Mark Ch. Newton

 3.3 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf von Mark Ch. Newton

Der britische Autor Mark Charan Newton wurde 1981 als Sohn einer indischen Mutter und eines englischen Vaters geboren. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium arbeitete er als Buchhändler und Verlagslektor, bis er seinen ersten Roman an Pan Macmillan verkaufte. Der internationale Durchbruch geland Mark Charan Newton mit "Nacht über Villjamur", Band 1 seiner Fantasy-Reihe "Die Legende der roten Sonne". Im Oktober 2012 erscheint mit "Stadt der Verlorenen" die Fortsetzung. Newton lebt und arbeitet in Nottingham und schreibt derzeit an einer neuen Reihe aus dem Genre des pseudo-klassischen Krimis, in deren Fokus eine Figur namens Lucan Drakenfeld stehen soll.

Alle Bücher von Mark Ch. Newton

Die Legende der Roten Sonne

Die Legende der Roten Sonne

 (8)
Erschienen am 05.04.2012
Drakenfeld

Drakenfeld

 (1)
Erschienen am 10.10.2013
Legends of the red sun - The Broken Isles

Legends of the red sun - The Broken Isles

 (0)
Erschienen am 20.06.2012
Retribution

Retribution

 (0)
Erschienen am 18.06.2015

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TheRavenkings avatar

Rezension zu "Drakenfeld" von Mark Ch. Newton

Fantasy trifft Krimi
TheRavenkingvor 3 Jahren

Irgendwo in einer Welt fernab unserer eigenen: Acht Königreiche haben sich zum Vispasianischen Staatenbund zusammengeschlossen. Lucan Drakenfeld aus dem Königreich Detrata ist Beamter des Sun Chamber, einer unabhängigen Ermittlungsbehörde, die über den einzelnen Staaten steht und den Frieden gewährleisten soll. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er in seine Heimatstadt Tryum zurück. Hier erwarten ihn gleich große Herausforderungen. Die Schwester des Königs wird ermordet, ihre Leiche in einem verschlossenen Tempel aufgefunden. Drakenfeld und seine Assistentin Leana stechen in ein Wespennest, die junge Frau scheint zahlreiche Neider und Feinde gehabt zu haben. Sie müssen sich mit den mächtigsten Menschen des Landes anlegen, um den Täter zu finden.

Drakenfeld wurde als eine Mischung aus George R. R. Martins Lied von Eis und Feuer Saga und C. J. Sansoms historischer Kriminalromane beschrieben. Mich persönlich erinnerte das Buch allerdings an eine ganz andere Reihe, nämlich John Maddox Roberts SPQR-Romane über den antiken römischen Detektiv Decius Caecilius Metellus. Die Phantasiewelt Drakenfelds ist ganz klar vom alten Rom inspiriert. Es gibt einen Senat, dessen Mitglieder alles andere als moralisch einwandfrei agieren. Die Bewohner hängen einer Religion an, die an das antike Götterwesen erinnert. In der Stadt Tryum steht eine gewaltige Arena in der sportliche Wettkämpfe stattfinden. Und in ihrer Freizeit geben sich die Leute ungeniert Ausschweifungen hin. Es gibt Anhänger von Monarchie und Republik und Politiker und Militärs intrigieren, um die Macht im Staat an sich zu reißen.

Nur in diesem Fall stellt sich natürlich die Frage: Warum sich nicht gleich für einen richtigen historischen Roman entscheiden, zumal es Drakenfeld nie wirklich gelingt sich als eigenständige Fantasy-Welt zu emanzipieren. Wobei Fantasy-Fans hier ohnehin kaum Interessantes geboten wird, denn zumindest dieser Band kommt so gut wie vollständig ohne übernatürliche Geschehnisse aus. Keine Magie, keine Fabelwesen, nichts.

 

Der Autor schafft es durch den ungewöhnlichen Schauplatz dennoch das Interesse des Lesers zu wecken. Und obwohl die Geschehnisse nicht besonders eindringlich geschildert werden und die Figuren trotz allem etwas oberflächlich bleiben, war ich fast bis zum Finale von der Geschichte gefesselt. Der Stil wirkt zwar ein wenig holprig, manchmal hatte ich das Gefühl ein Jugendbuch in der Hand zu haben, aber es passiert so viel, das man kaum Zeit zum nachdenken hat, und deshalb gar nicht merkt, dass hier kaum irgend etwas wirkliches Gewicht hat.

Wie bei solchen Fantasy-Geschichten üblich muss zunächst ein gewisses Maß an "world-building" geleistet werden. Es ist schließlich notwendig zu wissen, was genau die Gesetze und Regeln dieser Welt sind, in der man sich befindet. Während der Autor sich aber anfangs jede Menge Zeit lässt um einen in diese von ihm geschaffene Welt einzuführen, geschieht am Ende alles sehr schnell, auf einen Schlag wird alles aufgeklärt, wobei gerade Detektiv Drakenfeld keine allzu gute Figur macht, da er eher zufällig über die Lösung stolpert. Überhaupt bleibt der junge Held als Ermittler eher blass. Brillante Schlüsse oder clevere Deduktionen sind hier rar gesät. Drakenfeld leidet darunter, dass sein Vater eine dominante, erfolgreiche Persönlichkeit war, und nun, nach dessen Tod muss er sich beweisen und aus dem Schatten seines Erzeugers treten. Außerdem wird er von beunruhigenden Ohnmachtsanfällen heimgesucht, eine mysteriöse Krankheit, gegen die es kein Heilmittel zu geben scheint. Besonders komplex ist seine Person trotz dieser Konflikte aber nicht.

Wenigstens ist seine Partnerin eine starke Figur, eine toughe Kampfamazone, die Drakenfeld immer wieder aus Gefahrsituationen befreien muss. Dieser ist nämlich kein herausragender Kämpfer, sondern ein ziemlicher Schluffi, der eher die schönen Seiten des Lebens schätzt. Glücklicherweise verzichtet der Autor darauf irgendeine romantische Beziehung zwischen den beiden anzudeuten. Sie sind einfach nur Kollegen und Freunde, die sich gegenseitig vertrauen und gemeinsam für eine gute Sache kämpfen.

Zumindest eines scheint Mark Charran Newton von Game of Thrones übernommen zu haben, und zwar dass er völlig unerwartet wichtige Figuren sterben lässt. Da den Charakteren aber wie gesagt die wirkliche Dreidimensionalität fehlt, berührt einen ihr Schicksal weniger, als es vermutlich vom Autor beabsichtigt war.


Leider schwächelt bei Drakenfeld gerade die Krimihandlung sehr. Das klassische unmögliche Verbrechen, welches zu Beginn präsentiert wird, macht zwar neugierig, die Auflösung könnte jedoch kaum trivialer und abgedroschener ausfallen.

Fazit: Gute Idee Fantasy und Krimi miteinander verbinden zu wollen, nur Drakenfeld bietet von beidem eigentlich zu wenig. Trotzdem ist es unterhaltsam zu lesen, aber doch zu seicht um längere Zeit im Gedächtnis haften zu bleiben.  Mark Charran Newton hat seine Geschichte (wie könnte es auch anders sein) als Serie angelegt, hier bleibt also noch reichlich Luft nach oben.


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kornmuhmes avatar

Rezension zu "Die Legende der Roten Sonne" von Mark Ch. Newton

Gutes Potenzial, aber nicht immer glücklich umgesetzt.
kornmuhmevor 4 Jahren

Inhalt:

Die Stadt Villjamur ist alt, uralt. Angesichts einer drohenden Eiszeit sammeln sich hunderttausende Flüchtlinge vor den Toren der Stadt und flehen um Einlass, doch der allmächtige Stadtrat weigert sich zur Aufnahme. Als der alte und krankhaft misstrauische Kaiser Johynn Selbstmord begeht und auch noch ein hochangesehenes Ratsmitglied ermordet wird, geraten die Machtverhältnisse ins Wanken und Intrigen beginnen.

In dem ganzen Wirrwarr muss Inquisitionsermittler Rumex Jeryd die Aufklärung des Mordes übernehmen und gerät selbst in eine Verschwörung hinein. Kommandeur Brynd Lathraea degegen muss an ganz anderer Front kämpfen. Im Norden des Reiches tauchen rätselhafte Kreaturen auf, die ganze Dörfer niedermetzeln und anscheinend nicht aufzuhalten sind ...

Meinung:

Das Setting ist schon mal ganz hervorragend gewählt, wie ich finde: eine uralte Stadt voller dunkler Ecken, Geheimnisse, merkwürdiger Leute und erhabenen Bauten. Dazu droht eine Naturkatastrophe, Unmengen an Menschen harren vor den Toren und verlangen Einlass, wohingegen die Mächtigen ihren ganz eigenen Intrigen und Machtgelüsten nachgehen. Was für eine explosive Mischung!

Doch bereits am Anfang gibt es ein großes Problem: Es gibt im gesamten Buch keinerlei Erklärungen zu Rassen, Religionen, Gebieten etc. Keine Karte, keine Zeichnungen, kein Glossar, nix. Und das macht einem den Einstieg in die Welt von Villjamur wirklich schwer, weil der Autor gleich mit der Tür ins Haus fällt. Da ist die Rede von Kultisten, Artefakten, der Insel Folke, Jamur-Soldaten, Jorsalir-Priestern, Rumeln, Dawnir und und und ... Man kann kaum mal Luft holen, ohne dass einem schon wieder neue Begriffe um die Ohren fliegen, ohne dass sie irgendwo einzuordnen wären! Erst zum Ende des Buches hatte ich eine - grobe! - Vorstellung von der Aufteilung des Reiches und ihren Bewohnern. Aber wie gesagt, nur grob! Ich finde, mit dieser völligen Abwesenheit von Erklärungen und Einordnungshilfen hat sich Marc Charan Newton keinen Gefallen getan - und dem Leser schon gar nicht!

Die Geschichte selbst entwickelt sich leider auch ziemlich langsam, sodass man als Leser schon einigen Willen aufbringen muss, um durchzuhalten. Ich hatte oft das Gefühl, dass der Autor falsche Schwerpunkte setzt. Oftmals wurden Szenen bis ins kleinste Detail beschrieben oder Dialoge geführt, die aber letztlich nicht wirklich dem Vorankommen der Geschichte gedient haben. Zwar wurde den Charakteren dadurch eine gewisse Tiefe verliehen und auch die Stadt Villjamur nahm durch die vielen Beschreibungen Gestalt an, aber mir fehlte einfach der Fokus auf dem Kern der Geschichte. Was mit den Flüchtlingen passiert, weiß man am Ende immer noch nicht; oder auch, wie sich die Eiszeit nun im Reich auswirkt. Auch den merkwürdigen Kreaturen im Norden wird nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Fäden laufen erst ziemlich zum Schluss zusammen, und da merkt man auch, dass die Figuren alle etwas miteinander verbindet. Doch bis zu diesem Punkt muss man viel Geduld und Konzentration aufbringen ...

Fazit:

Die Geschichte hat wirklich Potenzial, was vor allem an dem genialen Schauplatz und den vielen Intrigen und den vielfältigen Figuren liegt. Doch ohne Karte und Glossar blieb für mich vieles im Dunkeln, was das Lesen mühsam machte. Zudem werden falsche Schwerpunkte in der Erzählung gelegt, so dass mir einfach die Spannung fehlte. Es handelt sich bei der Geschichte allerdings um eine Reihe, und ich bin durchaus geneigt, mir den 2. Band zu Gemüte zu führen.

3 von 5 Sternen

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Leocanto_Kostas avatar

Rezension zu "Die Legende der Roten Sonne" von Mark Ch. Newton

Rezension zu "Die Legende der Roten Sonne" von Mark Ch. Newton
Leocanto_Kostavor 6 Jahren

Eine jahrzehntelange Eiszeit bahnt sich an. Die Menschen suchen in den Städten Zuflucht, werden dort aber nicht eingelassen und lagern vor den Toren. In der Stadt selbst schmiedet eine Sekte im Rat ein Komplott gegen die neue Kaiserin und arbeitet an einem perfiden Plan, die Menschen vor der Stadt zu beseitigen. Ein Ermittler gerät zwischen die Fronten, Kultistenorden spielen ihr eigenes Spiel, ein Albinohauptmann soll eine unbekannte Bedrohung aus dem Norden untersuchen, ein Dieb will um jeden Preis das Leben seiner Mutter retten, usw.

Die Geschichte wird aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt. Die unterschiedlichen Handlungsstränge laufen dabei parallel und kreuzen sich auch regelmäßig. Die Personen selbst sind aber auch schon der Hauptkritikpunkt an dem Werk. Fast alle bleiben eindimensional, auch wenn sich der Autor verzweifelt bemüht alle mit Attributen und teilweise auch mit einer eigenen Geschichte auszustatten um sie vielschichtiger zu machen. Dabei lässt der Autor kaum ein Klischee aus und die Beweggründe für die Handlungen der Personen bleiben einem oft ein Rätsel oder die Handlungen selbst wirken schlicht unlogisch oder nicht nachvollziehbar. Wer auf gute Charakterzeichnungen wert legt oder auch nur schlicht Personen mag in die er sich hineinversetzen kann sollte von diesem Buch wohl eher die Finger lassen.
Der Plot und das Setting entsprechen einer klassischen Fantasygeschichte. Jedoch versucht der Autor mit neuen Ideen die Welt anzureichern und sich so von der Masse abzuheben. Man findet hier keine Elfen, Zwerge oder Orks. Auch keinen Waisenjungen der mit ein paar Begleitern die Welt rettet. Aber trotzdem ist alles da, nur eben in einem etwas anderen Gewand. Das Setting ist klassisch ein mittelalterliches Feudalsystem, die bekannte Welt sind unterschiedliche Inseln. Es gibt Menschen und Rumel, die miteinander in dieser Welt leben (könnten ebebso Menschen und Elfen sein, auch wenn Rumel anders aussehen). Der Waisenjunge ist am wahrscheinlichsten der Dieb. Das Böse kommt aus dem Norden und die Ungeheuer sehen aus wie Krustentiere, könnten aber genauso gut Orks sein. Die Magier sind in dieser Geschichte sog. Kultisten, die magische Effekte (inkl. Anhalten der Zeit) mit Relikten aus untergegangenen Kulturen erzeugen. Also alles da was man so braucht. Und trotzdem packt der Autor noch wandelnde Untote, Vampire und Riesenspinnen (letztere erst im zweiten Band) obendrauf. Damit hat er dann für meinen Geschmack deutlich übertrieben. Man wartet eigentlich nur noch auf Werwölfe und dann irgendwann doch noch auf Elfen und Orks (denn warum sollten die nun noch fehlen).

Die vorherrschende Stimmung ist düster und grau und passt gut zur Geschichte. Die Zeichnung der Stadt ist noch am besten gelungen. Die Beschreibungen lassen sie vor dem geistigen Auge förmlich entstehen. Die Geschichte selbst ist leider auch nicht frei von Logikproblemen. Wie eine Insel eine Eiszeit von mehreren Jahrzehnten überleben soll (bei durchgehend geschlossener Schneedecke) wird nicht mal ansatzweise erklärt. Es werden zwar Vorräte angelegt (zB Brennstoffe) aber auch in einem warmen Haus wird man verhungern wenn es jahrzehntelang keine Ernten gibt. Auch halten die Kultisten eine eigene Insel mit ihren Künsten frei von Schnee und Eis. Aber warum dann nicht alle dorthin wollen anstelle in eine überfüllte Stadt ohne Zukunft wird auch nicht näher erklärt. Auch warum man warten musste bis das Meer im Norden zugefroren ist um dorthin zu Reisen ist ein Rätsel, wo doch jede Menge Schiffe jeder Größe zwischen den Inseln verkehren (inkl. Eisbrecher). Jedoch ist hier im Gegensatz zu der Charakterzeichnung genug Potential vorhanden und streckenweise auch gut genutzt. Der Autor erzählt in einer düsteren Szenerie eine Handlung ohne allzu große Durchhänger, über weite Teile spannend, jedoch ein wenig zu vorhersehbar. Tote gibt es genug, die Personen sind nicht zimperlich, manche Beschreibungen sind jedoch schlichte Effekthascherei (egal ob beim Morden oder im Bett).

Wieviel Sterne gibt man also dem Machwerk? Von mir gibt es zwei, und ich hadere gerade mit mir selbst ob ich dem zweiten Teil noch eine Chance geben soll.

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