Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

von Mark Haddon 
4,1 Sterne bei561 Bewertungen
Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (433):
engineerwifes avatar

Der Roman gewährt einen intensiven Einblick in die Welt eines Autisten ... sehr informativ, ja schon fast spannend geschrieben.

Kritisch (19):
L

Eine Geschichte über einen etwas anderen Jungen. Jedoch mit nur mit viel Logik und Geduld zu lesen

Alle 561 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone"

Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er liebt die Farbe Rot, hasst hingegen Gelb und Braun. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus. Als aber der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher, aus seiner fest gefügten, kleinen Welt auszubrechen: Mutig stellt er den schändlichen Verbrecher und erfährt außerdem, was es heißt, in der Welt der Erwachsenen zu leben …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570403211
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:cbt
Erscheinungsdatum:28.01.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    dominonas avatar
    dominonavor 5 Monaten
    Die Welt aus anderer Sicht

    Christopher ist nach unseren Maßstäben nicht normal, aber das macht ihn nicht dumm, ganz im Gegenteil. Er ist ein Autist und irgendwann findet man sich in seine Sichtweise hinein. Man muss oft unfreiwillig lachen, aber ich war auch froh, dass ich mich nicht um ihn kümmern muss. Am Ende kann man alle Seiten irgendwie verstehen und das Buch hat mir einen "Was zur Hölle" - Moment geschenkt - danke dafür.

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    Amilyns avatar
    Amilynvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Etwas sperrig erzähltes Familiendrama mit einem distanziert bleibendem Proagonisten
    Witzig??

    Der ohnehin schon schwierige Alltag des 15jährigen Autisten Christopher verkompliziert sich noch mehr, als er den Hund seiner Nachbarin mit einer Mistgabel erstochen im Vorgarten liegen sieht. Der Junge will herausfinden, wer ihn getötet hat und stößt dabei immer wieder an seine Grenzen. Und auch auf ein Geheimnis, das ihn selbst betrifft.


    Trendsache Nerd. Läuft ... denkt man sich so. Aber nein, einen lustig-verkrampften Sheldon Cooper-Verschnitt, einen liebenswert-allwissenden Dr. Spencer Reid oder gar einen jungen Superermittler à la Sherlock Holmes sucht man hier vergeblich, obwohl sich der Protagonist sogar selbst mit dem Meisterdetektiv aus der Baker Street vergleicht. Doch sowohl Klappentext als auch Cover und vor allem die Zitate einiger Kritiker wecken haufenweise falscher Versprechungen. 


    Christopher Boone ist kein verkanntes Genie, das aufgrund ein paar lustiger Eigenheiten fälschlicherweise auf der Sonderschule gelandet ist. Bald schon bekommt der Leser unverblümte Einblicke in sein Leben und erkennt: er ist genau da, wo er hingehört. Sein Unvermögen, die Gefühle anderer zu erkennen oder auch seine eigenen Empfindungen klar zu deuten, führen dazu, dass der Text aus seiner Ich-Perspektive distanziert bleibt. Bis zum Schluss konnte ich keinen Zugang zum Protagonisten finden. Die sperrige Erzählweise aus Handlung und Christophers Vorlieben störten außerdem immer wieder meinen Lesefluss. 


    Zwar sind die Kapitel sehr kurz und animieren dadurch zu dem Gedanken "Komm, eins geht noch", und man kommt schnell voran. Trotzdem wird man immer wieder aus dem Handlungsverlauf herausgerissen, wenn Christopher plötzlich von seinen Lieblingsfarben oder von Primzahlen erzählt. Auf ein Kapitel Handlung folgt ein Kapitel Vorlieben folgt ein Kapitel Handlung folgt ... Es wechseln sich quasi Theorie und Praxis stetig ab. So richtig schön ließ sich das für mich nicht lesen, dafür blieb die Persönlichkeit des Protagonisten immer konsequent: für ihn waren beide Dinge eben strickt getrennt.


    Was genau an dem Roman nun witzig sein sollte, ist mir übrigens absolut schleierhaft. Das ganze Äußere des Buches wirbt mit einer locker-leichten Nerd-Komödie, und diverse Kritikerzitate werfen eben genau das Wort "witzig" in den Raum. Für mich war es das jedoch ganz und gar nicht. Christopher erträgt keine Menschenansammlungen, schreit herum, wenn ihm etwas nicht passt, pinkelt sich in die Hose, wenn die Toilette besetzt ist und bellt oder zückt gar ein Messer, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt. Ich finde das nicht witzig, und ich glaube auch nicht, dass sich der Autor mit der Absicht, einen witzigen Roman schreiben zu wollen, an die Arbeit gemacht hat. 


    Die große Stärke des Buches zeigt sich immer dann, wenn man ein bisschen hinter den Charakter des Christopher Boone schauen kann und in ihm den Jungen sieht, wie er von außen wahrgenommen wird: ja, das ist ein Junge, der nicht umsonst auf die Sonderschule geht. Wenn man die Gefühle der Eltern aufschnappt, die eben nicht alles mit unerschütterlicher Liebe einfach so wuppen, denn sie haben einen Sohn, der herumschreit und sich nicht beruhigen lässt, den sie nicht einfach mal in den Arm nehmen können, weil er keine Berührungen erträgt, der wahrscheinlich niemals selbständig wird leben können, obwohl er das selbst glaubt und die auch mal sagen: Hey, das habe ich mir aber anders vorgestellt!


    Fazit: Cover, Klappentext und Kritikerzitate versprechen einen lockeren Feelgood-Krimi über ein nerdiges Genie, der auf der Sheldon Cooper-Welle schwimmt. Im Inneren befindet sich jedoch ein sperrig erzähltes Familiendrama mit einem unangenehmen Protagonisten, zu dem ich im gesamten Verlauf keinen Zugang finden konnte. Die unverblümte Sicht auf so einen Protagonisten und die konsequente Erzählweise ist großartig, doch gerade diese Erzählweise ist auch mein Problem gewesen, deshalb gibt es von mir nicht mehr als 3***:

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    lieberlesen21s avatar
    lieberlesen21vor einem Jahr
    Supergute Tage mit Autismus

    „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“ von Mark Haddon ist im Kinder- und Jugendbuchverlag cbj erschienen. Allerdings ist es keineswegs nur eine Jugendbuch! Mark Haddon beschreibt das Leben aus der Sicht des 15-jährigen Autisten Christopher Boone. Für jeden, der sich mit Autismus beschäftigt oder beschäftigen muss, ist das eine interessante Lektüre. ************************************************************************ Durch den leichten, gut zu lesenden Schreibstil, lässt sich das Buch sehr flüssig lesen. Es klingt, als ob Christopher es selbst erzählen würde und gibt Einblicke in die seine Denkweise: zB würde er niemals lügen. Autisten haben eine besondere Sichtweise auf die Dinge und bei Christopher Bone äußert sich das darin, dass er die Tage einteilt in: Super gute Tage (5 rote Autos stehen in einer Reihe beim Vorbeifahren zu sehen), sehr gute Tage (4 rote Autos stehen in einer Reihe), ziemlich gute Tage (3 rote Autos stehen in einer Reihe). Die Kapitel sind alle mit Primzahlen überschrieben, beginnend mit der Kleinsten. Primzahlen kennt Christopher auswendig bis 7507 - eine typische Inselbegabung eines Autisten. Immer wieder sind ihm auch Kleinigkeiten wichtig, zb, was jemand ganz genau anhatte oder mit welchem Spielstand wer bei welchem Spiel gewann. ************************************************************************* Durch die Beschäftigung mit einem 10-jährigen autistischen Jungen, stieß ich eher zufällig auf dieses Buch. Es war für mich eine willkommene Lektüre, die mir den Zugang zu diesem Kind, seiner Denk- und Sichtweise, ein klein wenig verständlich machte. ************************************************************************ Lektüreempfehlung für alle, die sich mit Autismus beschäftigen und nach einer leicht zu lesenden Lektüre suchen, die sie beim Lesen auch schmunzeln lässt.

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Supergut!
    Die Welt eines Autisten

    Christopher Boone ist 15 Jahre alt, hat eine Ratte als Haustier und mag Primzahlen. Eigentlich ein ganz normaler Junge, wäre da nicht sein Autismus. Christopher kann keine Beziehungen eingehen und da fängt schon bei seinen Eltern an. Er mag nicht angefasst werden und er kann keine gelben und braunen Lebensmittel essen. Dass seine Mutter gestorben ist, dringt auch nur am Rande in ihn. Und dann wird der Hund der Nachbarin umgebracht. Getötet mit einer Mistgabel. darauf beschließt Christopher den Mörder zu finden und muss das schwierigste für ihn tun: mit Menschen reden...
    Ein wirklich tolles Buch, das die Welt eines Autisten nah und realistisch aufzeichnet. Ich mochte de Jungen sofort. Seine Art zu reden, die Dinge zu sehen, sich seiner Gefühle und Ängste bewusst zu sein, all das hat Mark Haddon unglaublich gut beschrieben und man kann sich wunderbar in den Jungen hineinversetzen. So muss es einem autistischen Kind ergehen. Irgendwie auch furchtbar und doch eine tolle Mutmach-Geschichte, Durchhalte-Geschichte und eine Geschichte, die zeigt, dass die Wahrheit in jedem Fall die beste Lösung ist. Klare Leseempfehlung!

    Kommentare: 1
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    KlaasHarbours avatar
    KlaasHarbourvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gutes Jugendbuch
    Supertgute Tage

    Der Autist Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt, als der Hund der Nachbarin, Wellington, tot im Garten liegt - Erstochen mit einer Mistgabel. Christopher stellt gegen den Willen seines Vater eigene Ermittlungen an und deckt somit etwas auf, das sein ganzes Leben für immer verändern wird. 
    Auf Anraten seiner Therapeutin schreibt Christopher seine Geschichte auf. Diese Geschichte liegt in diesem Buch vor uns...
    Auch wenn meine "Zusammenfassung" des Buches eher wie ein Jugendkrimi wirkt, ist es ganz anders. Es ist wirklich ein klassischer Roman mit einem interessanten und sympathischen Charakter, einem Familiendrama und dem gewissen Etwas, das in diesem Buch durch viele Zeichnungen und den besonderen Kapittelüberschriften gebildet wird. Anders als in den meisten normalen Büchern, sind die Kapitel nicht mit 1, 2, 3 (...) betitelt, sondern 2, 3, 5, 7, 11 (...) - also in Primzahlschritten. Das liegt daran, dass das Buch einen Schwerpunkt auf Autismus legt, dessen Richtigkeit zwar von vielen Betroffenen und Angehörigen stark diskutiert wird, aber laut Autor richtig umgesetzt wurde.
    Alles in allem ein Buch, das zwar meiner Meinung nach, erst ab der zweiten Hälfte interessant wird, aber um es mit den Worten der Brigitte zu sagen, einfach nur "warm" ist.

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    amelonevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich mit seiner komisch-lustigen Art sehr berührt .
    Rezension Supergute Tage

    Das Buch hat mich mit seiner komisch-lustigen Art sehr berührt . Jedoch finde ich war dieGeschichte unrealistisch und hat sich am Schluss in die Länge gezogen ...
    Immer kommt er um ein Haar weiter und hat dauernd "Glück".
    Trotzdem kann ich das Buch sehr empfehlen da in diesem schwere Kost gut aufbereitet präsentiert wird.
     

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    Carmen_ILWBs avatar
    Carmen_ILWBvor 2 Jahren
    Anfang super, aber dann kehrt es leider völlig...


    Dieses Buch hat mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück gelassen.
    Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen und mehr als einmal musste ich laut herauslachen. Ich lernte Christopher Boone und seine Gedankenwelt kennen, welche wunderbar beschrieben ist. Man erkennt, an welchen Zwängen er aufgrund seiner Krankheit leidet, aber auch, wie er es geschafft hat, sich sein Leben passend für ihn einzurichten. Und seine intelligenten und treffenden Beobachtungen der „erwachsenen“ Welt sind einfach nur köstlich.

    Und jetzt kommt das ABER: ab der Mitte des Buches gefiel es mir immer weniger. Es zog sich immer mehr in die Länge und obwohl viel passierte, konnte es mich nicht mehr abholen. Vielleicht passierte auch einfach zu viel, wodurch die Feinheiten und der schöne Humor des ersten Teils auf einmal verschwunden waren.
    War es zu Beginn noch sehr interessant, den Gedankengängen von Christopher zu folgen, wurde es mit der Zeit immer mühsamer und anstrengender.
    Und was sicher auch nicht geholfen hat war, dass ich die Ereignisse nicht mehr wirklich ernst nehmen konnte, für mich wurde es mit der Zeit immer unrealistischer, was da vor sich ging. Das ist sehr schade, vor allem weil der Beginn des Buches auch in diesem Punkt viel besser umgesetzt ist.

    Einen Pluspunkt des Buches möchte ich noch erwähnen und das ist ganz klar die Sprache und der Stil. Das Buch ist gradlinig und schnörkellos geschrieben, wodurch es sehr gut zu Christopher passt. Und auch wenn mir der zweite Teil des Buches nicht mehr gefallen hat, so war es trotzdem durchgehend angenehm zu lesen.


    Fazit:
    Schönes Buch über einen leicht autistischen Jungen, welches mich aber leider nur im ersten Teil des Buches abholen konnte. Sehr schade, denn es hatte so gut angefangen…

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    kattiis avatar
    kattiivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Toller Roman über ein besonderes Kind! Bewundernswert wie sich Mark Haddon in den autistischen Charakter hineinversetzen kann.
    Must Read (wenn man sich mit Autismus beschäftigt)

    Christopher ist kein "gewöhnliches" Kind. Körperliche Nähe kann er nicht ertragen, soziale Kontakte sind mehr als schwer, er hasst gelb und braun - und wenn ich hasst sage, dann geht es soweit, dass er kein gelbes Essen ist - dafür löst er komplizierte Mathegleichungen ohne Probleme, soll mit 15 sein Matheabitur machen und hat eine beneidenswerte Logik auf die Dinge, die "gewöhnliche" Menschen - oder Kinder - niemals hätten. Kurz gesagt: Christopher ist ein Autist (Asperger Syndrom).  In dem Buch "Supergute Tage" kriegen wir einen Einblick in sein Leben, dass durch einige ungewöhnliche Vorkommnisse ganz schön durcheinander gerüttelt wird. 

    Ich selber arbeite seit 3 Jahren mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung - unter anderem auch auf reinen Autisten gruppen. Daher hat mich dieses Buch sehr gereizt. Ich war allerdings auch skeptisch, da ich es mir sehr schwer vorstelle sich mit so einem Thema in Romanform zu beschäftigen. Ich kann nur den Hut vor Mark Haddon ziehen. Anhand simplen Dingen in Christophers Leben erklärt er in der Ich Form die Sicht des 15 Jährigen und die Problematik völlig logisch. Man versteht den Jungen einfach, ohne dass man ins Mitleid oder ähnliches verfällt. Keine großen Erklärungen, langweilige Analysen oder unrealistische Handlungen - der Autor stellt Christopher komplett authentisch dar - genau wie das ganze Buch (nicht umsonst gibt es nur Primzahlen als Kapitelüberschriften!)

    Ich kann nur jedem Raten, dieses Buch zu lesen, der ansatzweise mit dem Thema zu tun hat, oder den es einfach interessiert. Mir hat es selber nochmal eine ganz andere Sicht auf Dinge, oder gewisse Verhaltensweisen gegeben. Warum werden 15 Jährige (Autisten) als "Idioten" bezeichnet, wenn für sie ein schlechter Tag ist, wenn sie gelbe Autos sehen und andere Menschen nicht, wenn für sie ein schlechter Tag ist, wenn es regnet? Ist es nicht viel "idiotischer" zu Lügen oder Lügen zu verzeihen als dies nicht tun zu können? Man muss Christopher einfach Sympathie schenken und verstehen! Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch Menschen anregt, die die "anders" sind besser zu verstehen und zu akzeptieren. Potiental dazu hat es! 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Supergute Tage oder eben nicht.

    Christopher Boone ist 15 jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er hat eine Hausratte mit dem Namen Toby. Er isst am liebsten rote Dinge. Er schreibt als erster überhaupt an seiner Schule ein Matheabitur. Und er will aufklären, wer den Pudel von Gegenüber mit einer Mistgabel ermordet hat.

    Christopher ist sehr wortwörtlich. Stellt euch die Worte oben vor, nur als ganzen Roman und in der Ich-Perspektive. Er gibt offen zu, nicht schreiben zu können und schreibt nur ein Buch, weil seine Lehrerin Siobhan es möchte. Da er sich auch nichts ausdenken kann, nimmt er den Mord am Nachbarspudel als Aufhänger. Und so schlittern wir in die Geschichte über und mit Christopher Boone, der 15 Jahre, drei Monate und zwei Tage alt ist. Und eine Hausratte mit dem Namen Toby hat.

    Vielleicht lag es ja auch daran, dass Christopher selber geschrieben hat und sich unverstanden fühlte, aber ich war sehr überrascht, dass die Leute um ihn rum nicht gemerkt haben, dass er behindert ist, obwohl es doch so klar war. Selbst seine Eltern vergessen immer wieder etwas. Unter anderem, dass er nicht angefasst werden will. Hallo? Der Junge ist 15 Jahre alt (und drei Monate und zwei Tage). Da hätte man sich doch mal daran gewöhnen können ihn nicht zu umarmen. Da war auch der Polizist, der geschickt wird, um nach Christopher zu suchen. Man sollte meinen, dass er über Christophers Behinderung bescheid gesagt bekommt. Nope. Große Überraschung als es dann wirklich nicht mehr zu übersehen ist.

    Das andere, was mir nicht gefallen hat, waren die vielen Abschweifungen. Da steckt man mitten in der Geschichte und plötzlich erzählt Christopher von einem Urlaub, bei dem er eine Wiese voller Kühe gesehen hat. Und dass er immer noch weiß, werlche Muster diese Kühe hatten. Dass er sie jetzt sofort zeichnen könnte, wenn man ihn fragen würde. Dann kommt ein krudes Bild einer Kuh. Schön. Ich möchte aber lieber wissen, wie es weiter geht. Am Anfang war es ja noch ganz nett um ihn kennen zu lernen, aber irgendwann sind es einfach zu viele Matherätsel und Unterbrechungen gewesen. Ich war genervt davon. Ganz abgesehen davon, dass ich mich immer noch nicht fühle, als wäre ich dem Charakter irgendwie nahe. Ich weiß fast nichts von ihm, mal abgesehen von dem, was er da gerade erlebt hat. Auch wenn der Autor es fast schon mit dem Brecheisen versucht, mir einzufüttern.

    Die Details fand ich nett. Die Kapitel, die mit Primzahlen betitelt sind statt mit 1, 2, und 3. Dass Christopher seine Gedankengänge oft in Listen niederbricht. Dass Christopher Dinge sehr logisch betrachtet. Wenn er etwas mag, oder etwas nicht mag, dann hat er dafür genaue Gründe.

    Die Geschichte ist für den Leser schnell zusammengepuzzelt, man liest eher, damit man Christopher beim entdecken zusehen kann. An sich mochte ich das Buch, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es war jetzt aber weit weg von bombastisch und den Hype darum kann ich nicht verstehen. Es ist lesbar, aber man muss es nicht gelesen haben und ich kann Leute verstehen, die es absolut nicht mögen. Der Stil ist schon arg gewöhnungsbedürftig.

     

    Für Fans von:

    Extrem laut und unglaublich nah von Jonathann Safran Foer, Der Fänger im Roggen von J.D. Salinger, Schlachthaus 5 oder der Kinderkreuzzug von Kurt Vonnegut, Winn-Dixie von Katie DiCamillo.

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    LeseJettevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Berührender Roman um einem autistischen Jungen, ohne Kitsch oder Herabwürdigung.
    Die fantastische Welt des Christopher Boone

    Das passiert: Christopher ist 15 Jahre alt, wer es genauer wissen will, erfährt das im Buch, hat vor einiger Zeit seine Mutter verloren und lebt daher mit seinem Vater allein in dem Städtchen Swindon. Christopher hat einige Talente, er kann hervorragend Rätsel lösen und ist überhaupt mathematisch extrem begabt. Der autistische Junge hat natürlich auch einige Schwächen, mit großen Menschenmengen kann er nicht gut umgehen, er mag die Farben gelb und braun nicht, um nur einige zu nennen.


    Eben dieser Christopher entdeckt in einer Nacht den toten Pudel der Nachbarin und setzt nun alles daran, den Mörder des Hundes zu finden und den Mord aufzuklären.


    So gefällt mir das Buch: Supergute Tage ist eines der Bücher, das sich mit dem Thema Krankheit auf eine Weise auseinandersetzt, wie man es sich häufiger wünscht. Christopher erzählt aus seiner Sicht. Dabei lernt der Leser die Welt des Jungen mit dem Asperger-Syndroms kennen. Er erfährt, wie sich Mensch organisiert, der beispielsweise nicht deuten kann, was das Mienenspiel seiner Mitmenschen bedeutet. Oder wie er sich in orientiert, wenn das Umfeld ihm einfach Angst macht. All dies wird so erzählt, dass man als Leser einfach nur erstaunt ist, welche Probleme Christopher im Alltag hat und mit welcher Leichtigkeit er mit seinen zahlreichen Handicaps umgeht. Auch, wenn dies ein Lernprozess war.


    Mindestens genauso berührend wie es Christophers Erzählungen von sich und seinem Alltag selbst sind, sind es auch die von seinem Vater. Inhaber einer kleinen Firma und Vater eines autistischen Sohnes zu sein, verlangt dem Mann viel ab. Dennoch spürt man in Christophers Erzählungen sowie den Briefen seiner Mutter, was für ein liebevoller Vater er ist. Fast immer gelingt es ihm, sich auf seinen Sohn einzustellen und ihm das zu geben, was er genau in diesem Moment benötigt. Selbst wenn es einmal nicht gelingt, kann man das Verhalten dieses Mannes nachvollziehen.


    Fazit: Ein absolut berührender Roman mit einem autistischen Jungen in der Hauptrolle und dessen Angehörige in Nebenrollen. An keiner Stelle wirkt die Darstellung herabwürdigend oder kitschig. So gelingt es, um Verständnis zu werben!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Hallo, ich habe die Bücher "Supergute Tage oder die seltsame Welt des Christopher Boone" von Mark Haddon sowie "Tausend kleine Schritte" von Toni Jordan verschlungen. Darin geht es um "Ticks" von Menschen. In Haddon´s Buch ist es ein autistischer Junge, der ein fantastisches Zahlenfaible hat. Im Buch von Toni Jordan ist es eine Frau, die alles zählen muß: Treppenstufen, Streusel auf dem Kuchen usw. und deren Leben dadurch nicht der Norm entspricht. Beide haben strenge Regeln aufgestellt, die für sie im Alltag gelten und mit denen die Mitmenschen erstmal klar kommen müssen. Wer kann mir ähnliche Bücher empfehlen?
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