Marion Fennel-Stüber Der Arsch der Welt hat tolle Backen

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Inhaltsangabe zu „Der Arsch der Welt hat tolle Backen“ von Marion Fennel-Stüber

„Dann fliege ich eben nach Kolumbien…“. Eine Entscheidung, ganz spontan aus einem Trotzgefühl heraus getroffen, es sich und vor allem ihrem Ehemann einmal zu zeigen, der sie kurz zuvor verlassen hat. Sie wählt dafür ein Reiseziel, das bei uns eher für negative Schlagzeilen bekannt ist, die mit Drogenkriminalität, Guerillakämpfen oder Entführungen zu tun haben. Nur bruchstückhaft des Spanischen mächtig, ausgestattet mit einer nicht funktionierenden Geldkarte und einem ebenso wenig funktionierenden Handy, gelingt es ihr vor allem mit Hilfe entfernter Verwandter, unter allerlei Missverständnissen und Schwierigkeiten, die Etappen der Reise zu bewältigen und sich zugleich zunehmend mit den landestypischen Besonderheiten und der Mentalität der Kolumbianer vertraut zu machen. Die Faszination des wunderschönen und zugleich kulturell hochinteressanten Landes nimmt sie während ihres Aufenthaltes zunehmend gefangen. Sie berichtet von versunkenen, rätselhaften Kulturen und vom Alltag der heutigen Kolumbianer. Dabei nimmt sie den Leser mit auf wagemutige Motorradtouren und Geländeritte zu archäologischen Stätten, auf Tauchausflüge zwischen Haien und Walen, an paradiesisch schöne Strände, in entlegene Andenregionen und alte Kolonialstädte. Sie berichtet von der enormen Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kolumbianer, schwärmt von herrlicher Musik oder exotischen Früchten und von Tieren wie Papageien, Kondoren, Kolibris und Affen. Am Ende ist sie sicher, hierher so bald wie nur möglich wieder zurückkehren zu wollen.

Die Autorin erlebt Gastfreundschaft und Wege abseits des Tourismus in einem Land, das hier eher durch negative Schlagzeilen bekannt ist.

— dr_rudolf
dr_rudolf
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  • Reise in ein mit Vorurteilen belastetes Land

    Der Arsch der Welt hat tolle Backen
    dr_rudolf

    dr_rudolf

    15. February 2016 um 10:21

    Eine Frau im Ausnahmezustand besucht ein Land im Ausnahmezustand. Seelisch angeschlagen von dem kürzlichen Scheitern ihrer Ehe entschließt sich die Autorin zu einer Reise nach Kolumbien, einem Land, das noch immer nach seiner politischen Normalität (nach unseren Maßstäben) sucht. Dabei entspringt die Reise weniger rationalen Überlegungen als einem Trotzgefühl, es sich und vor allem dem „geflohenen“ Ehemann einmal zu zeigen. Ausgestattet mit erheblichen touristischen Erfahrungen aus ihrer langjährigen Ehe begibt sich die Autorin erstmalig alleine auf eine größere Auslandsreise. Mangels eingehenderer Kenntnisse von Land und Leuten, ausgestattet mit einer nicht funktionierenden Geldkarte und lediglich bruchstückhaft des Spanischen mächtig gelingt es ihr vor allem mit Hilfe entfernter Verwandter unter allerlei Mißverständnissen, Friktionen und Schwierigkeiten die ersten Etappen der Reise zu bewältigen. Dies beschreibt sie höchst lesenswert. amüsant und nicht ohne Selbstironie. Liebevoll betreut von ihren Gastgebern werden ihr landestypische Besonderheiten nahegebracht, die dem „normalen“ Touristen i.d.R. verschlossen bleiben. So lässt sie sich von der Faszination eines wunderbaren Landes gefangennehmen. Nur sporadisch reflektiert sie, dass es auch jede Menge negative Randerscheinungen in diesem größten Drogenhandelsplatz Südamerikas gibt, die ein Besucher negieren kann, mit denen sich die Bewohner aber tagtäglich konfrontiert sehen. Darüber hinaus lässt sie ihre jüngste Vergangenheit nicht los. Je herzlicher die Aufnahme und je faszinierender die Erlebnisse, mit denen sie konfrontiert wird, desto mehr drängt sich wieder der (äußere) Anlass ihrer Reise in den Vordergrund. Dabei nehmen die Reflektionen und Rückblenden teilweise schon therapeutische Züge an. Erträglich bleibt das für den Leser ausschließlich dadurch, dass die Autorin mit ihrer verletzten Seele authentisch bleibt. Insgesamt ein lesenswertes Buch, das Einblicke in ein Land gewährt, mit dem man sich sonst nicht so ausführlich beschäftigt.

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