Juli 1939: Die 11- jährige Marion flieht aus Nazideutschland alleine mit dem Kindertransport nach England. Dort lebt sie bei verschiedenen Pflegefamilien, die ihr das Leben nicht immer leicht machen. Sie muss eine neue Sprache erlernen, sich in der neuen Umgebung zurechtfinden und mit ihrem Heimweh und der Angst um ihre Familie in Deutschland umgehen. Doch sie verliert nie ihren Lebensmut, sie ist eine gute Schülerin und kann später sogar studieren. Dieser Roman, der auf Erinnerungen von Marion Charles beruht, hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin hat mit ihren eindringlichen Schilderungen beschrieben, welches Glück sie hatte nach England fliehen zu können. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, wie schwer es für eine Heranwachsende war sich in einem fremden Land alleine zu behaupten. Die Autorin hat durch ihre flüssig geschriebene Geschichte, die gut ergänzt wurde durch Bilddokumente und Auszügen aus ihren Tagebüchern, dafür gesorgt, dass ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen konnte. Fazit: Ein sehr informatives, aber auch anrührendes Buch. Für alle Geschichtsinteressierte sehr zu empfehlen!
Marion Charles
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Ich war ein Glückskind
Ich war ein Glückskind
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Zu Beginn des Buches war ich angenehm überrascht, denn die Einleitung stammte von Wendy Leigh also der Tochter der Autorin. Es war interessant zu lesen, wie sie die Autobiografie der Mutter empfand und was sie daraus mitnahm. Das Vorwort hätte also nicht besser gewählt sein können!
Danach folgte jedoch der Prolog, der mich doch etwas irritierte. Hier meldete sich die 14-jährige Schülerin Anna Kiefer zu Wort, die die Autorin Marion Charles über ihr Leben für die Schülerzeitung interviewen möchte. Es wirkte auf mich wie der Auftakt eines fiktiven Romanes obwohl schlussendlich doch ein Tatsachenroman daraus wurde. Wie die Schülerin Anna Kiefer da ins Bild passt, ist mir bis heute nicht klar. Sie erleichterte weder den Einstieg in die Geschichte, noch war sie dafür in irgendeiner Art relevant. Da die Autorin Marion Charles über ihr einiges Leben schreibt, verstehe ich auch nicht warum eine Interviewpartnerin eingeführt wurde.
Die Geschichte die wahren Tatsachen entspricht, hat mein Herz sehr berührt. Marion Charles konnte mir, als Nichtzeitzeugin einen intensiven Eindruck der damaligen Zeit geben, der einem glückliche und schreckliche Seiten zeigt. Auch wenn ein Familienmitglied aus dem Tatsachenbericht komplett gestrichen wurde, hatte ich nicht einmal das Gefühl das etwas fehlte oder unstimmig war. Die hinzugefügten Bilder in der Mitte des Buches intensivierten meine Gefühle gegenüber der Geschichte noch weiter, sodass ich am Ende kaum fassen kann was für ein "Glück" die Autorin wirklich hatte.
Für mich war der beschriebene Weg aus Nazideutschland mit dem Kindertransport ein weiteres Puzzleteil in der Geschichte des zweiten Weltkrieges. Ein Aspekt mehr, denn ich nicht kannte und vor allem gespickt mit Hintergrundfakten die auf mich einfach unglaublich wirkten.
Als erstes sah ich den Buchtrailer zu Marion Charles’ “Ich war ein Glückskind: Mein Weg aus Nazideutschland mit dem Kindertransport” und war zutiefst ergriffen. Deshalb wollte ich das Buch unbedingt so schnell wie möglich lesen.
Der Stil in dem die Geschichte erzählt wird, hat mich dann doch etwas überrascht. Neben der Einleitung, die von der Tochter der Autorin verfasst wurde, gibt es einen fiktiven Prolog, welcher den Startschuss für die nachfolgenden 18 Kapitel gibt. In diesem Prolog stellt sich ein 14-jähriges Mädchen namens Anna vor, das für ihre Schülerzeitung einen Artikel über Marion Charles’ Geschichte schreiben möchte. Es folgt ein Briefkontakt zwischen dem fiktiven Charakter und der Autorin und schließlich finden sich die beiden bei einem gemeinsamen Mittagessen wieder.
An dieser Stelle beginnt die eigentliche Geschichte, die bis auf die Tatsache, dass ein Familienmitglied komplett aus der Story gestrichen wurde, wahr ist. Dass Frau Charles der Jugendlichen erzählt, was ihr als Kind passierte, hat vor allem den Vorteil, dass die Schilderung auch wirklich von Jugendlichen verstanden werden kann. Aufgeteilt ist das Ganze in kursive Abschnitte, in denen die Autorin erzählt und in die normal geschriebenen Parts, die Tagebuchauszüge darstellen.
Zwar hat mich das Buch nicht so extrem berührt, wie der Trailer, bei dem Tränen flossen – aber durch viele kleine erzählte Details, wie z.B. dass blinde Juden keine Kennzeichnung dafür mehr tragen durften, berühren den Leser schmerzhaft im Herzen. Außerdem hat es mir wahnsinnig Leid getan, dass Marion Charles nicht bei einer Gastfamilie bleiben konnte, sondern immer weitergeschickt wurde und niemand sie wirklich gern bei sich hatte…
Um alles noch greifbarer zu machen, ist auf den ersten beiden Seite eine Karte abgedruckt, die zeigt, welcher Weg mit dem Kindertransport zurückgelegt wurde, und im Mittelteil des Buches befinden sich 17 Bilder, die Marion und ihre Familie zeigen.
Geeignet ist “Ich war ein Glückskind” sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, denn es geht wirklich ans Herz. Außerdem werden durch Zeitzeugenberichte immer wieder Kleinigkeiten erzählt, von denen man bisher noch nichts wusste, was wirklich interessant – und wenn auch in diesem Fall erschreckend – ist.
Fazit:
Interessant und emotional zugleich erzählt Marion Charles von ihrer Kindheitserfahrung – ohne ihre Eltern mit einem Kindertransport aus Nazideutschland zu flüchten.
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