bei so einer Geschichte aber meiner Meinung nach garnicht. Das Buch hat mich auch so mitgenommen und zum Nachdenken gebracht.

Positiv aufgefallen ist mir auch der Schreibstil des Autors. Dieser ist sehr besonders und hat einen poetischen Touch. Es ist aufjedenfall angenehm zu lesen und obwohl ich mich erstmal daran gewöhnen musste, hat mir der Stil gut gefallen. Die Kapitel sind recht kurz, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich  mag es überhaupt nicht, wenn Kapitel kein Ende finden. Was ich nicht so gut fand, waren die zahlreichen spanischen Begriffe. An sich keine schlechte Idee, nur habe ich keine Ahnung von der Sprache und musste deswegen immer wieder das Lesen unterbrechen, um hinten nach der Übersetzung zu schauen. Das hätte man vielleicht besser regeln können, man kann damit aber leben.

Fazit:

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal etwas besonderes lesen möchte mit einer tragischen Geschichte, die keineswegs eine leichte Lektüre ist. Ich werde bestimmt noch des öfteren einen Blick in das Buch werfen und kann euch nur raten, es euch mal anzusehen.

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YukBooks avatar

Rezension zu "Sonne, Mond und Sterne" von Mario Alberto Zambrano

Das Spiel des Lebens
YukBookvor 2 Jahren

Wir stoßen hin und wieder auf Dinge, die bestimmte Erinnerungen in uns wecken: ein Familienfoto, ein Urlaubsandenken, ein Duft oder eine Melodie. Ganz ungewöhnlich ist jedoch die Idee in diesem Roman von Mario Alberto Zambrano. Die elfjährige Hauptfigur Luz Maria Castillo hat nach einem traumatischen Erlebnis aufgehört zu sprechen und lebt in einem Heim. Ihre Tante Tencha ermutigt sie, sich von den Spielkarten aus der mexikanischen Lotería – vergleichbar mit Bingo – inspirieren zu lassen und ihre Gedanken zu jeder einzelnen Spielkarte aufzuschreiben. So entsteht ein Kaleidoskop aus 53 Momentaufnahmen, die uns das Schicksal einer mexikanischen Migrantenfamilie in den USA näher bringen. Der Autor selbst ist Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln und in Houston aufgewachsen. In einem Interview sagt er, dass er in seiner Jugend oft verwirrt war, ob er "mexikanisch" oder "weiß" war. 

Nach und nach lernen wir Luz’ Familie kennen, erleben die Auseinandersetzungen mit dem gewalttätigen Vater und die Sticheleien zwischen den ungleichen Schwestern mit. Es gibt auch schöne Erinnerungen an Freunde und Feste, doch immer wieder droht die latente Gefahr von Gewalt. Es ist bemerkenswert, wie gut sich der Autor in die kindliche Seele hineinversetzen kann, zum Beispiel wenn Luz der Flasche San Pedro die Schuld für den Untergang der Familie gibt. Luz verwendet viele spanische Wörter und Ausrufe, die am Ende der Geschichte übersetzt werden und ihren Einträgen einen temperamentvollen und authentischen Touch verleihen.

Ein Spannungsbogen fehlt, da es sich um bunt zusammengewürfelte Szenen handelt. Dafür entsteht eine starke emotionale Nähe zu Luz, sofern man bereit ist, sich ganz auf ihre Person und ihre Empfindungen einzulassen. Es finden sich auch kleine Sprachjuwelen wie der Satz, der einen begabten Jungen bei einem Gesangswettbewerb im Fernsehen beschreibt: „Aus seinen Augen leuchtete alles, was seine Eltern ihm beigebracht hatten.“ Besonders gefällt mir die optische Gestaltung dieses ungewöhnlichen Tagebuchs. Die Tragik, die die Geschichte durchzieht, wird durch die bunte Pracht der Spielkarten, die einzeln vor jeder Episode abgedruckt sind, ausgeglichen. Vielleicht lasse ich mich auch einmal von den ansprechenden Motiven zu einer Geschichte inspirieren.

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