Marion Krafzik Das Kreischen der Möwen

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Inhaltsangabe zu „Das Kreischen der Möwen“ von Marion Krafzik

2. Auflage – überarbeitete Version Als der ambitionierte Psychologe Chris Lange an einem schwülheißen Sommermorgen in der psychiatrischen Abteilung des UKE Hamburg-Eppendorf seinen Dienst antritt, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben rasant ändern wird. In der Nacht zuvor wurde die unter Mordverdacht stehende und suizidgefährdete Susanne Andersen eingeliefert. Immer wieder beteuert die junge und äußerst attraktive Frau, dass sie unschuldig sei. Je mehr Chris es schafft, ihr Vertrauen zu gewinnen, desto größer werden seine Zweifel, ob Susanne tatsächlich den Mord begangen hat. Überzeugt von ihrer Unschuld, setzt er alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen, doch das Ergebnis ist zerstörend. Nicht nur Chris muss die Wahrheit teuer bezahlen.

Faszinierende Gefühlswelten

— Julia_Kathrin_Matos

spannend, rasant mit einer Wahrheit, der selbst geschulte Psychologen zum Opfer fallen können

— Engel1974
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    Das Kreischen der Möwen

    Julia_Kathrin_Matos

    24. September 2017 um 20:30

    Handlung und Figuren:Im Mittelpunkt stehen mit Jens, Susanne, Chris, Nina, Torben und Leonie sechs junge Erwachsene, deren Handlungsstränge durch die Ermordung von Jens‘ Verlobter komplex miteinander verknüpft werden. Dabei geht es nicht nur um Ermittlungen zu den über allem schwebenden Fragen „Wer spielt falsch? Wer war warum am Mord beteiligt?“. Wir lernen mehrere Figuren kennen, die oberflächlich betrachtet gut situiert sind und ihr Leben erfolgreich meistern, hinter dieser Fassade aber psychische Grenzerfahrungen durchmachen und in ihrem Inneren mit heftigen Dämonen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kämpfen. Es geht um den Umgang mit Zwiespälten (Schuld/Verantwortung, Aufrechterhalten einer Liebesbeziehung?, Sucht) sowie um Besessenheit und Manipulation.Erzählstil, Abschnittsbildung und Sprache:Hier wird die Gegenwartsform verwendet. Das wirkte ein bisschen unrund auf mich, wenn Aktivitäten beschrieben wurden, das mag aber auch daran liegen, dass es ungewohnt ist.Es wird linear / chronologisch erzählt, wobei je Kapitel ein Tag wiedergegeben wird.Marion Krafzik verwendet den personalen Erzählstil (meint: Bewusstseinshorizont einer einzelnen Figur) ohne Ich-Perspektive. Hierbei fand ich es z. B. faszinierend, wie Körperhaltung, Gestik und Mimik des Gegenübers wahrgenommen und interpretiert werden. Es werden auktoriale Züge angenommen, indem zwischen den Personen gewechselt wird. Dennoch hat man nicht immer einen Wissensvorsprung, da die Vergangenheit nur stückchenweise offenbart wird und einige zentrale Funde und Erkenntnisse vorenthalten werden. Ich halte das für den richtigen Ansatz bei solcher Literatur und mag Perspektivwechsel auch grundsätzlich sehr gern. Kritikpunkt: Mein Lesefluss wurde gestört, wenn manchmal Perspektiven in schneller Abfolge wechselten. Ich kann mich besser hineinversetzen, wenn ich eine Person über mehrere Seiten begleite. Bestimmte Momente hätten noch emotionaler ausfallen können, wenn zu einer Szene die Empfindungen des Gegenübers im Nachgang oder beim nächsten Konfliktgespräch wiedergegeben worden wären. Zudem war ich irritiert, wenn ich erst anhand des Inhalts den Wechsel merkte. Hier die Anregung an die Autorin, einen Wechsel innerhalb einer Szene mit einer Einrückung zu kennzeichnen.Die Sprache ist einfach gehalten. Ein anspruchsvolleres Erzählen hätte für meinen Geschmack die Geschichte noch aufwerten können.Emotionen und Spannung:Wenig action-lastig. Dramatik und Emotionen spielen sich vorrangig unter der Oberfläche ab, sind dabei eindringlich wiedergegeben, was mir gut gefallen hat.Es gibt viele gelungene Rätsel und dezente Hinweise, die man zunächst nicht einordnen kann, was zum Mitspekulieren anregt. Man wird auch mal in die Irre geführt und möchte ständig mehr erfahren zu persönlichen Motiven und Hintergründen. Es wird stringent Spannung aufgebaut, man fiebert einem packenden Showdown entgegen. Dieser hätte für meinen Geschmack noch etwas spektakulärer, emotionaler und überraschender ausfallen können.Dass ich mich manchmal aus Perspektiven herausgerissen fühlte (siehe oben), ging bei mir leider zu Lasten des über weite Strecken hohen Mitfühlfaktors und des Nervenkitzels. Zum Ende hin war ich dann schon etwas abgestumpft und hatte zwar großes Interesse am Ausgang, aber die emotionale Bindung zu Sympathieträgern ist irgendwie auf der Strecke geblieben.Wirkung und Adressatenkreis:Die Story wirkt gut recherchiert und authentisch, hierdurch aber auch schockierend.Auch wenn vorangegangene Rezensenten von kurzweiliger Unterhaltung schreiben, handelt es sich aus meiner (Laien-)Sicht nicht um leichte Lesekost für Konsumenten, die sich vorrangig berieseln lassen möchten. Zwar wird keine physische Gewalt beschrieben und es gibt zwischendrin auch mal herzerwärmende und hoffnungsfrohe Momente. Dominierende düstere Gedankengänge lassen einen aber mit negativen Gefühlen aus den meisten Szenen rausgehen und machen den Roman für Personen, die sich sehr mit geschilderten psychischen Problemlagen identifizieren und zu depressiver Stimmung neigen, eher ungeeignet.Die einfach gehaltene Erzählweise und Sprache birgt Nachteile, führt aber auch dazu, dass insgesamt ein großer Adressatenkreis angesprochen wird.Weitere Einschätzungen:Das Setting im schönen Hamburg hat positiv zur Atmosphäre und auch zur Handlung beigetragen.Der Klappentext macht neugierig und hält, was er verspricht.Das Cover sieht erstmal unspektakulär und austauschbar aus. Dass man über den tieferen Sinn von Cover, Titel und das gelegentliche Auftreten von Möwen in der Geschichte sinnieren und heruminterpretieren kann, finde ich aber schon wieder total cool.Auf den großen Auftritt der Möwen zum Ende der Geschichte hätte ich lieber verzichtet, da dieses unglaubwürdige Element in das Gesamtgefüge nur schwer hineinpasst.Dass es keine polizeiliche Überprüfung der Wohnung der Tatverdächtigen gegeben hat und ausgerechnet Chris dort interessante Entdeckungen macht, ist zwar nicht logisch, kann aber als für die Handlung wichtiges Element akzeptiert werden.Die Erläuterungen zur Differenzierung von Psychopathen und Soziopathen fand ich hilfreich zur Vertiefung psychologischer Grundkenntnisse.Mit z. B. Herrn Brockmann, Herrn Schulz und Viktoria treten interessante Nebenfiguren auf.Die X-Ray-Funktion unterstützt angenehm dabei, den Überblick zu behalten.Bewertung:Stärken: Preis-Leistungs-Verhältnis, hohe Authentizität, ein neuartiges Szenario, gelungene Charakterstudien und insgesamt ein nachwirkendes Leseerlebnis, bei dem faszinierende Einblicke in die Psyche, Emotionen und Spannung nicht zu kurz gekommen sind.Schwächen: Es summieren sich viele kleine Kritikpunkte auf, die Meckern auf hohem Niveau und überwiegend Geschmackssache sind. Für mich verbleibt der Eindruck, man hätte in Sachen Emotionen und Tiefe durch stilistische Anpassungen noch mehr herausholen können.Ich vergebe vier Sterne mit Tendenz zu fünf Sternen, ein Dankeschön an Marion Krafzik und eine Leseempfehlung.

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  • spannend, rasant mit einer Wahrheit, der selbst geschulte Psychologen zum Opfer fallen können

    Das Kreischen der Möwen

    Engel1974

    23. August 2017 um 17:40

    Marion Krafzig ist noch eine relativ unbekannte Thrillerautorin, dennoch sollte man sich den Namen dieser Autorin merken, ihre Thriller sind spannend und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und weisen alles auf, was ein guter Psychothriller mitbringen sollte. Mit „Das Kreischen der Möwen“ wartet die Autorin mit einem Psychothriller auf, der aufzeigt, wie intelligent, verwirrend und unberechnend die Psyche eines einzelnen Menschen sein kann. Um was geht es? Carina wird am Vorabend ihrer Hochzeit überfallen und erschlagen. Eine Tatverdächtige, Susanne Anderson, wird auch schnell gefunden. Sie hat die Getötete mehrere Male belästigt und gestalkt. Da Susanne als Suizidgefährdet gilt, wird sie in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Immer wieder beteuert sie ihre Unschuld und auch Chris, der dort behandelnde Psychologe ist schon bald von ihrer Unschuld überzeugt. Stück für Stück, wie bei einem Puzzle macht er sich daran mit den ermittelnden Kommissaren die Wahrheit ans Licht zu bringen. Eine Wahrheit, die ihm teuer zu stehen kommt. Meinung: In einem rasanten Tempo, mit einer Orientierung am Wesentlichen gewährt die Autorin Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche und präsentiert zum Schluss eine Wahrheit, der selbst geschulte Psychologen zum Opfer fallen können. Die Handlung ist dabei spannend und fesselnd von der ersten Seite an. Der Schreibstil angenehm, schnell und flüssig zu lesen, wobei die Protagonisten sehr gut ausgearbeitet wurden. Stück für Stück kommt man beim Lesen vieler ihrer Kleien und großen Geheimnisse auf die Schliche. Fazit: spannend, rasant mit einer Wahrheit, der selbst geschulte Psychologen zum Opfer fallen können

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