Mark Dunn Nollops Vermächtnis

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Inhaltsangabe zu „Nollops Vermächtnis“ von Mark Dunn

Für die Bewohner einer kleinen Insel ist Nollops Vermächtnis der Schlüssel zur Sprache und zur Welt. Ein Pangramm ist an seinem Denkmal angebracht: ein Satz, der alle Buchstaben des Alphabets enthält. Als eines Tages das »Z« vom Sockel fällt, stellt der Hohe Inselrat dessen Verwendung in Wort und Schrift unter Todesstrafe. Es fallen immer mehr Lettern, und die heile Welt der Menschen auf dem friedlichen Eiland, denen Buchstabe um Buchstabe die Sprache verboten wird, verwandelt sich in eine totalitäre Hölle. <br><br> »Diesem kleinen Roman gelingt das große Kunststück, eine scheinbar unglaubwürdige Geschichte nicht nur vergnüglich zu erzählen, sondern buchstäblich so vorzuführen, dass man als Leser ihre absonderliche Wirkung miterleben kann.«<br> Frankfurter Allgemeine Zeitung

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  • Ein Experiment mit der Sprache und eine versteckte Anklage an die Menschheit

    Nollops Vermächtnis

    Nicole_Rensmann

    19. March 2014 um 11:41

    »Nollops Vermächtnis« ist das Erbe eines Ehrenbürgers der kleinen Insel Nollopton. Die Bewohner vergöttern Nollop und ehren den sprachgewandten Mann, dem es doch tatsächlich gelungen ist, einen Satz zu verfassen – ein Pangramm – , in dem jeder Buchstabe des Alphabets mindestens einmal vorkommt. Dieser Satz prangt als Heiligtum gut sichtbar am Denkmal des Stadtzentrums. Doch dann geschieht das Unglück. Es fällt das Z. Der Hohe Rat sieht darin ein Zeichen und verbietet zukünftig das Z zu benutzen. Bücher, Schriften und Verordnungen werden entsorgt. Das Z wird verbannt und wer sich erlaubt das Z weiterhin zu verwenden wird bestraft. Verwarnung, Auspeitschen, Verbannung. Keine Lappalie. Natürlich bleibt es nicht beim Z. Und viele Inselbewohner ahnen, dass es nicht Nollop ist, der auf diese Weise auf sich aufmerksam machen will, sondern nichts weiter als der hundert Jahre alte Kleber, der zum Ankleben der Buchstaben-Kacheln verwendet wurden. Der Zerfall der Sprache - deutlicher ist es kaum darzustellen. Der Zerfall der Sprache – deutlicher ist es kaum darzustellen. Nun. Der  Hohe Rat ist jedoch anderer Meinung. Und es passiert, was passieren muss. Nach und nach fallen alle Buchstaben aus dem Pangramm herunter. Auch das O, aber das – so meint der Hohe Rat – muss ein Versehen sein. Das O darf weiter benutzt werden, sonst könnte ja der tolle Nollop nicht mehr beim Namen benannt werden. Die Sprache verschwindet, dabei stand Nollop doch für die Sprache. Natürlich erfährt auch die Außenwelt von diesen seltsamen Verboten und versucht auf ihre Weise zu helfen. "Das Z zerplatzt" von Chris van Allsburg: "Das Z zerplatzt, das Stück ist aus." “Das Z zerplatzt” von Chris van Allsburg: “Das Z zerplatzt, das Stück ist aus.” Die Geschichte ist nicht spannend, sie stimmt jedoch nachdenklich und erinnert mich nicht nur an die Schildbürger-Geschichten aus meiner Kinderzeit, sondern auch an »Das Z zerplatzt« von Chris van Allsburg – ein Kinderbuch mit Buchstabenreimen. Doch Parallelen im Buch finden sich vor allem in der Realität. Die ausnahmslose Verehrung einer toten Person, ohne den eigenen Verstand zu benutzen, die Ausübung von Gesetzen der Machthabenden und der Kampf der Bürger gegen diese. Eine Buchstaben-Diktator. Und da wäre noch der Zerfall der Sprache, der von zahlreichen Generationen immer weider bemängelt wird. Das besondere zum Stil: Die Geschichte rund um Nollop in Nollopton wird in Briefform geschrieben. Es wird keine Atmosphäre geschaffen. Nie kennt der Leser die Umgebung des Protagonisten und erfährt auch nicht wie dieser selbst aussieht. Alle bleiben ohne Gesicht, sie haben nur ihre Sprache, die sie in Schriftform ausdrücken. Und das muss nicht nur für den Autor, vor allem aber für den Übersetzter Henning Ahrens eine Herausforderung gewesen sein. Letztendlich ist es kein erzählter Roman, sondern ein Schreibexperiment und die erschreckend ironische Zurschaustellung des Menschen auf vielfältige Weise. Fazit: »Nollops Vermächtnis« von Mark Dunn ist für alle, die Sprache und Ausdruck lieben und mehr als nur eine unterhaltende Geschichte möchten. © & Komplette Rezi unter: http://www.blog.nicole-rensmann.de/2014/03/18/gelesen-nollops-vermaechtnis-von-mark-dunn/

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  • Rezension zu "Nollops Vermächtnis" von Mark Dunn

    Nollops Vermächtnis

    Silverwing

    11. March 2010 um 22:27

    Mir hat die Idee des Buches gut gefallen. Buchstaben werden verboten und dürfen in der Sprache nicht mehr verwendet werden. Strafen werden angedroht und auch umgesetzt. Und das alles nur weil, von einer Inschrift die Buchstabenkacheln herunterfallen. Wie gesagt: Die Idee finde ich richtig gut. Die Charaktere sind schön entwickelt, der Umgang mit den fehlenden Buchstaben wird deutlich. Aber es hat mir irgendwie zu lange gedauert. Ich fand es ziemlich zäh. Man fragt sich ständig, welche Buchstaben wohl als nächstes herunterfallen und damit nicht mehr benutzt werden dürfen. Klar, es baut sich immer weiter auf und die Verwendung von Sprache (in Wort und Schrift) wird immer schwieriger. Es macht Spaß zu lesen, wie Ersatz-Begriff gefunden werden. Fazit: Ein Briefroman, in dem die Schreibenden (die in verschiedenen Orten wohnen) sich von der Situation berichten, dadurch erfährt auch der Leser davon und von den damit einhergehenden Problemen. Aber es ist auch nicht essentiell wichtig für das Verständnis der Handlung, dass man wirklich jeden Brief liest...

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  • Rezension zu "Nollops Vermächtnis" von Mark Dunn

    Nollops Vermächtnis

    nibrir

    31. July 2007 um 16:28

    » Keiner schoss fixer als jung Sibylle das Kaul von Quappe mit der Zwille. « - Dieser Satz enthällt alle 26 Buchstaben des Alphabets und hat lange Zeit regelrecht das Leben der Inselbewohner bestimmt. Als nach und nach einzelne Buchstaben aus dem Pangramm herausbrechen, zieht der Hohe Rat daraus seine Konsequenzen und beschneidet die Sprache, indem er die weitere Verwendung der Buchstaben unter Strafe stellt. Das Land entwickelt sich zu einer regelrechten Wüste der Kommunikation, doch eine junge Frau kämpft gegen die Uneinsichtigkeit an. Es ist spannend mitanzusehen, wie die Sprache Stück für Stück zerfällt. Der amerikanische Autor entwirft mit seinem ersten Roman ein Szenario, das beinahe Angst macht, denn als Leser erlebt man durch die Briefe der Dorfbewohner alle Veränderungen hautnah mit. Ein bemerkenswertes Buch, das mich auch nach dem Lesen noch immer fasziniert. Sehr empfehlenswert!

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