Blüten aus Staub

von Mario Weto 
2,0 Sterne bei1 Bewertungen
Blüten aus Staub
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Frankreich-Erfahrung eines etwas trockenen Zürchers, von banal bis ambitiös-anstrengend. Eigenartiger Stil, mal gewollt-anders, mal falsch.

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Inhaltsangabe zu "Blüten aus Staub"

Blüten aus Staub ist ein Liebesroman über den Verlust der ersten Liebe, den Verlust der Heimat und nicht zuletzt ein Liebesroman über den Tod.
Der 22-jährige Lukas verliert sich in seiner unbändigen Liebe zu Bianca und trifft in seinem Liebeskummer eine folgenschwere Entscheidung. Er zieht aus dem geordneten, sauberen Zürich nach Montpellier ins ungezwungene Südfrankreich. Seine Einsamkeit und die südfranzösische Kultur erschüttern ihn und ziehen ihm den Boden unter den Füßen weg. Jeglicher Versuch, seine Persönlichkeit zu festigen, scheitert, bis er Jael kennenlernt, deren Verlobter ein Jahr vorher vor ihren Augen erschossen wurde. Durch diese Begegnung bekommt der Tod für Lukas eine neue Bedeutung, eine Philosophie, die er Synologie nennt, und sein Leben einen neuen schöpferischen Weg.
Ein Buch über das Verlieren und Wiederfinden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746002521
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:378 Seiten
Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:05.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Wiebke_Schmidt-Reyers avatar
    Wiebke_Schmidt-Reyervor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Frankreich-Erfahrung eines etwas trockenen Zürchers, von banal bis ambitiös-anstrengend. Eigenartiger Stil, mal gewollt-anders, mal falsch.
    Scheinbar tiefgründige, eigentlich aber sehr banale Geschichte voller Schreib- und Sprachfehler

    Erster Eindruck: Das Buch ist im Selbstverlag (Books on Demand) erschienen, und beim Auspacken war ich sehr positiv überrascht von der professionellen Aufmachung, dem eleganten Cover, dem professionellen Druckbild und der sehr angenehmen Haptik.

    Inhalt: Lukas - angehender berühmter Schriftsteller, das berühmt wünscht er sich so, und geschrieben hat er eigentlich noch gar nichts - und Bianca - angehende Juristin, die ständig über ihr Studium jammert - kennen sich seit der Schulzeit, und Lukas war irgendwie schon immer in Bianca verschossen. Als Studenten treffen sie sich wieder, es kommt sogar zu einer Beziehung, und eine Woche hängt der Himmel voller Geigen. Doch dann reist Lukas für einen Studentenjob nach Griechenland (das war schon vor der Liebelei mit Bianca geplant), und irgendwie läuft ab da alles schief. Die Kommunikation will nicht so recht klappen, und als Lukas zurückkehrt, ist bei Bianca Funkstille. Verzweifelt vor Liebeskummer, nimmt Lukas die Chance wahr, für eine Weile nach Montpellier zu ziehen, weil er zwar franzöische Literatur studiert, aber irgendwie gar kein Französisch kann. Im Sprachkurs in Montpellier freundet sich Lukas mit der Dozentin Muriel an, sie stellt ihn ihrer Clique vor, und so findet Lukas Anschluss zu einer Gruppe liberaler, diskutierfreudiger, rauchender und Rotwein-trinkender, multikultureller Franzosen und erreicht sogar sein Ziel "mit Französinnen zu schlafen". Ganz besonders tut es ihm Jael an, eine geheimnisumwitterte Schönheit, deren Verlobter in Lateinamerika vor ihren Augen erschossen wurde. Die Gespräche mit Jael inspirieren Lukas, sodass er es endlich schafft, etwas zu schreiben. Nebenher entwickelt er eine Theorie über die Liebe und den Tod, die er Synologie nennt.

    Meine Meinung: Ich habe nicht so recht in die Geschichte hinein gefunden. Die Hauptperson Lukas blieb mir ein wenig suspekt. Er ist hin und weg von Bianca, und der erste Teil des Romans dreht sich hauptsächlich um erst seine große Liebe, dann seinen großen Liebeskummer. Das war ein wenig nervig, weil mir auch Bianca nicht so wahnsinnig toll vorkam (tiefgründig scheint sie nicht gerade zu sein), dass ich diese grandiose Liebe, die Lukas in so viel Verzweiflung stürzt, hätte nachempfinden können. Aber vielleicht ist Lukas einfach nur ein ganz gewöhnlicher Mensch, der - wie so viele Menschen - glaubt, eine einmalige, außergewöhnliche Liebe zu erleben, und dann haben ja viele Menschen einen Hang zur Selbstüberschätzung und Nervigkeit.

    Als Lukas nach Montpellier geht, fällt er seiner Lehrerin im Sprachkurs (Muriel) sofort auf, in erster Linie, weil er der älteste in dem Kurs ist, aber auch, weil er so interessante Sachen sagt, was der Grund ist, weswegen sie in ihren Freunden vorstellt. Diese interessanten Sachen muss Lukas außerhalb des geschriebenen Textes sagen; ich fand da nicht viel Bemerkenswertes und außergewöhnlich Interessantes in seinen Reden. Durch Muriels Freunde gerät Lukas in einen Kreis von so etwas wie Bohémiens, durch die er neue Literatur kennenlernt und in politische Diskussionen verwickelt wird. Weil die Studenten streiken, findet keine Uni statt, und er hat viel Zeit, die verschiedenen Cafés Montpelliers kennen zu lernen, zu schlafen, zu versuchen zu schreiben und mit seinen neuen Freunden abzuhängen. Viel Interessantes passiert dabei nicht. Die Darstellung der lebenslustigen und freizügigen Südfranzosen im Gegensatz zu dem etwas kühlen Zürcher fand ich arg stereotyp und klischeebehaftet - es sind Bettler in den Straßen, ständig wird Rotwein getrunken, und die Frauen laufen am Strand ganz selbstbewusst oben ohne rum.

    Besonders auffällig ist der sehr eigenartige Stil des Autors. Viele Helvetismen, aber auch Spracheigenheiten, die man bei vielen Schweizern hört, wenn sie Hochdeutsch reden. Besonders befremdlich fand ich das, wenn Bianca und Lukas miteinander reden, da ja davon auszugehen ist, dass sie Schweizer Dialekt, ihre Muttersprache miteinander reden. Das sollte dann doch natürlich klingen. Die teils ungelenken Formulierungen empfand ich als sehr störend - sie klingen vielleicht nach Schweizern, aber eben nach Schweizern, die gerade NICHT ihre Muttersprache sprechen. (Anmerkung dazu: Ich habe ca. zur gleichen Zeit "Lanz", ebenfalls von einem Schweizer Autor, gelesen. Darin schreibt ein jugendlicher Protagonist auf Hochdeutsch, ebenfalls mit vielen Helvetismen durchsetzt, und hier wirkt die Ausdrucksweise wirklich authentisch, weil er sich ja explizit einer Fremdsprache bedient.)

    Neben sehr vielen Orthografie-Fehlern (v.a. Groß- und Kleinschreibung von Personalpronomina, Verben und Adjektiven) sind mir sehr viele fehlerhafte Formulierungen aufgefallen, z.B. "die Leute wurden serviert", was wohl "die Leuten wurden bedient" heißen sollte und vielleicht eine direkte Übersetzung aus dem Französischen ist, wo diese Passivkonstruktion möglich ist, im Deutschen aber eine ganz andere Bedeutung hat. Mir ist fast auf jeder Seite eine komische oder regelrecht falsche Formulierung aufgefallen, sodass ich - v.a. in Verbindung mit den vielen Rechtschreibfehlern und ein paar wirklich groben Patzern - bald gar nicht mehr zu sagen wusste, was gewollt eigener Stil ist und was Unvermögen und mangelndes Lektorat. Es bleibt der Nachgeschmack eine völlig unzulänglich korrekturgelesenen Buches, in dem sich jemand an einem ganz eigenen Ausdruck versucht hat, der leider für mein Empfinden sehr leserunfreundlich schiefgelaufen ist.

    Den Höhepunkt des Romans bildet wohl Lukas' Freundschaft mit Jael, durch die er zum Schreiben kommt sowie dazu, eine eigene Theorie zu entwickeln. Das geht alles sehr schnell, so wirklich lange kennen sich Jael und Lukas da noch nicht, und viel Austausch hat auch noch nicht zwischen ihnen stattgefunden. Daneben kommt es noch zu einer kleinen Orgie, die mit seitenlangen Decamerone-artigen Erzählungen über sexuelle Abenteuer einleitet, bevor es dann zu dritt zur Sache geht. Diese Passagen - die Orgie und die Darlegung von Lukas' Theorie - der Synologie - nehmen viele Seiten ein, die für mein Empfinden die Geschichte nicht mehr voranbrachten. Die Erläuterung der Theorie wurde geballt ziemlich ans Ende geklebt. Sie hat wohl für Lukas' Leben eine große Bedeutung, wirkt aber in ihrer Langatmigkeit ermüdend und aufgesetzt, eine Art forcierter Tiefgang für einen Protagonisten, der bis dahin noch nicht viel Bemerkenswertes getan hat; ihre Logik und Relevanz blieben mir verborgen. Die Orgie war noch ein weiteres Stereotyp, vielleicht ein Symbol für das, wie sich Lukas' Leben im schwülstigen Südfrankreich verändert hat - hier darf der spröde Zürcher sowas erleben, bevor er dann in die kalte Schweiz zurückkehrt.

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