Mario Vargas Llosa

 4 Sterne bei 747 Bewertungen
Autor von Das böse Mädchen, Tante Julia und der Kunstschreiber und weiteren Büchern.
Autorenbild von Mario Vargas Llosa (© Jerry Bauer)

Lebenslauf von Mario Vargas Llosa

Jorge Mario Pedro Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in London, Paris, Madrid und Lima.

Alle Bücher von Mario Vargas Llosa

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Das böse Mädchen (ISBN: 9783518735657)

Das böse Mädchen

 (219)
Erschienen am 13.10.2012
Cover des Buches Tante Julia und der Kunstschreiber (ISBN: 9783518380208)

Tante Julia und der Kunstschreiber

 (75)
Erschienen am 10.02.2011
Cover des Buches Das Fest des Ziegenbocks (ISBN: 9783518735756)

Das Fest des Ziegenbocks

 (57)
Erschienen am 13.10.2012
Cover des Buches Lob der Stiefmutter (ISBN: 9783518736159)

Lob der Stiefmutter

 (49)
Erschienen am 13.10.2012
Cover des Buches Tod in den Anden (ISBN: 9783518736357)

Tod in den Anden

 (40)
Erschienen am 13.10.2012
Cover des Buches Der Traum des Kelten (ISBN: 9783518736050)

Der Traum des Kelten

 (26)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Der Krieg am Ende der Welt (ISBN: 9783518378434)

Der Krieg am Ende der Welt

 (21)
Erschienen am 28.06.1987
Cover des Buches Die Stadt und die Hunde (ISBN: 9783518371220)

Die Stadt und die Hunde

 (20)
Erschienen am 01.09.1980

Neue Rezensionen zu Mario Vargas Llosa

Neu
H

Rezension zu "Harte Jahre" von Mario Vargas Llosa

Viva la revolucion!
Highlandervor 4 Monaten

Heute möchte ich Euch eines der anspruchsvollsten Bücher vorstellen, das ich kenne. Dabei sind es sowohl der Inhalt als auch der Schreibstil, der das Gehirn beim Lesen so richtig auf Trab bringt. Die Rede ist von "Harte Jahre" von Mario Vargas Llosa, der bereits mehrfach bewiesen hat, dass er einer der besten lateinamerikanischen Schriftsteller überhaupt ist. Dem deutschen Leser dürfte das Thema des Buches nicht wirklich geläufig sein, handelt es doch von den politischen Irrungen und Wirrungen zwischen 1945 und 1965 in Guatemala. Da muss man schon sehr Lateinamerika-verliebt sein, um sich da auszukennen.

Dadurch ist mir persönlich der Einstieg in das Buch nicht leicht gefallen. Da die Geschichte im Grunde eine Wahre ist und nur durch wenig Fiktives in einen spannenden Roman gebracht wird, sind die Namen nicht willkürlich, sondern die Protagonisten gab es zu einem Großteil tatsächlich. Und Arbenz, Arevalo und Armas (allesamt Präsidenten in Guatemala) klingen nicht so unterschiedlich, sodass man schnell den Überblick verliert. Dazu kommen die brutalen Zeitsprünge, manchmal kapitelweise, aber - eine unfassbare Passage, die ich dreimal lesen musste - mitunter sogar mehrfach auf einer Seite, nur durch kleine Absätze getrennt. Es dauert also bis man die einzelnen Handlungsstränge versteht und zeitlich einordnen kann. Das Buch spielt die meiste Zeit in Guatemala und beleuchtet die Sicht der unterschiedlichsten Personen im Bezug zur Politik und den zahllosen Putschversuchen und Intrigen. In sehr schlechtem - berechtigt? - Licht steht die USA, die ihre Finger einfach nicht aus den fragilen Machtgefügen in Mittelamerika lassen kann. Vieles ist wirklich so passiert und bei manchem hat Vargas Llosa eben noch sein feines Gespür für Gesellschaft und Dramatik einfließen lassen.

Ab der Mitte des Buches wird es dann wirklich großartig. In der Regel weiß man sofort, wovon ein Kapitel handelt und die gesamte Handlung wird klarer und dadurch im Detail extrem spannend. Vargas Llosa schafft es einem das Gefühl zu geben, dass mindestens ein Teilnehmer jeder Szene in der Realität durch den Autor interviewt wurde. Die Recherche zu dem Buch muss gigantisch gewesen sein. Die Protagonisten sind durchweg großartig skizziert und hervorragend miteinander in Beziehung gesetzt.

Am Anfang las ich langsam, weil es sich etwas zog, am Ende las ich langsam, weil ich nicht wollte, das das Buch endet. Es ist wirklich ein ganz besonderes Buch bei dem immer ein Hauch von 'Viva la revolucion!' durchs Wohnzimmer streicht.

Ein Buch, das durch seinen hohen Anspruch an den Leser sicher nicht für jeden etwas ist. Wer sich aber für Politik, Literatur und Zeitgeschehen interessiert, muss dieses Buch lesen!!!

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Tante Julia und der Schreibkünstler" von Mario Vargas Llosa

Das mit dem Cover ist ein Scherz, oder?
sr_rolandovor 9 Monaten

Sprachlich ist die Geschichte famos erzählt und doch manchmal etwas langatmig. Sehr kleine Details werden sehr breit erzählt, zu breit manchmal, oft gelingt jedoch erst dank der epischen Ausführlichkeit der Schwenk zum Absurden, Komischen, Unterhaltsamen. Das spanische Original traut sich unsereins ja nicht zu. Die Übersetzung von Thomas Brovot macht jedoch Spaß.

Es ist ein Klassiker. Einer, der sich nicht immer ganz reibungslos anbiedert. Das ist auch ganz gut so. Und für die nächste Auflage spendiert bestimmt auch jemand ein neues Cover.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

"Liebeskummer führt also zu Hirnschädeln?"
Beustvor 9 Monaten

Welchen Roman auch immer ich von Mario Vargas Llosa lese – immer begeistert mich seine Fähigkeit, mit Saft und Kraft zu erzählen. Selbst „Das böse Mädchen“ hat mich irgendwann gepackt, obschon ich weder die lebenslange kitschige Ergebenheit Ricardos noch die eiskalte egoistische Aufstiegsgier des bösen Mädchens besonders anziehend fand. Doch auch ich erlag im Vorbeigang der Seiten der Faszination, die das „böse Mädchen“ umgibt und fieberte der nächsten Begegnung der beiden, der nächsten ungeheuerlichen Trennung entgegen.

Ricardo und Lily stammen beide aus Peru und wachsen dort in kleinen, bürgerlichen Verhältnissen auf. Schon früh allerdings sorgt Lilys Geltungssucht für einen gewaltigen Eklat: Dass sie aus Chile sei, aus gutem Hause zudem, ist nur erfunden! Fortan war die Schülerin aus der Clique verbannt, von der Schule geflohen. Der einzige, der noch zu ihr halten möchte, ist der in sie „wie ein Mondkalb verschossene“ Ricardo – doch kann es nicht: Denn sie ist weg. Dieses Muster – Hochstapelei, Eklat, Verschwinden – wiederholt sich in der großmannssüchtigen, mythomanischen Lebensweise der Gottesanbeterin immer und immer wieder. „Ich werde nie zufrieden sein mit dem, was ich habe. Ich werde immer mehr wollen.“ (S. 83) Auch Ricardos Verzeihen, denn die einzige Konstante im Leben des bösen Mädchens ist die Liebe, Ricardos, die bedingungslos zu sein scheint. Seine Rolle scheint lebenslang zu sein: „Der arme Teufel, der nur lebt, um dich zu begehren und an dich zu denken.“ (S. 175)

Der Roman führt seine beiden Protagonisten an unterschiedliche Schauplätze außerhalb Perus – Paris, London, Tokyo und Madrid – und durch vierzig Jahre ihres Lebens. Doch Ricardo verliert den Kontakt nach Peru nicht, wie auch Vargas Llosa nicht vergisst, an sein Peru zu denken. Immerhin hat der Nobelpreisträger ja sogar einmal versucht, peruanischer Präsident zu werden, weshalb das Gesellschaftliche bei ihm nie ganz fehlen darf.

Das böse Mädchen wechselt im Laufe der Kapitel ihre Identitäten und ihre Namen. Mal ist sie, die als Otilia geboren wurde, Madame Arnaux, dann Ms Richardson, mal Kuriko. Der Erzähler – es ist Ricardo – nennt sie bei ihren neuen Namen, nur die Bezeichnung „böses Mädchen“ bleibt.

Die großen Themen des Romans sind die Frage nach Liebe und Lebensglück – und ob sie zusammenhängen. Mich hat die Dichte der Erzählung beeindruckt, wie auch der ständige Rollenwechsel des bösen Mädchens, zu dem sich Ricardo, „der gute Junge“ stets neu verhalten musste. Was ist Glück? Macht Reichtum glücklich? Führt ein Leben auf Kosten anderer zu einem guten Ende? Der Roman hat hierauf eine eindeutige Antwort. Nicht so eindeutig hingegen ist die Frage beantwortet, ob Liebe die Lösung ist. Oder anders gesagt: „Liebeskummer führt also zu Hirnschädeln“ (S. 367).

Wunderbar erzählte, traurig-schöne Geschichte.

Kommentieren0
18
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks