Marita de Sterck

 3.5 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Unbewohntes Herz, Zuletzt die Hunde und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Marita de Sterck

Zuletzt die Hunde

Zuletzt die Hunde

 (9)
Erschienen am 01.10.2012
Unbewohntes Herz

Unbewohntes Herz

 (10)
Erschienen am 01.07.2013
Morgen, wenn Frieden ist

Morgen, wenn Frieden ist

 (4)
Erschienen am 15.06.2006

Neue Rezensionen zu Marita de Sterck

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Rezension zu "Morgen, wenn Frieden ist" von Marita de Sterck

Nicht "nur" ein Jugendbuch
Wortklaubervor 4 Jahren

Joppe hat das Leben noch vor sich. Alles scheint möglich, wenn man jung und verliebt ist – auch wenn in Amerika Dinge vor sich gehen, die einen neuen Krieg fürchten lassen. Während Joppe und seine Freunde Vorbereitungen für eine große Friedensdemo treffen, wird sein Urgroßvater Tist krank. Der uralte, zähe Tist, der zwei Weltkriege erlebt und überlebt und doch daran fast zugrunde gegangen ist. Leicht hat es niemand mit ihm; seit dem ersten, zweiten, dritten großen Verlust in seinem Leben macht er es den Menschen um sich herum generell nicht leicht. Trotzdem gibt es eine Bindung zwischen den beiden. Eine Bindung, die noch enger wird, als Joppe den alten Mann auf seinem letzten Weg intensiv zur Seite steht.

„Morgen, wenn Frieden ist“ wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Man lernt Tist als hinfälligen alten Mann und als Jungen kennen. Somit ist es ein Buch auch über den Ersten Weltkrieg, über seine Folgen auf die Betroffenen und die folgenden Generationen. Außerdem ist es ein Buch übers Erwachsenwerden, über Abschiede, Familie, Generationskonflikte, körperlichen Verfall, Sterben, über Verlust, Traumatisierung, wie jemand geradezu versteinern kann vor Kummer. Wie „Zuletzt die Hunde“ nennt dieser Roman die Dinge beim Namen, beschönigt nichts, lässt aber auf der anderen Seite auch Wärme und Verständnis für die Figuren und ihr Tun nicht vermissen. Die Autorin erklärt nicht, sie erzählt. Gerade deshalb ist es ausgesprochen anrührend – man fühlt mit den Männern und Frauen dieser Familie mit, fühlt sich erinnert, erkennt das eine oder andere wieder; die Gefahr besteht, stellenweise Rotz und Wasser zu heulen.

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Rezension zu "Zuletzt die Hunde" von Marita de Sterck

Vom Erwachsenwerden in Zeiten des Krieges
Wortklaubervor 5 Jahren

Belgien 1917: Während sich sein Bruder Ernest, genannt Nest, auf Druck des Vaters „freiwillig“ an die Front gemeldet hat, wird der siebzehnjährige Victor wegen seiner Epilepsie über alle Maßen geschont. Die Mutter liebt ihren Sohn heiß und innig, leidet mit, wenn er von Anfällen geschüttelt wird; auch körperlich, davon zeugen die zahlreichen Narben an ihren Händen. Aber Liebe kann auch erdrücken: Seit Jahren hat Victor sein wohlhabendes Elternhaus nicht mehr verlassen, Aufregung wird konsequent von ihm ferngehalten, seine Kost wird streng kontrolliert, und um aufkeimende sexuelle Regungen im Keim zu ersticken, wird ihm Brom verabreicht. Allein in seiner Fantasie erlebt Victor Abenteuer: durch die Bücher Jules Vernes, heimlich natürlich.

So ist ihm in dem Malinois Django der einzige Freund geblieben. Der Schäferhund hat gelernt, Victors Anfälle wahrzunehmen und anzuzeigen, bevor sie Victor selbst bewusst werden. Doch eines Tages ist Django verschwunden. Ausgestattet mit einer gewissen Barschaft, einem Taschenmesser und den Feldpostbriefen seines Bruders – aus denen ihm die Eltern immer nur Auszüge vorgelesen haben – macht er sich auf den Weg, ihn zu suchen. Außerhalb des schützenden elterlichen Anwesens findet Victor eine Welt im Ausnahmezustand vor. Mit Schrecken erfährt er, dass die ausgehungerte Bevölkerung dazu übergegangen ist, Hunde und Katzen zu essen. Auf dem Armenmarkt hört er von einer Hundeschlachterei und weiß, wo er Django suchen muss.

Von Mecheln nach Boom sind es nur wenige Kilometer. Aber Entfernungen, auch kurze, können große Herausforderungen bergen, wie in einem besetzten Land und in Victors Situation. Und so wird seine Reise zum klassischen Beispiel für eine Heldenreise. Er begegnet Helfern und Widersachern, muss sich durchsetzen, sich beweisen. Nach und nach liest er die Briefe seines Bruders zum ersten Mal unzensiert. Menschen, auf die er trifft, erzählen ihm von Krieg, von ihren persönlichen Verlusten. Auch mit seinen eigenen Augen wird er Zeuge der verheerenden Auswirkungen des Krieges. So wird die grausame Realität der Zeit, in der er lebt, greifbarer für Victor als je zuvor.

Dieses Jugendbuch wird für die Altersklasse "ab 14" empfohlen. Die Grundstimmung – wie sollte es anders sein – ist bedrückend, manchmal brutal, manchmal derb. Weitreichende historische Vorkenntnisse braucht man meiner Meinung nicht unbedingt, um dieses Buch zu lesen, trotz vorhandener Andeutungen, die möglicherweise nicht ohne Weiteres verstanden werden können. Jedoch kann ein starkes Buch, das wie "Zuletzt die Hunde" (im Original "De hondeneters") für sich bestehen kann, im besten Fall weiteres Interesse wecken. Mich hat dieser Roman von der ersten Seite an für sich eingenommen. Marita de Sterck, 1955 in Antwerpen geboren, erzählt in einer starken Sprache eine individuelle Geschichte vom Erwachsenwerden in Zeiten des Krieges, ohne Scheu davor, die Dinge beim Namen zu nennen. Sie hat ein Buch geschaffen, dessen Inhalt nachhallt und das ich auch als Erwachsene noch mit großem Gewinn gelesen habe.

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Guaggis avatar

Rezension zu "Unbewohntes Herz" von Marita de Sterck

Unbewohntes Herz
Guaggivor 5 Jahren

Ich bin schon beim Stöbern durch das Verlagsprogramm an diesem wunderschönen Cover hängen geblieben, schlicht, aber traumhaft schön. 

Bei dem Kurztext plagten mich jedoch Zweifel, ob die Geschichte wirklich etwas für mich ist, aber ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren.

Der Schreibstil der Autorin stellte mich allerdings vor eine echte Herausforderung. Wobei es wohl weniger an ihrem Stil, sondern mehr an ihre Wortwahl liegt, dass ich doch etwas Probleme beim Einstieg in das Buch hatte. Wir reisen halt zurück in das Jahr 1961 und da sprach man nun einmal etwas förmlicher und die Jugendlichen waren noch nicht so aufgeklärt wie heutzutage, aber die Denkumstellung meinerseits brauchte doch etwas Zeit.

Die Geschichte an sich finde ich recht interessant und ich habe mit Spannung und großem Vergnügen die Entwicklung der Hauptprotagonistin Emma verfolgt. Sie mauserte sich vom unschuldigen kleinen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die am Ende mit allen Mitteln und etwas Hilfe versucht, die Familienprobleme, die sie ins Internat brachten, zu lösen, und zwar so das alle Beteiligten zufrieden und glücklich sein können.

Ich kenne mich selber nicht mit dem Leben in einem Klosterinternat aus und schon gar nicht zu der damaligen Zeit, daher war ich sehr überrascht, dass die Mädchen sich mit Liedern und Gedichten sozusagen aufklärten. Diese Texte haben es übrigens wirklich in sich. 

Das die Nonnen sehr merkwürdige und verschrobene Ansichten haben wird mir wohl jeder bestätigen, der das Buch liest. Da fand ich die junge Schwester Maria doch recht erfrischend und fortschrittlich. Sie ist Emma nicht nur auf ihrem Weg zur Frau und bei der Lösung des Familiengeheimnisses eine große Hilfe, sondern auch bei der Konfrontation mit Emmas Vater. 

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