Marjane Satrapi

 4.5 Sterne bei 258 Bewertungen
Autorin von Persepolis - Eine Kindheit im Iran, Persepolis 2 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marjane Satrapi

Marjane Satrapi, geboren 1969 im Iran, wuchs in Teheran auf, wo sie auch Visuelle Kommunikation an der Kunstfakultät studierte. Später emigrierte sie nach Frankreich und besitzt heute neben der iranischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Bekannt wurde sie durch ihre Comic-Autobiographie „Persepolis“, worin sie ihre Kindheit und Jugendzeit im Iran unter den dort vorherrschenden politischen Bedingungen beschreibt. 2007 wurde die Geschichte verfilmt und sogar für den Oscar nominiert. Heute lebt Satrapi in Paris.

Alle Bücher von Marjane Satrapi

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Persepolis - Eine Kindheit im Iran

Persepolis - Eine Kindheit im Iran

 (152)
Erschienen am 01.10.2007
Persepolis 2

Persepolis 2

 (50)
Erschienen am 01.10.2007
Sticheleien

Sticheleien

 (12)
Erschienen am 31.01.2016
Huhn mit Pflaumen

Huhn mit Pflaumen

 (9)
Erschienen am 01.08.2006
Marjane Satrapi: Der Seufzer

Marjane Satrapi: Der Seufzer

 (2)
Erschienen am 07.10.2013
The Complete Persepolis

The Complete Persepolis

 (14)
Erschienen am 16.10.2009
Persepolis 2

Persepolis 2

 (6)
Erschienen am 02.08.2005
Persepolis

Persepolis

 (7)
Erschienen am 25.10.2005

Neue Rezensionen zu Marjane Satrapi

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Alaiss avatar

Rezension zu "Persepolis - Jugendjahre" von Marjane Satrapi

Nonnen, Drogen und erste Liebe
Alaisvor 5 Monaten

Nach dem brillanten ersten Band ihrer Comic-Autobiographie über ihre Kindheit im Iran geht es im Band "Jugendjahre" spannend weiter: Im Alter von nur vierzehn Jahren fliegt Marjane allein nach Österreich, wo sie von nun an leben soll. Ihre Eltern hoffen, sie so vor Krieg und Unterdrückung beschützen zu können. Doch das Einleben fällt ihr nicht leicht und die Freundin ihrer Mutter, bei der sie leben sollte, steckt sie in eine von Nonnen geführte Pension ...

In diesem Band zeigt Marjane sich als typischer Teenager, voreingenommen und aufsässig, in einer alles andere als typischen Situation für eine Vierzehnjährige: ganz allein meilenweit von zuhause entfernt und plötzlich als "die Iranerin" auf ihre Nationalität reduziert und mit Vorurteilen konfrontiert. So sympathisch wie im ersten Band fand ich sie nicht - dafür neigte sie etwas zu sehr dazu, die Menschen in ihrer Umgebung vorschnell zu verurteilen. Besonders unverständlich fand ich, wie sie sich zusammen mit ihrer Mutter über das Aussehen ihrer späteren Vermieterin Doktor Heller lustig machte. 
Allerdings lässt gerade diese ehrliche Darstellung diese Autobiographie sehr authentisch wirken. Und vielleicht lässt sich das gemeinsame Lachen über Frau Doktor Heller auch durch Satrapis spätere Erkenntnis "Man kann sich nur solange selbst bemitleiden, wie die eigenen Probleme noch erträglich sind ... ist diese Grenze einmal überschritten, ist Lachen die einzige Möglichkeit, das Unerträgliche erträglich zu machen." (S. 116) erklären, denn Marjane geht es in Österreich nicht immer gut. Sie leidet an Einsamkeit, findet ihren Weg nicht und hat deshalb ein schlechtes Gewissen, weil sie an ihre Familie denkt, die nicht diese Chance der Freiheit hat ...
Absolut bewundernswert finde ich immer wieder den Mut, zu dem sie in der Lage ist, und dies nicht nur in der Fremde, sondern selbst während eines späteren Aufenthalts im Iran, wo ein solcher Mut gefährlich ist ...
Wie der erste Band verfügt auch dieser über eine enorme Sogwirkung und man kann ihn kaum aus der Hand legen - eine spannende Erzählung über das Erwachsenwerden und die Suche nach dem richtigen Weg in einer ungewöhnlichen Situation.

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Alaiss avatar

Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

Über eine Kindheit im Iran
Alaisvor 5 Monaten

"Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf", schreibt Marjane Satrapi im Vorwort ihres autobiographischen Graphic Novels. Da sie im Ausland lebend feststellen musste, wie einseitig das Bild ist, das viele Menschen vom Iran und seinen Einwohnern haben, beschloss sie, dies durch die Erzählung ihrer Kindheit zu ändern. So erhält der Leser Einblick in die spannende Zeit Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre, jener Zeit, als das Schah-Regime durch die islamische Revolution gestürzt wurde und der Erste Golfkrieg begann ... 

Die kleine Marji hat ein großes Herz, liest viel und kann sich schnell und voller Leidenschaft für etwas begeistern - ob Gott, Marx, ihren Onkel oder auch die Verteidigung ihres Landes gegen den Irak. Ihre Eltern sind relativ wohlhabend und erziehen sie zu freiheitlichem Denken, doch das kann gefährlich sein ...
Die Autorin ist Kinderbuch-Illustratorin und dies schlägt sich in ihren Zeichnungen nieder, die sehr zarte, liebevolle Linien aufweisen, voller Poesie sein können, aber auch auf sehr eindrückliche Weise das Grauen eines Massakers, von Folter, Unterdrückung, Krieg verdeutlichen können. Die Figuren wirken anrührend und zugleich entschlossen. Satrapi zeigt das Wundervolle, aber auch das Schreckliche, zu dem Menschen fähig sind. Und ja, es gelingt ihr, wie ich finde, sehr gut, dem Leser die Menschen im Iran näherzubringen.
Meine Kenntnisse über den Iran und seine Geschichte sind leider sehr dürftig, daher konnte ich besonders viel lernen. Neu war mir vor allem die Rolle, die der Kommunismus in diesem Land spielte, und besonders erschütternd fand ich den "Schlüssel zum Paradies", den kleine Jungen während des Krieges in der Schule erhielten, bevor sie auf das Schlachtfeld geschickt wurden ... 
Für mich eine lehrreiche Lektüre, sehr berührend und trotz all dem Grauen auch hoffnungsvoll.

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MikkaGs avatar

Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

Auch 18 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe noch aktuell
MikkaGvor 10 Monaten

Bei autobiographischen Werken widerstrebt es mir, sie nach meinen normalen Kriterien zu besprechen, wie "Originalität", "Spannungsbogen" oder "Charakterentwicklung" – denn sie sind eben so originell und spannend wie das Leben, und die Charaktere entwickeln sich für gewöhnlich so, wie sie es in Wirklichkeit taten. Wie soll man das objektiv bewerten?
Deswegen möchte ich nur ein paar Gedanken zu diesem Comic mit euch teilen:
"Persepolis" ist ursprünglich zwischen 2000 bis 2003 in vier kürzeren Einzelbänden auf Französisch erschienen. Es folgten Übersetzungen in verschiedene Sprachen sowie diverse Auszeichnungen, 2007 wurde die Geschichte als  Zeichentrickfilm umgesetzt.
Auch achtzehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des ersten Bandes ist "Persepolis" in meinen Augen immer noch immens wichtig, denn es ermöglicht dem Leser, hinter die Kulissen des Islamischen Regimes zu blicken. Und dort sieht man zwar auch Menschen, die den Vorurteilen entsprechen – fanatisch oder zumindest sehr rigide in ihren religiösen Ansichten –, aber vor allem Menschen, deren Hoffnungen und Träume ein ganz anderes Bild zeichnen. Eltern, die sich mehr Bildungsmöglichkeiten für ihre Töchter wünschen. Frauen, die als kleiner Akt der Rebellion Jeans unter dem Hidschāb tragen. (Was schon zur Verhaftung führen kann, wenn sie der Sittenpolizei in die Arme laufen.) Kurz gesagt: Menschen, die sich gar nicht mal so sehr von uns unterscheiden, nur leben sie in Umständen, die ihre Freiheit gravierend beschneiden.
Wer zum Zeitpunkt der Revolution von 1979 noch nicht geboren oder sehr jung war, ist sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sich die Frauen im Iran nicht immer schon verschleiern mussten. Aber Marjane Satrapi erinnert sich noch gut an eine Zeit, als ihre Mutter westliche Kleidung trug und die Nachbarin sogar vorzugsweise im knappen Minirock herumlief. Marjane war zehn Jahre alt, als sie plötzlich ihre liberale Schule verlassen und in ihrer neuen religiösen Schule Verschleierung tragen musste.
Die kleinen Mädchen, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, rebellieren, werfen ihre Kopftücher von sich oder knüpfen sie zu einem Springseil zusammen. Aber es dauert nicht lange, bis sie sich zweimal am Tag Musik anhören müssen, die die "Märtyrer" preist, und sich dabei wiederholt heftig gegen die Brust schlagen. Und das ist erst der Beginn.
Die Autorin schildert ihre Erlebnisse in den folgenden Jahren, während Revolution und Krieg, mit viel Humor, ohne die Tragik zu schmälern, bei der einem manchmal die Luft wegbleibt – auch dann, wenn man den Luxus genießt, in einem freien Land gemütlich mit dem Comic auf dem Sofa zu sitzen. Vor allem bringt sie dem Leser die Menschen näher, die nichts von all dem wollten, aber machtlos waren, es zu stoppen. Die das alles nicht verdient haben, und dazu gehört, dass sie es nicht verdient haben, pauschal als Fanatiker und Terroristen betrachtet zu werden.
Marjane selber ist ein entschlossenes intelligentes Mädchen, manchmal stur, manchmal frech, oft am Rande dessen, was noch sicher ist. Als Teenager kauft sie Musikkassetten und Anstecker auf dem Schwarzmarkt, trägt eine Jeansjacke über dem Schleier oder widerspricht wütend der Propaganda ihrer Lehrerin – was letztendlich dazu führt, dass ihre Eltern sie zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Land schaffen, nach Wien, wo sie sich entwurzelt fühlt und jeden Halt verliert.
Ich rechne es der Autorin hoch an, dass sie ihr eigenes Verhalten mit schonungsloser Ehrlichkeit schildert, ohne Entschuldigungen dafür zu finden. Denn sie ist nicht perfekt, sie tut sogar Dinge, die ich schockierend fand - einmal denunziert sie zum Beispiel einen unschuldigen Mann, um die Sittenwache von sich abzulenken, was in krassen Kontrast zu dem steht, was sie eigentlich denkt und glaubt.
Dieser Comic zeigt, was ständige Angst aus Menschen macht – aber auch, dass es immer Widerstand gibt und dass Liebe und Mitgefühl noch unter schlimmsten Bedingungen treibende Kräfte sind.

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Hallo, hab vor kurzem den Film Persepolis gesehen und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der ist ja nach einem französischer Comic gedreht worden, zumindest war er Vorlage dazu. Wisst ihr einen Roman der auch im Iran spielt, der so in die Richtung wie Persepolis geht, und natürlich auch gut ist:-) Freu mich über jede Antwort..
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Marjane Satrapi wurde am 22. November 1969 in Rascht geboren.

Community-Statistik

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