Mark Graham Schwarze Schatten

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 0 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Schwarze Schatten“ von Mark Graham

Autor/in: Mark Graham Titel: Schwarze Schatten ISBN: 9783822501351 (früher: 3822501352) Format: 22 x 15 x 4,5 cm Seiten: 495 Gewicht: 710 g Verlag: Ernst Kabel Verlag Ort: Hamburg Erschienen: 1990 Einband: Hardcover Sprache: Deutsch Zustand: leichte Gebrauchsspuren Kurzinfo: Zustand; sehr gut, Schutzumschlag leicht abgegriffen "Mark Grahams hochkarätiger Erstling geht das Thema Südafrika auf ähnliche Weise an, wie es seinerzeit Martin Cruz Smith in "Gorki Park" mit Russland tat: Anhand einer Mordaufklärung wird eine Gesellschaft voller zwanghafter Widersprüche und quälender Lügen analysiert und an Licht der Wahrheit gezerrt. Eine erstklassige und spannende Lektüre - knapp und gut geschrieben, zu keinem Zeitpunkt langweilig." (Nelson De Mille)
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Etablierung eines perversen Systems.

    Ein schöner Ort zu sterben
    Gulan

    Gulan

    Die aktuell in Deutschland bekannteste Autorin von Apartheid-Krimis ist sicherlich Malla Nunn. Ihre Krimireihe um Detective Emmanuel Cooper und Constable Shabalala umfasst inzwischen vier Bände. „Ein schöner Ort zu sterben“ ist der Auftakt der Reihe und gleichzeitig Nunns Debütroman. „Wissen Sie, Captain Pretorius kannte jede Pflanze und jeden Baum, den es im Busch gibt“, fuhr King fort. „Er sprach sämtliche Eingeborenendialekte und kannte alle ihre Gebräuche. Anders als die anderen Holländer hier brauchte er keinen Bürohengst in Pretoria, um seinen Führungsanspruch zu rechtfertigen.“ „Kannten Sie ihn gut?“, fragte Emmanuel. Es war nicht zu übersehen, dass der Engländer Captain Pretorius in dieselbe Kategorie des 'geborenen Herrschers' einordnete wie sich selbst. Der Rest der Menschheit, Polizisten eingeschlossen, war nur zum Dienen da. (S.109) Die kleine Stadt Jacob's Rest im Osten Südafrikas im Jahre 1952: An einem Flussufer direkt an der Grenze zum Nachbarland Mosambik wird die Leiche des örtlichen Polizeichefs Willem Pretorius gefunden. Pretorius, ein stämmiger Bure, war die absolute Autorität im Ort, durchaus von allen Bevölkerungsgruppen respektiert. Zur Untersuchung des Falls wird Detective Emmanuel Cooper allein nach Jacob's Rest geschickt. Doch viel Zeit unabhängig zu ermitteln, bleibt ihm nicht, denn schon bald kommt die Security Branch, die Geheimpolizei, in die Stadt – und die hat schon eine vorgefertigte Meinung, wer für den Tod von Pretorius verantwortlich ist. Cooper ahnt schnell, dass der geachtete Pretorius auch so seine Geheimnisse hatte, die der Schlüssel zu seiner Ermordung sein könnten. Und er merkt, dass ihm vor allem ein Mann bei der Lösung des Falles behilflich sein kann – der stoische, schweigsame, aber wachsame Constable Shabalala, ein hünenhafter Zulu und dennoch Vertrauter des Toten. Cooper selbst ist Veteran des Zweiten Weltkriegs und wird regelmäßig von seinen Dämonen heimgesucht. Doch er ist nicht gewillt, gegen die Security Branch die Segel zu streichen, sondern will die Wahrheit ans Licht bringen. Der Plot spielt im Frühjahr des Jahres 1952. 1948 hatte die Nasionale Party die Parlamentswahl mit dem politischen Thema Apartheid gewonnen und begann diese dann auch konsequent umzusetzen. Gleichzeitig begann der erbitterte Kampf der Regierung gegen tatsächliche oder vermeintliche kommunistische Umtriebe. In dieser politischen Lage bietet die Autorin in diesem Roman einen faszinierenden Ausschnitt eines Mikrokosmos einer Kleinstadt: Buren, Engländer, Mischlinge, Schwarze – und einen deutschen Juden. Nunn zeigt dabei die fragilen Verhältnisse zwischen den Rassen (übrigens auch zwischen den Weißen) sehr nuanciert auf. „Ein schöner Ort zu sterben“ ist einerseits knallhart und schonungslos, andererseits birgt er aber auch hoffnungsvolle Momente. Vor allem zeigt er die brutale Absurdität der Apartheid, exemplarisch am trotteligen Jungpolizisten Hansie, der doch tatsächlich den gleichen Rang als Constable hat wie der intelligente und lebenserfahrene Shabalala. Ein sehr überzeugender Debütroman.

    Mehr
    • 11