Marius Jung

 4.1 Sterne bei 7 Bewertungen

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Moral für Dumme

Moral für Dumme

 (2)
Erschienen am 13.03.2015

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Rezension zu "Moral für Dumme" von Marius Jung

Ein Plädoyer für respektvollen Umgang statt korrekter Begrifflichkeiten
Originaldibblervor 3 Jahren

"Moral für Dumme - Das Elend der Politischen Korrektheit" ist - so der Klappentext - eine "satrisch-polemische Abrechnung" mit der politischen Korrektheit.

Die Autoren

Auf dem Cover wird Marius Jung als Autor benannt. Marius Jung wurde 1965 in Trier geboren und lebt heute in Köln. Er ist Kabarettist, Schauspieler, Moderator und Coach.

Die Autorenangabe im Buch lautet jedoch "Marius Jung mit Oliver Domzalski". Oliver Domzalski wurde in Berlin geboren, ist promovierter Historiker und leitet bei Carlsen den Programmbereich "Humor und Geschenkbuch.

Blättert man dann das Buch durch, so findet man bei vier von zwanzig Kapiteln die Angabe "Von Marius Jung". Die restlichen sechzehn Kapitel kommen ohne Angabe eines Autoren daher, stammen
also offenbar aus der gemeinsamen Feder der beiden Autoren. Schaut man sich allerdings den Stil dieser Kapitel an, so liegt der Verdacht nahe, dass Oliver Domzalski mehr zu diesen Kapiteln beigetragen hat als Marius Jung!.

Der Inhalt

Carlsen ordnet das Buch sowohl der Sparte "Humor & Comedy" als auch der Sparte "Geschichte und Gesellschaft" zu. Das ist durchaus passend, da sich der Fließtext (ungefähr 50% des Buches) sehr ernsthaft mit dem Thema Politische Korrektheit (PC) auseinandersetzt, während die zahlreichen Einschübe satirisch-überspitzte Beispiele für PC liefern.

Der essayistische Fließtext beschäftigt sich zum einen damit, welche Formulierungen heute als politisch korrekt gelten und zum anderen mit der Frage, warum neue Formulierungen nicht ausreichen, um die gesellschaftliche Wirklichkeit zu verändern. Dabei geht es schwerpunktmäßig um das Thema Gender, also darum, wie man sprachlich anzeigt, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen gemeint sind und um die unvermeidliche Folgefrage, ob diese zweigendernde Sprache nicht genau so diskriminierend ist, da sie alle Personen ausschließt, die sich nicht einem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen.

Der Fließtext wird von zahlreichen Kästen unterbrochen, in denen die Autoren humorvoll darstellen, wohin ein konsequenter Gebrauch der PC führt. Zum Beispiel gibt es ein Quiz mit politisch korrekten Buchtiteln. Na, welche Bücher sind gemeint (S. 137)?

Emil/ia und die nachforschenden Personen
Ronja, Nachkomme von Personen, die Vermögensdelikte begehen
Die vertikal benachteiligte Muckperson

Meine Meinung

Der essayistische Fließtext ist wirklich interessant zu lesen. Obwohl PC für mich kein neues Thema ist, waren mir doch nicht alle "Auswüchse" bekannt. Insbesondere die ersten Kapitel zum Thema Gender fand ich sehr spannend zu lese. Die zweiten Hälfte habe ich dann aber schon als weniger spannend empfunden, da sich viele Aussagen einfach nur an anderen Beispielen wiederholen.


Mit dem Humorteil konnte ich nur wenig anfangen. Ja, die überspitzten Darstellungen sind sehr aussagekräftig und eins, zwei Darstellungen waren auch witzig aber da die Idee im Prinzip immer die selbe ist, hätten einige wenige solcher Seiten auch ausgereicht.

Fazit

Oliver Domzalski und Marius Jung stellen die Problematik der Politischen Korrektheit in vielen Facetten nachvollziehbar dar. Das Buch ist ein eindrucksvolles Plädoyer dafür respektvoll miteinander umzugehen und weniger auf korrekte Begrifflichkeiten zu achten. Dabei ist der Humorteil, wenn auch bestimmt verkaufsfördernd, allerdings wenig hilfreich.

Wertung: 3,5/5 Sternen 

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Ofelias avatar

Rezension zu "Moral für Dumme" von Marius Jung

Klartext gegen die Sprachpolizei
Ofeliavor 3 Jahren

Bereits auf der Buchmesse in Leipzig hatte ich das Glück in einer Lesung das Buch und den Autor kennen zu lernen. Es war zum Einen sehr unterhaltsam und zum Anderen war sehr schnell klar, dass hier kein rechts- konservatives Geschwafel zu erwarten ist, sondern eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Politischen Korrektheit und ihren Schwachstellen erfolgt.
Das Buch hat in jedem Fall gehalten, was es versprochen hat und ich habe mich beim Lesen wirklich sehr amüsiert. Teils über die wirklich vollkommen absurden Ideen zur "korrekten Sprache", bei denen man schon denken könnte, dass es sich dabei um Satire handelt, teils über die sehr humorvollen, satirischen Entgegnungen des Autors.
Es werden alle Bereich der PC beleuchtet, aber es wird nicht unreflektiert und hetzerisch an den Pranger gestellt. Denn über den Humor hinaus regt das Buch auf jeden Fall zum nachdenken an. Darüber, was mit der PC eigentlich erreicht werden soll, an welchen Stellen man bereits über das Ziei hinaus geschossen ist und wo die PC das eigentliche Ziel sogar verfehlt.
Herr Jung zeigt, dass PC nicht nur etwas sperrig ist und sich nicht nur alte Menschen mit verbohrten Ansichten daran stören, sondern es auch zu Ausgrenzung gerade der Menschen führen kann, die eigentlich geschützt werden sollen. Sprache, die uns wie keinem anderen Lebewesen die Möglichkeit gibt, detaillierte Informationen auszutauschen und miteinander verbinden soll, schafft plötzlich unüberwindbare Gräben und ein Minenfeld der Unsicherheit. Was darf ich noch sagen, was nicht?

Sehr lustig sind auch die diversen Vorschläge, wie denn unser Alltag und unsere Kultur aussähen, wenn sich die PC konsequent und ohne Auslassung durchsetzen würde. Kleine Rätsel, fiktive Zeitungsartikel, Fimlplakate, die RAL- Farbbscala und vieles mehr lockern den ohnehin leicht zugänglichen Text noch zusätzlich auf.

Mein Fazit: Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, bei dem man sich gelegentlich selbst an die Nase fassen muss, gut unterhalten wird und ins Grübeln gerät.

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Originaldibblers avatar

Rezension zu "Singen können die alle! Handbuch für Negerfreunde" von Marius Jung

Kein Schwarzbuch zur deutschen Sprache
Originaldibblervor 4 Jahren

"Singen können die alle" ist das Erstlingswerk des ... Bühnenkünstlers Marius Jung. (Für "..." setzen sie bitte ein Adjektiv ihrer Wahl ein, dass politisch korrekt beschreibt, dass jemand eine dunkle, durch afrikanische (Ur)Ahnen bedingte Hautfarbe besitzt.)

In dem Buch wechseln sich satirische Ratgeberteile mit autobiographischen Passagen ab. Die Ratgeberteile beschäftigen sich dabei mit Fragen wie "Wer darf, wann wie und warum einen Neger Neger nennen?" Diese Teile sind in erster Linie witzig.

Die autobiographischen Passagen sind weit weniger witzig geschrieben, dafür aber um so aufschlussreicher. Vor allem das Kapitel "Neger im TV" zeigt sehr anschaulich, dass "positiv gemeinter Rassismus" fast genau so schlimm ist wie negativ gemeinter.

Alles in allem ein interessantes und gleichzeitig witziges Buch. Lesenswert!

PS: Marius ist weder Jesus (wie der geneigte Leser im Kapitel "Personal Jesus" nachlesen kann) noch dessen Jünger. Er war aber mal jünger.

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