Persepolis - Eine Kindheit im Iran

von Marjane Satrapi 
4,6 Sterne bei152 Bewertungen
Persepolis - Eine Kindheit im Iran
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Antigone8s avatar

Eine politische Auseinandersetzung mit dem Leben im Iran aber auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die eigene Identität.

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Ein Schnellkurs in iranischer Geschichte, verpackt in einem spannenden Graphic Novel voller Poesie und Grauen

Alle 152 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran"

Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erfährt man im ersten deutschen Band - der den ersten und zweiten französischen umfasst - Erhellendes über die islamische Revolution von 1979 und den Krieg mit dem Irak - und das in einer einfachen, aber effektiven Bildsprache.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783800054015
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Ueberreuter
Erscheinungsdatum:01.10.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Alaiss avatar
    Alaisvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Schnellkurs in iranischer Geschichte, verpackt in einem spannenden Graphic Novel voller Poesie und Grauen
    Über eine Kindheit im Iran

    "Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf", schreibt Marjane Satrapi im Vorwort ihres autobiographischen Graphic Novels. Da sie im Ausland lebend feststellen musste, wie einseitig das Bild ist, das viele Menschen vom Iran und seinen Einwohnern haben, beschloss sie, dies durch die Erzählung ihrer Kindheit zu ändern. So erhält der Leser Einblick in die spannende Zeit Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre, jener Zeit, als das Schah-Regime durch die islamische Revolution gestürzt wurde und der Erste Golfkrieg begann ... 

    Die kleine Marji hat ein großes Herz, liest viel und kann sich schnell und voller Leidenschaft für etwas begeistern - ob Gott, Marx, ihren Onkel oder auch die Verteidigung ihres Landes gegen den Irak. Ihre Eltern sind relativ wohlhabend und erziehen sie zu freiheitlichem Denken, doch das kann gefährlich sein ...
    Die Autorin ist Kinderbuch-Illustratorin und dies schlägt sich in ihren Zeichnungen nieder, die sehr zarte, liebevolle Linien aufweisen, voller Poesie sein können, aber auch auf sehr eindrückliche Weise das Grauen eines Massakers, von Folter, Unterdrückung, Krieg verdeutlichen können. Die Figuren wirken anrührend und zugleich entschlossen. Satrapi zeigt das Wundervolle, aber auch das Schreckliche, zu dem Menschen fähig sind. Und ja, es gelingt ihr, wie ich finde, sehr gut, dem Leser die Menschen im Iran näherzubringen.
    Meine Kenntnisse über den Iran und seine Geschichte sind leider sehr dürftig, daher konnte ich besonders viel lernen. Neu war mir vor allem die Rolle, die der Kommunismus in diesem Land spielte, und besonders erschütternd fand ich den "Schlüssel zum Paradies", den kleine Jungen während des Krieges in der Schule erhielten, bevor sie auf das Schlachtfeld geschickt wurden ... 
    Für mich eine lehrreiche Lektüre, sehr berührend und trotz all dem Grauen auch hoffnungsvoll.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 8 Monaten
    Auch 18 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe noch aktuell

    Bei autobiographischen Werken widerstrebt es mir, sie nach meinen normalen Kriterien zu besprechen, wie "Originalität", "Spannungsbogen" oder "Charakterentwicklung" – denn sie sind eben so originell und spannend wie das Leben, und die Charaktere entwickeln sich für gewöhnlich so, wie sie es in Wirklichkeit taten. Wie soll man das objektiv bewerten?
    Deswegen möchte ich nur ein paar Gedanken zu diesem Comic mit euch teilen:
    "Persepolis" ist ursprünglich zwischen 2000 bis 2003 in vier kürzeren Einzelbänden auf Französisch erschienen. Es folgten Übersetzungen in verschiedene Sprachen sowie diverse Auszeichnungen, 2007 wurde die Geschichte als  Zeichentrickfilm umgesetzt.
    Auch achtzehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des ersten Bandes ist "Persepolis" in meinen Augen immer noch immens wichtig, denn es ermöglicht dem Leser, hinter die Kulissen des Islamischen Regimes zu blicken. Und dort sieht man zwar auch Menschen, die den Vorurteilen entsprechen – fanatisch oder zumindest sehr rigide in ihren religiösen Ansichten –, aber vor allem Menschen, deren Hoffnungen und Träume ein ganz anderes Bild zeichnen. Eltern, die sich mehr Bildungsmöglichkeiten für ihre Töchter wünschen. Frauen, die als kleiner Akt der Rebellion Jeans unter dem Hidschāb tragen. (Was schon zur Verhaftung führen kann, wenn sie der Sittenpolizei in die Arme laufen.) Kurz gesagt: Menschen, die sich gar nicht mal so sehr von uns unterscheiden, nur leben sie in Umständen, die ihre Freiheit gravierend beschneiden.
    Wer zum Zeitpunkt der Revolution von 1979 noch nicht geboren oder sehr jung war, ist sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sich die Frauen im Iran nicht immer schon verschleiern mussten. Aber Marjane Satrapi erinnert sich noch gut an eine Zeit, als ihre Mutter westliche Kleidung trug und die Nachbarin sogar vorzugsweise im knappen Minirock herumlief. Marjane war zehn Jahre alt, als sie plötzlich ihre liberale Schule verlassen und in ihrer neuen religiösen Schule Verschleierung tragen musste.
    Die kleinen Mädchen, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, rebellieren, werfen ihre Kopftücher von sich oder knüpfen sie zu einem Springseil zusammen. Aber es dauert nicht lange, bis sie sich zweimal am Tag Musik anhören müssen, die die "Märtyrer" preist, und sich dabei wiederholt heftig gegen die Brust schlagen. Und das ist erst der Beginn.
    Die Autorin schildert ihre Erlebnisse in den folgenden Jahren, während Revolution und Krieg, mit viel Humor, ohne die Tragik zu schmälern, bei der einem manchmal die Luft wegbleibt – auch dann, wenn man den Luxus genießt, in einem freien Land gemütlich mit dem Comic auf dem Sofa zu sitzen. Vor allem bringt sie dem Leser die Menschen näher, die nichts von all dem wollten, aber machtlos waren, es zu stoppen. Die das alles nicht verdient haben, und dazu gehört, dass sie es nicht verdient haben, pauschal als Fanatiker und Terroristen betrachtet zu werden.
    Marjane selber ist ein entschlossenes intelligentes Mädchen, manchmal stur, manchmal frech, oft am Rande dessen, was noch sicher ist. Als Teenager kauft sie Musikkassetten und Anstecker auf dem Schwarzmarkt, trägt eine Jeansjacke über dem Schleier oder widerspricht wütend der Propaganda ihrer Lehrerin – was letztendlich dazu führt, dass ihre Eltern sie zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Land schaffen, nach Wien, wo sie sich entwurzelt fühlt und jeden Halt verliert.
    Ich rechne es der Autorin hoch an, dass sie ihr eigenes Verhalten mit schonungsloser Ehrlichkeit schildert, ohne Entschuldigungen dafür zu finden. Denn sie ist nicht perfekt, sie tut sogar Dinge, die ich schockierend fand - einmal denunziert sie zum Beispiel einen unschuldigen Mann, um die Sittenwache von sich abzulenken, was in krassen Kontrast zu dem steht, was sie eigentlich denkt und glaubt.
    Dieser Comic zeigt, was ständige Angst aus Menschen macht – aber auch, dass es immer Widerstand gibt und dass Liebe und Mitgefühl noch unter schlimmsten Bedingungen treibende Kräfte sind.

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    Pat82s avatar
    Pat82vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Super gemacht
    Meine Kindheit im Iran

    Im Jahr 1979 fegt die iranische Revolution unter A. Chomeini den Schah von Persien von Thron, Marjane ist damals 10 Jahre alt, das einzige Kind einer modernen Familie in Teheran. In diesem Buch schildert Marjane wie alles anders wurde, über Krieg, ihre Zeit in Europa usw ... das buch ist wundervoll dargestellt und es hat richtig spass gemacht es zu lesen .. einmal was anderes

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    Sandy3437s avatar
    Sandy3437vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Anschauliche und ergreifende Darstellung der Geschehnisse während der islamischen Revolution und in den Folgejahren. Hervorragend!
    Ergreifend!

    Anschauliche und ergreifende Darstellung der Geschehnisse während der islamischen  Revolution und in den Folgejahren. Hervorragend!

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    sollhabens avatar
    sollhabenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ergreifend, weil es so wahr ist!
    Eine Kindheit im Iran

    An dieser Stelle möchte ich mein gewöhnliches Schema - zuerst eine Inhaltsangabe und anschließend meine Meinung - durchbrechen und meinen Eindruck als Gesamtes schildern.

    Mein regelmäßiger Lesezirkus bringt mich immer wieder dazu, aus meiner Wohlfühlzone auszubrechen. Dieses Mal war ich mit einer Graphic Novel gefordert, überhaupt nicht mein Genre.
    Allerdings ist es der Sinn unserer Zusammentreffen sich über Neues auszutauschen und deshalb habe ich mich überwunden und das Buch zur Hand genommen.
    Das sehr blaue Cover fällt einem sofort auf. Das Mädchen soll natürlich die Autorin/Zeichnerin darstellen. Ein Vorwort stimmt den Leser auf das Buch ein, mit kleinem Geschichteunterricht. An dieser Stelle wäre vielleicht auf eine Zeittafel, mit den wichtigsten Jahren und Daten von Nutzen.
    Die Geschichte an sich spielt hauptsächlich in Teharan rund um die Familie Satrapi. Diese entstammt aus der sehr gehobenen Mittelschicht, ist direkter Nachfahre eines Schahs und heisst die Revolution zuerst willkommen und erst im Fortlauf der Zeit, wird den Eltern klar, dass die Zeichen weiter auf Sturm deuten und deshalb wird Marjane auch nach Europa geschickt, um sie vor Gefahren zu bewahren.
    Gewaltig unterstützt wird die Erzählung von den in schwarz-weiß gehaltenen Bildern. Manche Ereignisse sind ohne Worte doch mit passenden und ergreifenden Bildern beschrieben. Manches Mal haben mich die Bemerkungen des Mädchens auch zum Lachen gebracht, wenn das auch extremer Galgenhumor ist. Erschüttert hat mich vorallem die Vorstellung eines Krieges in meiner Heimat. Wie furchtbar muss es sich anfühlen, Fliegerbombenalarm zu hören, in einen Keller zu rennen und das Ende des Beschusses abzuwarten.
    Die kulturellen Veränderungen, wie das Tragen des Kopftuches, als Frau keine eigene Meinung mehr haben zu dürfen, müssen unerträglich gewesen sein.
    Es war für die Familie natürlich von Vorteil, finanziell abgesichert zu sein. So war es möglich Marjane ins Ausland zu bringen. Sie lebt heute immer noch in Frankreich. Ihre Eltern dagegen sind im Iran geblieben.
    Das Buch wurde auch verfilmt und hat einige Preise gewonnen. Im Iran durfte er nur vor ausgewähltem Publikum vorgeführt werden und das auch nur zensuriert.

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    Kamilas avatar
    Kamilavor 7 Jahren
    Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

    Ein wunderbar anderer Bericht über ein Land, das seit Jahren recht einseitig in den Schlagzeilen vertreten ist. Aus dem Vorwort der Autorin: "(Seit 1979) wird diese traditionreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin, die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich, dass dieses Bild falsch ist."
    Mein einziger Kritikpunkt - wenn auch nur ein ganz kleiner: das Buch hört sehr abrupt auf. Aber gut, es gibt ja einen zweiten Teil ;-)
    ABSOLUTE EMPFEHLUNG!!!!

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    G
    gi_johmvor 7 Jahren
    Rezension zu "Persepolis" von Marjane Satrapi

    Ausgezeichnete Unterhaltung über Kindheit und Jugend in einem repressiven Regime, das sich anmasst die Lebensqualität und Überlebenswahrscheinlichkeit der Iraner zu mindern

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

    Absolut genial gemachter Comic. Die Verfilmung ist ebenfalls sehr gut gelungen und empfehlenswert.

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    Orishas avatar
    Orishavor 8 Jahren
    Rezension zu "Persepolis Band 01" von Marjane Satrapi

    Der Iran in den 1980er Jahren - eine Kindheit, in einem mir vorher doch unbekannten Land. Die Geschichte eines Landes und die einer Kindheit, beide im Umbruch befindlich, auf die eine oder andere Art. Ein Blick in eine andere Welt, die doch nicht so anders scheint. Der Kampf um Freiheit: eines Landes, ihrer Bevölkerung und vor allem der Kampf um eine freie Meinung... 


    Dies ist die Geschichte des Irans verbildlicht in Comicform. Anspruchsvoll und leicht verständlich für jedermann. 

    Fazit: Sehr empfehlenswert.

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    erdbeerliebe.s avatar
    erdbeerliebe.vor 9 Jahren
    Rezension zu "Persepolis - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi

    Ein Comic mit Hintergrund - und jede Menge Lebensstil. Fast könnte man meinen, irgendwie hätte man Marjane mal gekannt. Zudem erfährt man als Leser eine Menge Hintergrundwissen überdie Islamische Revolution von 1979 und andere Kriege - soviel, dass man schon fast wieder nicht alles behalten kann. Gespickt mit Humor und subtilem Mitgefühl ist das Buch in zwei Teile gegliedert. Marjanes Kindheit, und ihre Jugend in der Schweiz. Ich habe das Buch gelesen, ohne etwas von der Comicverfilmung gesehenzu haben - nun bin ich jedoch umso gespannter!

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