Marjaleena Lembcke Wir bleiben nicht lange

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Inhaltsangabe zu „Wir bleiben nicht lange“ von Marjaleena Lembcke

Mirja besucht ihre Schwester Sisko täglich im Krankenhaus. Sisko hat Krebs, und in Erwartung des nahen Endes reden die Schwestern über Leben und Tod, ihre Familie und die Vergangenheit. Sisko lebt in England, ihre Schwester Mirja, die zur Unterstützung angereist ist, in Deutschland. Die Familie kommt aber aus Finnland, und in den Geschichten von früher, von der Kindheit inmitten der Geschwister und der eigenwilligen Eltern, spielt diese Herkunft eine wichtige Rolle. Marjaleena Lembckes Sprache ist entwaffnend direkt und dadurch eindringlich. Selten liest man so unverstellt von den letzten Dingen und findet dabei dennoch Trost.

Sehr direkt, offen und schonungslos!

— Pippo121

Für alle, die sich mit Tod und Sterben auseinandersetzen möchten, vor allem wenn sie gerade erst damit beginnen, ein wichtiges Buch

— JulesBarrois

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Kukolka

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

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Lauter gute Absichten

Kurzweilige Geschichte um einen angry young man, der sich gegen die Familie auflehnt - und an den eigenen Ansprüchen scheitert.

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  • Nicht alleine sterben

    Wir bleiben nicht lange

    Buecherschmaus

    05. June 2016 um 18:00

    Was ist eine glückliche Familie und welchen Einfluss hat sie auf unser Leben? Wie beeinflusst sie, welche Art von Beziehung wir zu anderen und uns selbst schaffen?Manche Familien sind vom Glück begünstigt, segeln wie unter einem guten Stern, andere müssen einen Schicksalsschlag nach dem anderen verkraften, eine Niederlage nach der anderen einstecken. Zu letzteren gehört die Familie von Sisko und Mirja, finnischen Schwester, die schon früh ihre Mutter verlieren. Diese war von Depressionen gefangen, ging eines Tages fort, um sich vor einen Zug zu werfen. Ein Ereignis, das natürlich alles veränderte. Der Vater zog die Geschwister, neben Sisko und Mirja gab es noch vier Brüder, alleine groß, wurde aber auch nicht alt. Einer der Brüder starb ebenfalls recht früh, ein Neffe nahm sich das Leben. Mirja überstand eine Tumorerkrankung im Mund, nun hat der Krebs bei der jüngeren Schwester zugeschlagen. Die Schwestern sind um die fünfzig und haben trotz ihrer verschiedenen Lebensmittelpunkte ein sehr enges Verhältnis zueinander. Denn alle Geschwister hat es hinaus in die Welt verschlagen, fort von Finnland und ihrer unglücklichen Kindheit. Sie leben in Schweden, Deutschland oder London, so ganz glücklich und zufrieden sind sie dort aber augenscheinlich nicht. Es scheint als ob die Heimatlosigkeit und Ungeborgenheit, in die sie durch den Tod der Mutter geraten sind, auch die Erwachsenen immer noch umtreibt.Mirja lebt dabei in einer intakten Familie und Ehe in Berlin. Die vielen bösartigen Spitzen gegen ihren Wohnort und die Deutschen zeigen aber, dass sie sich dort nicht ganz heimisch fühlt.Sisko hat ihr Glück in London gesucht, mehrere gescheiterte Beziehungen und zwei Ehen hinter sich, ist Mutter einer Tochter und zur Zeit verheiratet mit Stephan. Nun hat sie die Endphase ihrer Krankheit erreicht, die Metastasen sitzen überall. Ihre Schwester soll ihr beim Sterben beistehen.Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit kommen hoch, letzte Dinge werden besprochen. Dabei liegt der Scherpunkt auf Mirja, wandert aber auch zu Sisko selbst. Diese blickt recht bitter, mit bösem Humor zuweilen, ist manchmal überraschend gefasst und begehrt dann doch auf. Sie will nicht sterben, kann ihre Angst nicht verbergen. Etwas anderes als pausenlos zu rauchen und Unmengen Bier und Wodka zu trinken, die Morphindosen zu erhöhen und sich im Zimmer einer Londoner Nobelklinik zu verschanzen fällt ihr aber auch nicht ein.Den Umgang Siskos mit ihrem Sterben und den letzten verbleibenden Tagen oder Wochen kann man als Leser kaum ertragen, versteht auch ihre Umgebung nicht. Allesamt problematische Charaktere, wirklich sympathisch sind sie nicht. Oder ist einfach die finnische Mentalität eine andere? Da das im Buch hin und wieder angesprochen wird, liegt die Vermutung nahe.Was überrascht ist, dass Marjaleena Lembcke es dennoch schafft, dem Leser diese Menschen nahe zu bringen, dass er Anteil nimmt und bis zum Schluss in Spannung bleibt. Siskos Sterben wird völlig unlarmoyant, sehr realistisch, fast sachlich geschildert und geht doch unglaublich nah. Und wer mag wissen oder entscheiden, wie es wirklich geht, das Sterben?

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  • Abschied nehmen in versöhnter Unterschiedlichkeit

    Wir bleiben nicht lange

    WinfriedStanzick

    12. April 2016 um 09:55

    Es ist auffallend für mich, wie viele gute Bücher in den vergangenen Jahren erschienen sind, die das Sterben und Abschiednehmen in einer belletristischen Form beschreiben.  Berühmte Menschen sind darunter, wie zum Beispiel der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle, aber auch vorher einem größeren Publikum eher unbekannte Autoren.Das hier anzuzeigende Buch ist geschrieben von einer Frau, die das Schreiben seit langem zu ihrem Beruf gemacht hat. Und das spürt man dem Buch von der ersten bis zur letzten Seite auch ab. Marjaleena Lembcke, hat in ihrer neuen Heimat Deutschland in einer neuen Sprache viele Kinder-und Jugendbücher geschrieben und sich dort einen Namen gemacht. Sie wurde 1945 in der finnischen Stadt Kokkola geboren und lebt bereits seit 1967 in der Nähe von Münster. Ihre Bücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Nagel & Kimche 2010 „Die Füchse von Andorra“, dessen Audiofassung im März 2012 mit dem Deutschen Hörbuchpreis als bestes Kinderhörbuch ausgezeichnet wurde.In „Wir bleiben nicht lange“ beschreibt sie eindrucksvoll und mit einer dichten und intensiven Sprache den Abschied zwischen Mirja und ihrer Schwester Sisko. Es ist anzunehmen, dass Marjaleena Lembcke hier stark autobiographisch gefärbte Erfahrungen verarbeitet.Sisko ist unheilbar krebskrank und liegt in einer Londoner Privatklinik. Mirja, die in Deutschland lebt und dort als Schriftstellerin arbeitet, ist zu ihr geflogen um die letzte Lebenszeit mit ihrer Schwester zu teilen.Das ganze Buch über reden sie über ihre Vergangenheit, ihre Kindheit in Finnland, über die Eltern und die Familie und immer wieder reflektieren sie ihre Beziehung als Schwestern.  Ob sie gut oder schlecht gewesen ist, wagen sie nicht zu entscheiden. Einig sind sie sich, dass sie eng war. Es ist geradezu wohltuend trotz des traurigen Themas, als Leser in einen tagelangen Dialog mit hineingenommen zu sein über eine Lebensgeschichte und Beziehung. Im Buch weiter voranschreitend, staunt man über die ehrliche Offenheit, mit der sich dort zwei Menschen begegnen, ihr Leben und Sterben annehmen und voneinander Abschied nehmen in versöhnter Unterschiedlichkeit und Liebe und ohne Groll.

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  • Memento mori - Carpe diem

    Wir bleiben nicht lange

    JulesBarrois

    22. February 2016 um 10:52

    Wir bleiben nicht lange von Marjaleena Lembcke (Autor), 192 Seiten, Verlag: Verlag Nagel & Kimche AG (22. Februar 2016), 19,90 €, ISBN-13: 978-3312006885 Über das Altwerden, über das „unheilbar krank werden“, über das langsame Sterben, das schnelle, das einsame irgendwo auf dem Boden eines Krankenhauszimmer, darüber gibt es Unmengen an Büchern. Marjaleena Lembcke hat vielleicht eines der besten Bücher zu diesem Thema geschrieben. Es macht denen Mut, die ihn brauchen, und spendet ihnen Kraft, die sie dringend benötigen. Eine bewegende Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Sterben und Tod, aber auch Leben und Familie. Sie macht das Unfassbare etwas greifbarer und erklärt das, was man nicht erklären kann. Die Geschichte dreht sich um zwei Schwestern. Da ist einmal Sisko, krebskrank und sie liegt in der Royal Mardsen Klinik in London. Sisko raucht und trinkt gerne. „Kleine Schlucke waren ihre Spezialität.“ (Seite 29) Zum anderen ihre sechs Jahre ältere Schwester Mirja. Sie ist Schriftstellerin, lebt in Deutschland und ist zu ihrer Schwester nach London geflogen. Sie reden über Familie, Eltern, Geschwister, ihre finnischen Wurzeln und über ihre Beziehung zueinander. Viele glauben, „dass ihre Beziehung […] schlecht sei. Vielleicht war sie auch nicht gut. Aber sie war eng.“ (Seite 178) Die meisten ihrer Gespräche finden im Raucherzimmer statt, wo sie warteten bis sie „dran“ waren, „als stünden sie in einer Warteschlange vor der Supermarktkasse.“ (Seite 34) Und „Alle, die auf ihren eigenen Tod warten, hoffen, dass ein anderer vor ihnen stirbt.“ (Seite 34) Und in all ihren Gesprächen versuchen sie, Pflaster auf Wunden zu legen, die längst ausgeblutet sind. Die Autorin schreibt einfach und schlicht, aber nicht banal. Vor allem schreibt sie ehrlich. Marjaleena Lembcke vermittelt ein atmosphärisch dichtes Bild. Sie gleitet nie in Kitsch oder Rührseligkeit ab. Und sie erteilt auch keine weisen Ratschläge. Es ist einfach eine sehr feinfühlige Geschichte. Und gerade die emotional-spröde Sprachweise, ruhig und lakonisch erweckt diese Geschichte und ihre Charaktere zu wahrem Leben. Für mich ist es einer der besten Geschichten über dem Tod, das Sterben und das Abschiednehmen, weil es eben eine ruhige Geschichte ist, die sich dem Menschen zuwendet und so auch Ängste nehmen kann. Für alle, die sich mit Tod und Sterben auseinandersetzen möchten, vor allem wenn sie gerade erst damit beginnen, ein wichtiges und empfehlenswerte Buch. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wir-bleiben-nicht-lange/978-3-312-00688-5/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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