Marion Lembke Übermut tut richtig gut: Eine psychopathische Krimikomödie

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Inhaltsangabe zu „Übermut tut richtig gut: Eine psychopathische Krimikomödie“ von Marion Lembke

Kersten van der Maar ist eine Hamburger Psychiaterin, der es jedoch aufgrund ihres mangelnden Durchsetzungsvermögens nicht gelingt, sich von ihrem erpresserischen Ex-Ehemann zu befreien. Ranghild Bullenthin, die merkwürdig und bösartig wirkende junge Obdachlose, die von Kersten von ihrer Stoßstange gekratzt und vorübergehend bei sich aufgenommen wird, und Clarissa Feuersbach, lebensfrohe und sexhungrige Tochter neureicher Eltern aus der unteren sozialen Schicht, nehmen das für Kersten in die Hand und beschließen zusammen mit der bunt zusammengewürfelten Therapiegruppe, deren harsche Wortgefechte Kersten regelmäßig zur Verzweiflung treiben: Frau Doktorchen braucht Hilfe! Legal sind deren Methoden allerdings nicht ... Leseprobe gefällig? „Wir erwarten noch einen Neuzugang.“ Kersten rückte sich die Brille zurecht und blickte in die Runde. „Sie scheint sich zu verspäten, also warten wir noch fünf Minuten, bevor wir anfangen.“ Petra stöhnte genervt, zappelte auf ihrem Stuhl herum und sah auf die Uhr. „Das sollte ich mir mal erlauben. Mein Chef würde mir die Zeit vom Gehalt abziehen.“ Petra war auf sein Verlangen hier. Sie hatte natürlich kein Problem mit ihrem täglichen Alkoholkonsum, aber würde demnächst keinen Job mehr haben, wenn sie diese Therapie nicht durchzog. Seit sechs Wochen vermieste ihr ständiges Nörgeln den anderen den Tag. „Vielleicht ist ihr etwas dazwischen gekommen“, sagte Frederike leise. „Vielleicht steckt sie im Verkehr fest oder sie hat die S-Bahn verpasst oder -“ „Du dummes Huhn musst auch jeden in Schutz nehmen“, giftete Petra die Jüngere wie üblich an. Frederike schwieg und sank in sich zusammen. Ihre Minderwertigkeitskomplexe hatten sie auf den Gedanken gebracht, eine Therapie zu machen. In erster Linie natürlich der Arzt in der Psychiatrie, in die sie geraten war, nachdem sie versucht hatte, sich wegen ihres Ex-Freundes heimlich aus dem Diesseits zu stehlen. „Lass sie in Ruhe!“, fuhr Wolfgang Petra neben sich an. Er rutschte ebenfalls unruhig auf seinem Stuhl herum. Zuhause wartete Arbeit auf ihn. Da wartete immer Arbeit. Viel Arbeit. Er musste arbeiten. Wolfgang war ein Workaholicer. Die strenge Dame vom Jugendamt war der Meinung, das wäre nicht gut für seine neunjährige Tochter. Entweder er würde diese Therapie machen oder Susi würde zur Mama kommen. Die war alles andere als erpicht darauf, sich um einen vorpubertären Quälgeist zu kümmern, weshalb sie bei der Scheidung auch Wolfgang nur zu gern das Sorgerecht überlassen hatte. Max spielte mit seinem teuren Smartphone. Von der neuesten Generation mit allem Schnickschnack. An Max war alles neu und teuer. Ihm sah man die zwei Jahre Gefängnis nicht an. Die Therapie gehörte zu seiner Bewährungsauflage. Seine letzte amtlich erfasste Untat war der Verkauf nicht existierender Aktien an reiche, unbedarfte Witwen gewesen, die sich in ihrem Leben nie um irgendwelche Finanzen hatten kümmern müssen, aber sichtlich heiß auf etwas Aufregendes in ihrem eingerosteten Dasein gewesen waren. Kersten musterte ihn. Der offensichtliche Luxus an diesem attraktiven Mann mit dem sympathischen Lausbubengesicht ärgerte sie. Sie hatte sich den auch mal leisten können, aber dank Francesco lebte sie nur noch auf Sparflamme. „Nimm es dir nicht so zu Herzen, Schätzchen“, tröstete Klaus-Peter Frederike, die mit den Tränen kämpfte, und tätschelte ihr freundschaftlich den Arm. „Sie ist nur eine dumme Kuh.“ Klaus-Peter, der Maskenbildner, war arbeitslos. Seit ein paar Monaten schon, als er einen örtlichen Prominenten unmittelbar vor einem Live-Auftritt im Fernsehen geohrfeigt hatte, weil dieser ihn als talentlose Tunte und noch einiges mehr bezeichnet hatte. Klaus-Peter war mit Stolz eine Tunte, aber das hätte dieser nicht so verächtlich sagen dürfen. Und vor allem hätte er seine beruflichen Fähigkeiten nicht derart in den Schmutz ziehen dürfen ...

Hier wird wirklich nahezu jedes Klischee bedient...

— Tynes
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    Übermut tut richtig gut: Eine psychopathische Krimikomödie

    Tynes

    07. April 2017 um 09:16

    Anfangs war ich etwas skeptisch, was dieses Buch angeht.Die ersten Seiten lasen sich auch noch etwas schleppend.Aber spätestens bei der ersten Gruppentherapie kam ich aus dem Grinsen nicht mehr raus.Hier wird wirklich nahezu jedes Klischee bedient...Die wirre Psychologin... die sexy Nymphomanin... das verstörte Kind... der Workaholic... der Kleinkriminelle... die Schüchterne... die Schnapsdrossel... und die "Tunte" <3Ich habe mehr als einmal herzhaft lachen müssen.Wenn soviele verschiedene Charaktere aufeinander treffen und sich gegenseitig therapieren (sollen), dann wird's echt lustig.Ein kleiner Hauch Erotik darf natürlich auch nicht fehlen.Alles in allem handelt es sich hier wirklich um eine leichte, amüsante Unterhaltung für zwischendurch - I like :)

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