Mario Vargas Llosa Briefe an einen jungen Schriftsteller

(17)

Lovelybooks Bewertung

  • 12 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(4)
(9)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Briefe an einen jungen Schriftsteller“ von Mario Vargas Llosa

Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel verfaßt – Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muß, beschreibt er unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große Romane, wie Madame Bovary, Moby Dick, Don Quijote, führt er als Beispiele an, tut das, was, wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen, zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht: seine überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft, die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist.
Literarisch Interessierten, Schülern, Studenten, jedem wird die Lektüre dieses Buches eine Tür öffnen zum Geheimnis, das hinter großer Literatur steckt.

LIest sich etwas mühsam, der Autor hat aber interessante Ideen bzw. Ansichten. Lesenswert.

— RinaBachmann

Stöbern in Romane

Liebwies

Interessant, unterhaltsam und sarkastisch - die Schickeria der 20er und 30er Jahre in der österreichischen Kulturszene.

thelauraverse

Karolinas Töchter

Ein jüdisches Schicksal, das zu Herzen geht. Ein wertvoller Roman, von dem es ruhig mehr geben könnte

fredhel

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

Das wahre Glück ist näher als man denkt

Jonas1704

Kukolka

Das Buch hat mich sehr bewegt, es war wichtig, diese Geschichte zu lesen.

buecher-bea

Herr Mozart feiert Weihnachten

Eindeutig gefälliger als der 1.Band - hier schneit Mozart in eine Patchworkfamilie herein und gibt den vermeintlichen Weihnachtsmann.

talisha

Kleine Fluchten

kleine Kurzgeschichten aus dem Alltag gegriffen, die zeigen, dass kleine Veränderungen/Momente Großes bewirken können ♥

suggar

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schreiben lernen in Briefen

    Briefe an einen jungen Schriftsteller

    cosima73

    26. March 2013 um 16:24

    In Briefen an einen imaginären jungen Schriftsteller erläutert Mario Vargas Llosa das Handwerk eines Romanschriftstellers. Er beschreibt dabei anfänglich seinen eigenen Wunsch, bei seinen grossen Vorbildern nachzufragen, wie man Schriftsteller wird und lobt des Jünglings Mut, den Schritt gewagt zu haben. Sie haben sich nicht lähmen lassen, denn Sie haben mir geschrieben. Das ist ein guter Anfang für das Abenteuer, auf das sie sich einlassen wollen und von dem Sie sich vermutlich, auch wenn Sie es nicht erwähnen, Wunderbares versprechen. Mario Vargas Llosa warnt davor, sich von der Schriftstellerei zu viel zu erhoffen, vor allem warnt er davor, den Weg aus Wunsch nach Erfolg zu gehen. Erforderlich seien vor allem Disziplin und Ausdauer, ein Schriftsteller ordne alles andere seinem Tun, das für ihn Berufung sei, unter. Ihre Entscheidung, aus der Begeisterung für die Literatur Ihr Schicksal zu machen, muss zur Fronarbeit, ja zur Sklaverei werden. In der Folge geht Mario Vargas Llosa auf alle wichtigen Themen ein, denen ein junger Schriftsteller auf dem Weg hin zu seinem Roman begegnet. Er behandelt die Themenwahl und das Finden von Ideen, schreibt über die nötige Überzeugungskraft, welche es braucht, um den Leser von der Geschichte einzunehmen. Wichtig ist auch der Stil, in dem eine Geschichte geschrieben wird, denn dieser muss der Geschichte entsprechen und damit ein Gefühl der Authentizität vermittleln. Mario Vagas Llosa geht weiter, Erzähler, Raum und Zeit sowie verschiedene Realitätsebenen zu beleuchten, zeigt auf, dass auch Wechsel innerhalb einer Geschichte möglich sind, wenn diese der Geschichte dienen, sie eine Perspektive eröffnen, die sinnvoll und notwendig ist. Die Notwendigkeit der Wahl ist immer entscheidend dafür, ob die Geschichte beim Leser ankommt. Anhand von vielen literarischen Beispielen, welche die vorgestellten Theorien belegen, wird das Handwerkzeug hin zum Roman anschaulich und verständlich. Schliesslich und endlich bleibt aber doch nur eines: Man muss sich hinsetzen und schreiben. Das ist auch der Rat, den Mario Vargas Llosa seinem jungen Schriftsteller gibt. Man [kann] niemandem beibringen, schöpferisch tätig zu sein; höchstens, wie man schreibt und liest. Den Rest bringt man sich selbst bei, indem man immer wieder stolpert, stürzt und aufsteht. Lieber Freund, Sie sollten alles vergessen, was Sie in meinen Briefen über die Romanformen gelesen haben, und endlich anfangen, Romane zu schreiben. Ich wage Mario Vargas Llosa in einem Punkt zu widersprechen: Es wäre schade, die Inhalte seiner Briefe zu vergessen, da sie einerseits sehr fundiert über das Handwerkszeug eines Schriftstellers Auskungt geben, andererseits eine grosse Bandbreite an literarischen Verweisen und Interpretationen beinhalten. Zudem ist das Buch schlicht unterhaltsam geschrieben und schön zu lesen. Fazit: Ein empfehlenswertes Buch nicht nur für (angehende) Schriftsteller, sondern auch für interessierte Leser.

    Mehr
  • Rezension zu "Briefe an einen jungen Schriftsteller" von Mario Vargas Llosa

    Briefe an einen jungen Schriftsteller

    hproentgen

    24. February 2011 um 13:56

    »Lieber Freund, Ihr Brief hat mich gerührt, da ich mich durch ihn wieder als Vierzehn- oder Fünfzehnjährigen im grauen Lima der Diktatur des Generals Odría gesehen habe, begeistert von der Vorstellung, eines Tages Schriftsteller zu sein, und gleichzeitig deprimiert, weil ich nicht wußte, was ich tun mußte, wo ich anfangen sollte, um diese Berufung Gestalt annehmen zu lassen, die ich in mir wie einen dringlichen Befehl fühlte: Geschichten zu schreiben, die ihre Leser hinreißen, so wie mich die jener Schriftsteller hingerissen haben, die ich in meinen privaten Pantheon zu stellen begann – Faulkner, Hemingway, Malraux, Dos Passos, Camus, Sartre. Viele Male ging mir durch den Kopf, einem von ihnen damals lebten sie alle noch – zu schreiben und um Rat zu bitten, wie man Schriftsteller wird. Ich habe mich, aus Schüchternheit oder vielleicht aus diesem hemmenden Pessimismus heraus, nie getraut. Warum ihnen denn schreiben, wenn ich doch weiß, daß keiner sich zu einer Antwort an mich herablassen wird« Mario Vargas Llosa erinnerte sich genau, wie das war, als er schreiben wollte, aber nicht wusste, wie. Damals gab es wenig, das einem Nachwuchsschriftsteller hilfreich sein konnte. Diese Lücke wollte er 1997 schließen und einiges von seinen Erfahrungen niederschreiben, und verfasste, lange bevor er den Nobelpreis erhielt, zwölf fiktive Briefe an einen jungen Schriftsteller, in denen er über das Schreiben erzählt. Er beginnt mit dem Schreiben selbst: Nicht zuviel erwarten von Veröffentlichungen, die unsicher sind; nicht auf Märkte schielen, die sich ständig ändern und vor allem nicht für die Veröffentlichung schreiben. „Die wichtigste Eigenschaft der literarischen Berufung ist vielleicht, dass derjenige, der sie spürt, in der Ausübung seine schönste Belohnung sieht“. Aber er warnt auch, dass das gleichzeitig Fronarbeit ist. Er beschreibt, wie Autoren aus dem eigenen Leben schöpfen und das Ergebnis doch so gar nichts mit Autobiografie zu tun hat. Und warnt, genau wie Stephen King in „Das Leben und das Schreiben“: „Die Schriftsteller, die vor ihren eigenen Dämonen fliehen und sich bestimmten Themen widmen, weil sie glauben, ihre eigenen seien nicht originell oder attraktiv genug und die anderen sehr wohl, irren sich gewaltig. Kein Thema ist per se gut oder schlecht in der Literatur“. Ein Roman müsse Überzeugungskraft haben, die Figuren bis zum Äußersten ausschöpfen, den Leser in die Geschichte eintauchen lassen, von dieser Faszination handelt der dritte Brief. In diesen ersten drei Briefen geht er gar nicht auf das Handwerk ein, wohl aber auf die Auffassungen vom Schreiben und widerspricht manchem, das auch in Deutschland gerne in Foren oder Feuilletonbeiträgen über Literatur gesagt wird. Man sollte es gründlich lesen, der Mann hat recht. Acht weitere Briefe widmen sich jeweils einem Thema, das für das Schreiben wichtig ist. Den Stil behandelt er natürlich, die Perspektive, die Zeit, Realität und Phantastik, Wechsel im Erzählen, unterschlagene Informationen, Erzählungen in der Erzählung und parallele Erzählungen. Auffällig sind hier einige sehr unterschiedliche Blicke auf Geschichten, die sich deutlich von dem unterscheiden, was amerikanische Schreibratgeber und deutsche Literaturwissenschaftler sagen. So werden die Realitätseben dort sehr selten zum Thema gemacht. Llosa, Kind einer Literatur, in der Phantastisches und Realistisches schon immer zusammengehörte und nicht den abfälligen Blick erntete, schreibt einen eigenen Brief darüber. Von einem durch und durch realistischen bis zu einem völlig phantastischen Roman gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Einsprengsel phantastischer Elemente, die entweder erträumt werden, oder eingebildet sind oder in die Romanwelt einbrechen, phantastische Welten, die reale Elemente enthalten, alles ist schließlich möglich und es ist Llosas Verdienst, dass er diesen wichtigen Punkt thematisiert, der sonst gerne ins Abseits gerät. Auch in einigen anderen Punkten unterscheidet er sich deutlich. Die Perspektive betrachtet er unter dem Gesichtspunkt, ob der Erzähler selbst Bestandteil der Geschichte ist oder ob und wieweit er von ihr entfernt agiert. Ein ganz anderer Blickwinkel zu der sonst üblichen Perspektivcharakteristika in der Literaturwissenschaft oder in Schreibratgebern. Dass er die Wechsel in Perpektive, Zeit und Realität als eigenen Brief behandelt und den Perspektivwechsel lobt, vor dem sonst gerne gewarnt wird, ist ein weiterer wichtiger Punkt. Natürlich sind die Warnungen begründet, Anfänger wechseln gerne die Perspektive aus Versehen oder aus Faulheit. Doch Llosas Brief erinnert daran, dass ein gewollter Wechsel auch viel Spannung bringen kann und dass all die Einteilungen der Perspektiven willkürliche Maßnahmen sind, um eine Übersicht zu behalten, nicht aber ein Dogma, dessen Nichtbefolgung den Scheiterhaufen zur Folge hat. Was alle Briefe auszeichnet: Llosa erklärt gerade heraus, benutzt weder verquaste, scheinbar literarische Sprache, wie es deutsche Literaten bei solchen Themen gerne tun, noch verkündet er Dogmen, wie manche amerikanische Schreibratgeber. Er beschreibt einfach, welche Möglichkeiten es gibt, Romane zu bauen. Das Buch ist dünn, dementsprechend verweist er zwar auf Beispiele, bringt aber explizit keine. Das wird dann zum Problem, wenn er sich auf spanisch-portugiesische Schriftsteller und Werke bezieht, die in Deutschland leider nicht allgemein bekannt sind. Dennoch lohnt sich die Lektüre. Gut geschrieben, leicht zu lesen und einmal ein anderer Blick aufs Handwerk. Vielleicht nicht für den blutigen Anfänger, aber für jeden, der sich für Geschichten interessiert und wie sie gebaut werden. Und man sollte seinen zwölften Brief nicht vergessen: „Lieber Freund, sie sollten alles vergessen, was sie in meinen Briefen über Romanformen gelesen haben und endlich anfangen, Romane zu schreiben.“ Auch Schreiben lernt man vor allem dadurch, dass man es tut. Leseprobe: http://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783518456019.pdf Homepage des Autors: http://www.mvargasllosa.com/ Briefe an einen jungen Schriftsteller, Sachbuch, Mario Vargas Llosa, Suhrkamp, Mai 1997 Originaltitel: Cartas a un joven novelista, aus dem Spanischen von Clementine Kügler ISBN-13: 978-3518456019, Tb, 118 Seiten, Euro 7,00

    Mehr
  • Rezension zu "Briefe an einen jungen Schriftsteller" von Mario Vargas Llosa

    Briefe an einen jungen Schriftsteller

    Chris1985

    15. February 2011 um 12:40

    Eine Anleitung zum Romaneschreiben? Das ist ja wie das Patentrezept für ein langes Leben. Eigentlich unmöglich. Deshalb war ich auch skeptisch. Wie kann der geniale Schriftsteller Mario Vargas Llosa sich an so ein aussichtsloses Thema heranwagen? Er kann! Er dröselt die Entstehung eines Romans von der ersten Idee über verschiedene räumliche und zeitliche Ebenen bis hin zum ersten geschriebenen Wort auf. Und das tut seinen bisherigen Roman überraschenderweise keinen Abbruch. Im Gegenteil: Er rettet die hohe Kunst des Romanschreibens mit seinem letzten Satz: Vergessen Sie alles, was sie gelesen haben und fangen sie endlich an, einen Roman zu schreiben (frei rezitiert). Ein genialer Schachzug. Für mich als Literaturbegeisterte ein schönes Büchlein (leider nur 116 Seiten) über die Technik des Schreibens. Für einen Hobby-Schriftsteller sicherlich nicht genug. Erhofft man sich konkrete Anregungen oder Tips, ist man hier falsch. Aber schließlich lebt ein Roman von Individualismus und Kreativität. Wo kämen wir denn hin, wenn es eine Anleitung gäbe, den perfekten Roman zu verfassen? Nein, das kann auch Mario Vargas Llosa nicht. Und das ist mir sehr sympathisch...

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks