Marion Poschmann Die Sonnenposition

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Inhaltsangabe zu „Die Sonnenposition“ von Marion Poschmann

Der rundliche Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im 'Ostschloss', einem alten Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen eine Orientierung zu geben. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Patienten rücken ihm zu nahe, Erinnerungen bedrängen ihn, seine Familiengeschichte holt ihn ein. Alle Geschichten seines Lebens scheinen hier zu enden, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird. Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten, über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht – funkelnd, glasklar und von subtiler Spannung.

Die Schönheit des Morbiden

— hundimbuch

schöne sprache, durchaus ansprechende passagen aber insgesamt keine große empfehlung.

— ju_theTrue

Sprachgewaltig, in der ersten Hälfte durchaus spannend, später für mich zu langatmig

— Lysander

Tiefschürfende Themenvielfalt; sprachlich virtuos, wie Leere und Verschwinden sichtbar werden; impressionistischer Blick auf Stadt, Natur

— Liseron

Lyrisch-rätselhafte, zuweilen pompöse Annäherung an die Leere. Schwerverdaulich.

— alasca

Poetische Sprache, fein verwobene Handlungen, vielschichtige Charaktere und Theoriern, die zum Nachdenken anregen! Toll!!

— Sommerregen

Ich habe es nur bis Seite 135 geschafft. Mehr ging nicht. Merkwürdige unauffällige Männer mit langweiligen absurden Hobbies. Nicht meins.

— Buchstabenliebhaberin

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  • Licht, Schatten, Erlkönige

    Die Sonnenposition

    hundimbuch

    11. March 2017 um 16:22

    Marion Poschmanns Roman Die Sonnenposition ist ein klassischer Fall für meine Rubrik „Buch ohne Hund“! Das Buch kommt zwar komplett ohne Hunde aus, ist aber ein so besonderes Stück Literatur, dass ich es an dieser Stelle unbedingt besprechen muss. In Die Sonnenpostion kommen nämlich zwei weitere meiner Leidenschaften voll und ganz auf ihre Kosten: Meine Begeisterung für historische Architektur und mein Faible für skurrile Typen. Marion Poschmann beherrscht es, beides in Literatur umzusetzen. Schauplatz des Romans ist ein morbides Barockschloss, irgendwo im Osten Deutschlands, das – nach wechselhafter Nutzungsgeschichte – schließlich als psychotherapeutische Klinik dient. In dieser Klinik versieht der zunehmend schrulliger werdende Arzt Altfried Janisch seinen Dienst. Er ist der Protagonist des Romans, ein leicht übergewichtiger Einzelgänger, aus dessen Perspektive der Text auch erzählt wird. Der überraschende Tod seines Freundes Odilo lässt Altfrieds halbwegs geordnete Welt in den Fugen ächzen. Odilo – ebenfalls Außenseiter und Sonderling – hatte sein Leben der Bioluminiszenzforschung verschrieben und war darüber schlaflos geworden. Nächte verbringt er mit der Beobachtung der Leuchtorgane von Tannenzapfenfischen. Außer ihrer eigenbrötlerischen Lebensweise teilen die beiden Freunde ein entlegenes Hobby: Sie jagen in der Eifel gemeinsam nach Erlkönigen. Marion Poschmann verortet ihre Protagonisten sorgfältig. Dies gilt sowohl für die räumliche Einordnung (Odilos Elternhaus siedelt sie direkt gegenüber den Weck-Werken in Bonn an) als auch für die Ausfaltung des familiären Hintergrunds. Die Herkunft von Altfrieds Eltern und Großeltern präpariert sie Schicht für Schicht heraus. Altfried Janichs Leben verläuft zunächst in geordneten Bahnen. Er wohnt in der psychiatrischen Klinik, in der er arbeitet, versorgt seine Patienten nach Kräften und akzeptiert die Autorität seiner Chefin. Er benutzt altertümliche Begriffe wie „Podex“ und wirkt überhaupt etwas aus der Zeit gefallen. All das wirkt allerdings angesichts seines Arbeitsplatzes und des bröckelnden Gebäudes um ihn herum nicht unstimmig. Altfried scheitert, wenn es darum geht Beruf von Privatheit zu trennen, seine privaten Wohnräume verschwimmen albtraumhaft mit den übrigen Zimmern des Schlosses. So kommt es vor, dass sich in der allgemeinen Orientierungslosigkeit der Einrichtung „wie in einem Möbelkaufhaus, immer wieder einzelne, versprengte Besucher“ zu Altfried verirren. Wenn Marion Poschmann die Erlkönigjagd beschreibt, werden die Jagdobjekte der sonderbar lebendig, als wären sie Tiere und keine bemäntelten Automobile: „Die ideale Witterung für Erlkönige, deren Aktivitäten zum Weihnachtstauwetter ihr Jahreshoch erreichen, da sie dann (…) besonders unauffällig bleiben (…).“ Die beiden Freunde entscheiden sich vordergründig für weidgerechte Kleidung: „Tarnkleidung je nach Wetterlage“, aber Altfried weiß: „auf die Kleidung kommt es nur nachrangig an. Die innere Haltung entscheidet. Selbstvernebelung, ein Zustand, in dem ich mir entgleite.“ Der Jäger passt sich dem Gejagten an, übernimmt seine nebelhafte Wesenlosigkeit. Zwei selbstvernebelte Typen, selbst abwesend und unsichtbar stöbern – meist erfolglos –nach motorisierten Phantomen. Poschmann streut immer wieder Krankenberichte in den Roman ein. Eigentlich variieren diese immer wieder ein sehr ähnliches Motiv: Ein Mensch (wie Du und ich) nimmt ein paar Marotten an, funktioniert aber weiterhin. An irgendeinem schwer definierbaren Punkt wird sein Verhalten zuerst auffällig dann pathologisch. Und schließlich sitzt er Altfried Janich gegenüber. Die Romanhandlung greift dieses Muster auf: Altfried zeigt zunächst ein paar Marotten, wie man sie einem Psychiater gerne zugestehen mag. An irgendeinem – auch in der Romanhandlung schwer zu greifenden Punkt – werden zunächst seine Gedankengänge und schließlich auch sein Handeln „auffällig“. Man kann Parallelen zu den Fallbeispielen nicht ausschließen und fürchtet, dass Janich den Ausweg aus dem maroden Schloss so schnell nicht finden wird. Es wird für ihn (bereits in der Mitte des Buches) deutlich „dass ich aus diesem Schloss nicht mehr wegkommen kann.“ Es sind vor allem zwei Aspekte, die mich als Leserin überzeugen: Marion Poschmanns anschauliche und detailverliebte Sprache und – eng damit zusammenhängend – ihre Fähigkeit, Räume zu betrachten, zu analysieren und in Sprache zu verwandeln. Ihre Beschreibungen der unterschiedlichen Architekturen sind so präzise und akribisch, dass sie dem Leser ein plastisches Bild der visuellen Wirklichkeit vermitteln. Dies geschieht bis in die kleinsten Details, so dass aus an sich unbedeutenden Gegenständen und Fundstücken überraschend schillernde Stillleben entstehen: „Die Glühbirne leuchtet auf rotes Linoleum, darauf schwammen einige Brotkrümel, Teilchen von braunen Zwiebelschalen, die weißen leichten Hüllen von Knoblauchzehen, die jeder Lufthauch weiterbewegte, (…)“. Banale Dinge erhalten Gewicht, gewinnen an Lebendigkeit und lassen ahnen, dass es hinter den sanierungsbedürftigen Fassaden (des Schlosses und seiner Menschen) rumort. Bei aller sprachlichen Raffinesse des Textes und aller Morbidität von Akteuren und Architekturen wohnt Poschmanns Text Humor inne, auch dann, wenn es an die großen Dinge geht: Dem harmlosen Nachtisch Götterspeise beispielsweise attestiert Poschmann „dieses Göttrige (…), die glibbrige Durchsichtigkeit, das formlos Ungreifbare“.

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  • Ein großes Werk

    Die Sonnenposition

    DasBuchmonster

    15. November 2015 um 19:38

    Inhalt: Altfried betreut in einer Anstalt auf einem Schloss seine Patienten psychologisch. Er ist die Sonnenposition seiner Patienten, die Konstante, der Trost. Doch eines Tages stirbt Altfrieds Freund Odilo, und seitdem ist alles anders, Odilo geistert in seinen Gedanken herum und plötzlich muss Altfried sein ganzes Leben noch einmal aufwühlen. Tagsüber ist er für die Patienten da, nachts muss er selbst Dinge verarbeiten. Meinung: Zunächst ist das Cover wunderschön mit den zwei Händen, die man primär nicht entdeckt und den vielen Blumen.Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich einfach mal etwas anderes lesen wollte, etwas tiefsinniges, was mich nachdenklich stimmt. Und gleich am Anfang hatte ich das Gefühl, auch genau das zu bekommen, was ich erwartet habe. Der Anfang ist wortgewandt und stimmungsvoll. Sogleich hat mich das Buch um einige Zitate bereichert. Der einmalig außergewöhnliche Sprachstil der Autorin hat mich in den Bann gezogen. Ich war fasziniert von dieser Eloquenz und Wortgewalt, die in mir eine tiefsinnige Nähe zu dem Protagonisten ausgelöst haben. In dem Buch geht es nicht darum eine Geschichte zu erzählen und diese ist möglichst spannend, nein, die Autorin erzählt die Geschichte so als würde sie ein barockes Kunstwerk malen. es sind nicht nur Worte, die eine Geschichte vorantreiben, sondern eine Kunst, die mich tief berührt hat. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie fasziniert ich von der Konstellation der Sätze war..von der Wortwahl...dem Tempo. Ich habe mich gefühlt, wie ein Passant, der fasziniert einen Künstler beobachtet. So ein Buch habe ich noch nie gelesen, in dem die Poesie nicht nur lesbar und bemerkbar war, sondern auch spürbar. Nicht nur hochpoetisch ist dieses Werk, sondern es regt dazu an sich Gedanken zu machen über die menschliche Psyche und über sich selbst. Teilweise waren Wahrheiten und Gedankengüter dabei, über die ich nicht nachgedacht habe. Man spricht hier von einer Bereicherung.Der Protagonist ist zwar nicht der glänzende Held der Geschichte, er ist mir jedoch sehr sympathisch gewesen. besonders seine Studentenzeit hat mich an meine erinnert, zwar nicht alles, aber vieles.Das Buch hat somit all meine Erwartungen übertroffen. Es hat mich tiefer berührt, als ich gedacht habe und mich sehr beeindruckt ob des wunderschönen Schreibstils. Einen negativen Punkt habe ich anzumerken: die Handlung ist eher stockend und teilweise hat man das Gefühl, sie sei gar nicht vorhanden, aber das ist bei diesem Werk vollkommen egal, denn das Hauptaugenmerk lag bei mir eher bei dem Genuss der Worte. In den verschiedenen Kapiteln werden Dinge in eine gewisse logische Reihenfolge gebracht, also Einteilung der Patienten oder die Phasen des Lebens anhand von Tapeten etc. Dies fand ich einerseits sehr klug gewählt, da man ohne groß eine Geschichte drum herum zu bauen, einfach die Dinge erzählen kann, die man möchte. Dafür geht natürlich eine flüssige Handlung verloren, da diese Dinge nun mal aufgezählt werden hat man als Leser einen informativen Input, dafür ist es schwierig eine Handlung zu zu ordnen.  Ein wunderschönes, poetisches Werk. Tiefsinnig und ein Kunstwerk. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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  • schön ist anders

    Die Sonnenposition

    dominona

    20. September 2015 um 11:53

     Kurz nach der Wende geht der Psychologe Janich in den Osten und reflektiert während seiner Arbeit über sich, seine Schwestern und seinen Freund Odilo, der bei einem Autounfall verstorben ist und auch was mit seiner Schwester hatte. Janich schwankt zwischen Depression und Selbstüberschätzung. Das Buch ist eher ein Essay als ein Roman und hat kaum Handlung, was es sehr ermüdend macht und Spaß beim Lesen hatte ich nicht.

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  • Buchverlosung zu "Die Sonnenposition" von Marion Poschmann

    Die Sonnenposition

    Sommerregen

    Hallo!
    Bis zum 14.6. um 17:00 Uhr verlose ich 4 Bücher, darunter "Die Sonnenposition", auf meinem Blog.
    Es würde mich sehr freuen, wenn ihr vorbeischauen und teilnehmen würdet.
    https://warmersommerregen.wordpress.com/2015/06/01/%f0%9f%8f-%86%f0%9f%8e-100-beitrag-verlosung-%88%f0%9f%8e-%88%f0%9f%8f/

    Viel Glück,
    Sommerregen

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  • Alte Männer und ihre Erinnerungen?

    Die Sonnenposition

    Buchstabenliebhaberin

    Kann man Rezensionen schreiben, wenn das Buch nur zu einem Drittel gelesen wurde? Ich kann! Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Ein wunderschönes Cover, eine interessante Geschichte. So mein Anspruch, meine Erwartung. Ein Psychiater, der selbst die Orientierung verliert. Nun, ich habe hier die Orientierung verloren, ziemlich schnell. Die beiden besten Freunde haben sich jahrelang nicht mehr gesehen und Psychiater Altfried stellt bei der Beerdigung widerwillig fest, dass sein Freund Odilo ebenfalls mit seiner Schwester befreundet war. Angeblich wirft ihn der Tod des Freundes aus der Bahn, bis Seite 135 ist davon noch so gut wie nichts von zu spüren, zurück blieb für mich nur die Frage nach dem Warum? Dafür erfahren wir viel über die Kindheit der beiden Freunde. Odilo, ein schräger Vogel, der Forscher der Tiere zum Leuchten bringt? Altfried, dessen Leidenschaft der Jagd nach Erlkönigen gilt. Wobei ich mir inzwischen relativ sicher bin, dass die "Erlkönige" Rennwagen in der Testphase sind, noch nicht freigegeben für die neugierigen Augen der Öffentlichkeit. Also robbt Altfried in betont unauffälligem Outfit auf schlammigen, stillgelegten NVA-Geländen rum, die Kamera immer im Anschlag. Dies wird ausgiebig beschrieben. " Ich habe Unmengen von Fotos mit Waldstücken, Wegbiegungen, leeren Asphaltstraßen, Ausschnitte, die nicht malerisch sind, Ausschnitte der Welt, die wirken, als habe jemand versehentlich aus dem Handgelenk abgedrückt, oft verwackelt, oft unscharf, niemals aber mit einem sogenannten Objekt, sofern man gewillt ist, eine zufällig dastehende Notrufsäule, das Fundament eines Hochspannungsmastes oder ein Stück Stacheldrahtzaun mit wehendem Haar aus einer Ponymähne nicht als Objekt zu bezeichnen." (S. 115) Sätze wie diese machen mich müde. Die sind wie ein verhasster Hürdenlauf! Ständig bleibe ich daran hängen, verliere meine Aufmerksamkeit, falle darüber, rappel mich auf, beginne von vorne, meine Kraft und mein Interesse lassen nach. Wann, ja wann geht die Geschichte weiter? Ich fing an, quer zu lesen, weiterzublättern. Aber der Zug ist ohne mich abgefahren, ich bin längst ausgestiegen. Leider kein Buch für mich.

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    • 5

    Buchstabenliebhaberin

    30. April 2015 um 08:32
  • Poetische Sprache, vielschichtige Charaktere und ein faszinierender Blick in die Vergangangenheit!

    Die Sonnenposition

    Sommerregen

    Der 32jährige rundliche Rheinländer Altfried Janich ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach der Wiedervereinigung findet er eine Anstellung im Ostschloss, welches ein alter und heruntergekommener Barockbau ist, der nun als psychiatrische Anstalt dient. Dort sieht er es als seine Aufgabe an, den Patienten Orientierung zu schenken und für sie die Sonnenposition einzunehmen. Doch nach dem rätselhaften Autounfall seines Freundes Odilo, bei dem dieser tödlich verunglückt, beginnt Altfried auf die Nachtseite der Dinge zu geraten. Er kann die Nächte über nicht schlafen, geisert durch die Gänge, denn er wohnt in dem Ostschloss. Er fühlt sich von den Patienten bedrängt und bemerkt den Zerfall des Gebäudes. Es werden auch ein paar Patienten und deren Geschichten vorgestellt, zum Beispiel die zweifache Mutter, die nun ihre Schwangerschaften verheimlicht und ihre gerade geborenen Kinder ertränkt, erfriert oder stranguliert.. Oder auch den Mann, der alles mindestens in doppelter Ausführung besitzen muss, damit er, falls das eine Produkt kaputt geht, sofortigen Ersatz hat und nicht Angst haben muss, dass sein Gerät oder Kleidungsstück nicht mehr zu haben ist. Altfried denkt nach und nach immer mehr über seine eigene Vergangenheit nach, auch daran, wie er Odilo kennen lernte. Er erinnert sich an Odilo, den erfolgreichen Freund, der im Labor arbeitete, an Biolumineszenz forschte und versuchte, per Genmanipulation Mäuse leuchten zu lassen. Doch was Altfried zunächst verwundert ist, dass seine Schwester Mila von dem Tod Odilos ebenfalls betroffen ist und als er von ihrer Beziehung erfährt, weiß er zunächst nicht, wie er damit umgehen soll. Altfried wundert sich, was Odilo ihm bedeutet hat. Schließlich war dieser kein richtiger Freund, oder etwa doch? Es war schwieig, Odilo nahe zu sein.. Er war konservativ und verklemmt, er war Karrietist und Einzelkind.. Nach und nach beginnt Altfried zu verstehen, die Erinnerungen führen in das Schloss und er beginnt sich sicher zu sein, nie mehr aus dem Schloss heraus zu kommen. Marion Poschmann, die Germanistik, Philosophie und Slawistik studierte, hat mit ihrem Roman “Die Sonnenposition” ein außergewöhnliches Werk geschaffen. Poetisch beschreibt sie Altfrieds Gefühle, sodass man sie sehr gut nachvollziehen, ja, nachfühlen kann. Die Beschreibungen des Ostschlosses und der Patienten haben mich sehr beeindruckt. Auch wie sie die verschiedenen Handlungen und Personen miteinander verwoben hat, war für mich sehr faszinierend. Auch, wie der Umgang mit den Insassen beschrieben wird, war sehr interessant für mich. Odilos Experimente mit Biolumineszenz konnten auch meine Neugierde wecken und ich bleibe beeindruckt zurück, von dieser poetischen Sprache, dieser Art sich auszudrücken und die vielschichtigen Charaktere mit Leben zu füllen. Es hieß, dieses Buch würde von der Macht der Zeit, der Erinnerung und der zeitlosen Verbundenheit, sowie über fragile Identitäten, den schönen Schein und der Suche nach dem innreren Licht berichten. Dieses Versprechen wurde gehalten! Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen, nur sollte man sich beim Lesen Zeit nehmen, um die Sprache, die Metaphern und Vergleiche und eingeflochtenen Theorien, zum Beispiel zu Ort und Zeit, wirklich verstehen und über sie nachdenken zu können. Denn dieses Buch regt zum Nachdenken an und lässt den Leser lange nicht los.

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    • 8
  • Licht und Schatten

    Die Sonnenposition

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    In „Die Sonnenposition“ schreibt Marion Poschmann über Altfried Janich, einen rundlich gebauten Rheinländer, der nach der Wiedervereinigung eine Stelle im „Ostschloss“ findet. Es ist ein heruntergekommener Barockbau, der als psychiatrische Anstalt dient. Altfried sieht sich dafür verantwortlich die Sonnenposition einzunehmen und den Patienten Orientierung zu geben. „Ich erzähle von der Sonnenwarte aus. Allsehendes Auge des Arztes. Eine Position der Ferne, des generellen Überblicks. Ich behellige die Dinge mit meiner gleichmäßigen Aufmerksamkeit. Und doch ergeht mir mindestens die Hälfte, die Nachtseite, die Stellen, auf die der Schatten fällt. Das Interessante dabei ist die Hälfte, die im Dunklen bleibt. Die Sonne bescheint nur die Oberfläche. Und was sie sieht, ist nicht unbedingt das Entscheidende. Nicht das, worauf es ankommt. […]Schatten läßt sich nur ableiten. Schatten ist da, wohin mein Blick nicht fällt. Dennoch weiß ich um ihn, denn das Licht entsteht aus der Finsternis.“ Als Altfrieds Freund Odilo bei einem Autounfall stirbt, beginnt er die Schattenseiten zu sehen. Er fühlt sich bedrängt von den Patienten, ist nachts lange wach und schleicht durch die Gänge, sieht die zerstörten Räumlichkeiten der Anstalt und versinkt in Erinnerungen. Erinnerungen über Verluste, Ängste, Ausweglosigkeit. All das holt ihn wieder ein, als er auf Odilos Beerdigung seine Schwester Mila sieht. Er wundert sich über ihre Anwesenheit und fragt sich, wie viel Odilo ihr wohl bedeutet hatte. „Eigentlich hätte ich erwartet und auch durchaus angemessen gefunden, daß sie sich in irgendeiner Form erklärte. Ich wartete noch eine Weile, als Psychiater muß man warten können, die Kunst besteht darin, ohne Druck und ohne Vorwurf zu warten, bis der Patient bereit ist, sich zu äußern, aber Mila war nicht mein Patient […].“ Altfried erzählt von gewaltverherrlichenden Zeichentrickfilmen, übermäßigem Fernsehkonsum, die verantwortlich sind für seine Träume. Und immer wieder Erinnerungen an vergangene Tage mit Odilo. Der Freund, der das Leben zu hinterfragen begann, der ansprach, was er sah. „Sattelschlaf. Scheinschlaf. Tage aus Schlaf. Die Leute seien auf Wohlstand aus, auf Bequemlichkeit, merkten in ihrer Dumpfheit kaum, daß sie von anderen gesetzte Ziele verfolgten.“ Odilo, der Altfried fragte, ob er den Rest seines Lebens in dieser Anstalt verbringen wollte. Der alles aus einem Blickwinkel sah, der Schatten auf Altfrieds Leben warf. Altfried hatte seine Sicht als persönliche Wertung aufgefasst, hatte Wut verspürt und darüber übersehen, wie Odilo sich gerade fühlte. Marion Poschmann schreibt ihren Roman aus der Sicht der Kriegsenkel und geht dabei auf geschichtliche Fakten ein. Neben Eindrücken aus Zeiten der DDR, wird die Tötung von unschuldigen Menschen beschrieben. Gaskammern, in denen zwischen 1940 und 1941 etwa 15000 Menschen starben, darunter waren Geisteskranke, Behinderte, mißgebildete und mongoloide Kinder, Soldaten, die an einem Nervenleiden erkrankten… Medizinische Experimente, die im Konzentrationslager durchgeführt wurden, und an denen die Behandelten schwere Verbrennungen o.ä. erlitten und an den Folgen starben… Die Autorin befasst sich mit Theorien, darunter die des Ortes und der Zeit. „Der Ort ist für denkende Menschen die reine Provokation. […] Die Zeit existiert nicht. Wir stellen sie her, indem wir versuchen, uns zu erinnern. Indem wir einen Duft aufnehmen, einen Klang, eine vage Empfindung, und daraus eine Vergangenheit konstruieren, die stattgefunden haben könnte, stattgefunden hat, und jetzt nur mehr eine Atmosphäre ist, die uns durchdringt.“ Neben all den Gedanken, Theorien und geschichtlichen Fakten beschreibt Poschmann Fallgeschichten, in denen Menschen krankhafte Verhaltensmuster aufzeigen. Es geht um einen Mann, der nicht aufhören kann Hamster zu sammeln. Einen anderen, der immer alles doppelt kaufen muss, für den Fall, dass eins davon kaputt oder verloren geht. Eine Frau, die ihre Schwangerschaften verheimlicht, ein Kind nach dem anderen zur Welt bringt und tötet… Diese und andere Fallgeschichten haben mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun, verdeutlichen jedoch Altfrieds Einstellung, dass alles eine Schattenseite hat. „Die Sonnenposition“ ist ein außergewöhnliches Buch. Ein Buch, das durch einen großen Wortschatz und lyrischem Erzählstil besticht, das zum Nachdenken anregt und in eine Zeit entführt, in der der schöne Schein die Wahrheit verdrängt. Ein Schatten, an dessen Anwesenheit wir denken müssen, denn „das Licht entsteht aus der Finsternis.“ © Bücherstadt Kurier

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    • 2
  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368
  • Buchverlosung zu "Die Sonnenposition" von Marion Poschmann

    Die Sonnenposition

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2014 um 16:32

    Liebe lovelybooks-Community, auf booknerds.de - literatur & mehr gibt es dieses Jahr im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude bei uns insgesamt 21 Bücher, 1 Hörbuch und 10 Lesezeichen zu gewinnen, und einer der Titel ist der oben genannte. Wo? Hier: http://www.booknerds.de/2014/04/gewinnspiel-blogger-schenken-lesefreude-2014/ (Bitte nur dort antworten und nicht hier kommentieren! Sollte das Formular nicht funktionieren, bitte eine E-Mail an verlosung äääät booknerds puuuunkt de oder eine Direktnachricht via Facebook (facebook.com/booknerds.de) Liebe Grüße, Chris und die booknerds (Buchcover/Auflage kann von der abgebildeten bei älteren Titeln abweichen!)

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  • Die Sonnenposition

    Die Sonnenposition

    GothicQueen

    15. January 2014 um 13:43

    In „Die Sonnenposition“ von Marion Poschmann geht es um den Psychiater Alfried Janich, der nach der Wiedervereinigung Deutschlands eine Stelle in der psychiatrischen Anstalt im Ostschloss bekommt. Für seine Patienten nimmt er die Sonnenposition im Leben ein, um ihnen Trost zu spenden. Doch dann stirbt sein bester Freund Odilo bei einem Autounfall. Nun fällt es Alfried immer schwerer, die Sonnenposition einzunehmen, wo er sich selbst immer mehr auf der Nachtseite sieht. Im Laufe des Buches sieht der Leser Erinnerungen Alfried‘s und begreift nach und nach, dass Odilo mit Alfried‘s Schwester zusammen war, ohne ihm davon zu erzählen. Egal welche Erinnerungen Alfried plagen, am Ende jeder Erinnerung landet er wieder im Ostschloss und ihm wird klar, dass er von dort nicht wieder wegkommt.  „Die Sonnenposition“ wurde für den Deutschen Buchpreis 2013 nominiert und schaffte es sogar bis auf die Shortlist. Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie studierte später Germanistik, Philosophie und Slawistik. „Die Sonnenposition“ ist vor allem für Philosophie-Liebhaber zu empfehlen, da die Sprache und Redewendungen im Buch schon sehr philosophisch sind. Sie erhielt unter anderen den Wilhelm-Raabe-Buchpreis 2013 und den Ernst Meister Preis für Lyrik für „Geistersehen“ im Jahr 2011. Neben „Geistersehen“ und „Die Sonnenposition“ schrieb sie unter anderem noch „Baden bei Gewitter“, „Verschlossene Kammern“ und „Schwarzweißroman“.

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  • ein gelungen Wagnis...

    Die Sonnenposition

    melli.die.zahnfee

    22. October 2013 um 23:05

    Der rundliche Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im »Ostschloss«, einem heruntergekommenen Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen Orientierung und eine Quelle des Trostes zu sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle, es bedrängen ihn Erinnerungen, und auch seine Familiengeschichte mit ihren Verlusten holt ihn ein. Altfrieds ganzes bisheriges Leben scheint auf die Situation im Schloss zuzulaufen: Alle Geschichten enden hier, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird. Marion Poschmanns lange erwartete neue Prosa ist ein Roman über Deutschland aus der Sicht der Kriegsenkel. Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten, über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht –funkelnd, glasklar und von subtiler Spannung. Für mich war dieses Buch ein Wagnis, ja eine Herausforderung gar, lese ich doch sonst nur trivialstes, blutiges, kriminalistisch flachsinniges. Aber dieses Wagnis hat sich gelohnt. " Die Sonnenposition " von Marion Poschmann schafft für mich den Spagat zwischen sprachlich anspruchsvoller Literatur und Verständlichkeit dem literarisch ungeübten Leser gegenüber. Ich, als  Leser(in) konnte in die Gefühlswelt des Protagonisten eintauchen und seine Stimmungen nachvollziehen.Auch waren mir Altfrieds Probleme und Gedankengänge nicht fern. Er verliert einen guten Freund und stellt sein Leben infrage, man könnte fast die düstere Prognose Depression in den Raum schweben lassen. Die Autorin versteht es geschickt,die Worte und Sätze so zu weben , dass viele Zusammenhänge nur erahnt werden können und der Leser muss beim Lesen viel mitdenken. Obwohl das Thema sehr ruhig ist und durch den Sprachgebrauch keine Cliffhanger oder große Spannungsbögen möglich sind konnte ich das Buch dennoch in einem Zuge lesen, ohne dass mir langweilig wurde. Fazit: Ein Buch, das jedermann lesen kann, das bildet ohne zu beschweren, und einen Querschnitt durch das alltägliche Leben beschreibt ohne zu langweilen.

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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  • Marion Poschmann - Die Sonnenposition

    Die Sonnenposition

    *Arienette*

    30. September 2013 um 09:59

    »Schatten läßt sich nur ableiten. Schatten ist da, wohin mein Blick nicht fällt. Dennoch weiß ich um ihn, denn das Licht entsteht aus der Finsternis.« (Zitat) "Die Sonne bröckelt. Wenn im Speisesaal Betrieb herrscht, versetzen die schweren Schritte alles in Schwingung, und von der Decke fällt Stuck, aus der Sonnenmitte hängt das Kabel für den Kronleuchter, ein Modell aus DDR-Zeiten. Messingstäbe spreizen sich sich von einer Mittelachse, an den Enden verdecken Milchglastrichter die Glühbirnen bis auf die Kuppe, sie sind geformt wie kleine Füllerhörner, die Strahlen ausenden, Sonnenimitate." (Zitat) Altfried Janich hat eine Anstellung als Psychotherapeut im "Ostschloss", einem herunterkommenen Barockbau, gefunden. Dort sind seit neuestem psychisch Kranke untergebracht und er soll "die Sonnenposition für sie einnehmen, ihnen Orientierung und Halt geben. In seiner Freizeit jagt Altfried "Erlkönige". Erlkönig nennt man camouflierte Prototypen neuer Autos, die auf Testfahrten praktisch „inkognito“ unterwegs sind, aber es ist auch eine Anspielung auf Goethes Ballade. Als sein Freund Odilo tödlich verunglückt, gerät Altfried aus der Bahn. Odilo ist erfolgreich, gut betucht und erforscht die Biolumineszenz bei anderen Lebewesen, z.B. stellt er Versuche bei Labormäusen an und will sie zum Leuchten bringen. Odilo nahe zu kommen, fällt sowohl Altfried, wie auch seiner Schwester Mila schwer. Von Milas Beziehung zu Odilo erfährt Altfried erst nach dessen Tod. Diesem Zustand begegnet er ratlos, ist er doch ein eher introvertierter Mensch, der andere meidet, zurückgezogen lebt und dessen Gedanken um sich selbst kreisen. Manchmal beginnt man als Leser fast zu zweifeln, ob Altfried nun als Therapeut oder gar als Patient im Ostschloss untergebracht ist. Es ist sehr schwierig, etwas zu dem Roman "Die Sonnenposition" von Marion Poschmann zu schreiben, mein Eindruck, mein Verhältnis zu dem Roman ist eher ambivalent. Aber einen kurzen Eindruck möchte ich doch gerne abgeben: Der Roman beginnt sehr vielverspechend. Die Beschreibung des zerfallenden Barockbaus liest sich sehr poetisch. Er steckt voller wunderbarer Sätze und Metaphern, wobei ihr vielleicht nicht jede gut gelungen ist. Der Mittelteil des Romans liest sich sehr anstrengend, er hat mich irritiert und ratlos zurückgelassen. Zum Beispiel konnte ich nichts mit Odilos Begeisterung für die Leuchtfähigkeit von Lebewesen und seinen Versuchen anfangen. Es ist schwierig, die Intention der Autorin zu erkennen. Lt. der Verlagsseite geht es ihr um die Vergangenheit und das mit ihr verhaftet sein, um das Trauma der Kriegsenkel, sich nicht von der Vergangenheit lösen zu können. Wahrscheinlich sollte man das Buch ein zweites Mal lesen, um es ganz erfassen zu können. Auf jeden Fall ist es ein sehr eigenartiges und schwieriges Buch. Dass Marion Poschmann eine Lyrikerin ist, merkt man diesem Roman an, der es auf die shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat.

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  • Deutscher Buchpreis 2013 - DIE SHORTLIST steht fest!

    sarah_elise

    Am 7. Oktober 2013 wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen einer Gala zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die 5 Bücher umfassende Shortlist für den Preis der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird am 11. September bekannt gegeben.  Doch nun zu den 20 Kandidaten auf der Longlist, die in dieser Woche bekannt gegeben wurde, und die alljährliche Frage: Habt ihr einen Favoriten? Und welche der Bücher habt ihr gelesen? Wen vermisst ihr auf der Liste und welche Neuerscheinungen zwischen Oktober 2012 und September 2013 sind auf eurer ganz persönlichen Longlist für den deutschen Buchpreis? • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013) • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)  • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)  • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013)  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013)  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)  • Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)  • Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013) 

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