Heidelbeerkind

von Marion Bischoff 
4,8 Sterne bei10 Bewertungen
Heidelbeerkind
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Ein ganz wunderbar gelungener historischer Liebesroman...

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Eine lesenswerte Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verrat in der Kriegszeit

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Inhaltsangabe zu "Heidelbeerkind"

Clausen, ein kleines Dorf im Pfälzerwald im August 1944:
Elise liebt es, die morgendliche Ruhe der Natur auf sich wirken zu
lassen. Sie pflückt Heidelbeeren, als sie plötzlich dieses Ächzen hört.
Ängstlich und neugierig zugleich sieht sie sich um. Zwischen den
Hecken liegt ein verwundeter Soldat. Die Panik ist ihm anzusehen.
Obwohl Elise weiß, dass auf die Hilfe für Fahnenflüchtige Zuchthaus
steht, versteckt und versorgt sie den Fremden in der Waldhütte
ihres Vaters. Doch Nazis lauern überall …
Obwohl viele Menschen die Ausmaße des Hitlerregimes gar nicht
erfassen konnten, gab es unter ihnen diejenigen, die sich auflehnten
und nicht dem verbreiteten Stimmungsbild folgten. Einer dieser
Menschen war Elise.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783898010917
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Rhein-Mosel-Vlg
Erscheinungsdatum:20.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Luedivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ganz wunderbar gelungener historischer Liebesroman...
    Was für ein beeindruckendes Buch!

    Das Cover des Buches gefällt mir außerordentlich gut und passt hervorragend zum Inhalt des Buches.
    Noch immer bin ich zutiefst berührt und dankbar, dieses wundervolle Buch gelesen zu haben.
    Einfühlsam, hervorragend recherchiert und mit wahren Begebenheiten unterlegt schreibt die Autorin die Geschichte um die junge Elise und ihr ganz persönliches Aufbegehren gegen die Nazis.
    Als sie nämlich im Sommer 1944 einen jungen verletzten Deserteur im Wald findet und sofort beschließt ihm zu helfen, entsteht eine sehr zu Herzen gehende Liebesgeschichte, eingebettet in eine furchtbare Zeit, die jedoch die Hoffnung und den Glauben festhält und Einblick in die damaligen Begebenheiten und Zusammenhänge gewährt.
    Die Figuren wirken sehr authentisch und mit der lebendigen Handlung und dem perfekten Spannungsbogen ist man sofort an das Buch gefesselt.
    Durch die feinfühlige Schreibweise und das gesamte Geschehen entstehen beim Lesen tiefe Emotionen, denen man sich nicht entziehen kann.
    Was hatte ich für Herzklopfen, jedes Mal, wenn Elise sich wieder zur Waldhütte schlich, um den verwundeten Soldaten zu versorgen. Oder wie oft musste ich mir die Tränen abwischen um überhaupt weiterlesen zu können.
    Noch lange nachdem ich das Buch beendet und zugeklappt habe, beschäftigt mich sein Inhalt sehr und ich empfehle jedem, der sich ein wenig für die deutsche Geschichte interessiert, es zu lesen und sich sein eigenes Urteil zu bilden. 

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    Rinixs avatar
    Rinixvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine lesenswerte Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verrat in der Kriegszeit
    Eine lesenswerte Geschichte

    Cover: Das Cover gefällt mir gut. Ich vermute man sieht im Hintergrund in grautönen die Hütte, die im Buch eine wichtige Rolle spielt. Die Heidelbeeren und die Schrift sind blau-lila abgesetzt. Ebenso wie der Hütte, kommt auch den Heidelbeeren im Buch eine größere  Bedeutung zu.

    Handlung: Während der Hitlerzeit findet Elise im Wald einen verwundeten Soldaten und pflegt ihn in  einer Hütte. So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Die Story spielt in Clausen, in einem Dorf bei Pirmasens im Pfälzer Wald. Die Autorin verbindet hier die historische Zeit des Hitlerregimes mit der Geschichte von Elise. Es ist eine schwere Zeit und man bekommt mit, wie heftig diese Kriegszeit damals für alle war. Kaum vorstellbar, was die Menschen damals durchgemacht haben.

    Charaktere: Die Hauptperson im Buch ist Elise. Sie ist ein junges, starkes Mädchen, die viele Schicksalschläge und Hindernisse überwinden muss. Nicht immer konnte ich ihr Denkweise oder Art zu handeln nachvollziehen, was es mir manchmal schwer machte, mit ihr mitzufühlen. Elise verliebt sich in den Soldaten Julius, der ein großes Stück der Geschichte begleitet.
    Die Familie (Mutter, Bruder,Großvater) veranlasst Elise, schon in jungen Jahren nicht nur an sich zu denken, sondern zum Wohle der Familie. Was mal mehr und mal weniger klappt. Auch die beiden Nebenrollen Gerda und Ferdinand sollten noch erwähnt werden. Gerda, angeblich ihre Freundin, vollzieht in der Geschichte eine krasse Wendung, was ich nicht wirklich verstehen konnte. Und auch ihr anderer Freund Ferdinand,  unterstützt sie zwar, aber nicht ganz uneigennützig. Seltsame Freunde...

    Schreibstil: Die Autorin hat einen flüssigen und angenehmen Stil zu schreiben. Das Buch ließ sich gut lesen und ich hatte es in kurzer Zeit durch. Die Geschichte fesselt und man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Man merkt,dass viel Recherche und Herzblut der Autorin im Buch steckt.

    Fazit: Eine interessante Geschichte, die mir diese Kriegszeit näher gebracht hat. Die einzigen Kritikpunkte sind das Ende, welches mich etwas enttäuscht hat. Aber das ist ja Geschmackssache. Und der andere Punkt, dass ich mich oft schwer mit Elise getan habe. Ansonsten ein tolles Buch,  was ich gerne empfehlen kann.

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    Lerchies avatar
    Lerchievor 3 Monaten
    Gefährliche Hilfe

    Elise war gerade unterwegs um Heidelbeeren zu pflücken, als sie einen verwundeten deutschen Deserteur fand…
    Sie war ein hilfsbereites Mädchen und sowieso keine Hitler-Freundin. Zum Glück befand sie die Waldhütte ihres Vaters in der Nähe…
    Elise nahm sich des hilflosen Mannes an, auch in den darauf folgenden Tagen. Zu Hause erzählte sie davon nichts, knappste heimlich von ihrem Essen etwas für den Mann ab…
    Der Mann war jedoch so schwer verwundet, dass sie nicht mehr weiterwusste, und Hilfe benötigte…
    So lernte sie den jungen Mann gut kennen …
    Doch Julius musste unbedingt weiter, wenn er nicht entdeckt werden wollte...
    Und plötzlich war er weg…
    Dann gab es da noch Ferdinand, der alles tat, um Elise heiraten zu dürfen… Elise war gerade dabei, nachzugeben, als sie etwas Abscheuliches entdeckte…
    Wie fand Elise diesen Deserteur? Brachte sie ihn zur Waldhütte? Konnte sie ihn dort verstecken? Wie rechtfertigte sie vor ihrer Mutter ihre vielen Besuche im Wald? Ging sie heimlich? Und wie verköstigte sie ihn? Inwiefern war er so schwer verwundet, dass sie jemanden zu Rate ziehen musste? Konnte der ihr helfen? Verliebten sich die beiden ineinander? Wie sollte das gut gehen, er war desertiert und wurde doch bestimmt verfolgt? Auch konnte er doch nicht ewig in der Hütte bleiben, das wurde doch bestimmt zu gefährlich für ihn und auch für Elise? Wollte Elise mitgehen? Warum war er plötzlich weg? War er entdeckt worden und sie wusste nichts davon? Was hatte das mit Ferdinand auf sich, der Elise unbedingt wollte? Der alles dafür tat? Was entdeckte Elise, das ihr so missfiel? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert, was heißt, dass ich mich bei keinem Wort fragen musste, was sie damit gerade meint. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Ich verstand Elise, die dem Mann helfen wollte. Hätten ihn die Soldaten erwischt, wäre er standrechtlich als Deserteur erschossen worden. Zum Glück erfuhr sie, wie sie ihm weiter helfen konnte. Ferdinand kann ich durchaus verstehen, dass er Elise unbedingt wollte. Aber Elise hatte ihm gesagt, dass er keine Chance bei ihr hätte, und doch bedrängte er sie. Und er tat alles um ihr seine Gunst zu erweisen. Das Buch war von Anfang an spannend, und die Autorin konnte die Spannung auch bis zum Ende halten. Es hat mich in seinen Bann gezogen, gefesselt und sehr gut unterhalten. Das Lesen dieses Buches hat mir großen Spaß gemacht, und ich weiß, dass es eine Fortsetzung geben wird, auf die ich mich jetzt schon freue. Von mir gibt es eine Lese-/Kaufempfehlung sowie volle Bewertungszahl.

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    zeilengefluesters avatar
    zeilengefluestervor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wirklich berührende und bewegende Geschichte der 1944/1945.
    Die Liebe der einen Hoffnung gibt – sehr berührend und bewegend

    Eine Geschichte über schwierige Zeiten und die damit verbundenen Ängste. Über Hoffnungsschimmer und die Tiefen des Lebens. Über Familie und Zusammenhalt. Über die Liebe.

    Inhalt

    Clausen, ein kleines Dorf im Pfälzerwald im August 1944:


    Elise liebt es, die morgendliche Ruhe der Natur auf sich wirken zu
    lassen. Sie pflückt Heidelbeeren, als sie plötzlich dieses Ächzen hört. Ängstlich und neugierig zugleich sieht sie sich um. Zwischen den Hecken liegt ein verwundeter Soldat. Die Panik ist ihm anzusehen. Obwohl Elise weiß, dass auf die Hilfe für Fahnenflüchtige Zuchthaus steht, versteckt und versorgt sie den Fremden in der Waldhütte ihres Vaters. Doch Nazis lauern überall …


    Obwohl viele Menschen die Ausmaße des Hitlerregimes gar nicht erfassen konnten, gab es unter ihnen diejenigen, die sich auflehnten und nicht dem verbreiteten Stimmungsbild folgten. Einer dieser
    Menschen war Elise.

    Meine Meinung

    Als die Autorin mich persönlich gefragt hatte, ob ich nicht Interesse hätte, ihr Buch zu lesen, habe ich mich wirklich sehr darüber gefreut. Auch hatte ich zuvor noch kaum einen Historischen Roman gelesen, daher war ich schon sehr gespannt auf das Buch.

    Cover

    Das Cover spricht mich optisch leider nicht ganz so an, aber wie der Titel schon darauf schließen lässt, geht es unter anderem auch um Heidelbeeren, diese sind auf dem Cover vertreten. Außerdem eine Hütte, die in dem Buch noch eine große Rolle spielen wird, daher finde ich das Cover sehr passend zum Inhalt des Buches.

    Geschichte

    Da die Geschichte 1944/1945 spielt, war es zunächst ein wenig schwierig für mich, mich mit der Geschichte zu identifizieren. Von Seite zu Seite wurde es dann aber einfacher, mich in die Geschichte und ihre Protagonisten hineinzuversetzen.

    Die damaligen Verhältnisse gingen mir wirklich unter die Haut. Ich musste sowas nie erleben und ich hoffe das muss ich auch nie. Deshalb ging mir ihre Situation ziemlich nah. Wenn man sich das mal so überlegt, das man aus Gründen der Verzweiflung jemanden heiraten würde, den man nicht mal liebt, nur um seine Familie nicht verhungern lassen zu müssen, bewegt mich das schon extrem und bringt mich wirklich zum Nachdenken.

    Protagonisten

    Elise ist wirklich eine starke, junge Frau, die mit allen Mitteln versucht ihre Familie zu unterstützen. Auch scheut sie sich nicht ihre eigene Meinung zu vertreten, dass zu damaligen Zeiten, natürlich nicht gerne gesehen wurde, aber auch die Konsequenzen scheut sie nicht. Elise ist ein Charakter der mich wirklich beeindruckt hat, sie hat meinen vollsten Respekt verdient. Allerdings war sie mir manchmal, aber einfach noch zu kindlich und zu gutgläubig. Ich weiß nicht ob das zu damaligen Zeiten normal war, sich so schnell in jemanden zu verlieben, aber das kam mir dann doch ein wenig schnell vor. Das sie damals noch verheiratet wurden, kann ich nachvollziehen, das waren ja auch ganz andere Zeiten, gar nicht mehr mit heute zu vergleichen.

    Auch Elise Mutter spielt hier eine große Rolle. Zunächst konnte ich sie nicht wirklich leiden, aber als ich versucht habe, ihre Seite der Dinge zu sehen, konnte ich ihr Handeln und ihr Denken schon verstehen. Sie hat ja nur versucht ihre Familie zu retten, um nicht noch ein Familienmitglied zu verlieren. Trotzdem fiel es mir wirklich schwer, für sie Sympathie zu entwickeln, wie konnte eine Mutter sein eigenes Kind so wenig unterstützen und mit so viel Verantwortung „beladen.“ Manchmal kam mir Elise eher wie die Mutter vor.

    Julius, der verwundete Soldat, lernten wir am Anfang der Geschichte kennen, schnell wird klar, wie viel er durchgemacht hatte und das Elise ihm helfen musste, damit er nicht stirbt. Sie half ihm-verarztete seine Wunden, gab ihm Essen und Kleidung und ein Versteck. Allerdings kam er ein wenig zu kurz in der Geschichte, so dass es mir schwer fiel, mich mit ihm zu identifizieren.

    Zwei wichtige Nebenprotagonisten, die auch erwähnt werden sollten sind Ferdinand und Gerda. Ferdinand konnte ich vielleicht noch ein wenig verstehen, seine Situation nachvollziehen, sie versuchten doch alle nur zu überleben. Aber auch ihm viel das Regime am Ende schlecht in die Karten. Gerda ist die, die in der Geschichte am meisten Sympathie meinerseits verliert, zunächst war sie die liebe und hilfsbereite Freundin von Elise, aber so kann man sich in einem Menschen wirklich täuschen. Ich habe sie versucht nicht zu hassen, fiel mir am Ende aber wirklich schwer, sowas nennt sich dann Beste Freundin, schwer das zu erkennen.

    Schreibstil

    Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Zunächst hatte ich die Befürchtung, da die Geschichte in einer anderen Zeit spielt, dass auch so der Schreibstil sein würde und ich dann vielleicht nicht alles hätte verstehen können. Aber da habe ich mich getäuscht, von Anfang an, war die Geschichte klar und flüssig geschrieben, so dass ich alles nachvollziehen konnte. Auch beschreibt de Autorin sehr detailreich, die Umgebungen in denen sich die Protagonisten befinden. Ich konnte mir das kleine Dörfchen im Pfälzerwald, in den Elise, ihre Freunde und Familie leben bildlich vorstellen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte wie Elise Geschichte weiter geht.

    Marion hat dieses Buch mit so viel Hingabe geschrieben, dem Leser versucht die damaligen Zeiten näher zu bringen, auch durch Zeitzeugen. Ich finde das nicht jeder in der Lage ist, einem Leser eine Zeit in der man nicht mal selber gelebt hat, so zu vermitteln, dass es einen wirklich berührt. Danke an dieser Stelle an dich Marion.

    Ende

    Das Ende hat mir leider nicht ganz so gut gefallen, da mir am Ende doch noch ziemlich zu viele Fragen offen blieben. Allerdings weiß ich von der Autorin dass es einen zweiten Band zu Heidelbeerkind geben wird, daher hoffe dass da meine Fragen geklärt werden können. Ich bin schon sehr gespannt darauf wie die Geschichte weiter geht.

    Fazit

    Das Buch hat mir gut gefallen und ich kann es allen empfehlen die gerne Historische Liebesromane lesen. Der Schreibstil und die Geschichte haben mir wirklich gut gefallen.

    Mit ihrem Buch hat mich Marion Bischoff mit in eine andere Zeit genommen, ich kann nicht sagen, dass ich die Zeit damals, 1944/1945 jetzt besser verstehe, das kann ich auch gar nicht, ich war ja nie da, ich habe nie erlebt, was andere dort erlebt haben. Aber nach diesem Buch kann ich es mir wenigstens besser vorstellen. Auch wenn mir durch diese Vorstellung Angst und Bange wird. Dieses Buch hat mich wirklich hin und hergerissen, ich konnte zwischen Zweifel, Verwirrung, Trauer und Verärgerung kaum unterscheiden. Dieses Buch hat mich wirklich mitgenommen und ich kann gar nicht sagen wie Leid es mir tut, für die Menschen, die in der Kriegszeit gelebt haben oder gestorben sind.

    Schlussendlich gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen, da mir Elise oft etwas zu anstrengend als Protagonisten war und das Ende mir leider nicht so gut gefallen hat. Ich werde aber trotzdem den zweiten Teil lesen, da mich die Geschichte von Elise wirklich interessiert.

    Bewertung 4/5 Sternen

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    Buchbahnhofs avatar
    Buchbahnhofvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Sehr berührend, spannend und mit authentischen Charakteren gesegnet.
    Berührend

    Das Buch wird als historischer Liebesroman beworben. Ich muss sagen, dass ich es nicht nur als eben dies empfinde, sondern auch als ein wichtiges Zeitdokument. So oder ähnlich dürften sich viele Geschichten in Deutschland der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts abgespielt haben. Die Bevölkerung leidet Not, wobei Elise in einem kleinen Dorf lebt, in dem man die meiste Zeit über vom Kriegsgeschehen an sich relativ wenig mitbekommt. Dennoch sind die Zeiten schwierig, Freundschaften werden auf harte Proben gestellt und nicht jede Freundschaft, die zuvor eine solche zu sein schien, überlebt diese Zeiten.

    Elise ist eine beeindruckende junge Frau, die mir Hochachtung abgerungen hat. Ohne Angst stellt sich sie sich der Aufgabe, die ihr mit dem verwundeten Deserteur Julius vor die Füße geworfen wird. Ebenso ohne Angst sagt sie offen ihre Meinung gegen das Regime und kämpft für sich und ihre Familie. Auch in der Zeit, in der sich die Verzweiflung des jungen, gerade einmal 18 Jahre alten Mädchens, sich aus jeder Zeile herauslesen lässt, so verliert sie nicht den Lebensmut, verliert nicht ihren starken Willen. Elise hat mich, als Charakter, nachhaltig beeindruckt.

    Elises Mutter spielt einen wichtigen Part in der Geschichte. Von ihr war ich zunächst im höchsten Maße abgestoßen, habe mich dann aber bemüht, auch ihre Sichtweise zu verstehen. Es fiel mir schwer. Wie kann eine Mutter ihre Tochter so hängen lassen, sie in solch einer schweren Zeit so wenig unterstützen. Ich hatte den Eindruck, dass eher Elise die starke Erwachsene in dieser Familie ist. Elises Mutter ist es aber auch, die die größte Entwicklung durchmacht. Auch das hat mir Respekt vor ihr abgerungen.

    Julius habe ich eigentlich ein bisschen zu wenig kennengelernt. Mir fiel es schwer, nachzuvollziehen, warum sich Elise so Hals über Kopf in ihn verliebt. Aber, sie tut es und ich habe es ihr durchaus abgenommen. Ich hätte mir aber gewünscht, noch ein bisschen mehr über ihn und sein bisheriges Leben zu erfahren. Er blieb mit leider sehr fremd.

    Ferdinand und Gerda, zwei sehr wichtige Nebenfiguren, waren sehr gut dargestellt. Ferdinand konnte ich noch ansatzweise verstehen. Die jungen Menschen sind noch sehr jung, werden in einer Ausnahmesituation groß und er ist schon arg verliebt. Ich habe immer zwischen Verständnis und Mitgefühl geschwankt. Letzen Endes war mir Ferdinand aber doch zu berechnend, um ihn wirklich gern haben zu können. Vor allem Gerda ist natürlich die Person zum hassen schlechthin. An ihr konnte ich nichts, aber auch gar nichts finden, was sie mir irgendwie sympathisch gemacht hätte.

    Insgesamt ist der Schreibstil von Marion Bischoff extrem flüssig, sehr einnehmend und bildhaft. Ich hatte keine Probleme mir das kleine Dorf mit seinen Bewohnern vorzustellen. Ich musste mich zwingen, das Buch aus der Hand zu legen, denn eigentlich hätte ich es wirklich in einem Rutsch durchlesen können. Ich habe so eine starke Verbindung zu Elise aufgebaut, dass ich das Gefühl hatte, sie wirklich durch ihr Leben zu begleiten. Was will man als Leser mehr?

    Heidelbeerkind von Marion Bischoff ist eine extrem runde Geschichte, die mich in eine Zeit entführt hat, von der ich froh bin, dass ich sie nicht miterleben musste. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

    Marion Bischoff hat mir verraten, dass sie bereits am zweiten Band schreibt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es für Elise, ihren kleinen Bruder Hans, ihren Großvater und ihre Mutter weitergeht. Werden wir Julius wiedersehen? Wer weiß…

    Ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Sehr berührend, spannend und mit authentischen Charakteren gesegnet.

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    mary_stuarts avatar
    mary_stuartvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch, das den Zweiten Weltkrieg aus einer besonderen Perspektive beschreibt.
    Ziegenmilch und Heidelbeeren

    Bücher über den Zweiten Weltkrieg habe ich viele gelesen: die politischen Wälzer von Ken Follett, Geschichten über verfolgte Juden und Menschen, die für die Gerechtigkeit kämpften, Tagebücher, Augenzeugenberichte, ... Aber keines hat mich so in die Welt der "normalen" Menschen eintauchen lassen wie "Heidelbeerkind" von Marion Bischoff.


    Elise ist eine junge Frau, deren Vater und Verlobter im Kampf gefallen sind. Zusammen mit ihrer Mutter unternimmt sie alles, um ihren Bruder und ihren Großvater durchzubringen. In dem Wissen, dass sie dadurch in Teufels Küche kommen kann, pflegt sie einen verwundeten Deserteur, päppelt ihn auf und teilt das Wenige, das sie hat mit ihm. Mehr soll zu der Geschichte nicht gesagt werden.


    Nur so viel: Nicht die Konzentrationslager sind Thema des Buches, selbst Hitler kommt nur am Rande vor. Im Vordergrund stehen die Entbehrungen, welche die Kriegszeit mit sich brachte, der Kampf um die Nahrungsbeschaffung und die kleinen und großen Freuden - zu denen zum Beispiel Bratenduft gehört oder ein Stückchen Heidelbeerkuchen. Trotz aller Sorgen und Nöte, welche die Menschen durchmachen müssen, sind sie doch noch zu großen Gefühlen fähig: zu Mitgefühl für die Not anderer, zu teilen, anderen zu helfen und zur großen Liebe, die natürlich genau da passiert wo sie am wenigsten vermutet und gebraucht wird.



    Andere Bücher über den Zweiten Weltkrieg habe ich gelesen, weil die Geschichten packend waren oder ich meine historische Neugier befriedigen konnte. Diese Buch habe ich verschlungen, weil ich darin die Geschichten meiner Oma wiederfand, die Geschichte von den Alltagssorgen und -gefühlen der Menschen, die unter dem Krieg leiden und damit zurechtkommen müssen. Ein wunderschönes Buch mit einem (für mich) offenen Ende - nur gut, dass eine Fortsetzung in Sicht ist!!!!

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    Henriettes avatar
    Henriettevor 2 Monaten
    S
    StefanieTvor 10 Monaten
    barabooks avatar
    barabookvor einem Jahr
    MalinaAnningans avatar
    MalinaAnninganvor einem Jahr

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