Mark Ch. Newton

 3.3 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Mark Ch. Newton

Der britische Autor Mark Charan Newton wurde 1981 als Sohn einer indischen Mutter und eines englischen Vaters geboren. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium arbeitete er als Buchhändler und Verlagslektor, bis er seinen ersten Roman an Pan Macmillan verkaufte. Der internationale Durchbruch geland Mark Charan Newton mit "Nacht über Villjamur", Band 1 seiner Fantasy-Reihe "Die Legende der roten Sonne". Im Oktober 2012 erscheint mit "Stadt der Verlorenen" die Fortsetzung. Newton lebt und arbeitet in Nottingham und schreibt derzeit an einer neuen Reihe aus dem Genre des pseudo-klassischen Krimis, in deren Fokus eine Figur namens Lucan Drakenfeld stehen soll.

Alle Bücher von Mark Ch. Newton

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Cover des Buches Die Legende der Roten Sonne9783802584558

Die Legende der Roten Sonne

 (8)
Erschienen am 05.04.2012
Cover des Buches Nights of Villjamur9780345520852

Nights of Villjamur

 (1)
Erschienen am 24.05.2011
Cover des Buches Drakenfeld9780230771413

Drakenfeld

 (1)
Erschienen am 10.10.2013
Cover des Buches City of Ruin9780345520883

City of Ruin

 (1)
Erschienen am 28.06.2011
Cover des Buches Retribution9781447219316

Retribution

 (0)
Erschienen am 18.06.2015

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Rezension zu "City of Ruin" von Mark Ch. Newton

Ein Buch ist mehr als die bloße Summe seiner Bestandteile
Wortmagievor 3 Jahren

Formell ist Villiren Teil des Imperiums Jamur. In der Realität feiert die Stadt ihre Unabhängigkeit und funktioniert nach eigenen Regeln und Gesetzen. Jeder Hunger, jede Perversion kann befriedigt werden. Diesen Sündenpfuhl muss Brynd Lathraea, Kommandant der Nachtgarde, gegen eine brutale Invasion verteidigen. Nach der Entdeckung der fremdartigen, feindlichen Okun obliegt es Brynd, Villiren auf ihren Angriff vorzubereiten. Verzweifelt versucht er, Autoritäten und Bevölkerung von der Gefahr eines nahenden Krieges zu überzeugen. Ihm begegnen Hass, Unglaube und Ignoranz. Als ein Mitglied der Nachtgarde spurlos verschwindet, wendet sich Brynd an Inquisitor Jeryd, der seit kurzem in Villiren lebt. Jeryd übernimmt die Ermittlungen und findet bald heraus, dass es in der Stadt zahllose ungeklärte Vermisstenfälle gibt. Wird Villiren von einem Serienmörder heimgesucht?
Währenddessen befinden sich Radur und die Schwestern Eir und Rika auf der Flucht durch die Wildnis. In einem Augenblick größter Not erfahren sie von unerwarteter Seite Hilfe und erhalten wichtige Informationen über die drohende Invasion, die Vergangenheit und Gegenwart des Imperiums in einem neuen Licht erscheinen lassen. Erreichen sie Villiren rechtzeitig, könnten diese Informationen den Ausgang der bevorstehenden Schlacht beeinflussen. Wird Villiren standhalten?

„City of Ruin“, der zweite Band der „Legends of the Red Sun“ von Mark Charan Newton, verlagert die Handlung in die Hafenstadt Villiren. Mir gefiel dieser Schauplatzwechsel sehr gut, weil Villiren ein Ort morbider Faszination ist. Es ist eine Stadt, die sich außerhalb der allgemeinen Gesetze bewegt. Geld und Macht sprechen Recht; Gerechtigkeit erhält nur, wer über das nötige Kleingeld verfügt. Der Stadthalter fördert die freie Marktwirtschaft, die die alltäglichen Hürden des Kapitalismus verursacht. Es ist eine Stadt der Sünde und des Lasters, in der jedes Bedürfnis befriedigt werden kann. Gangs steigen mit der Politik ins Bett und üben besorgniserregenden Einfluss aus. Jeden Tag kriecht der kriminelle Untergrund weiter an die Oberfläche und vereinnahmt sie.
Ausgerechnet diese Stadt soll Kommandant Brynd Lathraea verteidigen, in der seine Soldat_innen alles andere als willkommen sind und die dem exotischen Feind kaum etwas entgegenzusetzen hat. Brynds Verzweiflung war deutlich spürbar, ebenso wie die fatale Aussichtslosigkeit des Kampfes gegen die Okun. Ich empfand tiefe Hoffnungslosigkeit und sorgte mich um die Figuren, zu denen ich nun endlich eine stabile Bindung aufbauen konnte. Fluch und Segen zugleich, denn Mark Charan Newton neigt dazu, seine Charaktere äußerst unzeremoniell sterben zu lassen. In einem Moment sind sie noch quicklebendig, im nächsten liegen sie schon mausetot am Boden und man fragt sich, wie das geschehen konnte. Dadurch kippt Newton in unregelmäßigen Abständen die Erwartungshaltung seiner Leser_innen – offenbar legt er Wert darauf, als unberechenbarer Autor wahrgenommen zu werden. Er überrascht und schockiert, ohne allzu geizig mit Informationen zu sein. Der Handlungsstrang von Radur, Eir und Rika erklärt die Hintergründe des Krieges gegen die Okun, die Motivation ihres plötzlichen, aggressiven Angriffs, und gewährt tiefe Einblicke in die umfangreiche, komplizierte Geschichte des Imperiums. Newton brachte mich in eine der Nachtgarde überlegene Position und ließ mich meine erzwungene Untätigkeit verfluchen. Wie gern hätte ich in die Handlung eingegriffen und Kommandant Brynd mitgeteilt, was ich herausgefunden hatte.
Je mehr ich über die Vergangenheit des Imperiums erfuhr, desto weniger begriff ich jedoch dessen aktuelles Entwicklungsniveau. Obwohl das Imperium Zehntausende von Jahren alt ist, steckt es in einer Art Renaissance fest. Es müsste wesentlich fortschrittlicher sein. Hinweise deuten an, dass sehr viel Wissen verloren ging, aber ich verstehe (noch) nicht, wieso. Was ist passiert? Warum sind Kultisten die einzigen, die sich mit der Technik vergangener Jahrhunderte beschäftigen, mit Relikten, die der Gesellschaft und Kultur Jamurs so weit voraus sind, dass sie wie Magie erscheinen?
Ich zweifle noch daran, ob es in Newtons Universum überhaupt Magie im traditionellen Sinne gibt, habe aber mittlerweile den Eindruck, dass die bevorstehende Eiszeit keines natürlichen Ursprungs ist. Ich glaube, dass das Auftauchen der Okun und die sinkenden Temperaturen zusammenhängen. Vielleicht müssen die Problematiken nicht separat behandelt werden – vielleicht hängt das Schicksal Jamurs davon ab, dass beide Bedrohungen gemeinsam beseitigt werden.

„City of Ruin“ ist ein komponentenreicher, gewissenhaft konstruierter High Fantasy – Roman, der besonders mit originellem, vielfältigen Worldbuilding punktet. Dennoch kann ich nicht mehr als drei Sterne vergeben. Die unsägliche Wahrheit ist folgende: das Lesen war eine Qual. Es war dermaßen anstrengend, dass es mich fast zermürbt hätte, obwohl ich durch „Nights of Villjamur“ darauf vorbereitet war, dass die Lektüre kein Zuckerschlecken sein würde. Direkt danach war ich völlig entnervt und fest entschlossen, die „Legends of the Red Sun“ auf ewig von meinem Radar zu verbannen. Mittlerweile bin ich entspannter und empfinde durchaus eine gewisse Neugier hinsichtlich des nächsten Bandes, das grundsätzliche Problem bleibt allerdings bestehen: ich kann nicht definieren, warum mir Mark Charan Newtons Romane solche Schwierigkeiten bereiten. Es gibt kein Detail, das ich als Übeltäter entlarven könnte. Ich kann nur vermuten, dass Newton und ich nicht auf der gleichen Wellenlänge schwingen, weshalb die Kombination der Elemente seiner Geschichte für mich mittelmäßig funktioniert. Jedes Buch ist eben mehr als die bloße Summe seiner Bestandteile. Ich halte es mir offen, ob ich es mit dem Nachfolger „The Book of Transformations“ versuchen werde. Vielleicht siegt die Neugier eines Tages, vielleicht nicht.

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Rezension zu "Nights of Villjamur" von Mark Ch. Newton

Zäh und verkopft
Wortmagievor 3 Jahren

Der britische Autor Mark Charan Newton begann mit dem Schreiben, als er in einer Buchhandlung arbeitete. Permanent von Büchern umgeben zu sein, scheint ihn stark beeinflusst zu haben. Statt nach seinem Abschluss in Umweltwissenschaften im Regenwald zu verschwinden, entschied er sich für eine Karriere im Verlagswesen. Er arbeitete mehrere Jahre als Lektor, bevor 2009 sein Debüt „Nights of Villjamur“ erschien. Der Auftakt der Reihe „Legends of the Red Sun“ wurde überwiegend positiv bewertet und sicherte Newton einen festen Platz in der erlesenen Riege britischer Fantasy-Autor_innen. Mir wurde „Nights of Villjamur“ auf Goodreads empfohlen.

Ein eisiger Wind fegt durch die Straßen Villjamurs, Juwel und Herz des Imperiums Jamur. Graue Wolken verdecken das blasse Licht der sterbenden roten Sonne. Sinkende Temperaturen sind die Vorboten einer jahrzehntelangen Eiszeit, die bereits mit frostigen Fingern über das Land kriecht. Tausende Flüchtlinge sammeln sich vor den Toren der Hauptstadt. Vertrieben von der unerbittlichen Kälte, hoffen sie, in Villjamur Schutz zu finden. Doch die Tore bleiben verschlossen. Ränke um Macht und Einfluss werden auf den Rücken der Verzweifelten ausgetragen; Intrigen und Verrat, heimtückisch verborgen hinter freundlich lächelnden Gesichtern, die das Leid des Volkes nicht kümmert. Blind für die Gefahren, die dem Imperium drohen. Während Jamur langsam in den Fängen des ewigen Winters erstarrt, erheben sich in der Tundra die Untoten. Hoch im Norden zeugen unheimliche Berichte von ausgelöschten Siedlungen, entvölkert bis auf die letzte unglückliche Seele. Es scheint, als brächte die Eiszeit Schlimmeres mit sich als Frost und Schnee…

Auf gewisse Weise zollt „Nights of Villjamur“ Mark Charan Newtons Studium der Umweltwissenschaften Tribut. Nur jemand mit seinen spezifischen Kenntnissen konnte glaubhaft ein Universum konstruieren, das von einer jahrzehntelangen Eiszeit bedroht wird. Eben dieses Merkmal verleitete mich dazu, den Reihenauftakt zu kaufen. Das Imperium Jamur ist eine Inselgruppe, die im Norden von Newtons Universum liegt. Die Hauptstadt Villjamur erinnerte mich in ihrer Gnadenlosigkeit, Vielfalt und Gegensätzlichkeit an meine Heimat Berlin; ihr uraltes Antlitz an London zu Dickens Zeiten. Es ist ein faszinierender Ort, nicht nur aufgrund seiner besonderen Architektur, die Oberfläche ebenso wie Untergrund einschließt, sondern auch aufgrund der ungewöhnlichen Zusammensetzung der Population. Neben den Menschen bevölkern hybride, vogelähnliche Garuda und langlebige, echsenartige Rumel die Straßen Villjamurs. Banshees verkünden mit ihren unheimlichen Schreien den Tod. Die unausweichliche Eiszeit beeinflusst sie alle gleichermaßen, da diese – abgesehen von ihren offensichtlichen Auswirkungen – von der Politik instrumentalisiert wird. Der Kanzler des Reiches, der als Vorsitzender des Rates den Imperator unterstützen sollte, nutzt die instabile Lage des Imperiums aus und inszeniert kaltblütig eine abscheuliche Intrige, um sich selbst auf den Thron zu verhelfen. Ich habe in der High Fantasy bereits viele widerliche Komplotte erlebt, aber dieses gewaltige Intrigennetz ist in Punkto Bösartigkeit sehr weit fortgeschritten. Kanzler Urtica macht nicht einmal vor Kriegstreiberei und Völkermord Halt. Er ignoriert bewusst die reellen Gefahren, denen das Imperium ausgesetzt ist und ersetzt sie durch fiktive. Auf der nördlichen Insel Tineag’l zieht sich eine blutige Spur durch die Siedlungen, die auf einen neuen Feind schließen lässt – selbst das ist Urtica egal, obwohl Jamur wahrlich nicht darauf vorbereitet ist, sich zu verteidigen. Die aggressive Eroberungspolitik der vergangenen Jahrhunderte sicherte dem Imperium eine Vormachtstellung, die es fett, faul und träge werden ließ. Niemand glaubt tatsächlich daran, dass Jamur angegriffen werden könnte. Ich fand diese prekäre politische Situation extrem spannend, muss allerdings gestehen, dass ich sie nur schwer mit den Figuren in Verbindung bringen konnte. Wenngleich die Charaktere sehr realistisch und menschlich gezeichnet sind und es mir gefiel, dass „Nights of Villjamur“ ohne strahlende Held_innen auskommt, konnte ich mich einfach nicht mit ihnen identifizieren. Ich nahm an ihren verschiedenen Schicksalen kaum Anteil und beobachtete, statt mitzufiebern. Die Geschichte stimulierte mich eher intellektuell denn emotional; sie packte mich bei meinem Verstand, nicht bei meinem Herzen. Ich denke, Newtons kühler, distanzierter Schreibstil war mir im Weg. Ich empfand keine zwanghafte Neugier, weiterlesen zu müssen und habe daher recht lange für das Buch gebraucht. Natürlich hat „Nights of Villjamur“ seine Momente, aber ich klebte nicht an den Seiten, balancierte nicht auf der Stuhlkante und meine Fingernägel überstanden die Lektüre unbeschadet.

„Nights of Villjamur“ von Mark Charan Newton ist ein recht verkopfter, ehrgeiziger Reihenauftakt, der in mir wenig Leidenschaft weckte. Mein Interesse für die Geschichte ist definitiv intellektueller Natur, da mich die außergewöhnliche politische Situation des Imperiums Jamur stärker ansprach als die Erlebnisse der Figuren. Die Lektüre zog sich und war zäh, doch Newtons Einfallsreichtum hinsichtlich seines Universums ist zweifellos bewundernswert. Ich bin überzeugt, bisher lediglich an dessen Oberfläche gekratzt zu haben. Daher habe ich beschlossen, dem Nachfolger „City of Ruin“ eine Chance zu geben. Ich weiß nicht, ob ich die „Legends of the Red Sun“ bis zum Finale verfolgen werde, aber ich möchte eine konkretere Vorstellung davon gewinnen, wo die Geschichte hinführt. Ich werde von Band zu Band entscheiden und mich überraschen lassen, welche Grauen die Eiszeit über das Imperium Jamur bringt und welche Schrecken es sich selbst antut.

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Rezension zu "Drakenfeld" von Mark Ch. Newton

Fantasy trifft Krimi
TheRavenkingvor 5 Jahren

Irgendwo in einer Welt fernab unserer eigenen: Acht Königreiche haben sich zum Vispasianischen Staatenbund zusammengeschlossen. Lucan Drakenfeld aus dem Königreich Detrata ist Beamter des Sun Chamber, einer unabhängigen Ermittlungsbehörde, die über den einzelnen Staaten steht und den Frieden gewährleisten soll. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er in seine Heimatstadt Tryum zurück. Hier erwarten ihn gleich große Herausforderungen. Die Schwester des Königs wird ermordet, ihre Leiche in einem verschlossenen Tempel aufgefunden. Drakenfeld und seine Assistentin Leana stechen in ein Wespennest, die junge Frau scheint zahlreiche Neider und Feinde gehabt zu haben. Sie müssen sich mit den mächtigsten Menschen des Landes anlegen, um den Täter zu finden.

Drakenfeld wurde als eine Mischung aus George R. R. Martins Lied von Eis und Feuer Saga und C. J. Sansoms historischer Kriminalromane beschrieben. Mich persönlich erinnerte das Buch allerdings an eine ganz andere Reihe, nämlich John Maddox Roberts SPQR-Romane über den antiken römischen Detektiv Decius Caecilius Metellus. Die Phantasiewelt Drakenfelds ist ganz klar vom alten Rom inspiriert. Es gibt einen Senat, dessen Mitglieder alles andere als moralisch einwandfrei agieren. Die Bewohner hängen einer Religion an, die an das antike Götterwesen erinnert. In der Stadt Tryum steht eine gewaltige Arena in der sportliche Wettkämpfe stattfinden. Und in ihrer Freizeit geben sich die Leute ungeniert Ausschweifungen hin. Es gibt Anhänger von Monarchie und Republik und Politiker und Militärs intrigieren, um die Macht im Staat an sich zu reißen.

Nur in diesem Fall stellt sich natürlich die Frage: Warum sich nicht gleich für einen richtigen historischen Roman entscheiden, zumal es Drakenfeld nie wirklich gelingt sich als eigenständige Fantasy-Welt zu emanzipieren. Wobei Fantasy-Fans hier ohnehin kaum Interessantes geboten wird, denn zumindest dieser Band kommt so gut wie vollständig ohne übernatürliche Geschehnisse aus. Keine Magie, keine Fabelwesen, nichts.

 

Der Autor schafft es durch den ungewöhnlichen Schauplatz dennoch das Interesse des Lesers zu wecken. Und obwohl die Geschehnisse nicht besonders eindringlich geschildert werden und die Figuren trotz allem etwas oberflächlich bleiben, war ich fast bis zum Finale von der Geschichte gefesselt. Der Stil wirkt zwar ein wenig holprig, manchmal hatte ich das Gefühl ein Jugendbuch in der Hand zu haben, aber es passiert so viel, das man kaum Zeit zum nachdenken hat, und deshalb gar nicht merkt, dass hier kaum irgend etwas wirkliches Gewicht hat.

Wie bei solchen Fantasy-Geschichten üblich muss zunächst ein gewisses Maß an "world-building" geleistet werden. Es ist schließlich notwendig zu wissen, was genau die Gesetze und Regeln dieser Welt sind, in der man sich befindet. Während der Autor sich aber anfangs jede Menge Zeit lässt um einen in diese von ihm geschaffene Welt einzuführen, geschieht am Ende alles sehr schnell, auf einen Schlag wird alles aufgeklärt, wobei gerade Detektiv Drakenfeld keine allzu gute Figur macht, da er eher zufällig über die Lösung stolpert. Überhaupt bleibt der junge Held als Ermittler eher blass. Brillante Schlüsse oder clevere Deduktionen sind hier rar gesät. Drakenfeld leidet darunter, dass sein Vater eine dominante, erfolgreiche Persönlichkeit war, und nun, nach dessen Tod muss er sich beweisen und aus dem Schatten seines Erzeugers treten. Außerdem wird er von beunruhigenden Ohnmachtsanfällen heimgesucht, eine mysteriöse Krankheit, gegen die es kein Heilmittel zu geben scheint. Besonders komplex ist seine Person trotz dieser Konflikte aber nicht.

Wenigstens ist seine Partnerin eine starke Figur, eine toughe Kampfamazone, die Drakenfeld immer wieder aus Gefahrsituationen befreien muss. Dieser ist nämlich kein herausragender Kämpfer, sondern ein ziemlicher Schluffi, der eher die schönen Seiten des Lebens schätzt. Glücklicherweise verzichtet der Autor darauf irgendeine romantische Beziehung zwischen den beiden anzudeuten. Sie sind einfach nur Kollegen und Freunde, die sich gegenseitig vertrauen und gemeinsam für eine gute Sache kämpfen.

Zumindest eines scheint Mark Charran Newton von Game of Thrones übernommen zu haben, und zwar dass er völlig unerwartet wichtige Figuren sterben lässt. Da den Charakteren aber wie gesagt die wirkliche Dreidimensionalität fehlt, berührt einen ihr Schicksal weniger, als es vermutlich vom Autor beabsichtigt war.


Leider schwächelt bei Drakenfeld gerade die Krimihandlung sehr. Das klassische unmögliche Verbrechen, welches zu Beginn präsentiert wird, macht zwar neugierig, die Auflösung könnte jedoch kaum trivialer und abgedroschener ausfallen.

Fazit: Gute Idee Fantasy und Krimi miteinander verbinden zu wollen, nur Drakenfeld bietet von beidem eigentlich zu wenig. Trotzdem ist es unterhaltsam zu lesen, aber doch zu seicht um längere Zeit im Gedächtnis haften zu bleiben.  Mark Charran Newton hat seine Geschichte (wie könnte es auch anders sein) als Serie angelegt, hier bleibt also noch reichlich Luft nach oben.


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