Marit Kaldhol Allein unter Schildkröten

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Inhaltsangabe zu „Allein unter Schildkröten“ von Marit Kaldhol

Mikke steht kurz vor dem Abitur. Nach außen wirkt er wie ein ganz normaler Teenager. Er hat eine Freundin, engagiert sich für die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und kümmert sich aufopfernd um Sverre, der am Down-Syndrom leidet. Doch was wirklich in Mikke vorgeht, ahnt niemand in seinem Umfeld. Er zieht sich immer mehr zurück. Bis er keinen Ausweg mehr sieht ...

Ohne Einleitung direkt hinein ins Buch. Lässt man sich darauf ein findet man eine wahnsinnig traurige Geschichte. Ganz nüchtern erzählt.

— ThisChriss

Ein brutales, intensives und tieftrauriges Buch.

— emjay222

ein sehr bewegendes Buch

— KymLuca

"Warum?" - diese unbeantwortbare Frage wagt auch dieses Buch nicht zu erklären! Und gerade das trifft den Leser zutiefst!

— Hazel93

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  • Traurige, bewegende Geschichte

    Allein unter Schildkröten

    EmmaZecka

    09. December 2016 um 17:57

    Eines schönen Tages, ließ ich mich wieder von den Rezensionen anderer Blogger inspirieren und stieß auf dieses Buch. Naja um genau zu sein, habe ich den Titel gelesen und es sofort auf meine Wunschliste geschrieben, weil mich schon allein der Titel ansprach und ich hier mal wieder auf mein berühmt berüchtigtes Bauchgefühl hörte. Gedanken über den Inhalt habe ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht. Nun lag das Buch über ein halbes Jahr bei mir herum und ich dachte, es wäre mal an der Zeit, es zu lesen.Die Geschichte fängt mit Mikkes Tagebucheinträgen an. Anfangs berichtet er über die Entdeckungen in der Natur, die er so macht. Es wird deutlich, dass er sich für Schildkröten und andere Meerestiere interessiert. Nachdem er das Abitur absolviert hat, er steht kurz davor, möchte er Biologie studieren.Nach und nach kristallisiert sich aber heraus, dass in seiner Familie nicht alles so perfekt läuft, wie er es sich gerne wünscht.Der Schreibstil der Geschichte gefällt mir wirklich gut. Hier ist das "zwischen den Zeilen" lesen gefragt. Es ist wichtig zu verstehen, welche Signale Mikke mit den Berichten über Schildkröten setzt, um mehr über ihn zu erfahren. Daher habe ich bei dem Punkt "Geeignet für" ein Mindestalter von 16 gesetzt, da mich die Tiefe der Geschichten erst ab diesem Alter interessiert hätte. (Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass es auch jüngere Menschen lesen können).Ich war erstmal damit beschäftigt einen "roten Faden" in der Geschichte zu finden ,da kam es plötzlich zu einem heftigen Schicksalsschlag für Mikke und seine Familie, der gleichzeitig auch den Haupthandlungsstrang der Geschichte bildet. Da ich im Grunde noch dabei war, die Hauptperson und deren Umfeld kennen zu lernen, traf mich der Schlag ehrlich gesagt nicht so hart und er berührte mich daher nicht wirklich.Da die wichtige Aktion der Geschichte so plötzlich passierte, ist der Spannungskurve für mich danach ziemlich rasant gefallen. Die Gefühle und Gedanken der Charaktere konnte ich zwar nachvollziehen, dennoch ging mir die Handlung der Geschichte dann etwas zu schnell. Da die Überleitung von "Hauptperson kennen lernen" und zum "Spannungsteil" übergehen, hat bei mir nicht funktionierte, zog der Rest der Geschichte etwas an mir vorbei.Dennoch habe ich Personen, wie Mikkes Freund, Sverre in mein Herz geschlossen. Er ist wunderbar beschrieben und ich mochte die Dialoge, die er mit Mikke hatte. Auch finde ich, dass das Thema der Geschichte getroffen ist. Für Mikke ist Einsamkeit ein sehr großes Thema. Er scheint zwar von Menschen umgeben zu sein, hat aber das Gefühl, dass ihn niemand versteht.Wer sentimentale Bücher sucht, sollte sich "Allein unter Schildkröten" auf jeden Fall durchlesen. Da ich momentan wenig bis gar nicht bereit bin, dieser "Schiene" beizutreten, ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichte an mir vorbeizog.Ich finde, dass dieses Buch auch wunderbar für den Deutschunterricht geeignet ist. Es gibt ein paar Dinge über die es sich gut interpretieren / diskutieren lässt. Außerdem ist die Geschichte nicht allzu lang.

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  • Ein brutales, intensives und tieftrauriges Buch.

    Allein unter Schildkröten

    emjay222

    05. July 2016 um 04:13

    Ein brutales, intensives und tieftrauriges Buch.

  • Allein unter Schildkröten

    Allein unter Schildkröten

    KymLuca

    13. March 2016 um 12:02

    Die erste Hälfte des Buchs besteht aus Tagebucheinträgen eines Jungen namens Mikke. Die zweite Hälfte sind Tagebucheinträge seiner Mutter und das Buch endet mit Briefen von seinen Freunden und seiner Familie.
    Ich fand dieses Buch sehr bewegend, auch wenn mir der Schreibstil nicht ganz zugesagt hat.

  • Trifft bis ins Mark

    Allein unter Schildkröten

    loveisfriendship

    09. March 2016 um 10:24

    Lange habe ich überlegt: wie über dieses Buch schreiben? Dass über dieses Buch geschrieben werden muss, steht außer Frage. Zum Inhalt werde ich nicht mehr vorwegnehmen als dies: Den ersten Teil füllt Mikkes Tagebuch, ein Heranwachsender kurz vorm Schulabschluss. Unregelmäßige Einträge am PC, was ihm so einfällt, seien es biologische Fakten über Meeresschildkröten, Alltägliches, das Leben, er selbst. Man wird in seine Gedanken hineingeworfen, ohne zu wissen, was es damit auf sich hat, was auf einen zukommt. Dieser schmale Band mit seinen kurzen Abschnitten hat mich sprachlos gemacht, mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ein unglaublich wichtiges Buch voller drängender Fragen und endlich einmal ohne eindeutige Antworten. Ohne, dass die Autorin zwanghaft versucht, irgendetwas zu erklären, verstehen, rechtfertigen zu wollen. Authentisch, schmerzhaft gibt sie die Gefühle und Reflexionen verschiedener Personen wider. Und benutzt dabei eine so klare Sprache, in der kein Wort zu viel ist, sondern jedes bis ins Mark trifft. Fazit: „Allein unter Schildkröten“ von Marit Kaldhol ist eines der überzeugendsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Berührend, bewegend, poetisch, still, intensiv, sensibel. Eine erfrischend andere und auch mutige Aufarbeitung eines ernsthaften, unbequemen Themas. Du musst Dich auf ungekünstelte Emotionen einlassen und darauf vorbereitet sein, dabei selbst stark mitgenommen zu werden.   Auch zu lesen unter: https://jubiwi.wordpress.com/2016/02/18/buchvorstellung-allein-unter-schildkroeten/

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  • Ein besonderes Buch

    Allein unter Schildkröten

    Dini98

    23. May 2015 um 09:45

    Inhalt: Allein unter Schildkröten ist ein Jugendroman aus Norwegen, der unter anderem für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominiert war und die Geschichte von Mikke erzählt. Während seine Mutter mit ihrem Freund Urlaub in Chile macht, verbringt Mikke die meiste Zeit damit, einsam vor dem PC zu sitzen, interessante biologische Fakten zu sammeln und Tagebuch zu schreiben. Er geht nicht mehr zu Schule, ignoriert seine Freundin und bekommt seine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle … Figuren: Mikke ist eine sehr schwierige Person, die ich ehrlich gesagt nicht immer verstehen konnte. Er wirkt sehr unnahbar und die Tatsache, dass er sich selbst über seine Gefühle nicht im Klaren ist, macht es dem Leser schwer, ihn einzuschätzen und sich in ihn hineinzuversetzen. Nach einem dramatischen Ereignis (etwa bei der Hälfte des Buches) ist Allein unter Schildkröten nicht mehr aus Mikkes Sicht, sondern aus der seiner Mutter geschrieben. In diese wiederum konnte ich mich problemlos hineinfühlen, weil sie längst nicht so verschlossen war wie ihr Sohn. Ganz am Ende kommen noch andere Charaktere zu Wort, was für ein schönes rundes Ende gesorgt hat. Stil und Sprache: Das Buch besteht nahezu ausschließlich aus unterschiedlich langen Tagebucheinträgen. Während einige gerade mal wenige Zeilen lang sind, umfassen andere immerhin zwei Seiten. Mich hat diese Form nicht gestört, wobei es mich offen gestanden auch nicht gerade begeistert hat, denn dadurch wirkt Mikke noch distanzierter und undurchsichtiger als ohnehin schon. Der Schreibstil an sich allerdings lässt gut lesen. Handlung/Idee: In Allein unter Schildkröten passiert nicht besonders viel, da sich das Buch vor allem auf die Gedanken von Mikke und die Gefühle seiner Mutter konzentriert. Mikke schreibt zwar hin und wieder davon, was in seiner Umgebung passiert, allerdings hat das mit ihm selbst nicht viel zu tun und man hat auch den Eindruck, dass ihn diese Dinge nicht sonderlich berühren. Das einzige, was ihn begeistern kann, sind Fakten zu Meeresschildkröten oder andere biologische Erkenntnisse, die er in seinem Tagebuch auch sehr ausführlich beschreibt. Bis auf diese Einträge, die mit der Handlung selbst ja kaum etwas zu tun haben, erfährt man leider kaum etwas und am Ende blieben auch viel zu viele wichtige Fragen unbeantwortet, was schade ist. Obwohl hinter dieser Geschichte keine besondere neue Idee steckt, ist es an sich wirklich ungewöhnlich und mit nichts zu vergleichen, das ich bisher gelesen habe. Fazit: Ein Roman, der Eindruck hinterlässt und dessen ungewöhnlicher Protagonist im Gedächtnis bleibt.   Mehr Rezis gibt's hier: http://NadineMoench.com

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  • Geht unter die Haut

    Allein unter Schildkröten

    Tasmetu

    19. May 2015 um 17:29

    Woah. WOAH! Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen und kann euch sagen: Lest es nicht vor dem Schlafengehen. Ich saß danach im Bett, überall Gänsehaut, Tränen in den Augen und den Kopf voller Gedanken. An Schlaf war nicht zu denken. Mir ging dieses Buch direkt unter die Haut. Der erste Teil in der Form eines Tagebuchs geschrieben - aber ein sehr kurzes Tagebuch mit wenig Inhalt über das Erlebte, sondern mehr über Dinge, die der junge Mikke interessant findet. Meeresschildkröten zum Beispiel. Er interessiert sich für vieles, will bald Biologie studieren. Und er hat einige sehr spannende Gedanken, die mich zum Nachdenken oder zum zustimmenden Nicken gebracht haben. Er hat seine erste Freundin, usw. Man merkt, dass es etwas "stumpf" ist und sich immer weiter zurückzieht, doch nichts bereitet einen so richtig auf das vor, was kommt. Der zweite Teil ist auch eine Art "Tagebuch" aus Sicht seiner Mutter. Das war der Punkt an dem ich am liebsten geheult hätte. Ich möchte hier nicht spoilern, deshalb lasse ich den dritten Teil des Buches weg. Das Buch ist sehr kurz und sehr schnell gelesen - lest es euch also einfach einmal durch. Es lohnt sich. Aber es ist auch sehr traurig. Wer damit ein Problem hat: Bitte nicht lesen. Für alle, die tiefgehende Traurigkeit in Büchern abkönnen: Lest es. Es wird euch mit Gänsehaut zurücklassen. Mehr auf: http://wp.me/p5aiIx-Xe

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  • Einmal angefangen lässt einen das Buch nicht mehr los

    Allein unter Schildkröten

    kruemelhino

    03. April 2015 um 22:56

    Mikke steht kurz vor seinem Abitur. Rein äußerlich mangelt es ihm an nichts. Er hat eine Freundin, eine Mutter, die ihn liebt und einen beständigen Freundeskreis. Und doch sieht es tief in ihm drin ganz anders aus. So anders, dass es zum inhaltlichen und stilistischen Bruch kommt. Nun schreibt nur dir Mutter. Sie erzählt von ihren Erinnerungen, von ihrem größten Verlust. Auch andere Weggefährten von Mikkel melden sich kurz zu Wort. Mit 134 Seiten ist dieses Buch von Marit Kaldhol augenscheinlich ziemlich dünn geraten und dennoch holt einen das Thema förmlich aus den Schuhen. Hat man mit dem Lesen erst einmal begonnen, kann man das Buch bis zu seinem Ende nicht mehr aus den Händen legen, so ergreifend und realistisch beschreibt Kaldhol die Hürden des Erwachsenwerdens. Ein Buch, das betroffen macht und den Leser nachdenklich zurücklässt. Gleichzeitig stellt es für Betroffene aber auch eine Art Trostspender dar, unabhängig davon, auf welcher Seite man sich in seiner aktuellen Lebenssituation befindet. So ist man letztendlich doch nicht allein, sondern eine/r von vielen.

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  • Dieses Buch hat mir umgehauen...

    Allein unter Schildkröten

    parden

    DIESES BUCH HAT MICH UMGEHAUEN... Mikke ist ein ganz normaler Teenager auf der Schwelle zum Erwachsenenleben. Er steht kurz vor dem Abitur, hat schon klare Studienpläne, versteht sich gut mit seinen Eltern, auch mit seinem Stiefvater, und liebt seine Freundin Siri. Manchmal unternimmt er etwas mit seinen Freunden, aber er verbringt seine Freizeit auch gerne mit Sverre, einem Jungen mit Down-Syndrom, um den er sich gelegentlich kümmert. Von Kindesbeienen an interssiert sich Mikke für Reptilien, sein Lieblingsbuch als Kind war ein Bildband über Frösche, bis es komplett auseinanderfiel. Seit er eine Dokumentation im TV gesehen hat, ist Mikke nun auch von Meeresschildkröten fasziniert... "Diese Reptilien existieren schon seit über zweihundert Millionen Jahren - aber heute gibt es nur noch sechs Meeresschildkrötenarten. Sie atmen mit Lungen. Ein einziger Atemzug reicht für eine halbe Stunde unter Wasser. Darüber hinaus haben sie die Fähigkeit entwickelt, über die Schleimhäute im Mund und Enddarm Sauerstoff zu absorbieren, so dass sie noch länger unter Wasser aushalten können. Süßwasserschildkröten mehrere Tage, Meeresschildkröten zehn Stunden, bei ausreichend hoher Temperatur und geringer Aktivität bis zu vierundzwanzig Sunden." Diese Information steht in Mikkes Tagebuch, über das wir Mikke kennenlernen. Eine Zeitlang begleitet der Leser Mikke so sehr intensiv, erfährt was ihn so beschäftigt, wie er lebt. Doch plötzlich... *** Und hier kommt nun die große Schwierigkeit, die ich bei dem Verfassen dieser Rezension empfinde. Vielleicht sollte ich vorweg erwähnen, dass ich rein zufällig auf das e-book gestoßen bin - das Cover hat mich angezogen, und als ich sah, dass es nur recht wenige Seiten hat und ich es mir leihweise kostenlos herunterladen konnte, habe ich hier einfach mal den 'Blindflug' gewagt. Beim e-book gibt es häufig keinen Klappentext, und in dem Fall wusste ich tatsächlich überhaupt nicht, was da auf mich zukommt. Und deshalb vermutlich konnte mich das Buch so umhauen, denn was da kam, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Damit es anderen potentiellen Lesern ähnlich gehen mag, empfehle ich allen, die mit dem Gedanken spielen, dieses Buch zu lesen, vorab wirklich keine Rezensionen dazu zu lesen. Denn zwangsläufig wird hier zu viel verraten - auch wenn es sich dann immer noch lohnt, das Buch zu lesen. Denn es ist ein überaus intensives Buch, das einen nicht mehr aus den Fängen lässt, auch nach dem Lesen nicht... Wer das Buch also noch vor sich hat, kann an dieser Stelle die Entscheidung treffen, die Rezension nicht weiterzulesen. *** ... doch plötzlich brechen die Tagebucheinträge ab. Plötzlich übernimmt seine Mutter die Erzählung. Voller Verzweiflung. Denn Mikke ist nicht mehr. "In meinem Hals flattern eingesperrte Vögel herum. Sie flattern in der Dunkelheit mit ihren Flügeln. Schlagen gegen die Wände. (...) Sie können nichts sehen in der Dunkelheit. Können ihre Flügel nicht ausbreiten. (...) Orientierungslos flattern sie da drinnen herum. Panisch." Nichts an den Tagebucheintragungen Mikkes hat darauf vorbereitet, dass er den Entschluss fassen könnte, sich umzubringen. Kein Hinweis auf seine große Einsamkeit oder seine Traurigkeit im Leben. Und auch sein Umfeld hat er nichts davon merken lassen, hinterließ auch keinen Brief, in dem er etwas erklärt hätte, nur eine letzte SMS an seine Mutter: 'Hdl'. "Wir reden und reden. Ich rede. Von fünf Litern Blut. Fünf Litern Schreie. Fünf Litern Stille." Marit Kaldhol schafft in diesen Passagen eine unglaubliche Eindringlichkeit der Gedanken und Gefühle, so dass man selbst die Verzweiflung der Mutter spürt, das Gefühl hat, keine Luft mehr zu bekommen, in Sprachlosigkeit und Einsamkeit zu verfallen, zu zersplittern. Alles ist wahrhaft authentisch, nachvollziehbar, mitfühlbar. Die Fragen, die Schuldgefühle, die Unfassbarkeit... "Wieso war ich überhaupt nicht beunruhigt, zu verreisen und dich allein zurückzulassen? (...) Warst du einsam? Oder war es spontan? War es für dich genauso überraschend wie für uns? Wieso habe ich nicht gespürt, dass du einsam bist?" Ich muss gestehen, dass mir hier oft die Zeilen vor den Augen verschwammen, derart intensiv waren die Gefühle, die mir da entgegenkamen, mich in ihren Sog zogen. Dabei erzählt die Mutter nicht nur von dem Leben und den vielen Fragen nach dem Selbstmord Mikkes, sondern auch viel von ihrem Sohn als kleinem Jungen, so dass das Bild runder wird, man meint, ihn immer besser zu kennen - und genauso ratlos vor seiner Entscheidung steht, wie seine Familie, seine Freunde. Nach der längeren Passage von Mikkes Mutter gibt es noch einen weiteren Teil im Buch, in dem alle anderen wichtigen Personen aus Mikkes Umfeld noch einmal zu Wort kommen. Mikke hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen, nun schreiben diejenigen einen, denen Mikke etwas bedeutet hat. Sein Vater. Sein Ziehvater. Seine Freundin. Seine Freunde. Und Sverre, der Junge mit dem Down-Syndrom. "Das Leben birgt viele unheimliche Momente. Ein schwarzes Brunnenloch, das einen magnetisch anzieht. Plötzlich steht man am Rand. (...) Da helfen ein paar Arme, die einen festhalten, jemand, der sagt 'Hab keine Angst, alles wird gut!' Wenn man alleine ist, muss man versuchen, sich selbst zu umarmen. Oder um Hilfe rufen." Jeder versucht auf seine Weise, mit dem tragischen Unglück fertig zu werden und sich von Mikke zu verabschieden. Sie schreiben sich ihre Gedanken und Gefühle von der Seele, auch wenn sie keine Erklärung mehr erhalten werden, ihnen die Antwort versagt bleiben wird. Denn derjenige, der ihnen die Antworten hätte geben können, ist tot. Mikke ist tot. "Wir wollen leben, Mikke! Nicht nur wir anderen - du auch! Wie konntest du das vergessen? Warum wolltest du nicht mehr? Was ist dir durch den Kopf gegangen (...)? Tausendmal am Tag stelle ich mir diese Fragen. Aber am meisten wünschte ich mir, dass du hier wärst." Damit gelingt es Marit Kaldhol, wirklich alle Perspektiven abzudecken, jeden zu Wort kommen zu lassen, den Leser spüren zu lassen, wie betroffen es alle Menschen im Umfeld desjenigen macht, wenn jemand solch eine Entscheidung trifft. Dieses Buch erzählt eine sehr, sehr berührende und sehr authentische Geschichte, schafft eine emotionale Erschütterung. Der Schreibstil ist oftmals fast nüchtern, wirkt oft recht einfach mit kurzen Sätzen - weist dabei aber eine Eindringlichkeit auf, der man sich nicht entziehen kann. Depression und Selbstmord - diesen Themen nähert sich das Buch nicht allmählich an, sondern wirft den Leser mitten hinein. Genauso überraschend, wie für diejenigen, die wirklich von solch einer Entscheidung überrascht werden. Denn nicht immer sind die Anzeichen dafür deutlich, auch Mikke hat nur dezente Hinweise hinterlassen, die sich hinter seinen Tagebucheintragungen lediglich erahnen lassen. Im Nachhinein. Keine Sorge Das klärt sich Niemals Für mich ein ganz besonderes Buch, das mich auch noch lange nach dem Lesen beschäftigt, das nachhallt. Das Buch hat mich echt umgehauen, und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man mit einer wirklichen emotinalen Erschütterung fertig werden muss, wenn man sich für die Lektüre entscheidet... Zurecht ist dieses Buch mit dem Literaturpreis des norwegischen Kulutsministeriums ausgezeichnet worden und war nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2013 (Preis der Jugendjury). © Parden Hier geht es zu der Rezension auf unserem Blog: http://litterae-artesque.blogspot.de/2014/10/kaldhol-marit-allein-unter-schildkroten_5.html

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    • 13
  • Frei atmen

    Allein unter Schildkröten

    dicketilla

    19. February 2014 um 15:29

    Schildkröten können eine halbe Stunde unter Wasser bleiben, dann müssen sie wieder auftauchen, um ihre Lungen neu zu füllen. Mikke macht sich Gedanken über das Leben, und beginnt ein Tagebuch zu führen. Für den Biologieunterricht schaut er sich einen Film über Meeresschildkröten an, und seitdem lassen sie ihn nicht mehr los. Oft blickt er auf seinen PC und möchte diese nur umarmen. Er erzählt von Siri, seiner ersten Liebe, Serre einem Jungen mit Down Syndrom, den er betreut. Seine Mutter ist mit ihrem neuen Partner nach Chile gefahren. Die Abiturfeier steht an und ein Studienplatz wartet bereits. Seine Tagebucheinträge, immer mehr in den Nächten geschrieben, von Schlaflosigkeit, wirren Träumen begleitet. Einen Tag, bevor seine Mutter zurückkommt, lautet der letzte Satz “Jetzt schreibe ich nicht mehr.” (S,65) Dann gleitet man in ein neues Kapitel, und erfährt, dass Mikke sich umgebracht hat. Seine Mutter sucht nach einem Grund und erinnert sich an Begebenheiten mit Mikke. In seiner letzten SMS schrieb er ihr “hdl Mama”. “Allein unter Schildkröten” ist in drei Teilen aufgegliedert. Zu Beginn die Tagebucheinträge, manche Seiten nur einige Zeilen füllen. Spiegelbild eines Jungen, der sich Gedanken macht, erste körperliche Liebe erfährt. Dann trifft den Leser abrupt die Tragik der Geschichte, in der die Mutter vergeblich versucht zu begreifen. Im letzten Teil liest man Briefe in denen die Hinterbliebenen ihren Schmerz Ausdruck verleihen, aber auch ihre tiefe Liebe zum Ausdruck bringen. Und doch hatte sich Mikke das Leben genommen, fühlte sich einsam, verfiel in Depressionen. Marit Kaldhol gibt uns keine Erklärung dafür, sondern zeigt die Zerrissenheit eines Jungen, der sich auf die Welt der Erwachsenen zu bewegt. Eine Geschichte die erschreckt, und zeigt wie schnell man schwere Anzeichen von Depression übersieht und seinen Blick erweitern soll, um helfend zur Seite zu stehen. “Wenn man allein ist, muss man versuchen, sich selbst zu umarmen. Oder um Hilfe rufen.” (S.122) Mikke scheint diese Hilfe nicht gesucht zu haben, und konnte aus der Tiefe seiner Einsamkeit nicht mehr auftauchen, um seine Lungen wieder mit neuem Leben zu füllen.

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  • Keine leichte Lektüre

    Allein unter Schildkröten

    KleineLeseecke

    25. December 2013 um 22:33

    "Allein unter Schildkröten" von Marit Kaldhol ist ein relativ dünnes Büchlein, das es aber in sich hat. Mikke steht kurz vor dem Abitur. Nach außen wirkt er wie ein ganz normaler Teenager. Er hat eine Freundin, engagiert sich für die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und kümmert sich aufopfernd um Sverre, der am Down-Syndrom leidet. Doch was wirklich in Mikke vorgeht, ahnt niemand in seinem Umfeld. Er zieht sich immer mehr zurück. Bis er keinen Ausweg mehr sieht ... Es fällt mir wahnsinnig schwer eine Rezension zu dem Buch zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Deshalb meine Warnung an dieser Stelle - wer völlig ahnungslos an das Buch heran gehen möchte, sollte an dieser Stelle lieber nicht weiterlesen. Das zentrale Thema dieses Romans ist der Selbstmord eines jungen Erwachsenen. Über Mikke erfährt man als Leser nur indirekt etwas und zwar über seine geschriebenen Tagebucheinträge. Nach seinem Suizid kommt dann auch sein Umfeld zu Wort, aber an dieser Stelle möchte ich nicht noch mehr verraten. "Allein unter Schildkröten" ist dementsprechend auch keine leichte Lektüre, die man mal nebenbei liest. Für den Roman muss man sich Zeit und Ruhe nehmen und auch in einer entsprechenden Verfassung sein - an einem grauen und nebligen Novembertag deprimiert der Roman ehrlich gesagt extrem. Alles in allem handelt es sich um einen tief-emotionalen Roman, der zum Nachdenken anregt und deshalb meiner Meinung nach zu anspruchsvoller und wertvoller Lektüre gehört. Dass das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominiert ist, wundert mich ehrlich gesagt nicht. Trotzdem war "Allein unter Schildkröten" für mich kein Non-Plus-Ultra-Buch, das ich noch mehrmals lesen möchte. Dafür habe ich als Leserin Mikke zu wenig kennenlernen dürfen, hier hätte ich mir noch mehr Hintergrundwissen gewünscht.

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • Ein schmales Buch das sehr lange nachhallt!

    Allein unter Schildkröten

    Blinkmotte

    07. September 2013 um 03:13

    „Allein unter Schildkröten“ zeigt Mikke – einen Jungen auf dem Weg ins Erwachsenwerden, der den tragischsten aller Schritte geht: Selbstmord. Bis Seite 65 des grade mal 136-seitigen Büchleins liest man Mikkes Tagebucheinträge. Man könnte meinen, dass er ein ganz normaler junger Mann ist, kurz vor dem Schulabschluss und keinen Grund hätte, sich umzubringen. Und doch: er ist traurig, verloren, antriebslos. Seine Einträge werden düsterer, zu immer späterer Stunde geschrieben. Am 11. Mai, 3.42 Uhr enden seine Aufzeichnungen mit den Worten „Jetzt schreibe ich nicht mehr“. Eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ liefert Marit Kaldhol im zweiten Teil des Buches nicht. Nur Erinnerungen seiner Mutter und Briefe seines leiblichen Vaters, seines Stiefvaters, von seiner Freundin Siri, seinem bester Freund Tore und Sverre, um den Mikke sich gekümmert hat. - Unpathetisch und sprachlich wunderschön klar.

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  • ♥ Ein wundervolles und poetisches Jugendbuch ♥

    Allein unter Schildkröten

    19angelika63

    08. May 2013 um 09:16

    Klappentext Mikke verbringt die Nächte vor seinem PC. Seine Mutter macht Urlaub in Chile. Seine Mitschüler bereiten sich auf die Abiturfeier vor. Seine Freundin Siri schickt SMS, aber Mikke antwortet nicht. Er liest über kleine Meeresschildkröten, die zufällig im Meer herumschwimmen. Manche schaffen es, manche nicht. Mikke ist knapp 19, lebt mit seiner Mutter und deren Freund in Norwegen und steht kurz vor dem Abitur. Nach dem Abi möchte er Biologie studieren. Schildkröten faszinieren ihn. Irgendwann wird er selber zu einer. E kriecht immer tiefer in den sicheren Panzer seines Zimmers. Verlässt es kaum noch und nachdem seine Mutter aus Chile wieder kommt, ist Mikke tot. Er hat sich umgebracht und alle fragen sich warum? Dieses dünne Büchlein (134 Seiten) geht unter die Haut. Ich habe es in einem durchgelesen. Es gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil schreibt der sehr sensible Mikke Tagebuch. Im Zweiten Teil erinnert sich die Mutter an ihren Sohn und im dritten schreiben Freunde dem toten Mikke Briefe. Der Autorin gelingt hier ein wundervolles Werk trotz ernstem Thema … nämlich Depressionen, Selbstmord, Tod und Trauer. Mikkes Tagebucheinträge sind so sensibel, so poetisch … einfach wundervoll. Die Erinnerungen der Mutter lassen einem die Tränen aufsteigen, ein Kloß im Hals beim lesen. Und die Briefe der Freunde können dann die Tränen nicht mehr aufhalten. Mich hat dieses Jugendbuch sehr bewegt. Es ist für den diesjährigen Jugendliteraturpreis nominiert. In meinen Augen absolut richtig, denn wer so sensibel und einfühlsam mit diesen Themen umgeht, hat diesen Preis verdient. DANKE Marit Kadhol für dieses phantastische Buch♥

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  • Rezension zu "Allein unter Schildkröten" von Marit Kaldhol

    Allein unter Schildkröten

    Pumpkin

    20. September 2012 um 17:16

    Ein seltsames Buch. Ich habe das Buch gelesen und hatte eigentlich keine Ahnung was auf mich zukommt. Nach der Hälfte brechen die seltsam nüchternen Tagebucheinträge der Hauptperson ab. Schockierend...Ich musste erst einmal Luft holen und das Buch zuklappen. Ich hatte damit nicht gerechnet. Es hatte nichts darauf hingedeutet. Wie es schon so oft im echten Leben vorgekommen ist...Ein überraschender, plötzlicher Suizid. Ohne wirkliche Vorwarnung. Und genauso hat es sich angefühlt. Ich habe mehrmals die Seite zurückgeblättert an der Stelle, an der das Buch diesen Cut macht um sicher zu gehen das ich mich nicht irre, wie wenn man immer wieder den Namen eines verstorbenen ruft, oder sein Zimmer betritt und der Meinung ist er war dort. Ich kenne dieses Gefühl nicht, aber dieses Buch hat mich waage vermuten lassen wie es sich anfühlen muss. Ab der nächsten Hälfte wird das Buch vom Tagebuch der Mutter und Briefen von Freunden, die dieses Gefühl sehr realitstisch und ohne große Verschnörkelung verstärken. Ein wirklich gutes, aber seltsames und ruhiges Buch. Sehr empfehlenswert, da man es auch gut zwischendurch lesen kann, da es wirklich sehr dünn ist.

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  • Rezension zu "Allein unter Schildkröten" von Marit Kaldhol

    Allein unter Schildkröten

    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    21. April 2012 um 23:32

    Es ist schwierig, etwas zu einem Buch zu schreiben, wenn man das Elementarste nicht verraten möchte, weil eigentlich jeder völlig unvoreingenommen Mikkes Geschichte lesen sollte. 7. Februar: Der ganze Raum müffelt nach Käsefüßen. 10. Februar: Abends mit Sverre im Kino. Er hat sich in die Hose gemacht. 11. Februar: Muss langsam mal was für den Test machen. 12. Februar: Der Amazonas ist das größte Ökosystem der Erde. Wieso will jemand so etwas zerstören. Mikke steht kurz vor seinem Abitur. Er führt Tagebuch, hält darin seine Gedanken, Wünsche, Träume fest. Meistens nachts, wenn er nicht schlafen kann. Tagsüber geht er zur Schule, kümmert sich um den behinderten Sverre. Ein ganz normaler junger Mann, der sich für Meeresschildkröten interessiert und vieles in Frage stellt. 2. März: Was bedeutet Verwandschaft? Ich sitze in meinem abgedunkelten Zimmer und habe plötzlich das Gefühl, mit einem Fisch ohne Meer verwandt zu sein. 4. März: Siri und ich haben heute Abend wild rumgeknutscht. 3. April: Wer bin ich? 7. April: Ich habe irgendwo gelesen, dass nicht alle Menschen in der Lage sind zu lieben. Vielleicht bin ich ja so ein Mensch? Vom Vater fühlt er sich in Stich gelassen, nicht mal an seinem 19. Geburtstag meldet er sich bei ihm. Was bleibt ist eine alte Karte, die Mikke von seinem Vater aufgehoben hat. Siri ist zwar seine Freundin und die beiden haben auch schon eine Nacht zusammen verbracht, aber so richtig wohl fühlt er sich nicht mit ihr. 24. April: Wenn Siri bei mir schläft, ist sie zugleich nah und ganz weit weg. 27. April: Heute mit Siri Schluss gemacht. 3. Mai: Hab die Gardinen heute gar nicht erst aufgezogen. 6. Mai: Unmöglich, einzuschlafen, unmöglich, wach zu bleiben. Mikkes Tagebuch endet am 11. Mai mit den Worten »Jetzt schreib ich nichts mehr.«. Danach kommen seine Mutter, sein Vater, Siri, sein Freund Tore und Sverre zu Wort und als Leser ist man ebenso fassungslos wie sie. Bitte lesen. Unbedingt! Ab 14 (sandra rudel)

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