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Tom Prauße

vor 5 Monaten

via eBook 'Ab je ...

Ab jetzt ist Ruhe von Marion Brasch
ist jetzt nicht der Roman, den ich für den besten halte. Und das sage ich, nachdem ich ihn heute ausgelesen habe. Immerhin ist es so weit gekommen. Die Parallelen zu meiner Zeit in Berlin und auch zu meiner Kindheit ließen mich immer weiter lesen. Die Erinnerungen, die der Roman wach rief, waren es wert, sich erinnern zu lassen und schließlich reizt es, das Buch zu lesen, um zu erfahren, was über die berühmten Brüder erzählt wird und wie es dem Mädchen in ihrem Schatten erging. Ich fragte mich, ob ich sie reizend gefunden hätte, wenn ich sie kennengelernt hätte. Keine Ahnung. Das hat mir die Geschichte nicht verraten. Und ich fragte mich, ob ein derartiges Buch von mir geschrieben Erfolg haben würde und schätze, daß es nicht halb so viele lesen würden, wenn ich so eine autobiographische Erzählung hinblättern würde, weil ich den Bonus der berühmten Brüder nicht habe. Ich war nicht priviligiert und indirekt entschuldigt sie sich für ihre Privilegien. Ich bin übrigens der Meinung, das Buch ist diktiert. Es klingt nach Episoden, die sie aus ihrem Leben erzählt. Die dauernden Wiederaufnahmen von Wendungen oder Wörtern aus dem letzten Satz des vorangehenden Absatzes im ersten Satz des nächsten gingen mir zum Teil auf die Nerven. Und dennoch gab es einige Stellen, an denen sie mich gefühlsmäßig eingefangen hatte. Andererseits muß man aus der Geschichte lesen, wo die Defizite sind, was hat sie weggelassen und so weiter. Ich vermute, die Eltern und Brüder hatten auch positive Seiten und die kommen mir viel zu wenig vor. Sie beschreibt nur ihr Leiden und die daraus resultiernde Bulemie, die ein deutlicher Hinweis darauf ist, daß sie ein Problem hat, das sie nicht beschreiben, geschweige denn heilen kann. Die Beschreibung der Geburt mag sie für originell halten, aber die vaterlose Tochter, die nun auf der Welt ist, hat schienbar keine Beziehung zu ihr. Das Gestörte im Verhältnis der Familie wird fortgesetzt.
"Ab jetzt ist Ruhe" ist kein gelungener Titel für die Erzählung in der es um, ja was, das Streben nach Orientierung und Anerkennung, nach dem Sinn des Lebens geht. Ab jetzt ist Ruhe ist eine Erklärung der Agonie, die keinen optimistischen Blick verheißt. Vielleicht ist es auch eine Hoffnung, nicht mehr nach den berühmten Brüdern gefragt zu werden. Und wenn, kann sie sagen, lest das Buch. Ab jetzt ist Ruhe ist keine Lösung für ihren Zustand, denn der kann nur in der Familie liegen, die sie nicht in der Lage war zu erschaffen.

Autor: Marion Brasch
Buch: Ab jetzt ist Ruhe
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