Rezension zu "Feeding the Machine. Hinter den Kulissen der KI-Imperien" von James Muldoon
Books-change-lifeBei „Feeding the machine“ handelt es sich um ein Sachbuch, das sich mit den Arbeitsbedingungen rund um die KI beschäftigt. Es zeigt nicht nur die schlechten Arbeitsbedingungen verschiedener Arbeiter, die Auswirkungen für Künstler und KI-Tech-Mitarbeiter, sondern auch die Folgen, die es mit sich bringt.
Dieses Buch hat mir gezeigt, wie komplex die ganze Thematik ist und dass nicht nur einzelne an dem System etwas verändern können, sondern nur alle gemeinsam. Aufgrund der Komplexität konnte ich ohne Vorwissen nicht immer sofort jedem Punkt folgen. Aber es war ungemein interessant Parallelen aufgezeigt zu bekommen, wie sich die KI-Entwicklung an der Kolonialisierung und Industrialisierung orientiert. Nie habe ich mir zuvor Gedanken gemacht, welche Auswirkungen es hat, wenn ich bei Social Media ein Bild melde, was Annotatoren sind und unter welchem Druck diese Menschen arbeiten müssen.
Es wird strukturiert vorgegangen. Hin und wieder gibt es philosophische Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Die weitreichenden Einblicke verhelfen, sich später gezielt mit einzelnen Themen zu beschäftigen, über die man vorher vermutlich nicht Bescheid wusste. Immer wieder wandern wir in die Vergangenheit zurück, um gewisse Verbindungen herzustellen.
Wichtigster Ansatz des Ganzen: Was können wir tun, dass die KI für uns arbeitet und nicht wir für die KI. Wir sollten nicht als Brennstoff für diesen riesigen Apparat dienen.
Das Kapitel der Künstlerin war für mich besonders wichtig und interessant. Ich mochte den Denkansatz, dass Kunst die Grenzen der Menschen erweitert. KI nutzt in der Kunst lediglich Bezugspunkte aus der Vergangenheit und somit besteht wenig Raum für Kreativität und Innovation. Ebenso kennt KI nicht das Gefühl eines schönen Morgens, wenn man neben einem geliebten Menschen aufwacht oder wie sich Kämpfe in Schützengräben in modernen Kriegen anfühlen.
Jeder Einzelne muss seinen Beitrag leisten, damit der Mensch und nicht der Kapitalismus zählt.
Ob mit oder ohne Vorkenntnisse, es ist auf alle Fälle empfehlenswert. Die Stimme von Stefan Kaminsky empfand ich als sehr angenehm und passend.







