Marjane Satrapi

 4.5 Sterne bei 262 Bewertungen
Autorin von Persepolis - Eine Kindheit im Iran, Persepolis 2 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marjane Satrapi

Marjane Satrapi, geboren 1969 im Iran, wuchs in Teheran auf, wo sie auch Visuelle Kommunikation an der Kunstfakultät studierte. Später emigrierte sie nach Frankreich und besitzt heute neben der iranischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Bekannt wurde sie durch ihre Comic-Autobiographie „Persepolis“, worin sie ihre Kindheit und Jugendzeit im Iran unter den dort vorherrschenden politischen Bedingungen beschreibt. 2007 wurde die Geschichte verfilmt und sogar für den Oscar nominiert. Heute lebt Satrapi in Paris.

Alle Bücher von Marjane Satrapi

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Cover des Buches Persepolis - Eine Kindheit im Iran (ISBN:9783800054015)

Persepolis - Eine Kindheit im Iran

 (156)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Persepolis 2 (ISBN:9783800054022)

Persepolis 2

 (50)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Sticheleien (ISBN:9783037311462)

Sticheleien

 (12)
Erschienen am 31.01.2016
Cover des Buches Huhn mit Pflaumen (ISBN:9783037310069)

Huhn mit Pflaumen

 (9)
Erschienen am 01.08.2006
Cover des Buches Marjane Satrapi: Der Seufzer (ISBN:9783862016570)

Marjane Satrapi: Der Seufzer

 (2)
Erschienen am 07.10.2013
Cover des Buches The Complete Persepolis (ISBN:0375714839)

The Complete Persepolis

 (14)
Erschienen am 16.10.2009
Cover des Buches Persepolis 2 (ISBN:0375714669)

Persepolis 2

 (6)
Erschienen am 02.08.2005
Cover des Buches Persepolis (ISBN:0375423966)

Persepolis

 (7)
Erschienen am 25.10.2005

Neue Rezensionen zu Marjane Satrapi

Neu

Rezension zu "Persepolis" von Marjane Satrapi

Ein iranisches Mädchen
LimitLessvor einem Monat

Diese Gesamtausgabe Persepolis erzählt autobiographisch die Lebensgeschichte von Marjane Satrapi. Über ihre im Iran verbrachte Kindheit, ihre Jugendjahre in Wien und wie es ihr bei ihrer Rückkehr in den Iran ergangen ist. Und zwar in Bildern. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über den Iran. Die Radikalisierung, das Verschleiern der Frauen, die ganzen Vorschriften, Krieg. 

Es ist eine Geschichte über ein Mädchen, das sich in der Welt zurechtfinden will, aber in die vorgegebenen gesellschaftlichen Systeme nicht wirklich hineinzupassen scheint. Persepolis ist eine Graphic Novel - in schwarz-weiß Bildern hat die Autorin ihre Erlebnisse verarbeitet und zwar auf schonungslose und unglaublich ehrliche Art und Weise. 

Besonders interessiert hat mich bei diesem Buch die Darstellung der Mädchen und Frauen. Satrapi erlebt die Radikalisierung mit und wird von einer Kindheit in Freiheit in ein System mit Verschleierung, Trennung der Geschlechter und öffentlichen Denunziationen getrieben. Beziehungen zwischen Männern und Frauen vor der Ehe waren dann verboten, Sex war sowieso das Tabu-Thema, Kleidervorschriften bzw. wie eine Frau und ein Mann auszusehen haben bestimmten ihren Alltag und Wahrheiten wurden je nach Laune geändert. Satrapi wurde in einer liberalen Familie erzogen und, um ihr den Krieg zu ersparen, nach Wien geschickt. Doch dort konnte sie nur schwer eine Heimat finden.

Ihre kindlichen Wahrnehmungen am Anfang des Buches haben mich sehr berührt und auch zum Lachen gebracht. Als Kind ist es schwer, manche Sachen logisch nachzuvollziehen, weil sie einfach keinen Sinn machen. Und sie machen ja wirklich oft keinen Sinn. Dieser unverschleierte Blick auf diese verheerenden Umstände war sehr bereichernd. Später geht die Autorin auf Beziehungen, Freundschaften und ihre Ausbildung ein. Behandelt aber auch Themen wie Obdachlosigkeit, Depressionen, Verfremdung zur eigenen Kultur, Familie. Schonungslos betrachtet sie ihr eigenes Leben und setzt sich politisch mit dem Iran auseinander. Und über Kopftücher kann man natürlich streiten. So wie es die Autorin hier beschreibt, sind sie zu verurteilen, da sie im Iran einzig und allein zur Unterdrückung der Frauen dienen. 

 

Fazit

Eine Graphic Novel mit politischem Inhalt. Man verfolgt Marjane Satrapis Heranwachsen zur jungen Frau im Iran und in Österreich. Die schwarz-weiß Bilder geben eindrucksvoll wider, was der Autorin im Leben passiert ist und was sie sich so gedacht hat. Für mich waren die Einblicke in ihr Leben sehr bereichernd. 

 

Die Rezension findet man auch auf meinem Blog Grenzenlos.


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Rezension zu "Persepolis - Jugendjahre" von Marjane Satrapi

Nonnen, Drogen und erste Liebe
Alaisvor einem Jahr

Nach dem brillanten ersten Band ihrer Comic-Autobiographie über ihre Kindheit im Iran geht es im Band "Jugendjahre" spannend weiter: Im Alter von nur vierzehn Jahren fliegt Marjane allein nach Österreich, wo sie von nun an leben soll. Ihre Eltern hoffen, sie so vor Krieg und Unterdrückung beschützen zu können. Doch das Einleben fällt ihr nicht leicht und die Freundin ihrer Mutter, bei der sie leben sollte, steckt sie in eine von Nonnen geführte Pension ...

In diesem Band zeigt Marjane sich als typischer Teenager, voreingenommen und aufsässig, in einer alles andere als typischen Situation für eine Vierzehnjährige: ganz allein meilenweit von zuhause entfernt und plötzlich als "die Iranerin" auf ihre Nationalität reduziert und mit Vorurteilen konfrontiert. So sympathisch wie im ersten Band fand ich sie nicht - dafür neigte sie etwas zu sehr dazu, die Menschen in ihrer Umgebung vorschnell zu verurteilen. Besonders unverständlich fand ich, wie sie sich zusammen mit ihrer Mutter über das Aussehen ihrer späteren Vermieterin Doktor Heller lustig machte. 
Allerdings lässt gerade diese ehrliche Darstellung diese Autobiographie sehr authentisch wirken. Und vielleicht lässt sich das gemeinsame Lachen über Frau Doktor Heller auch durch Satrapis spätere Erkenntnis "Man kann sich nur solange selbst bemitleiden, wie die eigenen Probleme noch erträglich sind ... ist diese Grenze einmal überschritten, ist Lachen die einzige Möglichkeit, das Unerträgliche erträglich zu machen." (S. 116) erklären, denn Marjane geht es in Österreich nicht immer gut. Sie leidet an Einsamkeit, findet ihren Weg nicht und hat deshalb ein schlechtes Gewissen, weil sie an ihre Familie denkt, die nicht diese Chance der Freiheit hat ...
Absolut bewundernswert finde ich immer wieder den Mut, zu dem sie in der Lage ist, und dies nicht nur in der Fremde, sondern selbst während eines späteren Aufenthalts im Iran, wo ein solcher Mut gefährlich ist ...
Wie der erste Band verfügt auch dieser über eine enorme Sogwirkung und man kann ihn kaum aus der Hand legen - eine spannende Erzählung über das Erwachsenwerden und die Suche nach dem richtigen Weg in einer ungewöhnlichen Situation.

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Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

Über eine Kindheit im Iran
Alaisvor einem Jahr

"Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf", schreibt Marjane Satrapi im Vorwort ihres autobiographischen Graphic Novels. Da sie im Ausland lebend feststellen musste, wie einseitig das Bild ist, das viele Menschen vom Iran und seinen Einwohnern haben, beschloss sie, dies durch die Erzählung ihrer Kindheit zu ändern. So erhält der Leser Einblick in die spannende Zeit Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre, jener Zeit, als das Schah-Regime durch die islamische Revolution gestürzt wurde und der Erste Golfkrieg begann ... 

Die kleine Marji hat ein großes Herz, liest viel und kann sich schnell und voller Leidenschaft für etwas begeistern - ob Gott, Marx, ihren Onkel oder auch die Verteidigung ihres Landes gegen den Irak. Ihre Eltern sind relativ wohlhabend und erziehen sie zu freiheitlichem Denken, doch das kann gefährlich sein ...
Die Autorin ist Kinderbuch-Illustratorin und dies schlägt sich in ihren Zeichnungen nieder, die sehr zarte, liebevolle Linien aufweisen, voller Poesie sein können, aber auch auf sehr eindrückliche Weise das Grauen eines Massakers, von Folter, Unterdrückung, Krieg verdeutlichen können. Die Figuren wirken anrührend und zugleich entschlossen. Satrapi zeigt das Wundervolle, aber auch das Schreckliche, zu dem Menschen fähig sind. Und ja, es gelingt ihr, wie ich finde, sehr gut, dem Leser die Menschen im Iran näherzubringen.
Meine Kenntnisse über den Iran und seine Geschichte sind leider sehr dürftig, daher konnte ich besonders viel lernen. Neu war mir vor allem die Rolle, die der Kommunismus in diesem Land spielte, und besonders erschütternd fand ich den "Schlüssel zum Paradies", den kleine Jungen während des Krieges in der Schule erhielten, bevor sie auf das Schlachtfeld geschickt wurden ... 
Für mich eine lehrreiche Lektüre, sehr berührend und trotz all dem Grauen auch hoffnungsvoll.

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Hallo, hab vor kurzem den Film Persepolis gesehen und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der ist ja nach einem französischer Comic gedreht worden, zumindest war er Vorlage dazu. Wisst ihr einen Roman der auch im Iran spielt, der so in die Richtung wie Persepolis geht, und natürlich auch gut ist:-) Freu mich über jede Antwort..
2 Beiträge
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Marjane Satrapi wurde am 22. November 1969 in Rascht geboren.

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