Marion Griffiths-Karger Wenn der Mähdrescher kommt...

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Inhaltsangabe zu „Wenn der Mähdrescher kommt...“ von Marion Griffiths-Karger

Merkwürdige Todesfälle, eine Bauernhochzeit, zwei Beerdigungen, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einem Stall vergraben war: Der kleine Ort Birkendorf wird in diesem Sommer Ende der siebziger Jahre von allerlei Ungemach heimgesucht. Und das, obwohl die Birkendorfer jeden Sonntag brav zur Kirche gehen. Sind sie am Ende gar nicht so brav? Marie, versucht die Dinge zu entwirren und fördert dabei dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht, die so mancher Dörfler lieber im Verborgenen gelassen hätte.

Ich fühlte mich hervorragend in die Zeit meiner Kindheit zurückversetzt. Ein unterhaltsamer und humorvoller Krimi mit Lokalkolorit.

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Ein Krimi in dem 70-Jahrflair ohne Handy und anderen modernen Stressfaktoren

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  • Wenn der Mähdrescher kommt ...

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    janaka

    janaka

    07. February 2014 um 10:16

    Der Krimi " Wenn der Mähdrescher kommt..." von Marion Griffiths-Karger spielt in den 70er Jahren in dem kleinen Dorf Birkendorf nahe Paderborn. Die beschauliche Ruhe wird durch den Fund eines Bauern tot auf dem Misthaufen gestört. Die Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass dies ein Unfall war. Dann wird Elsbeth tot aufgefunden, es war wohl Mord und nun wird auch der Tod vom Bauern hinterfragt. War es wirklich nur ein Unfall? Dann wird auch noch unter einer Scheune ein Skelett gefunden. Die junge Studentin Marie ermittelt auf eigene Faust und kommt hinter dunklen und alten Geheimnissen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, die Autorin versetzt mich mit ihren Beschreibungen in die 70er Jahre zurück. Frau Griffiths-Karger beschreibt die katholischen Dorfbewohner sehr einfühlsam und detailgetreu, stur und ziemlich mundfaul. Die Polizei hat absolut keine Chance an Informationen zu kommen. Gut gefiel mir die Liebesgeschichte zwischen Marie und ihrem "Tommy" Mark, schön, dass sie sich nicht von den Vorurteilen der Dorfbewohner hat verunsichern lassen. Mit dem plattdeutschen kam ich einigermaßen klar, vieles wurde mir im Zusammenhang dann doch verständlich. Der Humor der Autorin ist echt köstlich, ich habe viel gelacht.

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  • Nicht nur für Landmenschen lesenswert

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    Thaliomee

    Thaliomee

    03. December 2013 um 14:35

    Wieder ein "Landkrimi" mit einer Karte des Dorfes am Anfang und regionaltypischen Rezepten im Anhang. Gleich zu beginn ereignet sich in dem beschaulichen Ort Birkendorf der erste Todesfall. Noch ist nicht klar, ob es sich um Mord handelt, aber spätestens nach der zweiten Leiche glaubt die junge (und erfrischend moderne) Hauptfigur Marie nicht mehr an Zufälle. Doch wenn es keine Zufälle sind, muss es Zusammenhänge geben und diese kommen erst langsam ans Tageslicht. Die Dorfgemeinschaft ist dabei - typisch - verschwiegen und denkt nicht daran der Polizei ihre Arbeit zu erleichtern. Marie, eine junge Studentin, scheint dabei in zwei Welten zu leben: Die eine von harter Arbeit, Traditionen aber auch Familie und Heimat geprägt, die andere an der Universität in der Stadt wo sie den Briten Mark kennen lernt. Dieses Buch nimmt den Leser mit "aufs Land", beschreibt Lokalkolorit und Tradition, ganz ohne Übertreibung oder sich immer wiederholende Klischees. Für die Spannung braucht es keine unvorstellbaren, verworrenen Begebenheiten, vielmehr wird es dadurch interessant, dass es so authentisch ist. Die Hauptdarstellerin ermittelt nicht etwa auf eigene Faust, weil die Polizei unfähig ist. Marie stellt Fragen und auch sie erhält nicht immer Antworten. Am Ende laufen die Fäden zusammen und die Auflösung ist so tragisch, weil sie so real erscheint. Die Idee, Rezepte anzufügen, die natürlich geschickt in die Handlung eingebunden sind, gibt dem Buch das besondere Etwas. Es ist aber nicht nur für Landeier gut zu lesen, sondern berührt alle, die in irgendeiner Form schon einmal einen Generationenkonflikt erlebt haben. Die 22jährige Enkelin spricht ihrer Oma dabei keineswegs ihre Erfahrung und ihr Wissen ab, aber gerade als studierende, junge Frau wird sie in der Welt ihrer Großelterngeneration skeptisch beäugt.

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  • ... ist es mit der Idylle vorbei

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    20. November 2013 um 13:35

    „Eine Schande ist das, deine Mutter ist draußen auf dem Feld und zieht Rüben, und du sitzt her rum und liest.“ Marie ist die erste in ihrer Familie, die studiert, und stößt damit auf Unverständnis. In den 70er Jahren, noch dazu auf dem Dorf, sind die Erwartungen an eine Frau andere: Heiraten, Kinder kriegen, auf dem Hof arbeiten, immer schön in den Gottesdienst gehen. „Ländliche Idylle“ nennt man das, aber wirklich zufrieden macht dieses enge Korsett der Konventionen die Frauen nicht, auch wenn sie es nicht zugeben würden. Dafür leben sie in ihrer überschaubaren kleinen Welt sicher. Oder? Weit gefehlt. Hinter den sauber gewaschenen Gardinen passiert so einiges, was nicht in die Öffentlichkeit geraten soll. Und dann kommt es zu rätselhaften Todesfällen… Dies ist nach „Kraut und Rübchen“ der zweite Krimi der neuen Landkrimiserie aus dem emons-Verlag, den ich lese, und ich bin erneut begeistert. Marion Griffiths-Karger hat die kleindörfliche Atmosphäre der späten 70er Jahre hervorragend eingefangen, die Handlung ist spannend, aber nicht zu blutig, der Humor kommt auch nicht zu kurz, und die Charaktere sind lebendig (Die Autorin scheint den dörflichen Teil meiner Verwandtschaft zu kennen…). Besonders mit der Protagonistin Marie konnte ich mich gut identifizieren - auch ich bin die erste in meiner Familie, die studiert hat. Die liebevolle Ausstattung der Bücher dieser Reihe trägt ebenfalls zum Lesevergnügen bei. Genau das Richtige für gemütliche Herbsttage auf der Couch!

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  • Leserunde zu "Wenn der Mähdrescher kommt..." von Marion Griffiths-Karger

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    MarionGriffiths-Karger

    MarionGriffiths-Karger

    Hallo liebe Landkrimifans, ich möchte mit euch über das Landleben und meinen Landkrimi plaudern. Dazu verlose ich mit dem emons-Verlag 15 Lese-Exemplare. Wenn ihr mitlesen und gewinnen möchtet, vervollständigt doch bitte den Titel des Krimis. Was glaubt ihr passiert, wenn der Mähdrescher kommt? Ich freue mich auf ganz viele originelle Antworten. Nun zum Buch: Merkwürdige Todesfälle, eine Bauernhochzeit, zwei Beerdigungen, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einem Stall vergraben war. Der kleine Ort Birkendorf wird in diesem Sommer Ende der siebziger Jahre von allerlei Ungemach heimgesucht. Und das, obwohl die Birkendorfer jeden Sonntag brav zur Kirche gehen. Sind sie am Ende gar nicht so brav? Marie versucht, die Dinge zu entwirren und fördert dabei dunkle Geheimnisse zutage, die so mancher Dörfler lieber im Verborgenen gelassen hätte. Ihr seht auf dem Land ist mords was los. Ich bin gespannt auf eure Eindrücke. Herzliche Grüße Eure Marion Griffiths-Karger  

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  • Von boshaften Weibern, mysteriösen Todesfällen und allerlei Landvolk...

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    Cappuccino-Mama

    Cappuccino-Mama

    04. November 2013 um 19:47

    Ich gestehe: Ich bin ein Landei! Und das auch noch gerne! Klar, dass der Landkrimi WENN DER MÄHDRESCHER KOMMT... daher sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Cover / Gestaltung: Nein, auch wenn im Buchtitel ein Mähdrescher vorkommt – auf dem Cover befindet sich dennoch die Abbildung eines alten Traktors. Aber ein Traktor kommt in der Landwirtschaft nun mal auch bedeutend öfter zum Einsatz als ein Mähdrescher. Für alle Liebhaber von Oldtimer-Traktoren ein kleiner Hinweis: Es handelt sich bei dem abgebildeten Modell um einen Lanz Bulldog. Die Landkrimi-Reihe des Verlags ist erkennbar am matten, beigen, bzw. „natur“farbenen Grund, der wie Stoff gestaltet ist und durch einen rotglänzenden Zick-Zack-Stich eingefasst ist, was den „Stoffcharakter“ zusätzlich verstärkt. Der alte, blaue Traktor ist, ebenso wie der Buchtitel (übrigens in Schreibschrift), glänzend hervorgehoben. Die Buchdeckel sind mit einer Innenklappe versehen, was mir immer besser gefällt als eine schnöde Schnittkante. In der vorderen Buchklappe befindet sich die Abbildung eines Etiketts, auf dem eine Textstelle aus dem Buch zitiert wurde, darunter der Traktor vom Cover – wieder auf Hochglanz poliert. Die Innenseiten der Buchdeckel erinnern an etwas altertümliche Tapeten – das grün-naturfarbene Blumen- und Bordürenmuster ist zwar nicht sehr schön, passt aber vom Stil her wunderbar zum Buch. Auf der hinteren Innenklappe wird die Autorin kurz vorgestellt – mit einem Farbfoto. Mir gefällt das immer sehr gut, will man doch zu gerne etwas über die Person erfahren, deren Buch man gerade liest – und seien es auch, so wie hier, nur einige Eckdaten. Vorne im Buch findet man einen Lageplan, der sich als recht nützlich erweist – mehrfach habe ich zurückgeblättert, um mich zu orientieren. So sieht man, wie die einzelnen Höfe angeordnet sind, wo sich die Hütte befindet, die im Buch eine wichtige Rolle spielt, wie der Bach verläuft, sowie die Lage der katholischen Kirche St. Vinzenz, die von den Einwohnern sonntags brav besucht wird. Das Buch besitzt zudem noch einen mehrseitigen Anhang – hier finden sich zum einen einige Rezepte aus der Region (Oma Minnas Westfälischer Pickert, Buchweizenpfannkuchen mit Speck, Steckrüben durcheinander), sowie eine knappe Seite mit drei Witzen zum Thema Landwirtschaft – eine nette Zugabe, wie ich finde, die dem Buch einen gewissen Charme verleiht. Die Handlung: Der kleine westfälische Ort Birkendorf in den Siebzigern – es ist Sommer und im kleinen Ort, der nur aus wenigen Höfen besteht, ereignen sich einige merkwürdige Todesfälle. Nicht immer waren die Opfer angenehme Zeitgenossen. Doch wer wird denn gleich zur Mistgabel greifen?! Dabei geht es doch ansonsten so beschaulich und gesittet zu, in dem kleinen norddeutschen Dörfchen – sonntags besucht man brav die Kirche und verrichtet wochentags ordentlich seine Arbeit auf Hof und Feld. Und dann geschehen diese unfassbaren Dinge!? - Marie, eine junge Studentin, die noch zuhause auf dem elterlichen Hof lebt, versucht die Dinge aufzuklären und auf den Grund zu gehen. Und so manch ein Dorfbewohner scheint kein so anständiges Leben zu führen, wie man bislang annahm. Selbst Maries Großmutter scheint ein Geheimnis zu hüten. Was hat es mit dem plötzlichen Tod des Großvaters vor vielen Jahren auf sich? Und dann taucht eines Tages auch noch ein Skelett auf, das in einer Scheune vergraben war, noch dazu in der, die Maries Familie gehört – weshalb wurde ein Mensch gerade hier vergraben und um wessen Leiche handelt es sich? Plötzlich tun sich Abgründe auf und scheinbar längst vergessene Ereignisse der Vergangenheit kommen wieder ans Tageslicht... Und dann ist da noch eine Bauernhochzeit, bei der schon im Vorfeld nicht alles so verläuft, wie es sein sollte, sowie ein mysteriöser Scheunenbrand. Was es damit auf sich hat, verrate ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht... Meine Meinung: Ein Landkrimi, bei dem ich mich köstlich amüsiert habe und den ich regelrecht verschlungen habe. Hier wurde das Landleben der Siebziger Jahre des letzten Jahrtausends sehr glaubhaft dargestellt. Dank der detaillierten Beschreibung der Autorin fühlte man sich, als hätte man eine Zeitreise unternommen und wäre mitten im Geschehen. Die Personenbeschreibungen waren hervorragend, so dass man als Leser die Personen vor Augen hatte – sei es die Oma mit ihrem Dutt, oder Adelheid mit ihren kurzen Haaren. Die Familie Heckerhoff: August und Franziska leben mit der ledigen Tochter Adelheid, die die Dreißig bereits überschritten hat, auf ihrem Hof. Und dann wird Augusts Vater Friedrich, der tyrannische Patriarch des Hofes und alles andere als beliebt, tot aufgefunden. Adelheid wird zwar immer als alte Jungfer hingestellt, die keinen Mann abbekommen hat, doch ich fand sie recht sympathisch und keinesfalls verbittert, so wie es die Leser vielleicht erwartet hätten. Mit auf dem Hof lebt Gottlieb Meierkamp, der Vater von Franziska und Großvater von Adelheid. Der alte Mann selbst ist ohne Eigentum und lebt als sogenannter „Heuerling“ auf dem Gehöft, in das die Tochter vor vielen Jahren eingeheiratet hatte. Die Familie Großenjohann: Marie ist eine junge Frau, die das Landleben zwar mag – hat sie hier doch ihre Familie - aber doch würde sie viel lieber mit anderen jungen Leuten in einer WG leben – weit weg von gesellschaftlichen Zwängen und Spießertum. Doch sie traut sich nicht so recht, ihren Verwandten dies mitzuteilen, sind diese doch der Auffassung, dass junge Mädchen bis zur Heirat bei den Eltern leben sollten. Da scheint es Andreas, ihr jüngerer Bruder, als Hoferbe einfacher zu haben – haben junge Männer damals doch mehr Freiheiten, als junge Mädchen und Frauen. Hinnerk, Maries Vater, war mir sehr sympathisch, wirkte er, der in die Familie eingeheiratet hatte, doch in vielerlei Hinsicht lockerer als sein Umfeld. Und er gönnt sich ein Hobby und hält sich Ponys, sehr zum Leidwesen seiner Schwiegermutter. Und dann gehört Hinnerk auch noch der „falschen“ Konfession an, denn er ist evangelisch. Mitunter ist Hannelore, seiner Frau, das Verhalten ihres Mannes regelrecht peinlich, z.B. dann, wenn er sie beim Kirchgang begleitet und ihm dabei gelegentlich einige Fehler unterlaufen. Sehr gut gefiel mir das innige Verhältnis Maries zu ihrem Vater – beide waren sich, so empfand ich es zumindest, vom Wesen her recht ähnlich. Minna, die Großmutter ist ein zänksches altes Weib, wenn es um die Nachbarin Elisabeth geht. Ständig bekommen die beiden Kampfhennen sich in die Haare. Aber auch Hinnerk kann es seiner Schwiegermutter nicht recht machen – ständig hat sie an ihm, den sie für unfähig hält, etwas auszusetzen. Großvater Anton Altenbendix kam bereits vor beinahe zwanzig Jahren ums Leben. Man sprach von einem Unglück, bei dem der alte Mann ums Leben kam, doch immer wieder fällt auch das Wort „Selbstmord“. Doch Marie spürt, dass da irgend etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Und sie fragt sich, weshalb der Großvater stets so bedrückt und traurig gewirkt hatte. Doch Oma Minna hüllt sich in eisiges Schweigen, sobald Marie nachfragt. Familie Techtelmann: Mathilde und Heini leben mit ihren beiden Söhnen Josef und Johannes auf dem Hof. Alles könnte so schön sein, gäbe es nicht innerhalb der Familie einen Störenfried – die ledige Schwester des Bauern. Elisabeth ist gehbehindert und lebt als unverheiratete und verbitterte alte Jungfer bei ihrem Bruder, der Schwägerin und deren Kindern. Sie droht ihrer Verwandtschaft immer wieder damit, sich ihr Erbe, das man ihr noch schuldet, auszahlen zu lassen, was den finanziellen Ruin für ihren Bruder bedeuten würde. Und nur zu gerne nutzt Elisabeth ihre Machtposition aus, um ihren Kopf durchzusetzen. Klar, dass sie sich damit keine Freunde macht und es sich mit der eigenen Verwandtschaft verdirbt. Und auch Johannes Techtelmann, Heinis und Elisabeths Vater, kam vor vielen Jahren ums Leben – drei Jahre nach dem Tod von Anton, Maries Großvater, erhängte er sich in seiner Scheune an einem Balken. Die Mertens': In einem Häuschen auf dem Gehöft der Familie Techtelmann lebt Wilhelm und seine Frau, ein altes Ehepaar, sowie der „verrückte“ Bruder des Mannes, der unberechenbar erscheint. Gerhard wirkt oft sehr sonderbar in seinem Verhalten, wirkt des öfteren verstört und verwirrt. Immer wieder habe ich mich gefragt, weshalb Gerhard so ist, wie er eben ist und was er von der Vergangenheit weiß und den Ereignissen, die keiner je erfahren soll. Familie Fortmüller: Diese Familie wurde eher nur am Rande erwähnt und daher hatte ich mir von ihr kein so klares Bild machen können, was allerdings in Ordnung ist. So ist Willi Fortmüller eher seltener präsent als seine Nachbarn und die anderen Dorfbewohner. Und wo ein Mord geschieht, bzw. es zu ungeklärten Todesfällen kommt, ist natürlich auch die Polizei nicht weit. Werden die Beamten die Vorfälle aufklären können? Leicht machen es die Bewohner den Polizisten jedenfalls nicht und so manches mal beißen sie bei den wortkargen und sturen Bauern auf Granit. Die eigentlichen Ermittlungen, so hatte es für mich den Anschein, führte dann doch eher Marie. Und langsam kommt Licht ins Dunkel und Marie stößt auf dunkle Geheimnisse, die eigentlich nach Meinung der Dorfbewohner nie hätten ans Tageslicht kommen dürfen. Natürlich spielt auch in diesem Buch die Liebe eine Rolle. Marie verliebt sich – und das ausgerechnet in Mark, einen sehr sympathischen Engländer, einen „Tommy“ (für die Dorfbewohner wäre eine solche Beziehung schlichtweg nicht gesellschaftsfähig). Der junge Arzt ist bei der Army und in der Gegend stationiert. Doch im beschaulichen und hochkonservativen Dörfchen passt der junge Mann nicht ins Weltbild, soviel steht fest – so wie das Amen in der Kirche St. Vinzenz! Und so verheimlicht Marie, wer bei ihr die Schmetterlinge im Bauch zum Flattern bringt. Lokalkolorit ist vorhanden – ohne Zweifel. Wie in früheren Jahrzehnten üblich, pflegte man den Dialekt auch hier noch – man sprach plattdeutsch – samt den Ausdrücken die man nicht über die Grenzen dieser Region hinaus kennt – Löit, das anstatt Mädchen verwendet wird, war mir bislang unbekannt, jedoch kann man sich diese Begriffe anhand der Handlung, bzw. des Zusammenhangs zu erklären, ich hatte jedenfalls keine nennenswerten Schwierigkeiten. Dennoch hätte der Verlag es in Erwägung ziehen können, im Anhang ein kleines Glossar mit den Begriffen zu veröffentlichen – oder eben als Fußnote / Sternchenverweis unten auf der jeweiligen Buchseite. Übrigens – das Wort Deele, das ebenfalls im Buch vorkommt, konnte ich letztendlich nicht für mich übersetzen, aber die Autorin erklärte in einem Beitrag, dass die Deele eine Art Wirtschaftsraum ist, die den Wohntrakt mit den Stallungen verbindet. Diese Erklärung hätte ich mir auch im Buch gewünscht. Zeitgeschichte im Buch: Beim Begriff Manchesterhose (eine Cordhose) musste ich an meinen Opa denken, der ebenfalls Landwirt war, und diese Arbeitshosen trug. Und zu dieser Zeit, den Siebzigern, gingen die Leute noch regelmäßig in die Kirche, denn damals wurde noch (vom Umfeld) darauf geachtet, ob die Kirche regelmäßig besucht wurde, was heute nicht mehr in diesem Ausmaß Beachtung findet. Wenn ein Paar unterschiedlicher Konfessionen heiratete, so sah man damals darin noch einen Makel, was heutzutage nicht mehr so drastisch ist. Selbst die beschriebene Tapete mit dem Wellenmuster kam mir seltsam vertraut vor, hatten wir doch in meiner Kindheit eine solche im Wohnzimmer – heute nennt man diese Muster ja gerne im Zusammenhang mit dem Begriff „Retro“. Und ganz klar, dass in der Küche der Bauernfamilien auf dem Holzherd gekocht wurde, gehörte zu den Höfen doch meist auch ein Waldanteil, so dass Holz anfiel, das man auch nutzte – auch für diesen Holzherd. Alles geht noch etwas gemächlicher zu, in dieser Zeit. Statt Hektik herrscht eine gewisse Gemütlichkeit – während die Frauen die Hausarbeiten erledigen (die Emanzipation ist auf dem Lande noch nicht angekommen), sitzen die Männer gemütlich beim Frühschoppen oder nach Feierabend in Wirtschaft oder Scheune beisammen, trinken Bier und selten bleibt es nur bei einem „Pinneken“ (Schnapsgläschen), dessen Inhalt im durstigen Schlund der Bauern verschwindet. Die jungen Leute hören Slade und Boney M. - damals die aktuelle Musik. Meine Erinnerungen an diese Zeit: Das Siebziger-Jahre-Gefühl wurde gekonnt vermittelt. Ich tauchte regelrecht in die Vergangenheit ein – bin ich doch in dieser Zeit aufgewachsen – ebenfalls auf einem Bauernhof. Ich sah die Staubwolken über den Getreidefeldern vor mir, während der Mähdrescher seine Bahnen fuhr, spürte die Erde unter den nackten Füßen, sehe uns mit den Fahrrädern bergauf, bergab zum Badesee fahren, erinnere mich an das Richtfest, als unsere Maschinenhalle erbaut wurde - es gab als Beilage leckere Hörnchennudeln (komischerweise erinnere ich mich immer genau daran), sehe, wie mein Vater die Zahl 1976 in den nassen Beton schreibt, sehe mich mit meinem Opa sonntags kilometerweit zur Wirtschaft im Nachbardorf laufen und dort meine drei Scheiben Bierschinken bestellen – mit Senf und Gurke (eine Scheibe wurde stets eingepackt und im roten Lackumhängetäschchen mit nach Hause genommen) - und ich fühlte mich mit etwas Wehmut in die Vergangenheit zurückversetzt. Selbst der kleine Ort Birkendorf aus dem Buch erinnerte mich an einen Weiler (also einen Ort mit wenigen Höfen / Häusern), wo ich meine Ferien zugebracht hatte, in eben jener Zeit – auch wenn dieser Ort geographisch dann doch eher im Fränkischen liegt. Dieser Weiler hatte und hat noch heute nur vier Höfe, sogar ähnlich angeordnet wie im Buch. Verbesserungsvorschlag: Gewünscht hätte ich mir ein kleines Personenregister, in dem die einzelnen Höfe und ihre Bewohner aufgezählt sind. Auch wenn es sich nur um wenige Familienmitglieder handelt, so hat man anfangs noch etwas Schwierigkeiten, sie den einzelnen Höfen zuzuordnen, was sich aber mit der Zeit gibt. Und wie erwähnt, hätte ich mir ein kleines Glossar gewünscht. Fazit: Ein humorvoller, relativ unblutiger Landkrimi, der mich durch seine gekonnte Ausführung in seinen Bann gezogen hat. Die Siebziger, Zeit der Kittelschürzen, als die Technologie noch in den Kinderschuhen steckte, wurde gekonnt und glaubwürdig dargestellt.Hier stimmte die Mischung zwischen Milieustudie (erzkatholisch, aber auch mit menschlichen Abgründen hinter der ansonsten konservativen Fassade), Spannung und heiteren Begebenheiten. Die Protagonisten wirken mitunter schrullig und manchmal etwas „maulfaul“, wenn man in der Vergangenheit stochert. Und genau das weckt die Neugier des Lesers. Man rätselte, hatte einige Verdächtige und ebenso viele falsche Fährten. Musste ich anfangs noch beim Lesen schmunzeln oder auch lachen, so verging mir das, als alte Geschichten ans Tageslicht kamen. Auch in dieser Hinsicht herrscht insofern eine gewisse Ausgewogenheit. Auszusetzen hatte ich an diesem Buch in Hinsicht auf die Handlung gar nichts und möchte dieses Buch all denjenigen ans Herz legen, die gerne Krimis lesen, denen, die das Flair der Siebziger (noch einmal) erleben möchten und allen, die nicht viel Wert auf eine blutige Handlung legen, dennoch aber einen spannenden Krimi lesen möchten. Von mir erhält der Krimi nur 5 Sterne – mehr ist ja leider nicht möglich.

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  • Landkrimi

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    evalovesbooks

    evalovesbooks

    02. November 2013 um 12:06

    Inhaltsangabe Merkwürdige Todesfälle, eine Bauernhochzeit, zwei Beerdigungen, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einem Stall vergraben war: Der kleine Ort Birkendorf wird in diesem Sommer Ende der siebziger Jahre von allerlei Ungemach heimgesucht. Und das, obwohl die Birkendorfer jeden Sonntag brav zur Kirche gehen. Sind sie am Ende gar nicht so brav? Marie, die junge Heldin, versucht die Dinge zu entwirren und fördert dabei dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht, die so mancher Dörfler lieber im Verborgenen gelassen hätte. Meinung Marion Griffiths-Karger ist es gelungen, die Situation von Birkendorf und seine Bewohner sehr gut zu beschreiben. Somit fühlt man sich dort wohl und hat das Gefühl, die Bewohner zu kennen. Da dies der erste Landkrimi war, den ich gelesen habe, kann ich ihn nicht mit anderen vergleichen, aber meiner Meinung hat mir einfach die Spannung gefehlt, die die Inhaltsangabe versprochen hat. Deshalb nur 3 Sterne.

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  • Wenn der Mähdrescher nicht kommt

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    10. October 2013 um 19:53

    Auf dem Titel ist ein Lanz Bulldog mit Glühkopf und der Titel spricht vom Mähdrescher. Da mir der Landkrimi von Peter M. Hetzel (Ernten und Sterben) so gut gefallen hat, dachte ich mir, ich überseh diesen kleinen Fehler und genieße wieder einen Landkrimi. Er spielt in den 70er Jahren. Allerdings merke ich davon nicht viel. Zwei, drei kleinste Hinweise, aber ansonsten könnte dieser Krimi, der für meinen Geschmack sehr wenig Spannung hatte, in jedem beliebigen Jahr spielen. In Birkendorf geschehen seltsame Dinge. Erst liegt Friedrich Heckerhoff tot auf dem Misthaufen. Das wird noch als Unfall abgetan. Dann findet sich die alte Elsbeth erschlagen in der Scheune vom Nachbarn. Jetzt kann es kein Unfall gewesen sein! So nach und nach gibt es eine Leiche nach der anderen, Selbstmorde geraten in ein anderes Licht und die Dörfler geraten in Erklärungsnot. Aber wer nun denkt, dass die Polizei tapfer ermittelt, der liegt falsch! Die Polizei ist behäbig und hat alle Zeit und Ruhe der Welt. Nur die junge Marie will es genau wissen und forscht zusammen mit ihrem Angebeteten Mark, einem "Tommy" nach. Mitten in Hochzeitsfeiern und dörflichen Festen sammelt sie sich die Lösung zusammen. Sprachlich bietet uns die Autorin Einblicke ins Plattdeutsch. Anfangs wesentlich mehr als im späteren Verlauf. Ganz am Ende finden sich Rezepte, passend zur Gegend um Birkendorf. Schade, dass diese nicht in die Story eingewebt waren. Der Schreibstil liest sich leicht, aber für mich fehlte da Würze, mir war es zu fad. Deshalb leider nur zwei kleine Sternchen für die Idee, die Ausarbeitung war leider nicht gelungen!

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  • Rezension zu "Wenn der Mähdrescher kommt"

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    lucky_snakes

    lucky_snakes

    21. September 2013 um 20:00

    Das Buch hat mich schon beim ersten in der Hand halten vom Äußeren her überzeugt. Ein sehr liebevoll gestaltetes Cover und Einband (auch wenn ein Traktor abgebildet ist ;) ) Auch die Handlung hat mich überzeugt. Das Buch ist in einem angenehmen Schreibstil verfasst, man kann direkt in das norddeutsche Dorf Birkendorf der 70er Jahre mit typischer Mischung aus Tradition, vordergründigem Dorfidyll und konservativen Bewohnern, die mit den mordernen Neuerungen zu kämpfen haben. Dazwischen die Hauptfigur Marie, die zwischen ihrer Dorfheimat und ihrem Studentenleben in der Stadt pendelt. Dann geschehen mehrere misteriöse Todesfälle und die Kripo kommt nach Birkendorf- und hat dort mit der Sturheit und dem "Wir wissen von nichts" der Bewohner zu kämpfen. Nach und nach wir aber das Puzzle zusammengesetzt - aber die Polizisten bleiben hierbei Randfiguren. Es wird deutlich, dass viele Bewohner durch Vorkommnisse im Krieg verbunden sind, die sich bis in die Gegenwart - und auf die Todesfälle - auswirken. Dabei wird vor allem klar, dass gegen schlechtes Gewissen keine Zeit hilft- und vor allem kein "Deckel drauf, wir sprechen nicht mehr drüber" Wie in wohl vielen Dörfern ist das Idyll eben doch nur vordergründig..... Weitere Handlung ist Maries sich enwickelnde Liebesgeschichte mit Mark, einem "Thommy" die für viele Bewohner, vor allem Maries Mutter, ein größeres Thema und Problem ist als die Toten..... Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, der Autorin gelingt es, dass man sich direkt nach Birkendorf versetzt fühlt und die Handlung nimmt nach und nach immer Fahrt auf.

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  • Landkrimi

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    Postbote

    Postbote

    16. September 2013 um 10:49

    Ende der 70 Jahre geschehen in Birkendorf,einem recht verschlafenen Dorf,merkwürdige Todesfälle. Mehre Höfe, bewirtschaftet von den gesammten Familienmitgliedern,alle unter einem Dachlebend werden durch diese Fälle in einen Unruhezustand verwickelt den so manchen aus seinem normalen Leben reist. Jeden Sonntag wird brav in die Kirche gegangen. Marie, eine Tochter von einer Hoffamilie will den Dingen auf die Spur kommen. Bei den beiden Todesfällen handelt es sich um die zwei bösesten Dorfbewohner überhaupt. Es wird vermutet das es sich um Erbangelegenheiten handelt und so manches Familienmitglied schneller ans Geld kommen will. Marie bekommt von ihrer Oma heraus das sich in den Kriegsjahren schlimme Dinge zugetragen haben. Von einem versteckten Juden und über einen Russen der einer Dorfbewohnerin(sie hatte den Russen aber gerne) ein Kind gemacht hat. Über einen Rassenhasser der seine Wut an dem Russen ausgelassen hat das dieser stirbt und man ihn sozusagen entsorgen musste. Das hat so nicht ins gute der Leben der Dorfbewohner gepasst. Viele plagte deswegen die Schuldgefühle oder sie hatten verwirrte Lebensumstände. Es kommen noch ein paar Dorfbewohner ums Leben und Birkendorf kommt nicht zu Ruhe. Marie und auch die Polizei fahnden weiter. Der Schluss bring die Lösung, aber jemanden verurteilen konnte man nicht da die Toten nicht mehr reden können und es Unfälle waren oder Suizid. Einfach geschriebener Landkrimi ohne Handy und anderen modernen Ermittlungsgegenständen im Stil der noch gemütlichen 70 Jahren. Die Generation der Bauern: Alles muss beinander bleiben und es gibt für die Kinder nur die eine gute Partie zum Heiraten, Hof zu Hof etc.,gemischt mit der neuen Generation die aufbrechen will um anderes kennenzulernen.Dieses kommt in dem Krimi ganz gut zur geltung. Da ich selber schon viele Jahre auf dem Land lebe und ähnliches selbst erlebt habe fand ich es eine gute Idee von Fr.Griffiths-Karger einen Krimi über diese Generationen zu schreiben.

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  • Spannung von der ersten bis zur letzten Seite

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    diebecca

    diebecca

    16. September 2013 um 08:08

    Merkwürdige Todesfälle, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einer Hütte vergraben war. Ein kleines Dorf und so viel los... Titel und Cover passen schon mal super zu einem Landkrimi. Was ich mich gleich gefragt habe, warum ist von einem Mähdrescher die Rede und es ist ein Traktor abgebildet?   Das Buch ist schön flüssig zu lesen und es geht gleich richtig los, ohne Umschweife.   Am Anfang ist eine Landkarte abgebildet, sodass man sich das Dorf sehr gut vorstellen kann.   Es sind viele kleine Details erwähnt, die auf das Landleben und das Leben auf dem Bauernhof hingedeutet. Man spürt förmlich die Liebe zum Detail, es passt. Auch dabei ist das Dorfgetratsche. Teilweise werden seltsame Begriffe benutzt, die ich noch nie gehört habe.   Der Humor ist wirklich herrlich, man kann man schmunzeln, mal lachen, mal grinsen.   Man erfährt einiges aus den 70er-Jahren, das fängt beim Aussehen, wie Frisuren an, über die Religion und die Einstellung der Leute. Es ist auch sehr viel Alkohol im Spiel.   Ganz schön viel los in dem kleinen Birkendorf, aber so hat man Spannung von Anfang bis zum Ende.   Ein Buch in dieser Art habe ich noch nicht gelesen, aber es ist auf seine Weise gut, mal was anderes.

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  • Wenn der Mähdrescher kommt...

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    kriegerin

    kriegerin

    10. September 2013 um 15:12

    Inhalt:  Merkwürdige Todesfälle, eine Bauernhochzeit, zwei Beerdigungen, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einem Stall vergraben war: Der kleine Ort Birkendorf wird in diesem Sommer Ende der siebziger Jahre von allerlei Ungemach heimgesucht. Und das, obwohl die Birkendorfer jeden Sonntag brav zur Kirche gehen. Sind sie am Ende gar nicht so brav? Marie, die junge Heldin, versucht die Dinge zu entwirren und fördert dabei dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht, die so mancher Dörfler lieber im Verborgenen gelassen hätte. Meine Meinung: Marion Griffiths-Karger ist mit „Wenn der Mädrescher kommt...“ ein toller, lokalkolorit- und kulinarisch eingefärbter Krimi gelungen, der mit Charme und Witz überzeugt. Ein paar Ausdrücke bleiben bei einigen (so auch bei mir) unverstanden, was aber nicht weiter schlimm ist, da das meiste aus dem Zusammenhang heraus gelesen werden kann. Ein kleines Glossar am Ende des Buches wäre aber dennoch wünschenswert gewesen. Die Geschichte im Buch spielt in den späten 70ern im Raum Paderborn und im Buch wird man von einigen, deftigen westfälischen Gerichten überrascht. Fazit: für alle Krimi-Freunde ein tolles Schmankerl!

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  • Der Fluch der bösen Tat

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    Matzbach

    Matzbach

    29. August 2013 um 17:13

    Im kleinen Flecken Birkendorf bricht die Welt zusammen. Erst stirbt ein Altbauer auf dem Misthaufen, die Polizei kommt zum Ergebnis Unglücksfall. Wenig später wird die alte Elsbeth in einer Scheune tot aufgefunden, diesmal deutet  alles auf Mord hin. Mögliche Täter und Motive gibt es zuhauf, war Elsbeth zu ihren Lebzeiten doch ein ziemlicher Stinkstiefel. Außerdem wird in der gleichen Scheune noch ein vergrabenes Skelett entdeckt. Die junge Studentin Marie begibt sich auf Tätersuche, vor allem, weil es sich bei den Verdächtigen nicht nur um die Nachbarn, sondern auch um Familienangehörige handelt. Geht es um Geld oder spielen alte Geschichten aus der Zeit des Krieges eine Rolle? Am Ende stellt sich alles als etwas anders dar, wobei die Polizei eigentlich kein gutes Bild abgibt. Nebenbei lernt Marie im Zuge ihrer privaten Schnüffeleien ihren Traummann kennen. Angesiedelt ist der Krimi in den späten 70er Jahren im Paderborner Raum. Dabei gelingt es Frau Griffiths-Karger, das derzeit dort vorherrschende katholische Milieu hervorragend zu schildern, außerdem kommt das Lokalkolorit nicht zu kurz. Abgerundet wird das Buch durch einige Rezepte der defigen westfälischen Küche und Witze, für Jüngere und Nicht-Ostwestfalen wäre vielleicht ein Glossar der plattdeutschen Ausdrücke wünschenswert. Rätselhaft bleibt mir allerdings, weshalb unter dem Titel "Wenn der Mähdrescher kommt" ein alter Lanz-Trecker abgebildet ist.

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  • Zeitreise in die 70er

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    silberfischchen68

    silberfischchen68

    25. August 2013 um 20:40

    Dieses Buch hat mir richtig Spaß gemacht - und das obwohl die Krimihandlung eher Nebensache ist. Das Buch spielt Mitte der 70er Jahre und ist für alle, die diese Zeit miterlebt haben, eine wundervolle Zeitreise. Bei mir wurden einige Kindheitserinnerungen wach. Die Handlung ist ziemlich behäbig und unaufgeregt - und eigentlich mehr eine Milieustudie über Familien- und Erbstreitigkeiten auf dem Dorfe als ein Krimi. Herrlich zu lesen, wenn die alten, sturköpfigen, erzkatholischen Dorfbewohner sich Sonntags nach der Kirche auf ein Schnäpschen treffen während die Frauen zu Hause das Sonntagsmahl zubereiten bevor sie den Ehegatten aus der Dorfkneipe (oder Nachbars Scheune) einsammeln gehen. Der Polizei machen sie es auch nicht leicht, maulfaul und misstrauisch lassen sie sich jedes Wort aus der Nase ziehen und die größte Sorge ist eigentlich weniger, wer die Morde begangen hat sondern was um Himmels Willen die Nachbarn denken könnten. Da wird Käfer gefahren, die Tommys werden misstrauisch beäugt und auf dem Polterabend werden Status Quo und TRex gehört. Eine ledige 30jährige ist ein spätes Mädchen und auf dem besten Wege eine alte Jungfer zu werden. 70er eben. Einen halben Stern (mehr bringe ich nicht übers Herz) ziehe ich für die unterentwickelte und absehbare Krimihandlung ab. Da wir aber keine halben Sterne haben, runde ich wieder auf auf fünf  :D

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  • Unaufgeregter Landkrimi mit viel Atmosphäre

    Wenn der Mähdrescher kommt...
    tweedledee

    tweedledee

    25. August 2013 um 12:47

    Wir befinden uns in den siebziger Jahren, Birkenhof ist ein beschauliches kleines Dorf, in dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und jeder über jeden Bescheid weiß. Ein Dorf, in dem nicht viel passiert und das jährliche Schützenfest den Jahreshöhepunkt darstellt. Das ändert sich schlagartig, als innerhalb weniger Wochen gleich drei alte Dorfbewohner unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen. Handelt es sich um Unfälle oder hat jemand nachgeholfen? Als dann auch noch ein Skelett auf Großenjohanns Wiese gefunden wird, beginnt die Polizei Fragen zu stellen und zu ermitteln. Doch aus den sturen Dorfbewohnern ist nicht viel herauszubekommen. Marie Großenjohann macht sich ihre eigenen Gedanken...   "Wenn der Mähdrescher kommt..." beschreibt das Leben auf dem Lande sehr atmosphärisch, Ich fühlte mich beim lesen tatsächlich in der Zeit zurückversetzt. Die Autorin hat das einfache Landleben sehr schön eingefangen, beim Lesen meint man die Landluft zu riechen, das Heu und die Ruhe der ländlichen Idylle zu spüren. Die fast allesamt schrulligen Charaktere sind liebevoll beschrieben, ich konnte mir die Frauen in Kittelschürzen beim Kaffeeklatsch oder in der Küche sehr gut vorstellen. Dabei kommt die Geschichte ganz ohne Stereotypen aus, jeder für sich ist unverwechselbar.Herrlich authentisch sind die Dialoge die mit etwas "Platt" gewürzt sind.   Die Geschichte ist stimmig, ab einem gewissen Punkt allerdings etwas vorhersehbar, das Geheimnis um das Wie und Warum wird gegen Ende zufriedenstellend gelöst. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich fühlte mich gut unterhalten. Mein einziger, allerdings kleiner Kritikpunkt ist, dass das Buch  für einen Krimi ein klein wenig mehr Spannung hätte bieten können.   Fazit: Für Liebhaber unaufgeregter, atmosphärischer Regionalkrimis eine ganz klare Leseempfehlung.

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