Mark Dunn

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Nollops Vermächtnis, Ella Minnow Pea und weiteren Büchern.

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Nollops Vermächtnis

Nollops Vermächtnis

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Erschienen am 01.02.2006
Ella Minnow Pea

Ella Minnow Pea

 (3)
Erschienen am 01.12.2008
Gendermat

Gendermat

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Erschienen am 01.10.1999
The Deer & the Antelope Play

The Deer & the Antelope Play

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Erschienen am 01.01.2001
Shabbat Anthology

Shabbat Anthology

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Erschienen am 01.08.2004
Welcome to Higby

Welcome to Higby

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Erschienen am 10.03.2005
Welcome to Higby : A Novel

Welcome to Higby : A Novel

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Erschienen am 01.09.2003
Under the Harrow

Under the Harrow

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Erschienen am 16.03.2012

Neue Rezensionen zu Mark Dunn

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Nicole_Rensmanns avatar

Rezension zu "Nollops Vermächtnis" von Mark Dunn

Ein Experiment mit der Sprache und eine versteckte Anklage an die Menschheit
Nicole_Rensmannvor 5 Jahren


»Nollops Vermächtnis« ist das Erbe eines Ehrenbürgers der kleinen Insel Nollopton. Die Bewohner vergöttern Nollop und ehren den sprachgewandten Mann, dem es doch tatsächlich gelungen ist, einen Satz zu verfassen – ein Pangramm – , in dem jeder Buchstabe des Alphabets mindestens einmal vorkommt. Dieser Satz prangt als Heiligtum gut sichtbar am Denkmal des Stadtzentrums. Doch dann geschieht das Unglück. Es fällt das Z. Der Hohe Rat sieht darin ein Zeichen und verbietet zukünftig das Z zu benutzen. Bücher, Schriften und Verordnungen werden entsorgt. Das Z wird verbannt und wer sich erlaubt das Z weiterhin zu verwenden wird bestraft. Verwarnung, Auspeitschen, Verbannung. Keine Lappalie. Natürlich bleibt es nicht beim Z. Und viele Inselbewohner ahnen, dass es nicht Nollop ist, der auf diese Weise auf sich aufmerksam machen will, sondern nichts weiter als der hundert Jahre alte Kleber, der zum Ankleben der Buchstaben-Kacheln verwendet wurden.

Der Zerfall der Sprache - deutlicher ist es kaum darzustellen.
Der Zerfall der Sprache – deutlicher ist es kaum darzustellen.
Nun. Der  Hohe Rat ist jedoch anderer Meinung. Und es passiert, was passieren muss. Nach und nach fallen alle Buchstaben aus dem Pangramm herunter. Auch das O, aber das – so meint der Hohe Rat – muss ein Versehen sein. Das O darf weiter benutzt werden, sonst könnte ja der tolle Nollop nicht mehr beim Namen benannt werden. Die Sprache verschwindet, dabei stand Nollop doch für die Sprache. Natürlich erfährt auch die Außenwelt von diesen seltsamen Verboten und versucht auf ihre Weise zu helfen.

"Das Z zerplatzt" von Chris van Allsburg: "Das Z zerplatzt, das Stück ist aus."
“Das Z zerplatzt” von Chris van Allsburg: “Das Z zerplatzt, das Stück ist aus.”
Die Geschichte ist nicht spannend, sie stimmt jedoch nachdenklich und erinnert mich nicht nur an die Schildbürger-Geschichten aus meiner Kinderzeit, sondern auch an »Das Z zerplatzt« von Chris van Allsburg – ein Kinderbuch mit Buchstabenreimen.
Doch Parallelen im Buch finden sich vor allem in der Realität. Die ausnahmslose Verehrung einer toten Person, ohne den eigenen Verstand zu benutzen, die Ausübung von Gesetzen der Machthabenden und der Kampf der Bürger gegen diese. Eine Buchstaben-Diktator. Und da wäre noch der Zerfall der Sprache, der von zahlreichen Generationen immer weider bemängelt wird.

Das besondere zum Stil: Die Geschichte rund um Nollop in Nollopton wird in Briefform geschrieben. Es wird keine Atmosphäre geschaffen. Nie kennt der Leser die Umgebung des Protagonisten und erfährt auch nicht wie dieser selbst aussieht. Alle bleiben ohne Gesicht, sie haben nur ihre Sprache, die sie in Schriftform ausdrücken. Und das muss nicht nur für den Autor, vor allem aber für den Übersetzter Henning Ahrens eine Herausforderung gewesen sein.

Letztendlich ist es kein erzählter Roman, sondern ein Schreibexperiment und die erschreckend ironische Zurschaustellung des Menschen auf vielfältige Weise.

Fazit: »Nollops Vermächtnis« von Mark Dunn ist für alle, die Sprache und Ausdruck lieben und mehr als nur eine unterhaltende Geschichte möchten.

© & Komplette Rezi unter:
http://www.blog.nicole-rensmann.de/2014/03/18/gelesen-nollops-vermaechtnis-von-mark-dunn/

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Silverwings avatar

Rezension zu "Nollops Vermächtnis" von Mark Dunn

Rezension zu "Nollops Vermächtnis" von Mark Dunn
Silverwingvor 9 Jahren

Mir hat die Idee des Buches gut gefallen. Buchstaben werden verboten und dürfen in der Sprache nicht mehr verwendet werden. Strafen werden angedroht und auch umgesetzt. Und das alles nur weil, von einer Inschrift die Buchstabenkacheln herunterfallen.
Wie gesagt: Die Idee finde ich richtig gut. Die Charaktere sind schön entwickelt, der Umgang mit den fehlenden Buchstaben wird deutlich. Aber es hat mir irgendwie zu lange gedauert. Ich fand es ziemlich zäh. Man fragt sich ständig, welche Buchstaben wohl als nächstes herunterfallen und damit nicht mehr benutzt werden dürfen. Klar, es baut sich immer weiter auf und die Verwendung von Sprache (in Wort und Schrift) wird immer schwieriger. Es macht Spaß zu lesen, wie Ersatz-Begriff gefunden werden.
Fazit: Ein Briefroman, in dem die Schreibenden (die in verschiedenen Orten wohnen) sich von der Situation berichten, dadurch erfährt auch der Leser davon und von den damit einhergehenden Problemen. Aber es ist auch nicht essentiell wichtig für das Verständnis der Handlung, dass man wirklich jeden Brief liest...

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rumble-bees avatar

Rezension zu "Ella Minnow Pea" von Mark Dunn

Rezension zu "Ella Minnow Pea" von Mark Dunn
rumble-beevor 9 Jahren

Ach, welch eine Verantwortung, die erste Rezension zu einem Buch zu schreiben...! Wie kann ich das nur gescheit anstellen? Denn am liebsten würde ich euch ALLE dazu bewegen, dieses Buch zu lesen! Es ist mit Abstand das Originellste, was ich seit JAHREN gelesen habe, und auch bei dieser zweiten Lektüre hat es mir wieder super gefallen - obwohl mir noch ein paar Details mehr aufgefallen sind. Aber dazu gleich!

Obwohl ich das sonst ungern mache, hier eine kurze Erläuterung des Inhalts - sonst versteht man das Buch einfach nicht:
Versetzen wir uns in eine imaginäre Zukunft auf eine fiktive kleine Insel vor der Küste Amerikas - "Nollop Island". Benannt hat sich dieses skurrile Völkchen, das auf Errungenschaften der Technik nahezu verzichtet und sich stattdessen zum Beispiel von Haus zu Haus tagtäglich Briefe schreibt, nach seinem Gründer: Nevin Nollop, im Verlauf des Buches auch der "allmächtige Nollop" genannt. Diesem Menschen ist etwas gelungen, was ihn in den Augen der sprachversessenen Nollopianer beinahe zum Gott erhebt: er hat ein "Pangram" erschaffen! Ein Pangram ist ein grammatikalisch vollständiger Satz, der ALLE Buchstaben des Alphabets in möglichst gleichmäßiger Verteilung enthält. Das hört sich leicht an, ist aber in der Tat relativ selten! Jeder möge es einmal selber versuchen! Dieser ach so einmalige Satz lautet im Englischen "The quick brown fox jumps over the lazy dog", und wurde mit eisernen Lettern am Denkmal des großen Nollop auf dem Marktplatz in Nollopton angebracht.

Eines Tages geschieht das Undenkbare: einer der Buchstaben fällt herunter! Der Gemeinderat befindet sich in heller Aufregung, und interpretiert das Ereignis als ein Zeichen des großen Nollop aus dem Jenseits. Der Buchstabe, in diesem Fall das "Z", so sagen die Dorfältesten, sei hinfort unter Strafe aus der Sprache des Eilands zu tilgen - so wolle es offenbar Nollop. Sofort regen sich erste Proteste unter den Bewohnern, man munkelt von Willkür und Fehlinterpretation.

Doch das "Z" ist noch relativ entbehrlich. Fatal wird die Lage erst, als weitere Buchstaben fallen: erst das Q, dann das J und das D. Nun wird es langsam brenzlig! Die Proteste werden immer lauter, und es bricht sogar leichte Panik aus, als ein Journalist durch ein Labor feststellen lässt, dass es sich um einen klaren Fall von Korrosion handelt, und im Laufe der Zeit ALLE Buchstaben fallen werden. Mit Hilfe der mutigen Ella handelt der Journalist einen Kompromiss mit dem Gemeinderat aus: die strengen Sprachgesetze sollen wieder aufgehoben werden, wenn es einer anderen Person gelingt, ebenfalls ein Pangram zu verfassen - und zwar ein kürzeres als Nollop... Auf der Insel bricht fieberhafte Aktivität aus, um die vorgegebene Schallgrenze eines Pangrams aus weniger als 33 Buchstaben zu brechen... Und am Ende gelingt es natürlich unserer Heldin Ella durch einen dummen Zufall, dem ganzen Irrsinn 3 Stunden vor Ablauf der Frist Einhalt zu gebieten...

Hört sich diese Zusammenfassung schräg an? Ja?? Wunderbar, denn das soll sie auch!
Dieses Buch ist nicht nur eine Utopie, und eine wunderbare Fabel auf politische Machenschaften und Willkür, sondern vor allem eines: ein einziger, gigantischer Sprachwitz! Linguisten und Englischlehrer werden noch auf Generationen hinaus an diesem Buch ihre helle Freue haben.

Denn das Besondere an diesem Buch sind, außer der abstrusen Handlung, zwei Tatsachen: erstens ist es in Form von Briefen verfasst, die sich die verschiedensten Personen des Romans schreiben - vor allem aber Ella und ihre Cousine Tassie. Zweitens, und das ist noch viel besser, bekommt der Leser die auf der Insel einsetzenden Sprachrestriktionen hautnah mit - denn die Buchstaben verschwinden nicht nur aus der Sprache der Insel, sondern auch aus dem BUCH!! Es ist eine helle Freude, genau hinzulesen, und festzustellen, an welchen Stellen die schreibenden Personen neue Wörter erfunden haben, um die verbotenen Buchstaben zu umgehen... Der Erfindungsreichtum des Autors in dieser Hinsicht ist schier unglaublich, und ich beneide den deutschen Übersetzer wirklich nicht um seine Aufgabe: er musste im Grunde das ganze Buch neu schreiben! Aber ich habe mir sagen lassen, dass in der deutschen Fassung des Buches die Buchstaben in der gleichen Reihenfolge fallen, obwohl doch die Verteilung und Frequenz der Buchstaben im Deutschen ziemlich anders ist als im Englischen...

na ja, wie ihr schon ahnt, macht das Ganze einen Heidenspaß! Zum Schluss bleiben nur noch 5 (!) Buchstaben über, und zwar "L M N O P", und wenn man das im Englischen schnell hintereinander liest, na, was kommt dabei heraus?? Genau, der Titel des Buches, und der Name unserer Heldin, "Ella Minnow Pea"!!! wie gesagt, wird es am Schluss verdammt knapp, doch es wird ein neues Pangram gefunden, so dass alle aufatmen können. Das kommt durch einen wirklich liebenswerten Zufall zustande, den ich hier wirklich nicht verraten möchte. Lest selbst! Amüsiert euch, kugelt euch vor Lachen, haut euch auf die Schenkel... all das ist möglich bei diesem Buch!

Manche mögen einwenden, die politische Seite des Buches sei doch recht düster - aber ich denke, das wird von den heiteren, sprachspielerischen Aspekten tausendfach wieder aufgewogen.
Das ist ein Buch für alle, die Verrückheiten und Innovationen lieben!!
Das ideale Geschenk für Englischlehrer... !

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