Mariolina Venezia Tausend Jahre, die ich hier bin

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Inhaltsangabe zu „Tausend Jahre, die ich hier bin“ von Mariolina Venezia

Manche bezeichnen es als ein Wunder, was am Tag der Einigung Italiens in dem kleinen Ort Grottole im Süden des Landes in der Basilicata geschah. Denn an diesem Tag, als Don Francescos Geliebte ihm einem Sohn gebar, wurde das ganze Dorf von Olivenöl überschwemmt. Und mit diesem Ereignis nahm das unglaubliche Schicksal der Familie Falcone seinen Lauf. Hundert Jahre später entdeckt die junge Gioia ein atemberaubendes Stück Vergangenheit voller Geheimnis und Magie: ihre Familiengeschichte.

story ohne Tiefgang - enttäuscht

— sanrafael
sanrafael

Italienische Familiengeschichte über 5 Generationen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung Italiens und der Basilicata.

— Barbara62
Barbara62

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  • Viele Anekdoten, verwoben zu einer italienischen Familiengeschichte

    Tausend Jahre, die ich hier bin
    Barbara62

    Barbara62

    05. April 2015 um 13:42

    Ähnlich wie in der italienischen Familiengeschichte Der vollkommene Schmerz von Ugo Riccarelli befasst sich auch der  Roman von Mariolina Venezia Tausend Jahre, die ich hier bin mit dem Schicksal einer italienischen Familie im Zeitraum zwischen 1861 und 1989, spielt allerdings im Süden Italiens, in der zwischen Ferse und Stiefelspitze gelegenen Region Basilikata. Obwohl etwas weniger politisch als Riccarelli, verwebt auch Mariolina Venezia meisterhaft die Geschicke einer Familie mit den historischen Hintergründen von der Einigung Italiens über die beiden Weltkriege, Aufstieg und Niedergang der italienischen KP und die Ermordung Aldo Moros bis zum Ende des Kalten Krieges. Fünf Generationen verfolgt die Autorin, schildert die Schicksale der zahlreichen Familienmitglieder vor dem Hintergrund einer bis in die jetzige Zeit fast archaisch wirkenden Umgebung und schöpft dabei aus dem großen Vorrat von Anekdoten und Legenden ihrer Geburtsregion.

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  • Rezension zu "Tausend Jahre, die ich hier bin" von Mariolina Venezia

    Tausend Jahre, die ich hier bin
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 15:15

    Der Wind aus dem Basento-Tal Auf grandiose Weise schildert Mariolina Venezia mit den Mitteln des psychologischen Romans des 19. Jahrhunderts das Schicksal einer süditalienischen Familie über fünf Generationen, eng eingebunden in einen historischen Kontext, mit allen Höhen und Tiefen dieser Epochen. Hauptschauplatz ist die stille und einsame Region der Basilikata, nach ihren Bewohnern auch Lukanien genannt. Im Süden, tief unten im italienischen Stiefel liegt sie, zwischen Apulien im Osten, Kampanien und Kalabrien im Westen. Ein raues und hartes Land, das nur Sonne im Überfluss hat und zu einer der ärmsten und unfruchtbarsten Gegenden des gesamten Südens zählt, aber einen Schatz von großem Ausmaß birgt: einen uralten und traditionellen Volksglauben. Diese Region ist die Heimat der 1961 in Matera geborenen Autorin Mariolina Venezia. Mit "Tausend Jahre, die ich hier bin" gelang der Süditalienerin, ein Sensationserfolg in ihrem Heimatland. Das Buch stand nicht nur an der Spitze der Bestsellerlisten, sondern es wurde gleichfalls mit dem hoch angesehenen "Premio Campiello" ausgezeichnet. Venezia erzählt die Geschichte einer Familie aus Grottole über fünf Generationen. Zwei denkwürdige und markante Daten hat sich die Autorin für den Beginn und das Ende ausgesucht. Zum einen die Vereinigung zum Königreich Italien im März 1861, zum anderen der Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Osteuropa und der Fall der Berliner Mauer am 09./10. November 1989, mit dem Mariolina Venezias Familiensaga ausklingt. Dazwischen liegt ein Zeitraum von 128 Jahren, in denen sie von den unseligen Verwicklungen dieser Familie berichtet. Die zahlreichen persönlichen Einzelschicksale verknüpft die Autorin mit zum Teil großen geschichtlichen Ereignissen (Kampf gegen die Briganten, der Erste und Zweite Weltkrieg, Machtergreifung Mussolinis, die Einflüsse der Kommunistischen Partei, die Ermordung Aldo Moros). Hilfreich im Wirrwarr der Generationen und ihrer Mitglieder ist ein kleiner Stammbaum, der am Beginn des Buches abgebildet ist. Mariolina Venezia hat einen atmosphärisch dichten Roman in einer poetisch-magischen Sprache geschrieben, der durch Susanne Van Volxem, ohne seinen Zauber einzubüßen, wunderbar leichtfüßig aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen wurde. In einem ungeheuren Tempo, beinahe ohne Luft zu holen, lässt Venezia die Figuren - eingebettet in ihren geschichtlichen Hintergrund und fabelhaft subtilem Humor - vorbeiziehen. Sie verfügt über die Gabe, dem Leser beinahe alle Familienmitglieder - auch wenn sich einige nicht gerade durch besondere Liebenswürdigkeit auszeichnen - ans Herz wachsen zu lassen. Mariolina Venezia erkundet Seelenlandschaften. Zudem hat sie einen Landstrich aufleben lassen, dessen bäuerliche Gesellschaft vielleicht zu radikal mit der Moderne konfrontiert wurde. Heute ist die Basilicata eine Region, die zu neuer Vitalität erwacht. Sie besinnt sich auf ihre faszinierende politische Geschichte und auf ihre seit Jahrhunderten bestehende Mischung italienischer, lukanischer und griechischer Kultur, die sich in der Architektur, in der Sprache, der Musik, ihrer Küche und ihrer Tradition der mündlichen Überlieferung ausdrückt. "Es gibt zahllose Märchen und Kinderreime.", so die Autorin. Ein paar davon hat sie jeweils an den Anfang ihre Kapitel gesetzt. Italien, so lautet die frohe Botschaft, hat ein vielfältigeres Gesicht als man gemeinhin annimmt; es gibt noch viele Regionen, besonders im Süden, zu entdecken - und unter ihnen eine ganz besonders reizvolle: die Basilicata! Fazit: Mariolina Venezia verarbeitet in "Tausend Jahre, die ich hier bin" ihre eigene Familiengeschichte und verwebt Anekdoten und Legenden ihrer Kindheit mit historischen Umbrüchen, die der Süden Italiens zu verkraften hatte. Ein großartiges Zeitengemälde.

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