Mark Billingham Die Geliebte des Mörders

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Inhaltsangabe zu „Die Geliebte des Mörders“ von Mark Billingham

Wenn ein Sechzehnjähriger verschwindet, ist das nicht automatisch ein Fall für die Mordkommission der Londoner Polizei. Da seine Vorgesetzten Detective Tom Thorne aber für eine Weile aus dem Weg haben wollen, findet sich dieser plötzlich in einem ganz neuen Wirkungsfeld wieder. Doch es dauert nicht lange, bis neben etlichen Ungereimtheiten auch die erste Leiche auftaucht - und der raubeinige Ermittler einmal mehr in einem tödlichen Rennen gegen die Zeit steht …

Der 6. Thorne: perfekt!

— TheSilencer
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    Die Geliebte des Mörders
    TheSilencer

    TheSilencer

    30. March 2016 um 09:44

    Noch immer leidet Detective Inspector Tom Thorne unter dem Verlust seines Vaters. So sehr er die liebevollen Erinnerungen halten möchte, so sehr machen ihm die Tagträume zu schaffen.Seine Vorgesetzten sehen ihn noch immer nicht voll einsetzbar und verleihen ihn - inklusive seines bisherigen Teams - an das Londoner Dezernat für Entführungen aus.Thorne fühlt sich fehl am Platz; ihm fehlen seine Leichen und damit seine Berufung. Zumal im aktuellen Fall nichts auf eine schnelle Aufklärung hindeutet: von einem Ex-Polizisten wird der Sohn entführt. Obwohl eine Video-Botschaft eintrifft, bleiben Forderungen aus.Während alle Beteiligten um das Leben des Entführten bangen, stocken die Ermittlungen, doch man stolpert über Indizien zu zwei alten Fällen, die nie aufgeklärt wurden. Thornes Instinkte arbeiten wider besseren Wissens seiner Vorgesetzten auf Hochtouren. Und so ist er bald der einzige, der eine Verbindung zwischen allen drei Fällen erahnt. Nach der ersten Leiche ist sein Jagdtrieb wieder ganz der alte.Auch der sechste Billingham hat mich nicht enttäuscht. Die Charakterzeichnungen, der Alltagshumor und die zurückhaltenden, philosophischen Kurzausflüge perfektionieren die englische Krimiunterhaltung.

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  • Billinghams bisher bester Wurf

    Die Geliebte des Mörders
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 21:09

    Auf den Tischen und in den Regalen der meisten deutschen (gut sortiert sind viele ja nicht mehr zu nennen) Buchhandlungen sucht man seinen Namen oft vergebens: Mark Billingham. Seit fast zehn Jahren ist der Stand-Up-Comedian und Drehbuchautor nun bereits schon ein fester Bestandteil der britischen Kriminalromanszene. Den Erfolg aus seiner Heimat konnte er bisher jedoch hierzulande nicht in dem Maße wiederholen. Schwierig zu sagen, welche Gründe das hat. An mangelnder Qualität kann es sicherlich nicht liegen, zumal die Konkurrenz im Genre des Polizeiromans dünn gesät bzw. nicht gerade von allerhöchstem Kaliber ist (siehe Andreas Franz). Vielleicht ist die fehlende Lobby ein wichtiger Faktor, die Billingham, dessen Bücher im Verlauf der Jahre immer wieder in verschiedensten Aufmachungen auf den Markt geworfen wurden, im Haifischbecken Krimi leider hat. Ein Grund mehr für mich, mithilfe von Rezensionen auf seine Werke aufmerksam zu machen und sie ins Scheinwerferlicht zu ziehen. Der mittlerweile sechste Band der laufenden Reihe um Chief Inspector Tom Thorne hat eine größere Bühne besonders verdient, da es Billingham hier erneut gelingt, eine weitere Schüppe oben drauf zulegen. Kurz zur Story: Sechs Monate sind vergangen seit Tom Thorne undercover in den Straßen Londons ermittelt und versucht hatte, den Mann zu fassen, der drei Obdachlose totgetreten hatte. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Falls konnte sich Thorne, der vorher bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen war, weitestgehend rehabilitieren. Nun lechzt er nach einer neuen großen Ermittlung, an der er teilhaben kann. Doch statt Nachforschungen bei einem Mord zu betreiben, erwartet ihn eine Überraschung. Trevor Jesmond, Thornes persönlicher Erzfeind auf dem Londoner Revier und unglücklicherweise im Rang über ihm stehend, „verleiht“ den Chief Inspector kurzerhand an ein Sonderkommando, das die Entführung des sechzehnjährigen Luke Mullen untersuchen soll. Das Prekäre daran: Der Junge ist der Sohn eines ehemaligen hochrangigen Polizisten, der vorzeitig in den Ruhestand gegangen ist. Und als ob das die Arbeit nicht schon genug erschweren würde, pflegt Anthony Mullen auch noch ein äußerst gutes Verhältnis zu Jesmond. Es sieht alles nach einem Fall aus, bei dem man nur verlieren kann. Merkwürdigerweise haben Mullen und seine Frau das Verschwinden des Sohnes erst einige Tage später gemeldet, vorgeblich weil niemand der beiden wirklich an eine Entführung geglaubt hat. Doch Thorne ist sich sicher, dass mehr dahinter steckt. Zusammen mit Detective Louise Porter von der Kidnap Unit geht er die Liste der möglichen Entführer durch, welche Mullen angefertigt hat. Schon bald müssen beide feststellen, dass der ehemalige Polizist einen wichtigen Namen unterschlagen hat: Grant Freestone wurde, nicht zuletzt wegen Mullens Wirken, zu zehn Jahren Haft wegen Kindesmisshandlung verurteilt und nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe durch den Beschluss eines Komitees zur Resozialisierung auf freien Fuß gesetzt. In Folge dessen kam eine Frau und Mutter von zwei Kindern ums Leben, mit der Freestone angebändelt hatte und die nichts von der kriminellen Vergangenheit des Mannes wusste. Ihr Tod setzte auch gleichzeitig einen Schlussstrich unter das Komitee, welches sich im Anschluss an das Unglück auflöste. Steht die Entführung des jungen Luke Mullen irgendwie mit Grant Freestone in Verbindung? Ist er gar der gesuchte Kidnapper? Fragen, die sich auch der Leser zu Beginn des Buches öfters stellt, nur um relativ schnell festzustellen, dass die offensichtlich eingeschlagene Richtung der Handlung viel tiefgründiger und vielschichtiger ist, als anfangs angenommen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Mark Billingham nun um einiges effizienter und ökonomischer schreibt. Kamen in den ersten Bänden in der Regel stets vier bis fünf neue Personen in Thornes Team oder privatem Umfeld dazu, besetzt er hier die Rolle wieder mit alteingesessenen Charakteren. „Never change a winning team“, muss sich Billingham gedacht haben und ist mit dieser Maxime äußerst gut gefahren. Der meines Erachtens besonders in den ersten Büchern der Reihe noch etwas farblose Thorne muss nun nicht mehr den gesamten Plot auf seinen Schultern tragen. Und dadurch eröffnen sich Billingham auch hinsichtlich des Storytellings neue Möglichkeiten, die dieser weidlich ausnutzt. So bekommt Thornes Kollegin Yvonne Kitson genug eigene Arbeit, als ein schon verloren geglaubter Fall, bei dem ein junger Pakistani von drei gleichaltrigen Neonazis zu Tode getreten wurde, dank Hollands Hinweis neu aufgerollt wird. Letzterer tritt dieses mal etwas in den Hintergrund, was nach seinen häufigen Auftritten und dem Gejammer über die nervige Lebensgefährtin in den Vorgängern, nun eine erfrischende Abwechslung darstellt. Ansonsten bietet Mark Billingham wieder übliche Kost. Und üblich heißt in diesem Fall, authentische Polizeiarbeit, wo die Ermittler nicht blindlings über Indizien stolpern, sondern diese durch oftmals langwierige und fehlerbehaftete Nachforschungen zutage fördern. Knackige Latina-Ermittlerinnen, blondgelockte Detectives, messerschwingende Serienkiller. Bei Billingham sucht man solche schablonenhaften Figuren (gottseidank) vergebens. Stattdessen bewohnen leidgeprüfte Menschen seine Welt, welche unter dem täglichen Erfolgsdruck zusammenzubrechen drohen und sich nur mithilfe von Zynismus und schwarzen Humor über Wasser halten können. Bestes Beispiel ist da die Hauptfigur Tom Thorne, die immer noch am Tod des Vaters knabbert und mit der Frage hadert, ob dieser ein Unfall oder gar ein Anschlag war. Zudem ist der eigenbrötlerische und mürrische Ermittler in die Jahre gekommen, was sich nun auch körperlich durch Schmerzen in der Bandscheibe bemerkbar macht. Wandelt Billingham also auf Mankells Spuren? Ganz klares Nein, denn trotz der doch vielen menschlichen Probleme und Hindernisse bleiben die Ermittlungen stets im Vordergrund der Handlung. Der Leser kann auf Augenhöhe an diesen teilhaben, wobei es dem Autor hier meisterhaft gelingt, kleine versteckte Fährten zu legen, um Ersteren immer wieder aufs Glatteis zu führen. Wer nun aus Angst vor der Detailfülle hinsichtlich der Polizeiarbeit Bedenken bekommt, sei schnell beruhigt. Trotz der vielen parallel laufenden Handlungsstränge und dem Wust an vielen Informationen, erhöht sich das Spannungselement von einer Seite zur nächsten. Konsequent steuert man einem Ende entgegen, das nicht nur einige Überraschungen bietet, sondern auch erzähltechnisch einmal mehr unterstreicht, dass Billingham sich vor den Alteingesessenen des Genres keinesfalls verstecken muss. Im Gegenteil: Spätestens mit „Die Geliebte des Mörders“ gehört er endgültig selbst mit in die Riege der großen Kriminalautoren. Insgesamt ist „Die Geliebte des Mörders“ der bis hierhin beste Band aus der Serie um Tom Thorne, mit dem Mark Billingham hemaligen persönlichen Favoriten (wie z.B. Jeffery Deaver, der zuletzt sehr schwächelte) den Rang abgelaufen hat. Ein äußerst intelligenter, sehr realitätsnaher Polizeiroman mit düsterem Ton, der viel mehr deutsche Leser verdient hätte. Vielleicht trägt diese Rezension dazu bei, das zumindest ein paar auf diesen tollen Autor aufmerksam werden.

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  • Rezension zu "Die Geliebte des Mörders" von Mark Billingham

    Die Geliebte des Mörders
    Marion

    Marion

    25. March 2007 um 19:11

    Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch aussortiere oder doch in mein Bücherregal aufnehme. Es hat mich nicht überzeugt. Der Plot ist haarsträubend zusammengeschustert, rechte Spannung kommt nicht auf und die Charaktere kommen auch nicht so recht rüber.