Marion Brasch Ab jetzt ist Ruhe

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Inhaltsangabe zu „Ab jetzt ist Ruhe“ von Marion Brasch

»Ab jetzt ist Ruhe« – dieser Spruch, den die unruhigen Kinder mit ihrer Mutter aufsagten und der sie in den Schlaf geleiten sollte, liegt wie ein Motto über dem Familienroman von Marion Brasch. Die jüdischen Eltern, die sich im Exil in London kennenlernten, gründeten die Existenz ihrer jungen Familie in Ostberlin, wo der Vater nach dem Krieg seine Ideale als Politiker verwirklichen wollte. Die drei Söhne – zwei davon wurden Schriftsteller, der mittlere Schauspieler – revoltierten gegen die Autorität der Vätergeneration und scheiterten an der Wirklichkeit, während die kleine Schwester Versöhnung und Ausgleich suchte und oft genug damit an Grenzen stieß, auch an die eigenen. Marion Brasch ist mit diesem Roman ein bewegender, oft witziger Rückblick auf die Geschichte ihrer Familie gelungen, gleichzeitig erzählt sie ihr eigenes Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt. »Meine drei Brüder hatten schon so wichtige Dinge getan, als sie in meinem Alter waren. Sie hatten rebelliert, um ihre Träume ins Leben zu holen. Und ich? Keine Leidenschaft für nichts. Stattdessen rief ich in meiner eigenen Wohnung an.«

Sehr interessantes Buch von einem Mädchen, das in der zu zerbrechen drohenden DDR versucht, seinen Platz in der Welt zu finden.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Sehr gut!

— wandablue

Der Schlüssellochblick in eine deutsche Künstlerfamilie.

— Salutcori

Verstörend, berührend, komisch, stark.

— alicecohn

Fabelhaftes Familienportrait.

— TinaGer

Sehr vielschichtiges, spannendes, trauriges und trotzdem witziges Buch über eine besondere Familie.

— sebastiananders

Ein total schöner Einblick in das Leben einer Familie in der DDR. Eine literarische Ausnahme: Die DDR wird nicht wie sonst dämonisiert, sondern als Land beschrieben, in dem man auch "normal" leben konnte.

— aba

Ich finde mein Buch gut.

— MarionBrasch

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  • Definitiv seine Zeit wert!

    Ab jetzt ist Ruhe

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2017 um 11:08

    Die Empfehlung, dieses Buch zu lesen, kam dieses Mal von meiner Mama. Marion Brasch kannte ich schon etwas durchs Lesen und Radiohören. In diesem Buch erzählt sie davon, wie sie aufgewachsen ist - zu einer Zeit, in der die DDR immer mehr bröckelte. Der Vater ein Parteifunktionär, die Mutter an Krebs gestorben und drei rebellierende Brüder. Marion Brasch beschreibt, wie sie immer und immer wieder versucht hat, sich einzuordnen, ihren Platz zu finden. Die zerbröckelnde Familie, eine Beziehung nach der anderen und der richtige Job lässt auch auf sich warten.Auch wenn die Spannung zwischendurch nachließ, fand ich das Buch im Endeffekt sehr lesenswert. Es ist eine wahre Geschichte, es ist die Jugend von Marion Brasch und ich bin meiner Mama für die Empfehlung sehr dankbar. Das Buch hat mir ein Stück der DDR gezeigt, die verschiedenen Seiten - die der braven Parteifreunde, die auch daran scheiterten, und die Rebellen, die ihr Land liebten, aber sich dennoch gefangen fühlten.

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  • Die Geschichte der Familie Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

    aichlinn

    27. July 2016 um 21:59

    Marion Brasch, 1961 in Ost-Berlin geboren, hat ihre Eltern und Brüder bereits überlebt. Die Geschichte der Familie wäre unvollständig erzählt, reduzierte man sie auf die Spannungen zwischen dem Vater und seinen Söhnen. Und doch stehen diese im Mittelpunkt von Braschs belletristischer Familiengeschichte. Vater Horst ging die Partei über alles. Auch wenn er immer "nur der Zweite" war, in der Parteihierarchie stand er ganz oben, brachte es bis zum stellvertretenden Kulturminister der DDR. Seine drei Söhne hingegen rebellierten gegen das System. Thomas Brasch wurde, weil er Flugblätter verteilt hatte verhaftet - angezeigt vom eigenen Vater. 1976 reiste er gemeinsam mit seiner Freundin Katharina Thalbach in die BRD aus, wo er als Autor und Regisseur gefeiert und geehrt wurde. Als Staatsfeind denunziert wurde auch sein Bruder Klaus, der die Schauspielschule besucht hatte und als großes Talent galt - doch nie im System ankam. Peter, der jüngste der drei Brüder wurde exmatrikuliert, weil er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestiert hatte. Er blieb in der DDR, schuf beachtete Kinderhörspiele - kämpfte aber um die Achtung der Erwachsenen im Schatten seines großen Bruders scheinbar auf verlorenem Terrain. Alle drei Brasch-Söhne starben in jungen Jahren. Im Gegensatz zu ihren Brüdern rebellierte Marion Brasch nicht, weder gegen den Vater, noch gegen das System. Höchstens gegen die Erwartung, politisch sein zu müssen, auf welcher Seite auch immer. Sie ging ihren eigenen Weg, ist heute eine geschätzte Journalistin und Autorin. In ihrem Buch über die Geschichte ihrer Familie geht es nicht um Täter und Opfer, auch nicht um den Wunsch nach Verständnis und erst recht nicht um Ostalgie. Schon darum ist es anders als eine Vielzahl von Büchern, die die DDR erzählen oder (v)erklären wollen - allein schon deshalb ist es lesenswert. Marion Brasch zu unterstellen, ihr geht es um persönliche Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit als Grundlage, um aus dem Schatten ihrer Familie heraustreten zu können, liegt durchaus nahe. Mich als Leser hat das Buch gefesselt, auch weil es spannend und äußerst kurzweilig aus einer Welt berichtet, die so unglaublich weit weg scheint, obwohl sie noch nicht mal drei Jahrzehnte Geschichte ist.

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  • Schreckliches und Schönes lakonisch erzählt

    Ab jetzt ist Ruhe

    GetReady

    Marion Brasch kommt aus einer „fabelhaften“ Familie. Der Vater war stellvertretender Minister für Kultur in der DDR, die wesentlich älteren Brüder ( 16-6 Jahre älter) haben alle künstlerische Berufe gewählt. Der bekannteste ist wohl Thomas, den ich nicht nur als Schriftsteller schätze, sondern dessen Shakespeare Übersetzungen mir die liebsten sind, während ich mit seinen Filmen nie richtig warm wurde. Der Vater stellt auf Grund seiner Sozialisation als, bei den Nazis verfolgter exkatholischer Jude, die sozialistischen Prinzipien über Familie und die Liebe zu seinen Kindern. Die Mutter stirbt generell unzufrieden an Krebs, als Marion Teenager ist. Alle Söhne reiben sich am Vater und am politischen System und der unglücklichen Verquickung von beiden.Sie lieben und hassen sowohl den Vater als auch den Staat. Letztendlich führen diese unbewältigten, unauflöslichen Konflikte bei den Brüdern über Drogen- und Alkoholsucht zum Tode. Erst als alle anderen Mitglieder verstorben sind und noch etwas Zeit vergangen ist, schreibt Marion Brasch diese Geschichte, vielleicht um ihren Platz in dieser traurigen Familie zu finden, vielleicht auch um endlich für sich sowohl mit dieser, als auch der DDR abzuschliessen zu können. „Ab jetzt ist Ruhe“. Wir sehen also, die Fallhöhe aller Figuren dieser Geschichte ist gewaltig, aber sie wird uns von der kleinen Schwester nicht erzählt. Marion Brasch berichtet von den Ereignissen jeweils mit der Naivität der kleinen Schwester, das sie zu dem Zeitpunkt des Geschehens hatte, das meiste irgendwie beiläufig.  Sie beschreibt jeweils punktuell, von Ihrem Aufwachsen in dieser Familie, als Teil der Nomenklatura. Bis hin zum Fall der Mauer und wie sie ihren Platz im Leben danach findet. Insgesamt ist der Ton warm, unaufgeregt und lakonisch. Dadurch behält Sie eine, für sich selbst vermutlich benötigte, Distanz zur Erzählung. Auch nennt sie selten eine Figur beim Namen, sondern beschreibt sie. Die Brüder als den jüngsten, den mittleren und den ältesten, Heiner Müller als den „Dichter mit der breiten Stirn“ etc.. Einerseits gefällt mit genau dieser Ton meist besonders gut. Auch finde ich die Geschichte flüssig geschrieben und auch etwas Humor klingt an passenden Stellen an. Andererseits kann ich mich eben wegen dieser erzählerischen Naivität und Lakonie nicht der großen Begeisterung meiner Freunde über dieses Buch anschließen.  Vor allem ersteres empfinde ich, da die Erzählerin inzwischen erwachsen ist, als unangemessen. Denn dadurch wird auch der Schmerz der Brüder klein gemacht und für meine Begriffe die DDR insgesamt etwas zu kuschelig dargestellt. Ich halte ihr aber auch zu Gute, dass fast all die Ekligkeiten nicht ihr nicht zugestoßen sind. Ich schwanke deswegen zwischen einer guten ( ****) und eher mittelmäßigen (***) Bewertung, würde das Buch aber trotzdem immer weiterempfehlen. Um so mehr freue ich michauf Braschs neuen, fiktiven Roman „Wunderlich fährt nach Norden“. Den werde ich mir allerdings als Hörbuch zu Gemüte führen, denn Stefan Kaminski hat es tollerweise eingelesen. Ich durfte beiden am Donnerstag bei einer Lesung lauschen und war restlos begeistert.

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    • 4

    wandablue

    17. January 2016 um 17:55
  • Tiefgründig und überraschend gut

    Ab jetzt ist Ruhe

    Wildcat

    28. August 2015 um 21:15

    Inhalt lt. Fischer Verlag: Marion Braschs unwiderstehlicher Roman erzählt die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Familie im Spannungsfeld zwischen Ost und West. Der Vater war stellvertretender Kulturminister der DDR, die Brüder, darunter Thomas Brasch, wurden als Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler bekannt. Mit überraschender Leichtigkeit erzählt die "kleine Schwester" die dramatischen Ereignisse in ihrer Familie - Erfolg, Revolte, Verlust der drei Brüder - und folgt ihrem Weg durch Abenteuer und Wirren in die eigene Freiheit. Selten wurde eine Familiengeschichte so persönlich und bewegend erzählt wie in diesem Roman. Meine Meinung zum Inhalt: Auch dieses Buch gehört nicht zu denen, die ich unter normalen Umständen gelesen hätte. Da ich aber im Rahmen der Teilnahme an einer Jahreschallenge auf dieses Buch aufmerksam wurde, dachte ich, ich gebe ihm eine Chance und wurde schon von den ersten Seiten positiv überrascht. Marion Barsch schreibt sehr offen von ihrer Kindheit und ihrer Familie. In ihren Worten liegt eine gewisse Distanz, die allerdings nicht gefühllos wirkt.  Der Schreibstil ist einfach und leicht und teilweise etwas flapsig. Ich konnte kaum aufhören zu lasen - und das bei einer Biografie. Nicht das das Buch spannend gewesen wäre, dennoch hat es mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich bin immer noch überrascht wie es das geschafft hat. Fazit: Wer sich für die ehemalige DDR auch nur annähernd interessiert, ist hier definitiv gut beraten.

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  • Ungewöhnliche Familiengeschichte aus der ehemaligen DDR

    Ab jetzt ist Ruhe

    UteSeiberth

    11. December 2014 um 22:17

    Es müssen wohl erst 25 Jahre vergangen sein um die eigene Familiengeschichte so locker erzählen zu können! Trotzdem fehlt mir ein gewisser Tiefgang, denn Politisches und ähnliches wird konsequent ausgespart.Auch hätte ich gerne mehr über ihren ältesten Bruder Thomas Brasch erfahren, an den ich mich noch erinnern kann. Er bekommt nicht mal so richtig ein Gesicht und das ist eigentlich sehr schade,finde ich! Sie schildert das relativ bequeme Leben einer Tochter aus privilegiertem Hause, in dem sie sich gar nicht so unwohl fühlt.Nur ihren Vater trifft es als Jude und Emigrant aus England sehr,dass seine Söhne gegen das DDR-Regime rebellieren,wo er doch fest geglaubt hat,das sei der bessere deutsche Staat,den er mit aufbauen wollte. Das entbehrt nicht einer gewissen Tragik,aber der Rest wird recht amüsant und etwas oberflächlich erzählt.Schade!

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  • Biographie, Geschichte und was bleibt

    Ab jetzt ist Ruhe

    dominona

    07. December 2014 um 13:44

    Das ist der erste Roman der Autorin und ich war überrascht, wie gut sie zu erzählen weiß. Das Buch ist autobiographisch gehalten und umfasst die Geschichte ihrer Familie; noch dazu, die Geschichte von Teilung, auch historisch. Die Autorin hat einen ehrlichen Blick auf sich selbst geworfen und ganz nebenbei noch die Schwächen der DDR offengelegt.

  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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    • 2083
  • Ab jetzt ist Ruhe - Rezension

    Ab jetzt ist Ruhe

    TinaGer

    07. March 2014 um 22:10

    Marion Brasch entwirft mit zauberhafter Leichtigkeit das Portrait einer fabelhaften Familie. Ja, es ist die Geschichte einer Familie, die zerbricht, wie ihre Heimat die DDR. Dennoch entlässt Brasch den Leser mit einem warmen, heiteren Gefühl. Ein Roman, wie das Leben. Traurig, aber auch lustig, berührend, aber auch befremdlich. Da ist die ganz normale DDR, mit ihrem Alltag, wie man ihn fast schon vergessen hat, da sind Pubertät und Jugendflausen, aber auch Gefängnisstrafen und Ausweisung. Da beginnt das Leben, aber es endet auch. Angenehm unprätentiös und so gar nicht pathetisch, schwebt die Autorin durch ihre Familiengeschichte. Große Namen bleiben unerwähnt, große Gesten werden aus der letzten Reihe beschrieben, so wirkt der Text herrlich erfrischend. Es scheint fast so, als sei es mit Familien genau so wie mit untergehenden Ländern. Man liebt sie und hasst sie, doch was am Ende des Tages bleibt ist schlicht: man kann nicht ohne sie. Ein wunderbarer Roman, den ich unbedingt empfehlen möchte!

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  • Eine ungewöhnliche Familie

    Ab jetzt ist Ruhe

    sumsidie

    03. March 2014 um 09:02

    Familie Brasch: der Vater ein hoher SED Parteifunktionär mit jüdischen Wurzeln, die Mutter eine unglückliche Künstlerin, der älteste Sohn Schriftsteller, der die DDR verlässt. Die beiden jüngeren Brüder, ebenfalls unglückliche Künstler, die viel trinken, verbleiben in der DDR. Und dann gibt es eben noch die jüngste, Marion, die Autorin dieses Buches. In der Geschichte dieser Familie spiegeln und brechen sich alle zentralen politischen Ereignisse Deutschlands vom Ende des zweiten Weltkrieges bis in die 2000er Jahre. Marion Brasch dokumentiert dieses Familienleben, zeigt die Wiedersprüche innerhalb der Figuren und die zentralen Konfliktlinien zwischen den Familienmitgliedern auf. Und das ist äußerst spannend und unterhaltsam. Dabei schafft sie es eine lakonische Distanz zu den Dingen und Personen zu bewahren, so dass die Familiengeschichte nie ins pathetische abrutscht. Politiker, bekannte Künstler, zentrale Ereignisse werden kurz beschrieben und oft nicht direkt beim Namen genannt. Wer sich in der Gesellschaft der DDR auskennt, weiß von wem die Rede ist, aber hier wird nicht mit Namen geprahlt, was sehr angenehm ist. Der Konflikt zwischen dem linientreuen Vater, den systemkritischen Söhnen und der politisch desinteressierten Tochter wird glaubwürdig dargestellt. Und auch das Ende der DDR wird interessant beleuchtet. Marion fährt kurz nach der Einheit in die USA und lässt sich von staunenden Amerikanern befragen ob sie nicht überglücklich über die Wiedervereinigung sei. Auch wenn es aus heutiger Sicht evtl. schwerer zu verstehen ist, ist sie nicht überschwänglich begeistert, sondern verteidigt die Idee, die damals von vielen Menschen getragen wurde, nämlich dass es evtl. auch eine demokratischere DDR hätte geben können. Also Reformen statt Wiedervereinigung. Das Buch ist also nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch noch historisch relevant.

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  • Roman meiner fabelhaften Familie

    Ab jetzt ist Ruhe

    dicketilla

    02. March 2014 um 19:20

    Das ist der Untertitel ihres Buches. Eines Buches, in der sie über ihre Familie schreibt, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Marion Brasch ist die Tochter des stellvertretenden Kulturministers der DDR. Die Mutter arbeitet als Journalistin. Ihr Bruder Thomas , Schriftsteller, der nach der Biermann-Ausbürgerung , mit seiner Freundin Katharina Thalbach nach Westberlin ausreiste, wonach sein Buch “ Vor den Vätern sterben die Söhne” erschien. Klaus , Schauspieler, spielte im Filme wie “ Solo Sunny” , und Peter machte sich einen Namen als Dramaturg und bringt viele Hörspiele heraus. Und nur noch Marion ist am Leben, sie Jahrgang 1961 . Die Geschichte beginnt aus Sicht der Vierjährigen, ihr ältester Bruder Thomas war da bereits schon 19. So wird sie immer in ihr Zimmer geschickt, wenn es wieder einmal etwas laut am Tisch wurde. Die Reibungen in der Familie oft von den kritischen Söhnen hervor gerufen, aber vom diktatorischen Vater vom Tisch gefegt, auch den Verlust des Sohnes in Kauf nehmend. Eine Geschichte, die 1965 beginnt, den Zerfall der DDR beschreibt, und nach Maueröffnung weiter erzählt wird. Wir lernen eine Marion Brasch kennen, die zwischen Liebe zu ihrem Vater, dem Druck unter ihm, und dem Anspruch auch etwas leisten zu müssen, immer wieder ruhelos durch ihr Leben nach dessen Sinn sucht, bis sie meint ihn gefunden zu haben. Aber auch die Zerrissenheit innerhalb ihrer Familie. Es ist sicher keine durchschnittliche Familie aus der DDR, eher privilegiert, aber aus denen dennoch viele Stimmen für ein besseres Land hervor gingen. Marion Brasch schreibt zu Beginn sehr kindlich, und genau wie sie älter wird, wird ihre Sprache reifer. Es gibt aber auch viele Stellen, an denen sie mit Witz weiß zu erinnern. Sie schreibt aus ihrer Erinnerung heraus, ohne einem literarischem Anspruch gerecht zu werden, leicht verständlich aber dennoch fesselnd. Sie widmet das Buch ihrer Tochter, damit diese sich erinnert, erinnert an ein Land , dass es heute nicht mehr gibt. Im Buch werden keine Namen genannt, aber durch deren Beschreibungen jedoch erkennbar. Ein außergewöhnliches Buch ! Marion Brasch hat eine ausgezeichnete Stimme, die mich bei einer Lesung zu ihrem Buch begeisterte. Daher würde ich das Hörbuch , auf dem sie selbst spricht, auch sehr empfehlen. 

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  • Rezension zu "Ab jetzt ist Ruhe" von Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

    piubella

    Eigentlich sollte das hier eine ziemlich kurze Rezension werden, da ich der festen Überzeugung war, dass es doch auch manchmal reicht, einfach zu sagen: super Buch, unbedingt kaufen und erst recht unbedingt lesen. Doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass dieses Buch beides und noch viel mehr verdient hat und doch keine Rezension ihm gerecht werden wird. Auch meine folgende nicht.... Bewegend und teilweise auch sehr traurig erzählt die Autorin die Geschichte ihrer Familie, einer Familie, welche geteilt und zerissen ist wie das Land selbst, in welchem sie lebt. Gleichzeitig schafft sie es aber auch dieses kleine, ehemalige Land DDR wieder auferstehen zu lassen, vermittelt die andere Seite des Lebens in diesem Land, die Seite des normalen Mädchens, welches die große Unzufriedenheit mancher Mitbürger nicht so recht fassen kann. Die Seite, welche heute in den Medien nicht mehr vermittelt wird, der ganz normale Alltag. Ein Alltag, der vielleicht oft stark vorgegeben Normen unterlegen hat, aber trotzdem eine Sicherheit bot, die es heute nicht mehr gibt. Behütet sein, aufgehoben sein...diese Gefühle verbinden viele nicht mit der DDR. Und genau das macht dieses Buch so besonders. Es beschöhnt nicht, zeigt Misstände des Sozialismus auf, verweist aber gleichzeitig darauf, dass das normale Leben auch schön gewesen ist. Marion Brasch hat mich mit ihrer Geschichte überzeugt, da sie es geschafft hat, das typische DDR-Gefühl wieder in mir zu erwecken, mich in die Zeit zurück zu führen, in der auch ich aufgewachsen bin. Mein Fazit Geht in den Buchladen, kauft euch das Buch und fangt einfach an zu lesen! Besser kann man DDR-Geschichte und das Gefühl, wie es war dort aufzuwachsen, nicht erleben! Die DDR aus der Sicht eines normalen DDR Kindes mit einer fabelhaften Familie. Nicht wie in den Medien einseitig und verzerrt dargestellt, sondern ehrlich und so, wie Leben in der DDR nun mal war! Eine Liebeserklärung an eine nicht ganz so perfekte, aber außergewöhnlich gewöhnliche Familie. Eine Liebeserklärung an ein nicht ganz so perfektes, aber nicht minder schönes Land. Ein Land, dass es nicht mehr gibt. Danke fürs Teilhaben an einem kleinem Stück Lebensweg und danke für ein paar Stunden alte Heimat! Kaufen!!! Lesen!!! Genießen!!! LESEN!!!UNBEDINGT!!!

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    • 3
  • Wie Marion Brasch...

    Ab jetzt ist Ruhe

    Anderson

    28. September 2013 um 15:38

    ... über ihre Familie und ihr Leben in der DDR spricht ist beeindruckend hohe Kunst, verweist auf eigene Souveränität und literarische Größe.

  • Für alles und jedes ein Code-Wort

    Ab jetzt ist Ruhe

    wandablue

    07. September 2013 um 22:21

    Ich werde nicht so recht schlau aus Marion Brasch, Angehörige einer gebeutelten Familie der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Wo stand diese Frau? Wo steht diese Frau heute? Ist das Attribut „fabelhaft“ ironisch gemeint? Ist es möglich, dass ein, wenn auch junger Mensch unpolitisch bleiben kann wie es „Ab jetzt ist Ruhe“ behauptet, ist das möglich in einem Land, in dem alle Selbstverständlichkeiten des Lebens wie Essen und Trinken (Sozialistisch kommunistische Planwirtschaft, Schlangestehen), Wohnen und Schlafen (Plattenbau, Städteverfall) Erziehung (Der sozialistische Mensch) und Arbeiten (Plansoll), ja sogar Atmen (Industriemüll und Kohleheizung) per se politisch waren? in einer Familie, deren jüdische Eltern sich im englischen Exil kennenlernten, deren Vater glühender Kommunist wurde, in den Osten re-emigrierte, hoher Parteifunktionär war, deren österreichische Mutter unter den ostdeutschen Verhältnissen litt und depressiv wurde und starb, deren drei ältere Brüder sich, jeder auf seine Weise, gegen die Staatsdiktatur auflehnten, jeweils einen hohen Preis dafür zahlten (Kerker, Ausweisung, Alkohol-, Drogen- und Tablettensucht, faktisches Berufsverbot, Depression, früher Tod), in einer Famile, die aus den angeführten Gründen nichts anders als eben gerade hochpolitisch sein konnte, da soll ein junges Mädchen ungerührt seinen Weg gegangen sein? Ungereimtheiten und Rechtfertigungen, Marion Brasch war MitläuferIn in der SED. Die Autorin erzählt auf eine seltsam ungerührte und doch wiederum mitreißende Art von ihrer Jugend in der ehemaligen DDR. So viel Unglück in einer Familie, die durch den Schriftsteller Thomas Brasch und den früh verstorbenen Schauspieler Klaus Brasch einen gewissen Bekanntheitsgrad auch im Westen hatte. Damit kommt man wohl nur klar, wenn man distanziert bleibt. Der Konflikt innerhalb der Familie zwischen dem systemkonformen Vater, zum Teil auch der Mutter, und den rebellierenden Söhnen, war lautstark, dennoch wurde viel geschwiegen, unter den Teppich gekehrt, getan als wäre nichts, und übel genommen. Offenheit gehörte definitiv nicht zu den Tugenden der Familie. Ärger bereitet mir die Angewohnheit der Autorin, Dinge nicht beim Namen, sondern mit Codeworten zu benennen, so wird der hilfreiche Schriftsteller, der Thomas Brasch im Westen etwas unter die Arme griff, damit er Fuss fassen könne (!) als „der Dichter mit der weiten Stirn“ betitelt, die Lebensgefährtin des mittleren Bruders ist „die helle Tänzerin“, den letzten Film, in dem Klaus Brasch mit wirkte, bevor er sich aus dem Leben brachte, musste ich im Netz nachschlagen, und die grosse Tageszeitung, in der sie selbst als Setzerin arbeitete, wird wohl das „Neue Deutschland“ gewesen sein, dann gibt es noch einen Gitarristen mit der grossen Nase und andere Metaphern, die ich nicht auflösen kann. Typisch DDR. Dabei wären hier gerade die Namen interessant gewesen, weil es ja Zeitgeschichte ist. Meine Zeitgeschichte, und da will ich keine Kryptik, auch wenn und weil ich kein Insider bin. Ich bleibe am Ende ratlos zurück. Denn mir fehlt die Auseinandersetzung der Person mit ihrem Ich. Zu subtil, wie die Autorin das Geschehen aus heutiger Sicht wertet. Bei so viel unterdrücktem Gefühl wundert es kein bisschen, dass sie bulimisch wurde und um ein Haar denselben Weg genommen hätte wie der Rest der Familie. Doch als sie schwanger wird, rettet sie sich. Das Familienverhängnis nimmt weiter seinen Verlauf, am Ende sind alle tot bis auf Marion: Vater, Mutter, Thomas, Klaus und Peter: da habe ich geweint. Was für eine destruktive Familiengeschichte! Fazit: Sehr gemischte Gefühle! Einerseits, andererseits. Der Schwerpunkt des Gefallens liegt eindeutig auf der Qualität der Autorin: sie beherrscht ihre Materie bis in den kleinen Finger und hält trotz aller Einwendungen meinerseits ihren Leser bei der Stange, sie schreibt einfach genial!

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  • Rezension zu "Ab jetzt ist Ruhe" von Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

    Mausezahn

    19. November 2012 um 08:08

    Marion Braschs unwiderstehlicher Roman erzählt die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Familie. Der Vater war stellvertretender Kulturminister der DDR, die drei Brüder, darunter Thomas Brasch, wurden als Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler bekannt. Mit überraschender Leichtigkeit erzählt die "kleine Schwester" die dramatischen Ereignisse ihrer Familie - Erfolg, Revolte, Verlust der drei Brüder - und folgt ihrem Weg durch Abenteuer und Wirren in die eigene Freiheit. Marion Brasch gibt uns einen sehr offenen Einblick in ihre Familie und auch in ihre Gefühlswelt. Mich hat die Geschichte so fasziniert, das ich einen Großteil in einem Stück gelesen habe. Die Lebensgeschichte wird wie im Rausch erzählt und genauso fühlte ich mich bei lesen auch. Der Erzählstil ist zwar recht einfach, aber dennoch ist ein gewisser Anspruch vorhanden. Jedem, der nähere Einblicke in das Leben der DDR haben möchte, sei dieses Buch empfohlen. Denn es wird auch deutlich, wie es einem DDR-Funktionär mit revoltierenden Söhnen in dem ehemaligen Staat erging. Ein bewegendes und unterhaltsames Stück Zeitgeschichte. Mit oft witzigen Rückblicken erzählt Marion Brasch die Geschichte ihrer Familie und gleichzeitig ihr eigenes Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt.

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  • Rezension zu "Ab jetzt ist Ruhe" von Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

    Kleppi

    28. September 2012 um 08:45

    Auch wenn einem diese kalte Familie irgendwie fremd bleibt, ist man so fasziniert und will einfach nur weiterlesen. Keine DDR-Nostalgie, aber dennoch erinnerte auch ich mich an kleine Dinge, die in dem Buch beschrieben wurden. Hat mir einfach gut gefallen.

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