Marion Welter

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Interview mit Marion Welter

10 Fragen an den Autor:

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen bzw. wie kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Geschrieben habe ich bereits in meiner Jugend. Ich hatte oft Träume, auch Alpträume, die ich aufschrieb, um sie einerseits loszuwerden und andererseits nicht zu vergessen… später kam Lyrik dazu, die mir deswegen besonders gefiel, weil sie mich dazu aufforderte, bei Themen, die mich emotional berührten, den Kern herauszuschälen und das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Verborgene Motive ist hier das richtige Stichwort.

2) Wie lang hast Du an Deinem ersten Buch geschrieben – wie viel Zeit hast Du für die Recherche und wie viel für die Ausarbeitung gebraucht?

Begonnen habe ich den „Netzwächter“ zwischen Weihnachten und Silvester 2003. Im April 2004 war die Rohfassung fertig. Da mir nie etwas gut genug ist, dauerte es noch etwa zwei Jahre, bis der Roman in der jetzigen Form vorlag. Den größten Zeitanteil beanspruchte die Recherche wissenschaftlicher Erkenntnisse der Neurobiologie.

3) Gibt es schon Ideen & Pläne für einen neuen Roman?

Der erste Teil meines zweiten Romans liegt bereits seit drei Jahren in der Schublade, der zweite Teil ist zur Hälfte fertig. Dass das Schreiben nicht mehr so schnell geht, liegt am Zeitaufwand für meinen Brotberuf… Der neue Roman handelt von einer Dreiecksgeschichte zwischen einer Witwe, ihrem zwölf Jahre jüngeren neuen Partner und ihrem verstorbenen Ehemann. Verpackt habe ich wieder ein mystisches Thema, eingebettet in ein gesellschaftliches Tabu mit kritischem Blick auf die soziale Stellung alleinerziehender Frauen.

4) Welche Vorteile bietet für Dich das Internet und wie nutzt Du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de?

Das Internet ist Thema meines Romans „Der Netzwächter“. Allerdings beachte man das Jahr, in dem die Geschichte entstanden ist: 2004. Das Gründungsjahr von Facebook, das ich selbst damals noch nicht kannte (dessen Macht ich aber beschrieben habe), es gab noch keine Navis und nur wenige Regularien in Bezug auf Datenschutz so, wie wir ihn heute kennen. Ich wäre unglaubwürdig, wenn ich dem Internet blind vertrauen würde… ungeachtet dessen halte ich das Internet für das mächtigste Marketinginstrument, das bisher geschaffen wurde. Und wenn man seine Leser erreichen möchte, ist das vielleicht nicht der beste -da der persönliche Kontakt fehlt-, sicher aber der einfachste Weg. Die Dynamik, die Menschen durch das Internet freisetzen können, im Positiven wie im Negativen, darf nicht unbeachtet bleiben und wird uns sicher noch vor so manche Herausforderung stellen, die wir uns heute in dieser Form gar nicht wünschen mögen.

5) Bei der Buchfrage können sich neuerdings Leser in Echtzeit über Autoren 
und ihre Bücher austauschen, damit ist ein weiterer Platz für Lob und Kritik 
geschaffen. Wie gehst Du damit um?

Ich komme ursprünglich aus dem Dienstleistungssektor und trage daraus in meinem Inneren die Überzeugung: Der Kunde/Gast ist König! Auch heute arbeite ich noch täglich mit Menschen. Daher weiß ich, dass man es nicht ständig allen und jedem Recht machen kann. Die Geschmäcker, die Interessen und die Weltanschauungen sind unterschiedlich; gerade bei Themen, die ich in meinen Geschichten verarbeite, scheiden sich so manche Geister. Das nehme ich in Kauf. Für mich ist es wichtig, authentisch zu bleiben und mich nicht zu verbiegen. Da halte ich es mit der Inschrift des Restaurants Schiffergesellschaft zu Lübeck, in der mein Mann seinen ersten Beruf erlernte: Allen zu gefallen ist unmöglich!

6) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du
Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Seit einigen Jahren komme ich kaum noch zum Lesen von Unterhaltungsliteratur. Mein Brotberuf bringt es mit sich, dass ich sehr viel Fachliteratur und aktuelle Tagespresse lesen muss. Der letzte Roman, den ich auf Empfehlung meiner besseren Hälfte gelesen habe, war Twilight von Stephanie Meyers. Meine großen Vorbilder in der Literatur sind aber Erich Kästner und Stephen King, dessen Buch über das „Leben und das Schreiben“ mir persönlich viel gegeben hat.

7) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner 
Bücher wünschen und warum?

Leider lebt Erich Kästner nicht mehr und ich kann mir kaum vorstellen, dass Stephen King ein Vorwort für mich schreiben würde. Aber wenn, wäre er mein Favorit – seine geschliffene Sprache beeindruckt mich sehr.

8) Man wird als Autor schnell in Schubladen gesteckt.
 Würdest Du gerne mal das Genre wechseln und Deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?

Bereits in der Fragestellung Nr. 5 deutete ich an, ich selbst bleiben zu wollen. Gegen Schubladen kann man sich wohl nicht wehren, aber da ich noch unbekannt bin, schreibe ich auch nicht für die Masse und möchte das auch in Zukunft nicht tun. Wenn ich schreibe, kommt das aus mir – in welche Schubladen das anschließend jemand steckt, ist mir egal, damit muss derjenige allein fertig werden.

9) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration für Deine Arbeit?

Aus dem Leben. Im Alltag gibt es vieles, was mich inspiriert – ich brauche nur einmal eine Tageszeitung oder ein Magazin zu lesen… schon fangen die Ideen an zu sprudeln. Menschen zu beobachten ist ebenfalls sehr erhellend und dazu habe ich in meinem Brotberuf viele Gelegenheiten.

10) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine 
Arbeit für die kommenden Jahre?

IIch möchte gern mehr Leser erreichen und bekannter werden. Ich möchte keine Stimme sein, die im Verborgenen spricht. Ich glaube, dass ich eine Botschaft habe und wünsche mir, dass diese gehört wird. Und diese Botschaft lautet: Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt!

---------------------------------------------------------------------------------------- Marion Welter, im August 2011

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