Marion Poschmann

 3.6 Sterne bei 126 Bewertungen
Autorin von Die Kieferninseln, Die Sonnenposition und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marion Poschmann

Marion Poschmann ist eine deutsche Schriftstellerin, besonders bekannt für ihre Prosa und Lyrik. Sie wurde 1969 in Essen geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik zunächst in Bonn, später in Berlin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Ernst Meister-Preis für Lyrik (2011), den Deutschen Preis für Nature Writing (2017) und den Düsseldorfer Literaturpreis (2017). Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin und ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Alle Bücher von Marion Poschmann

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Buchformat:
Cover des Buches Die Kieferninseln9783518469217

Die Kieferninseln

 (73)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Die Sonnenposition9783518465462

Die Sonnenposition

 (25)
Erschienen am 15.09.2014
Cover des Buches Hundenovelle9783627001490

Hundenovelle

 (8)
Erschienen am 25.08.2008
Cover des Buches Geistersehen9783518421291

Geistersehen

 (3)
Erschienen am 19.04.2010
Cover des Buches Mondbetrachtung in mondloser Nacht9783518466667

Mondbetrachtung in mondloser Nacht

 (2)
Erschienen am 07.03.2016
Cover des Buches Schwarzweissroman9783627001247

Schwarzweissroman

 (2)
Erschienen am 01.09.2005
Cover des Buches Geliehene Landschaften9783518425220

Geliehene Landschaften

 (2)
Erschienen am 07.03.2016
Cover des Buches Grund zu Schafen9783627001179

Grund zu Schafen

 (2)
Erschienen am 01.09.2004

Neue Rezensionen zu Marion Poschmann

Neu

Rezension zu "Die Kieferninseln" von Marion Poschmann

Nachhilfe erforderlich
schillerbuchvor einem Jahr

Dieses Buch hätte ich nie gelesen, wenn es nicht Lektüre für den Lesekreis gewesen wäre. Vor allem hätte ich es, wenn nicht der Termin gewesen wäre, nicht fertig gelesen. Aber wie das eben so ist – ein Lesekreis sorgt immer wieder dafür, daß man sich mit Büchern beschäftigt, die man oder frau sonst nicht zur Hand nehmen würde und das ist für mich eine Hauptmotivation, daran teilzunehmen.

Der Inhalt

Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide. (Klappentext Suhrkamp Verlag)

Meine Meinung

Wie schon erwähnt: Hätte es den Termin nicht gegeben, hätte ich das Buch nicht fertig gelesen. Selten konnte ich mit einem Buch so gar nichts anfangen wie mit diesem, selten hat mich eine Hauptfigur so genervt wie dieser Gilbert, den ich als pubertär empfand und selten fand ich einen Aufhänger für eine Geschichte so doof. Mir war klar: Ich hatte da irgendetwas überhaupt nicht verstanden und erhoffte mir Aufschluss in der Leserunde.

Und die bekam ich. Mir wurde klar, daß man, um diesen Roman wenigstens ansatzweise verstehen zu können, viel über die japanische Kultur und Lebensweise wissen muss. So wusste eine Teilnehmerin, daß Träume für Japaner eine ganz andere Bedeutung haben als für uns, auch in der klassischen japanischen Literatur spielen Träume eine Rolle, oft vermischen sich Wirklichkeit und Traum. Unter diesem Aspekt bekamen manche Szenen eine andere Bedeutung für mich, vor allem was die Rolle des jungen Mannes Yoso angeht. Mit ihm sucht Gilbert verschiedene Stätten auf, die bei japanischen Selbstmordkandidaten besonders beliebt sind. Diskutiert haben wir, ob Yosa überhaupt existiert oder ob er nicht eine Art zweites Ich von Gilbert sein könnte. Und auch der Anfang des Buches, nämlich daß Gilbert aufgrund eines Traumes zu einer scheibar völlig irrationalen Handlung getrieben wird, liest sich mit diesem Wissen noch einmal ganz anders.

Gilbert verabscheut zu Beginn des Romans auch Tee, für ihn „spielt sich in den Teeländern alles unter einem Schleier des Mystik ab“. Gelernt habe ich, daß die japanische Teezeremonie eigentlich Teil eines Teeweges ist, eine Art Meditation auf der Suche zu sich selbst. So lehrt es der Zen-Buddhismus und so lässt sich auch Gilberts Reise in Japan verstehen. Er nähert sich immer mehr an sein Innerstes an, am Ende scheint er es auch gefunden zu haben.

Das sollen nur zwei Beispiele dafür sein, warum ich mich doch mit dem Roman anfreunden konnte. Dazu beigetragen haben auch die schöne Sprache, die Naturbeschreibungen und der Humor, der in manchen Szenen durchblitzte. Und man merkt, daß die Autorin Lyrikerin ist – es finden sich einige Haikus im Buch, die mir sehr gut gefallen haben!

Fazit: Ein interessanter und vielschichtiger Roman, für dessen Leküre ich von vornherein meine europäische Sichtweise hätte verlassen und mich auf die japanische Art, die Dinge zu sehen einlassen sollen. Wer gleich mit dieser Voraussetzung an die Lektüre geht, wird sicher von vonherein einen ganz andere Zugang zu ihm bekommen!

Kommentare: 1
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Rezension zu "Die Kieferninseln" von Marion Poschmann

Wichtiges Thema und unglaublich gut geschrieben
Ninas_Buecherbasarvor einem Jahr

Meine Meinung
Bücher auf Empfehlungen zu lesen, kann fürchterlich schief gehen. Ich habe schon so einige Werke gelesen, die von Freunden, Familie oder eben Bookstagram in den Himmel gelobt wurden, und dann fürchterlich schlecht waren (aktuelles Beispiel meinerseits: Dark Elemtents von Jennifer L. Armentrout). Die Kieferninseln wurde mir von einer Kommilitonin empfohlen, die eigentlich einen grundsätzlich anderen Lesegeschmack hat als ich. Aber ihrer Begeisterung und natürlich auch dem Gütesiegel "Deutscher Buchpreis 2017" konnte ich dann nichts mehr entgegensetzten.
Die Kieferninseln sind nun ein sehr gutes Beispiel für mich geworden, wie gut es sein kann, sich aus seinem Wohlfühlgenre zu wagen. Der Schreibstil Poschmanns ist beeindruckend, vielfältig, voller Witz und gut durchdacht. Ihre Charaktere sind eigenwillig und nicht immer sympathisch - aber dafür umso authentischer.  
Gilbert beispielsweise ist einfach nur ein von sich selbst überzeugter und Arroganter Dozent, aber gerade deswegen habe ich sehr oft Laut gelacht. Wie er einfach seine oft fehlerhafte Meinung und sein beschränktes Weltbild verteidigt - herrlich! Noch dazu lernt man so viel über das Land Japan und seine Kultur, seine Dichter. Mein Interesse für Japan war vor diesem Buch zwar da, aber doch eher nur oberflächlich. Jetzt würde ich am Liebsten sofort hinreisen.
Das Selbstmörder-Thema kam (für mich) unerwartet, war aber super spannend und interessant. Ich würde dieses Buch als sehr besonders beschreiben. Manchmal habe ich sehr intensiv über einen Satz nachgedacht und manchmal konnte ich es kaum glauben, wie verrückt oder gar sinnlos manche Handlungen von Gilbert waren. 

Mein Fazit
Dieses Buch ist echt schräg, unerwartet aber eben auch echt gut!

4,5/5 Sternen 

*Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag für dieses Rezensionsexemplar*

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I

Rezension zu "Die Kieferninseln" von Marion Poschmann

Flucht vor den eigenen Dämonen
Ingrid_Walthervor einem Jahr

Die Grundidee ist klassisch: Der betrogene Ehemann auf der Flucht. Die Untreue der Frau ist jedoch nur geträumt und die Reise wird zu einem Selbstfindungstrip. Der Reisegefährte - ein Student mit Selbstmordabsicht - findet sich so zufällig wie das Reiseziel. Gleich einer japanischen Tuschezeichnung skizziert die Autorin kenntnisreich ein Bild Japans, das das Wesen dieses Landes mit ausgewählten Pinselstrichen zu erfassen sucht. Poetisch und elegant. Schön die eingefügten Haikus. Kurzweilig und nicht ohne Humor. Schade, dass die Energie nicht ausreicht um die losen Enden zu einem schlüssigen Muster zusammenzufügen.

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Die Sonnenpositionundefined
Hallo!
Bis zum 14.6. um 17:00 Uhr verlose ich 4 Bücher, darunter "Die Sonnenposition", auf meinem Blog.
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr vorbeischauen und teilnehmen würdet.
https://warmersommerregen.wordpress.com/2015/06/01/%f0%9f%8f-%86%f0%9f%8e-100-beitrag-verlosung-%88%f0%9f%8e-%88%f0%9f%8f/

Viel Glück,
Sommerregen
1 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die Sonnenpositionundefined
Liebe lovelybooks-Community,

auf booknerds.de - literatur & mehr gibt es dieses Jahr im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude bei uns insgesamt 21 Bücher, 1 Hörbuch und 10 Lesezeichen zu gewinnen, und einer der Titel ist der oben genannte.

Wo? Hier: http://www.booknerds.de/2014/04/gewinnspiel-blogger-schenken-lesefreude-2014/

(Bitte nur dort antworten und nicht hier kommentieren! Sollte das Formular nicht funktionieren, bitte eine E-Mail an verlosung äääät booknerds puuuunkt de oder eine Direktnachricht via Facebook (facebook.com/booknerds.de)

Liebe Grüße,
Chris und die booknerds

(Buchcover/Auflage kann von der abgebildeten bei älteren Titeln abweichen!)
0 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Marion Poschmann wurde am 15. Dezember 1969 in Essen (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 193 Bibliotheken

auf 41 Wunschlisten

von 5 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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